«Zu schön für unsere Ohren und gewaltig viel Noten, lieber Mozart.» Dieser oft kolportierte Ausspruch Josephs II., nach der Aufführung der Oper: «Entführung aus dem Serail» dürfte kaum als Kritik, sondern als nach Worten suchende Reaktion auf die bestürzende Überfülle der neuen Eindrücke gemeint gewesen sein: ein Qualitätsurteil, das sich mit einem quantitativen Argument behelfen muss. Andererseits auch ein dilettantischer Versuch, Mozarts Werk zu bewerten oder gar eine Kritik daran zu üben. Mozart konnte es daher auch witzig kontern, ohne die Etikette zu verletzen: «Grad so viel Noten, Eure Majestät, als nötig sind.» Doch ist gerade diese Auskunft vertrackt: Wir wissen, mit dem Diktum Gustav Mahlers, dass das Schönste der Musik «nicht in den Noten» steht. Daraus erwächst das Problem der Interpretation. –
Es geht hier um den Gesamteindruck eines Kunstwerks, einer kognitiven Überzeugung oder wissenschaftlichen Arbeit - oder nur um eine Meinungsbildung, die zu einem Diskurs führen sollte.
Im menschlichen Miteinander sind es die Worte, unvermeidbar in jeder Kommunikation, im netten Gespräch, Meinungs- oder Informationsaustausch, Diskussion, in der Streitkultur und verbalen Auseinandersetzungen. Im schlimmsten Fall kann es sogar mal zum Diskurs kommen. (eher ein Ausnahmefall)
Das wirklich Interessante und entscheidet, sind nicht nur die vorgetragenen Worte, sondern oft viel mehr die Gedanken und das, was nicht ausgesprochen wird. Nur mit der Hilfe der Dialektik, dem "Sokratischen Dialog" so als Grundlage, oder sogar als Voraussetzung und immer auch mit dem Verständnis und der notwendigen Rücksicht für anders Denkende, mit ihren Empfindungen, Überzeugungen, die geistigen Fähigkeiten und oft ihr fehlendes Verständnis, führen sie zu Missverständnissen oder zur Verfehlung des eigentlichen Themas. Da braucht man Geduld, Einfühlungsvermögen und Fragen müssen gestellt werden.
Sehr oft werden im Verlauf einer Diskussion, die Argumente, die Meinung und Überzeugung, ja sogar die Erfahrungen und das Wissen, des Gesprächspartners (bewusst oder unbewusst) benutzt, weil man sich deren Wert nicht verschliessen kann. Der eigene zuvor sicher vorgetragene Standpunkt wird nicht oder nur noch teilweise vertreten, abgewandelt, mit einer veränderten Argumentation neu definiert, oder aufgrund der neuen Erkenntnisse einfach fallen gelassen. Entscheident ist hierbei nicht, dass die eigene Meinung nicht mehr wie zuvor vertreten wird, sondern dass der Mensch seine Meinungsänderung sich nicht eingesteht und auch keine Erklärung dazu abgibt. Er verhält sich dann wie das Grashalm im Wind! Hin- und herschwankend, je nachdem woher die überzeugenderen Argumente kommen. Da hört man plötzlich seine eigene Überzeugungaus dem Munde des Gegenübers. - Sinnvoller wäre es, selbst den Meinungs- Sinneswandel zu begründen und eventuell auf den Urheber zu verweisen, der ja auch garnicht anwesend sein muss. Es stärkt das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, die Urteilskraft und das Urteilsvermögen! - Ich kann mich sehr schnell von meiner Meinung distanzieren, wenn ich Widersprüche erkenne oder eine andere Meinung für mich überzeugender und nachvollziehbarer, also verständlicher ist! Immer auf der Suche nach der Wahrheit – wäre sonst nur eine Heuchelei! Aber der ursächlichen Information oder Motivation bleibe ich mir bewusst. Ansonsten käme mir ein sehr unangenehmer Vergleich mit dem “von Guttenberg-Syndrom“ in den Sinn und mein Gewissen meldet sich mit Erfolg.
Der Sinn des ganzen Lebens auf der Erde, im Universum, ist von vielen unterschiedlichen Entwicklungen, Beziehungen, Ab-hängigkeiten, Ereignissen, energetischen Kräften und Wirkungen abhängig. Für jede Lebensform müssen die Grundlagen und Voraussetzungen gegeben sein, darauf folgt und baut die Evolution auf!
Für das Leben jedes einzelnen Menschen eröffnet sich eine Vielfalt von unterschiedlichen Möglichkeiten um ihm hiermit seinem Leben einen individuellen Sinn zu geben.
Grundsätzlich gibt es keine Formel, keine Vorgaben oder Regeln. „Jeder ist seines Glückes Schmied“ und „Jeder kann nach seiner Facon glücklich werden“ – Sich frei entscheiden – selbst wählen – das Beste daraus machen – den richtigen Weg wählen – sich nicht benutzen, nicht ausnutzen, sich nicht manipulieren lassen, sich nicht beeinflussen lassen oder sich nicht abhängig machen! Jeder hat seine eigene Meinung, seine Überzeugungen, seine Ansprüche, Forderungen und Bedürfnisse, seine Rechte und seine Freiheit – die er jederzeit vertreten oder einfordern kann. Jeder Mensch ist vor dem Gesetz und vor Gott gleich. Für jeden gelten die Menschenrechte und die Menschenwürde. Es ist wie im Märchen! Es war einmal, da gab es auf der Erde Menschen . . . !
Das individuelle Leben eines Menschen und so auch der Sinn seines Lebens, hat sehr wenig mit diesen schönen theoretischen Vorgaben zu tun! –Die Masse Mensch ist nicht frei in ihren Entscheidungen, sie wird manipuliert, beeinflusst, benutzt, gequält, missbraucht, gefoltert oder sogar wegen ihres Glaubens oder Rasse, wegen einer anderen Lebensweise oder politischer Gesinnung, getötet. Seines Glückes Schmied ist nur Heuchelei! Frei entscheiden, selbst wählen, eigene Entscheidungen treffen, seine Meinung vertreten ? – Alles nur Wunschdenken! Die Masse Mensch weiss ja noch nicht einmal was für sie Freiheit bedeutet, sie können nicht frei wählen, weil sie es nicht gelernt haben. Sie können nicht ihre Meinung sagen, weil sie keine unterschiedlichen Meinungen und die dazu gehörigen Argumente kennen. Selbst eine Entscheidung treffen, heisst doch sich über die unterschiedlichen Möglichkeiten vorher bewusst zu sein und auch für die Voraussetzungen für die Verwirkli-chung nach einer Entscheidung sorgen zu können. Was heisst Freiheit, Meinungsbildung, Überzeugung, Lebensqualität, Selbstbewusstsein, Glück, oder welcher Gott ist für alle Menschen der Richtige. Wer kann über sein Leben frei entscheiden? Wer kann tun und lassen, wie es ihm gefällt? (die Frage habe ich auch schon gestellt)
Es fehlen oft nicht nur die geistigen Fähigkeiten, wie auch Erziehung und Bildung, sondern auch die von der Religion oder Tradition unabhängige Voraussetzung, für eine freie, menschliche Entscheidungsfindung und nicht zuletzt auch die finanzielle Grundlage. Sogar die lebensnotwendige Versorgung, wie Essen und Trinken, ist bei der Masse Mensch nicht vorhanden. Auch hier in Europa, sogar in Deutschland, sind die Menschen oft nicht fähig den eigenen Sinn ihres Lebens zu definieren, zu erkennen, zu verstehen, zu kritisieren um diesen dann auch neu zu gestalten. Die Belastung des alltäglichen Ablaufs, mit all seinen Problemen, Aufgabenstellungen, Enttäuschungen, Stress, Hektik und Zwängen, lässt dem Einzelnen nicht genügend Freiraum, Entspannung oder Übersicht. Es fehlt ihm die eigene Erkenntnis, Einsicht und die Motivation, an seinem Leben und so an dem Sinn etwas verändern zu wollen und zu können.
Aufgrund der unterschiedlichen Begriffsbestimmungen für den “Sinn des Lebens“, sind auch die Meinungen oder Überzeugun-gen manchmal unpassend oder in der Argumentation und Bewertung unangemessen.
Da müsste der Mensch zuerst bereit sein, sich auf eine mehrheitliche Begriffsbestimmung festlegen zu wollen. Dann erst weiss eventuell jeder wovon die Rede ist! Damit fängt aber bei jeder Diskussion das eigentliche Problem des Menschen an. Jeder vertritt mehr oder weniger seine Meinung, mit oder ohne verständliche und passende Argumente und so auch seine Wahrheit.
Die Mehrheit der Menschen sind sich selbst, ihres eigenen Seins und auch ihres Daseins nicht bewusst, sie verstehen sich selbst nicht!
Es sind fast immer zu viele Worte, hinter denen sich eine Meinung, Überzeugung, ein Irrtum oder eine falsche Erkenntnis verbirgt. Mein Eindruck ist, dass die Menschen gern und oft auch viel reden, doch sie wollen sich nicht verständlich machen, sie wollen den anderen gar nicht verstehen und was viel schlimmer ist: Sie sind oft von ihrem eigenen Vortrag selbst nicht überzeugt – haben also nichts zu sagen! Es würden sonst viele Fragen gestellt und auch Zugeständnisse gemacht, oder der eine oder andere würde auch mal zu einer Einsicht kommen.
Gutes Beispiel ist der Inhalt von "mikenull" : . . . künstlerische Erklärungen– das Leben ist langweilig und sinnlos!
(da wiederhole ich gern den Hinweis auf Sokrates: Ich weiss, dass ich nichts weiss! )
Doch wer will das schon wissen und wer versteht den Sinn? (hinter den Worten)
Vieles ein Zeichen von menschlicher Schwäche!
Wieder nur ein grauer Sonntag!