Das sehe ich komplett anders, und der zweite Satz beinhaltet auch nur die halbe Wahrheit. Wenn ein Mensch arm wie eine Kirchenmaus ist und deshalb unglücklich durchs Leben geht - hängt das in diesem Fall sehr wohl vom fehlenden Geld ab.
Natürlich sind im Durchschnitt betrachtet reiche Menschen glücklicher weil man sich um den Broterwerb, respektive die finanzielle Absicherung keine Gedanken machen muss. Es fällt ein großer Faktor, der einem tägliche Sorgen bereiten und welche Unglücklich machen kann, weg.
Von daher weiss ich nicht, auf welcher Grundlage man dann gegenteiliges behaupten kann. Ist ein einfaches Rechenspiel.
Nur weil jemand nicht reich ist, heißt das nicht, dass er komplett arm wie eine Kirchenmaus ist! Das solte man mal grundlegend klären, bevor man darüber diskutiert. Wir reden hier ja nicht vom extremem Reichtum im Gegensatz zur extremen Armut. Wir reden davon, ob Reichtum ein Garant für Glück ist- und das ist er nicht!
Reichtum MACHT nicht glücklich.
Armut kann unglücklich machen- das ist keine Frage. Vor allem, wenn die Existenz bedroht ist, oder man einfach sich niemals etwas gönnen kann, so macht sie unglücklich, weil sie bedroht.
Die Lösung dafür wäre aber nicht Reichtum, sondern eben ausreichend zum Leben zu haben.
Die Basis muss stimmen, das ist klar. Aber alles was daruber hinaus geht ist total subjektiv. Wie man dieses "ausreichend" definiert ist aber eben auch ein großer Indikator für Glück- selbst wirklich reiche Menschen klagen ja über ihre Geldsorgen.
Die Faktoren, die einen Menschen glücklich machen sind sehr vielfältig- ein wichtiger ist es jedoch, dass man mit dem was man hat (jetzt mal voraussgesetzt, dass man eben einigermaßen über die Runden kommen kann, und nicht um seine Existenz, seine Gesundheit oder gar sein Leben fürchten muss) zufrieden sein kann. Und das gilt sowohl für den Reichen, als auch für den eher armen.
Ein Geringverdiener in seiner kleinen Mietwohnung kann viel zufriedener sein, als ein Reicher in der Villa.
Der Reichtum ist eben kein Garant für Glück. Im Gegenteil: Meine Erfahrung ist, dass das subjektiv empfundene Glück ab einem gewissen Einkommen sogar kippt.
Die meiste Jammerei über Geldsorgen höre ich von Leuten, die man landläufig als reich bezeichnet. Für mich auch eine neue Erfahrung, weil ich nicht aus reichen, aber aus zufriedenen Verhältnissen komme. Aber ich erlebe oft, dass gejammert wird, weil zB die Zinsen momentan so schlecht sind, man nicht weiß, wo man die 100 000 die man gerade übrig hat anlegen soll, oder weil Wertverlust des neuen BMW so hoch ist usw.
Ich habe Kinder erlebt, die an Depressionen leiden, aber ein Pferd, allen Technischen Schnickschnack dieser Welt und Taschengeld von mehreren hundert Euro im Monat haben. Auf der anderen Seite sehe ich Kinder, deren Eltern eben einigermaßen über die Runden kommen und die sich wirklich keinen Luxus leisten können, die aber mit einem einfachen Campingurlaub glückseelig sind.
Ich kenne auch genug "Reiche" Leute, die glücklich sind- aber es ist niemals der Reichtum allein, der sie glücklich macht, sondern die Fähigkeit, ihr Leben zu genießen. Diese Fähigkeit kann man nicht kaufen und man erwirbt sie auch nicht automatisch mit dem Reichtum.