Na hoffentlich. Ich bin nicht so ganz sicher, ob du sie verstanden hast, aber sehen wir mal...Mutation und Selektion sind mir durchaus bekannt.
Was meinst du mit dieser "ersten Information"? Die Erbinformation des ersten Lebewesens oder sowas? Bzw. die Lebewesen, aus denen alle heutigen Lebewesen entstanden sind?Nach Lesen der Sachinformationen sehe ich völlig areligiös (oder unreligiös) zwei Sachfragen:
1. Woher kommt die erste Information, durch die alles Andere „angeschoben“ wird?
Danach kannst du mit recht fragen, die Naturwissenschaften haben davon kein klares Bild. (Ich habe ein Bild, äußerst unscharf, aber das werd ich dir nicht verkaufen, denn Beweise habe ich kaum. Ich bin mir sicher, dass es dafür keines übersinnlichen Wesens bedurfte, aber wenn du da die Finger deines Gottes drin sehen willst, bitte sehr...)
Nur in diesen ersten Lebewesen war noch nicht die Information über die Baupläne heutiger Arten drin, das ist heute völlig klar. Es gibt zwar ein großes gemeinsames Erbe aller heutigen Lebewesen, aber das umfasst nicht, dass du eine Nase und zwei Füße hast.
Kommt drauf an. Wenn wirklich durch Mutation und Selektion eine neue Rasse entstanden ist, dann war diese erst durch Mutation entstandene Erbinformation im alten Genpool natürlich nicht vorhanden.2. Wenn durch Mutation und Selektion eine neue Rasse entsteht (was nach meiner Meinung nachgewiesen ist), handelt es sich in dem jeweiligen Fall um eine Rasse (Tier- oder Pflanzenart), deren genetischer Ursprung nicht in der Ausgangspopulation zu finden ist?
Du benutzt hier sehr seltsame Begriffe, die ein Biologe nicht verwenden würde. Faselst von Evolution und Mikroevolution, Rassen und Variationen. Das ist alles Evolution. Die Unterschiede, die du machst, sind künstlich und rein religiös motiviert.Bei Frage 2) erkenne ich, dass empirische naturwissenschaftliche Forschungen aufzeigen, dass es Variationen (bei Tieren u. Pflanzen) gibt, die auch zu einer neuen Art führen. Aber auch hier ist es für (einige) Biologen evident, dass die neue Art eine Variation ist, also lediglich Mikro-Evolution vorliegt. In der Ursprungspopulation sind bereits Variationen als Möglichkeit angelegt, die durch Mutation und Selektion lediglich zum Vorschein kommen. Soweit ich erkenne, fehlt es an empirischen Nachweisen, dass neue oder „neue“ Baupläne nicht in der Ursprungspopulation, in der Ur-Information bereits angelegt waren.
Sicher ist es denkbar, dass du aus einem Rudel von Promenadenmischungen durch reine Selektion wieder Hunderassen gewinnst, und dann waren die Baupläne im Genpool bereits vorhanden und wurden nur neu sortiert und zusammengestellt.
Aber das ist definitiv nicht der Weg, auf dem sich die Arten gebildet haben, es ist nicht der Weg, durch den aus frühen Säugetieren Löwen, Zebras und Affen geworden sind. Diese haben genetische Eigenschaften, die eben grade nicht in den frühen Säugern enthalten waren. Und es fehlt auch wahrlich nicht an Nachweisen dazu, was hier durch Mutation und Selektion entstanden ist. Dass DU das nicht erkennen kannst (Zitat: "Soweit ich erkenne, fehlt es an empirischen Nachweisen, dass neue oder „neue“ Baupläne nicht in der Ursprungspopulation, in der Ur-Information bereits angelegt waren."), heißt nicht, dass es dazu nicht genug Nachweise gäbe.
Hier versuchst du, offenbar in Unkenntnis der ganzen modernen Biologie, deren Erkenntnisse einfach pauschal und konplett zu negieren.
Letzteres ist eine absurde Idee in heutigen Zeiten, in denen von einigen Arten das komplette Erbmaterial verdatet vorliegt.Wenn z.B. ein Biologe behauptet, in einer Ursprungs-DNA hätte man keinen Hinweis für einen neuen Bauplan für eine neue Rasse gefunden, so kann man verschiedene Schlußfolgerungen daraus ziehen.
Es gibt in der Ursprungs-DNA keine Information zu einem neuen Bauplan.
Es gibt in der Ursprungs-DNA Informationen zu einem neuen Bauplan –der Biologe hat diese Informationen lediglich nicht gefunden.
Es gibt im Ursprungs-Bauplan keine Information zu dem, was später durch Evolution (Mutation und Selektion) daraus entsteht. (Gut beobachtbar ist dies übrigens auch beim Genetischen Algorithmus.)
Im Prinzip ja.Reichen DNA (Bio-Moleküle) aus, haben sie die Fähigkeit neuartige Bio-Moleküle zu bilden, über die sie selbst keine Information haben? Also können Bio-Moleküle etwas erfinden, haben sie sowas wie einen Erfindergeist und dazu auch noch die technischen Möglichkeiten?
DNA kann Information zu neuen Bio-Molekülen (genauer: insbesondere Proteinen) speichern, ja, und durch Mutation kann in der DNA auch der Bauplan eines neuen Proteins entstehen, über das vorher keine Information vorlag. Durch Selektion entsteht dann eine Auswahl der geeigneten neuen Moleküle bzw. ihrer Baupläne.
"Erfindergeist" würde ich das aber nun wirklich nicht nennen, denn das geschieht ziemlich geistlos durch Mutation (absolut nicht zielgerichtet) und Selektion. Die technischen Möglichkeiten hat die DNA selbst jedenfalls in dem Sinne, dass sie für den Bau von Ribosomen sorgt, die dann ihrerseits dem Code der DNA entsprechend ein Protein bauen.
Warum fragst du? Ist dir das nicht bekannt?
Unfug. Ziemlich grober Unfug.Am Ergebnis, sollte a) überhaupt stimmen, könnte man das Folgende ableiten. Bio-Moleküle haben einen Erfindergeist und die technischen Möglichkeiten. Anders formuliert: sie haben den Willen, etwas Neues zu suchen und zu basteln.
Da ist kein "Wille". Da ist nur die Möglichkeit, etwas neues zu erzeugen, durch Mutation. Das wird nicht aktiv gesucht. Die Zielrichtung kommt nur durch die Selektion da rein. Was dem Überleben förderlich ist, wird durch die Selektion halt bevorzugt.
Welch ein grandioser Quatsch.Gibt es also einen Edison der Bio-Moleküle?
Edison hat Wissen und Willen benutzt, ja klar. Er hat vielleicht viel versucht, aber gewiss nicht ohne zu denken.Wie kommt es zu Erfindungen? Beispiel Edison. Er brauchte über 11.000 Versuche, um zur Glühlampe zu gelangen. Edison brauchte nicht nur technische Möglichkeiten und Zeit+Zufall. Er brauchte auch Wissen und den Willen.
Aber es geht auch ohne Wissen und Willen, allein mit Mutation und Selektion. Wie toll das funktioniert, sieht man nicht nur an der Biologie, sondern auch, ganz unbiologisch, am Genetischen Algorithmus. (Da kommt überhaupt keine sinnvolle Information in die ersten Individuen rein, trotzdem werden die durch Mutation und Selektion gewonnenen Ergebnisse prima. In Zeiten der modernen Informatik tuts dieser Weg in kurzer Zeit, ganz ohne zielgerichteten Erfindergeist a la Edinson. Die Evolution der Lebewesen erfolgte natürlich weniger schnell, aber sie hatte ja auch Milliarden Jahre Zeit.)
Oh Graus, ja da sträub dich mal gegen, also gegen Erfindergeist, Wissen und Willen in einem Biomolekül. Das ist ja auch einfach Quatsch.Ich sträube mich gegen diese Annahme, dass in manchen Biomolekülen ein Edison steckt, nicht, weil ich an Gott glaube. Ich sträube mich gegen diese Annahme, weil mir die vorauszusetzende Schlußfolgerung a) schon als nicht empirisch erwiesen bekannt ist und weil die notwendigen Folgebedingungen (Bio-Moleküle haben einen Erfindergeist oder etwas Gleichwertiges) als zu phantastische Spekulation erscheint. Und gaaaanz nebenbei bemerkt: Und um es noch phantastischer zu machen: Wenn in einem Bio-Molekül kein neuer Bauplan stecken sollte, jedoch Wissen und Willen (Erfindergeist) behauptet würde,
Zuletzt bearbeitet: