Heute bin ich 25 und es ist ca. 4 Jahre her, dass ich anorektisch war. Wenn man mich heute sieht, denkst man das nicht. Ich bin äußerlich genesen.Aber eben nur äußerlich...In meinem Kopf ist das reinste Chaos. Seit ich begann wieder feste nahrung aufzunehmen, schnellte mein Gewicht in die Höhe wie ein Düsenjet. Jeder Tag ist unerträglich. Ich kann mich kaum noch sehen. Ich qüäle mich mit Diäten die nichts mehr bringen, weil mein Körper diese Taktik kennt und sofort rebbeliert. Ich gehe nicht mehr aus weil ich mich fühle wie ein Wal, ich hasse mich, ich bin allein, habe Probleme mit dem einfachsten der Wlt, dem Essen! Kaum einer versteht das, ich weis nicht mehr weiter...Und hoffe das hier vielleicht irgendwer ist, dem es genau so geht, der mir sagen kann was er tat?! Der mir sagen kann, es gibt einen Weg, zurück ins normale Leben...
Hallo, mir geht es sehr ähnlich. Ich habe mich in deinen Zeilen sehr wiedererkannt. Es ist schrecklich, wie man sich da fühlt. Mir geht es oft deswegen so schlecht, dass ich froh bin, meinen Alltag überhaupt einigermaßen gut zu bewältigen. Es ist diese verdammte Kopfsache. Und dieses Körpergefühl. Man möchte ihn am liebsten abstreifen.
🙁
Der Körper erinnert sich lange. Mir wurde gesagt, dass es ganze Jahre braucht, bis er sich erholt und wieder normalisiert. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass deine Diäten ihn nur zusätzlich verunsichern oder Öl ins Feuer gießen.
Und brauchst du das wirklich? Oft ist es ja nur die Wahrnehmung. Man sagt, man ist total aufgedunsen und dick, aber man ist es eigentlich nicht. Oft fühlt man sich einfach nur so unförmig und komisch und münzt das dann auf die gesamte Figur.
Mir hilft sehr, dass ich mir immer wieder sage, dass mein Körper regelmäßige Nahrung braucht. Und dass doch etwas dran sein muss, dass fast alle anderen normal und gut essen
😉. Ich lenke mich oft ab, damit ich mich nicht wieder auf das Essen und den Körper konzentriere. Wenn ich gute Nahrung zu mir nehme, geht es mir besser, als wenn ich was fettiges oder kalorienreiches esse. Nur, darf es nicht überhand nehmen. Du kannst nicht nur von absolut fettarmer Nahrung leben und selbst wenn, es würde ein Stück weit Lebensfreude nehmen, weil man nicht einfach mal nach einer Partynacht einen Burger isst. Das fühlt sich so unvergleichlich gut an, sich nach einem schönen Abend, an dem man viel erlebt hat, einfach mitten in der Nacht einen Burger reinziehen. Das muss auch mal sein.
Ich dachte erst, dass es total schrecklich ist und ein absolutes Tabu, wenn andere erfahren, wie es mir geht. Aber meine besten Freundinnen wissen zum Teil bescheid und sie gehen sehr gut damit um. Wenn es mir schwer fällt mich um mich zu kümmern, also zu essen, dann gehen sie was mit mir essen. Das hilft mir sehr. Ich kann mich da dann auch entspannen.
So, das war vorerst mal das, was ich dir raten kann. Ich habe noch leider nicht "die Lösung" gefunden. Ich denke, man muss einfach immer weitermachen, egal wie schwer es einem fällt.
Liebe Grüße
Findefuchs