Sonic
Aktives Mitglied
Ich bin schon etwas älter und wohne etwas weiter weg von meinen Eltern. Dies kurz zur Erklärung vornweg.
Mein Vater ist jemand der immer Recht haben muss. Ja, er kann wirklich unglaublich viel. Seien es Probleme mit dem PC, jegliche Handwerklichen Sachen (Schränke bauen, Stromleitungen verlegen, Wasseranschlüsse, eine Mauer hochziehen, Auto reparieren,usw.). Aber wenn es um soziale Dinge geht, ist er absolut abgestumpft.
Er ist der Meinung, er kann alles besser als Andere und hat die Absolute Ahnung was zu tun ist und wie man irgendwas richtig macht.
Viele Jahre habe ich immer erst bei ihm nachgefragt wenn irgendwas war. Bis vor einigen Jahren ist er auch bei mir vorbei gekommen wenn irgendwas zu reparieren war in der Wohnung. Da er jetzt auch nicht mehr derJjüngste ist, möchte ich ihm aber die lange Autofahrt nicht mehr zumuten.
Wovon ich mich aber irgendwie nicht loslösen kann ist, dass ich ständig erst um seine Meinung frage ehe ich irgendwas mache.
Hier mal zwei Beispiele:
- Auto zickte rum. Musste eh zum TÜV und bat darum gleich nach dem Problem zu schauen. Mir wurde mitgeteilt, dass ich neue Zündkerzen brauche. Papa angerufen und gefragt ob das Sinn macht und was sowas kosten darf. Papa sagte, das sei Schwachsinn, ich bräuchte keine neue Zündkerzen. Er hätte ja erst vor vier Wochen mein Auto nochmal geckeckt wegen dem bevorstehenden TÜV. Ich solle denen sagen, dass mein Vater Automechaniker ist und bei seinem letzten Check die Zündkerzen noch in Ordnung waren. (Ohne Scheiß, genau das habe ich getan. Danach habe ich mich nie wieder in diese Werkstatt getraut, weil es mir so peinlich war).
Nach einigem Hin und Her wurden die Zündkerzen dann doch ausgetauscht. Aber nur unter der Voraussetzung, dass ich die "angeblich" deffekten Zündkerzen erhalte um sie meinem Papa zu zeigen. Der stellte dann fest, dass die tatsächlich marode waren. Aber statt zuzugeben dass er sich geirrt hatte, lag der Fehler nicht bei ihm sondern bei der Werkstatt. Vermutlich haben die mir ja nicht meine ausgebauten Zündkerzen mitgegeben sondern irgendwelche anderen die tatsächlich kaputt waren.
- PC und Laptop machten Probleme. Bin mit Beidem zu Papa gefahren. Eine Woche später wieder hin um die Geräte abzuholen.
Zu Hause stellte ich fest, dass die vorherigen Probleme zwar behoben waren, aber dafür plötzlich andere Sachen nicht mehr funktionierten. Laptop konnten wir dann telefonisch klären (wobei ich immer wieder zu hören bekam am Telefon, dass ich zu dumm sei ihm richtig mitzuteilen was für eine Meldung auf dem Bildschirm auftaucht, ich nicht das anklicken würde was er mir sagt, usw. Im Nachhinein stellte sich aber raus, ich habe sehr wohl alles richtig gemacht. Er konnte nur nicht zugeben, dass das Verständnisproblem bei ihm lag).
Für den PC sollte ich nochmal bei ihm vorbei kommen. Aufgrund der langen Fahrtstrecke habe ich mich dann aber für jemand in meiner Nähe aus dem Bekanntenkreis entschieden. Hierauf meinte mein Papa, dass der Bekannte mich nur Abzocken will, keine Ahnung hat und ich nachher nicht jammernd angrannt kommen soll weil der andre am PC rumgepfuscht hat.
Als ich sagte, dass der Bekannte kein Geld dafür von mir will, war mein Papa trotzdem davon überzeugt, dass er es besser kann und mehr Ahnung hat.
Nun hat mir der Bekannte mitgeteilt, dass er das Problem gefunden hat und ein neues Netzteil eingesetzt werden muss. Er würde sich mal schlau machen was sowas gebraucht kostet. Hier habe ich zum ersten mal angefangen mich gegen mein "inneres ängstliches Kind" zu wehren und nicht meinen Papa anzurufen um zu fragen ob das Sinn macht. Das war der erste Schritt zur Einsicht, dass sich bei mir etwas ändern muss.
Und hier fängt mein Problem an. Bisher habe ich immer vorher meinem Vater solche Dinge geschildert und bei ihm nachgefragt ob das Sinn macht (wie in diesen Beispielen). Wie, als müsste ich ihn erst um Erlaubnis bitten etwas zu tun, statt selbst Entscheidungen zu treffen.
Gestern ist mir dann zum ersten mal so richtig bewusst geworden, dass ich Angst habe in einigen Dingen einfach selbst Entscheidungen zu treffen. Und wenn ich bisher tatsächlich selbst Entscheidungen getroffen habe und dann doch was schief ging, habe ich Angst gehabt meinen Vater um Rat zu fragen weil er mich dann wieder als Dumm bezeichnet und mir mitteilt, dass ich vorher bei ihm hätte nachfragen sollen.
Schon in der Kindheit fing das ja an. Z.B. Mathe. Wenn er bei den Hausaufgaben geholfen hat, war ich dumm wenn ich irgendwas nicht verstanden habe. Habe ich dann einen anderen Rechenweg für mich selbst gefunden mit dem es mir leichter fiel, solte ich gefälligst den Rechenweg benutzen den er mir erklärt, weil das mehr Sinn macht und einfacher ist.
Wie komme ich davon weg, erst mal darüber nachzudenken meinen Vater zu fragen? Denn frage ich nicht nach und er bekommt mit dass was schief gelaufen ist, bin ich wieder das dumme Kind das von nichts eine Ahnung hat.
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Mein Vater ist jemand der immer Recht haben muss. Ja, er kann wirklich unglaublich viel. Seien es Probleme mit dem PC, jegliche Handwerklichen Sachen (Schränke bauen, Stromleitungen verlegen, Wasseranschlüsse, eine Mauer hochziehen, Auto reparieren,usw.). Aber wenn es um soziale Dinge geht, ist er absolut abgestumpft.
Er ist der Meinung, er kann alles besser als Andere und hat die Absolute Ahnung was zu tun ist und wie man irgendwas richtig macht.
Viele Jahre habe ich immer erst bei ihm nachgefragt wenn irgendwas war. Bis vor einigen Jahren ist er auch bei mir vorbei gekommen wenn irgendwas zu reparieren war in der Wohnung. Da er jetzt auch nicht mehr derJjüngste ist, möchte ich ihm aber die lange Autofahrt nicht mehr zumuten.
Wovon ich mich aber irgendwie nicht loslösen kann ist, dass ich ständig erst um seine Meinung frage ehe ich irgendwas mache.
Hier mal zwei Beispiele:
- Auto zickte rum. Musste eh zum TÜV und bat darum gleich nach dem Problem zu schauen. Mir wurde mitgeteilt, dass ich neue Zündkerzen brauche. Papa angerufen und gefragt ob das Sinn macht und was sowas kosten darf. Papa sagte, das sei Schwachsinn, ich bräuchte keine neue Zündkerzen. Er hätte ja erst vor vier Wochen mein Auto nochmal geckeckt wegen dem bevorstehenden TÜV. Ich solle denen sagen, dass mein Vater Automechaniker ist und bei seinem letzten Check die Zündkerzen noch in Ordnung waren. (Ohne Scheiß, genau das habe ich getan. Danach habe ich mich nie wieder in diese Werkstatt getraut, weil es mir so peinlich war).
Nach einigem Hin und Her wurden die Zündkerzen dann doch ausgetauscht. Aber nur unter der Voraussetzung, dass ich die "angeblich" deffekten Zündkerzen erhalte um sie meinem Papa zu zeigen. Der stellte dann fest, dass die tatsächlich marode waren. Aber statt zuzugeben dass er sich geirrt hatte, lag der Fehler nicht bei ihm sondern bei der Werkstatt. Vermutlich haben die mir ja nicht meine ausgebauten Zündkerzen mitgegeben sondern irgendwelche anderen die tatsächlich kaputt waren.
- PC und Laptop machten Probleme. Bin mit Beidem zu Papa gefahren. Eine Woche später wieder hin um die Geräte abzuholen.
Zu Hause stellte ich fest, dass die vorherigen Probleme zwar behoben waren, aber dafür plötzlich andere Sachen nicht mehr funktionierten. Laptop konnten wir dann telefonisch klären (wobei ich immer wieder zu hören bekam am Telefon, dass ich zu dumm sei ihm richtig mitzuteilen was für eine Meldung auf dem Bildschirm auftaucht, ich nicht das anklicken würde was er mir sagt, usw. Im Nachhinein stellte sich aber raus, ich habe sehr wohl alles richtig gemacht. Er konnte nur nicht zugeben, dass das Verständnisproblem bei ihm lag).
Für den PC sollte ich nochmal bei ihm vorbei kommen. Aufgrund der langen Fahrtstrecke habe ich mich dann aber für jemand in meiner Nähe aus dem Bekanntenkreis entschieden. Hierauf meinte mein Papa, dass der Bekannte mich nur Abzocken will, keine Ahnung hat und ich nachher nicht jammernd angrannt kommen soll weil der andre am PC rumgepfuscht hat.
Als ich sagte, dass der Bekannte kein Geld dafür von mir will, war mein Papa trotzdem davon überzeugt, dass er es besser kann und mehr Ahnung hat.
Nun hat mir der Bekannte mitgeteilt, dass er das Problem gefunden hat und ein neues Netzteil eingesetzt werden muss. Er würde sich mal schlau machen was sowas gebraucht kostet. Hier habe ich zum ersten mal angefangen mich gegen mein "inneres ängstliches Kind" zu wehren und nicht meinen Papa anzurufen um zu fragen ob das Sinn macht. Das war der erste Schritt zur Einsicht, dass sich bei mir etwas ändern muss.
Und hier fängt mein Problem an. Bisher habe ich immer vorher meinem Vater solche Dinge geschildert und bei ihm nachgefragt ob das Sinn macht (wie in diesen Beispielen). Wie, als müsste ich ihn erst um Erlaubnis bitten etwas zu tun, statt selbst Entscheidungen zu treffen.
Gestern ist mir dann zum ersten mal so richtig bewusst geworden, dass ich Angst habe in einigen Dingen einfach selbst Entscheidungen zu treffen. Und wenn ich bisher tatsächlich selbst Entscheidungen getroffen habe und dann doch was schief ging, habe ich Angst gehabt meinen Vater um Rat zu fragen weil er mich dann wieder als Dumm bezeichnet und mir mitteilt, dass ich vorher bei ihm hätte nachfragen sollen.
Schon in der Kindheit fing das ja an. Z.B. Mathe. Wenn er bei den Hausaufgaben geholfen hat, war ich dumm wenn ich irgendwas nicht verstanden habe. Habe ich dann einen anderen Rechenweg für mich selbst gefunden mit dem es mir leichter fiel, solte ich gefälligst den Rechenweg benutzen den er mir erklärt, weil das mehr Sinn macht und einfacher ist.
Wie komme ich davon weg, erst mal darüber nachzudenken meinen Vater zu fragen? Denn frage ich nicht nach und er bekommt mit dass was schief gelaufen ist, bin ich wieder das dumme Kind das von nichts eine Ahnung hat.
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