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Sexuelle Nötigung, oder was? Wie weiter?

Das kam heute über WKW an die Adresse meiner Frau.

"Hallo ******
ich habe heute Post von der Kripo bekommen wegen
sexuellen Missbrauchs. Ich habe dir gesagt, dass es mir
leid tut, ich hatte getrunken und weiß auch nicht wie
es dazu kommen konnte, dies hatten wir per SMS geklärt,
aber ich weiß, dass ich dich nicht vergwaltigt habe.
Ich kann verstehen wenn ihr mit mir sauer seit und
nichts mehr mit mir zu tun haben wollt, die ganze Sache
ist mir peinlich bis zum geht nicht mehr, ich kann mich
nur noch mal bei dir entschuldigen und hoffe du kannst
dich durchringen diese Anzeige zurück zu ziehen."

Gruß ******

Grüße
Criollo
 
Hallo Criollo,

hmm..., ist schwer das Richtige zu raten. Ich bin selbst von MB betroffen, aber anders gelagert.

Ich mag mal mit einem Beispiel anfangen. Ich habe mal im Sporttraining mit einer Sportkameradin das Thema besprochen. Sie hatte bis sie 20 Jahre alt war nie etwas mit dem Thema sexueller Missbrauch zu tun. Ihr Chef hat sie dann während ihrer Ausbildung sexuell belästigt. Sie hat Anzeige erstattet. Aber... sie meinte, es wäre ihr noch nie passiert, dass plötzlich die Frage der Schuld (oder wie es manche nennen würden "der Verantwortung") dafür so stark auf ihre Schultern aufgeladen wurde. Und sie möchte nie wieder etwas mit dem Thema zu tun haben.

Und ja so ist es. Kannst selbst hier nachlesen. Die Frau, die komisch reagiert hat. Der Ehemann, der sich mal klarwerden muss, was er falsch gemacht hat.

Und *schwupps* ist der Täter und seine Tat darin verschwunden. 😕 Der Täter wird zum Opfer. Der Täter zum "Verbrechen" quasi gwzwungen von diesen "blöden wehrlosen Opfern."

Wenn ich jetzt schreiben würde, ich habe heute einen Rollstuhlfahrer zusammengeschlagen, weil er dauernd so hilflos geguckt hat, als könnte er nicht laufen, würde mir jeder (mit Recht) schreiben, dass ich grausam war.

Beim Thema Missbrauch kehrt sich das alles um. Warum das so ist, weiß ich leider nicht.

Denkt vor Allem an euch Beide. Geht gut und sorgfältig mit euch um und tragt die Schuld dahin, wohin sie gehört. Die Schuld gehört weder zu dir noch zu ihr. Ganz eindeutig.

Lieben Gruß
Fragende

PS.: darkside hat absolut recht. Das ist ein Schuldeingeständnis.
 
Zuletzt bearbeitet:
das Schuldeingeständnis ist super..eine gute Grundlage um die Anzeige erfolgreich durch zu ziehen. Ich gehe davon aus, dass ihr nicht weich werdet und ein Sexualdelikt einfach straffrei durchgehen lasst?
Das fände ich entsetzlich.
Dieses Sexualdelikt ist keine Kleinigkeit und wenn man sowas bagatellisiert ist das der Anfang vom Ende.

Ich drücke weiter die Daumen und hoffe ihr tut das Richtige! Bleibt standhaft und zieht die Sache durch!

@Fragende: warum sich beim Missbrauch oft alles umkehrt? Das liegt oft am Opferverhalten selbst...Opfertypen = unsichere, naive Menschen lassen sich leicht verarschen und dahingehend manipulieren dass sie an ihre eigene Schuld glauben..sie beziehen immer alles Negative auf sich...schämen sich für alles (was andere tun), fühlen sich schuldig für das was andere tun. Kinder sind an sich die geborenenen Opfer...sie sind ja noch naiv und leicht manipulierbar. Aber ab der Pubertät ändert sich zum Glück ja vieles und wer Augen und Ohren offen behält der kommt aus dieser Schiene raus und erkennt wie und wann man manipuliert wird, fängt an sich zu wehren...hoffentlich...

Generell ist es typisch menschlich zu versuchen die Schuld oder Verantwortung auf andere ab zu schieben..das Gesetz des geringsten Widerstandes und wer da keinen Widerstand leistet und Grenzen setzt der ist leider der Gearschte im Leben. Es ist halt einfacher die Schuld auf andere zu schieben..da man sich dann nicht mehr damit belasten und auseinandersetzen muss. Fraglich ist halt nur ob man solche Spielchen mitmacht oder nicht. Menschen sind Raubtiere...zwar kultur- und moralfähig aber ob sie sich immer anständig benehmen hängt sehr von der Erziehung und auch Verhalten der Umwelt (Mitmenschen) ab. Das gesamte Leben ist ein fortlaufender Erzíehungsprozess in den alle involviert sind.
 
Beim Thema Missbrauch kehrt sich das alles um. Warum das so ist, weiß ich leider nicht.

Ich denke, das ist eine kulturgeschichtliche Entwicklung und hängt mit dem Partriachat zusammen, dass wir über Jahrhunderte hatten.

In manchen islamischen Länder wird heute noch über Frauen die Todesstrafe verhängt, nachdem sie vergewaltigt wurden. Ich denke, das sagt eigentlich alles über die Rolle der Frau in patriachalischen Gesellschaften aus.

Nicht nur als der Minirock und der Bikini aufkamen, gab es einen handfesten Skandal, sondern nur wenige Generationen davor als die Kleider der Frauen kürzer wurden und diese ihre Knöchel zeigten. In den zwanziger Jahren schnitten sich Frauen zum ersten Mal die Haare kurz und trugen Männerkleidung.

Frauen mussten schon immer keusch sein und nachdem sie sich von dieser Last befreit hatten, blieb an ihnen trotzdem das Stigma der H*** hängen.

Daher kommt der Gedanke, dass die Frau selbst schuld ist, dass sie gereizt hat, dass sie es ja so wollte.

In den siebziger Jahren kam das Thema Missbrauch zum ersten Mal auf. Davor war das "Benutzen" der Kinder eher kein Thema. Sie wurden zum Beispiel in Heimen in schlimme Arbeitsdienste gesteckt. Da gibt es ganz viele traurige Geschichten.

Die alten Gedankenmuster stecken immer noch in den Leuten drin.

Aber es hat sich schon viel verändert. Opfer nennen sich heute nicht mehr gerne Opfer sondern Betroffene. Der Umgang mit vergewaltigten Frauen ist in der Ausbildung von Ärzten und Polizisten immerhin schon Thema. Auch wenn der Gang ins Krankenhaus und zur Polizei immer noch Spießrutenlauf ist.

Die Gesellschaft dreht es leider immer noch oft so, dass die Betroffenen die Schuldigen sind.

Das passiert oft ganz subtil. Kaum hört man, dass die Männer sich zu beherrschen haben, sondern man hört immer nur, dass die Frauen sich schützen müssen.

Wieso ist sie überhaupt mit ihm ins Wohnzimmer gegangen. Wieso hat sie nicht ihren Mann geweckt (als Frau war sie ja auch völlig mit der Abwehr des Mannes überfordert! 🙄). Er hat sie ja nur sexuell belästigt. Sie hat falsch reagiert.

Drehen wir die Sache doch mal um. Sagen wir der Typ wäre schwul gewesen und hätte den Mann belästigt. Wer hätte denn hier geschrieben, er hätte seine Frau wecken müssen? Und dass der Typ ihm dann im Wohnzimmer noch mal an die Eier gegriffen hat, ja Mensch, da hätte er sich halt wehren müssen! Da hätte nicht einer gefragt, warum er so blöd war mit ihm ins andere Zimmer zu gehen!

Wobei ich nicht sagen will, dass Männer die "besseren Opfer" sind (also im Sinne von, ihnen wir eher geglaubt). Sie kämpfen erst Recht gegen's Kleinmachen. Einem Mann passiert so was ja nicht. Im Gegenteil, es heißt sogar, einen Mann kann man nicht vergewaltigen. Der will sowieso immer...

Ich persönlich finde "unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils" (wie es ja in Amerika ist) schon einen großen Fortschritt in der Justiz. Aber trotzdem muss noch viel für den Schutz der Betroffenen getan werden und es muss noch viel Umdenken innerhalb der Gesellschaft stattfinden.


Tuesday
 
naja, die das Schreiben des Typen wenn auch in anonymisierter Form wiederzugeben sollte ja nicht sein. Es ist auch nix körperverletzendes passiert. Da hat ER recht.

ABER: Er scheint mit dieser Unschuldsnummer bis jetzt immer durchgekommen zu sein (wurde ihm in der Kindheit alles verboten oder alles erlaubt, was auf das gleiche hinausläuft) und er fordert geradezu eine unsanfte Belehrung heraus. Der böse Allohol war schuld und ich werd es nie wieder tun, aber wenn der böse Allohol wieder da ist, dann kann ich einfach nicht anders. Mag sein, dass er in dieser unchristlichen Situation zu unchristlicher Zeit wirklich ferngesteuert war, aber er scheint noch nicht begriffen zu haben, dass er als inzwischen Erwachsener auch schon bereits für die Folgen des Genusses des ersten Alloholtropfens verantwortlich ist. Wenn er DAS nicht lassen kann, dann ist er kein Mann sondern der Schuft, der heimlich den anderen die Schokolade wegfuttert.

Dann kann ja auch der Fuchs den Hühnerstall bewachen. Ich versteh den Typen nicht.
 
das Schuldeingeständnis ist super..eine gute Grundlage um die Anzeige erfolgreich durch zu ziehen. Ich gehe davon aus, dass ihr nicht weich werdet und ein Sexualdelikt einfach straffrei durchgehen lasst?
Das fände ich entsetzlich.
Dieses Sexualdelikt ist keine Kleinigkeit und wenn man sowas bagatellisiert ist das der Anfang vom Ende.


Es ist schon erstaunlich, aber meine Frau spielte wirklich mit dem Gedanken die Anzeige zurückzunehmen.... aus Angst. Aus Angst, dass er vor der Tür steht und irgend eine Dummheit macht, sie hat entsetzliche Angst.
Aber wir ziehen das jetzt durch, egal was kommt.
Auf einmal, nachdem ich der Kripo eine Kopie seines geschriebenen geschickt habe, ziehen die auch mit. Auf einmal läuft das alles viel besser und schneller. Ich frag mich, ob die meiner Frau nicht geglaubt haben, oder an was es liegt.
Die Beamtin hat mich sogar schon zweimal zurückgerufen, das hat vorher nie geklappt. Jetzt habe ich das Gefühl als würden wir zusammenarbeiten.
Heute ist er geladen, mal sehen ob er hingeht oder sich auf sein Aussageverweigerungsrecht beruft. Tut er das geht die Akte direkt zum Staatsanwalt, so die Aussage der Beamtin.
 
finde ich gut und angemessen dass sie die Anzeige nicht zurückziehen kann.
Angst hin oder her...Schisshasen haben im Leben keinen Erfolg. Es ist passiert, ein Strafdelikt wurde ihr angetan, sie muss jetzt leider da durch. Ihr Hintern (ihr alleiniges Eigentum...nicht dein Eigentum oder sonstwessen Eigentum sondern allein ihr Körper) und sonstiges wurde angegrabbelt, es ist nun ihr Job die Dinge gerade zu stellen und ne Grenze zu ziehen.
Die Anzeige sehe ich als sowas wie ne Pflicht sich selbst und der Gesellschaft gegenüber an. Chronische Grenzüberschreiter brauchen was auf die Finger, erledigt diesen Job also bitte anständig.
Generell würde ich deiner Frau mal raten an ihrem Selbstbewusstsein zu arbeiten, damit sie mal mehr Präsenz und Wut statt Angst vor der eigenen Courage zeigt.
Was soll denn schon passieren? Ist der Typ so furchteinflößend? Ist deine Frau so winzig und zart dass sie ihm nicht mal im Fall der Fälle nen Stöckelschuh in die Eier treten, ne Bratpfanne auf den Kopf hauen, die Mistforke in den Hintern rammen oder mit der Reitgerte ins Auge pieken könnte so wie es sich für eine erwachsene Frau gehören würde, die schräg angegangen und angegriffen wird?
Ich rate erneut zu ein wenig Kampfsporttraining..das kann eh nicht schaden. Hilft auch gegen kleinkindliche Ängstlichkeit, falls vorhanden, baut Selbstbewusstsein auf.

Generell gehe ich davon aus, dass der Typ Hausverbot bei euch erhält und auch Vereinsverbot etc.

Eine Möglichkeit den Typen von deiner Frau fern zu halten wäre gerichtlich ein Annäherungsverbot zu erwirken. Lasst euren Anwalt das erledigen. Verstösst der Typ dann gegen dieses Verbot kann man ihn direkt per Polizei in den Knast befördern.😀

Also Vorkehrungen treffen und dann Augen auf und durch!

Tyra
 
Für alle die es mitverfolgt haben und für mich da waren.

Am 20 August ist die Verhandlung wegen Sexuellem Mißbrauchs. Anscheinend hat es der Staatsanwalt nicht als Kavaliersdelikt gesehen.
Mal sehen was dabei herauskommt.

LG
Criollo
 
Hallo Criollo,

das ist ja nett, dass du dich nochmal meldest... ich hatte gerade vor ein paar Tagen an deinen Thread gedacht und mich gefragt, wie sich die Sache wohl entwickelt hat. Hmmm... bisher ja anscheinend so, wie ich es auch vermutet hatte.

Dann berichte doch auch bitte, wie das Urteil ausfällt, ok? Würde mich wirklich interessieren.

Viele Grüße

Winnetou

Viele von euch haben mich damals unterstützt, da ist es für mich selbstverständlich, dass ich euch auf dem Laufenden halte.

Der Termin wurde vorverlegt auf den 11 August.

Wenn es vorbei ist schreibe ich euch natürlich auch wie es ausgegangen ist.

Im übrigen bin ich eh fast täglich hier auf der Seite.

LG
Criollo
 
Sorry, dass ich mich jetzt erst melde. Im Moment habe ich echt viel zu tun.

Die Verhandlung ist gelaufen.
Er bekam 1 Jahr und 7 Monate auf Bewährung plus Geldstrafe plus 2 Jahre Führerscheinsperre.

Ich hoffe er überlegt sich, ob er sowas nochmal macht.

LG
 

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