Natürlich gibt es in dieser Partnerschaft auch emotionale oder andere Unstimmigkeiten.
Diese würden aber längst nicht so stark durchschlagen oder sich wieder beheben lassen, wenn das Sexleben nicht so mangelhaft wäre. Das setzt nämlich beim Mann eine emotionale Spirale nach unten in Gang. Klar kann man dann hinterher sagen, der Mann sei lieblos, kümmere sich nicht usw, doch ist dies eben auch zum großen Teil eine Folge des mangelnden Sexlebens und der ständigen Zurückweisungen, die kein Mann auf Dauer wegsteckt und auch noch jubelt und seine Frau mit Zärtlichkeiten überschüttet.
Das ist übrigens auch ein Grund, warum zu Beginn einer Beziehung die Sache meist besser läuft. Der Sex ist da ja meist für beide befriedigend, und gerade der Mann steckt, wenn das Sexleben gut läuft, auch viele "Mängel" seiner Partnerin einfach so weg und kann auch über eigentlich grundlegende Mängel locker hinwegsehen.
Das setzt beim Mann eine emotionale Sprirale nach unten in Gang. Ja, das stimmt. Doch auch beim Partner setzt sich diese Spirale oft in Gang. Und genau das ist das Problem. Es ist eine kindliche Verhaltensweise, Verletzungen, Mangel an Zuwendung, zuwenig Sex und so weiter mit emotionaler Abwendung und Beleidigtsein, mit Rückzug zu beantworten. Viele Partnerschaften laufen auf dieser Schiene, wenn du mich schlecht behandelst, dann kann ich auch nicht so lieb sein. Die Partnerschaft wird "ärmer" und zurückhaltender, bis hin zur inneren Emigration.
Wenn du schreibst, man kann das bei einem guten Sexleben wegstecken, über grundlegende Mängel hinwegsehen, dann ist das eine Gewöhnung an so eine verarmte Beziehung. Man hat sich schon daran gewöhnt, vieles aufgegeben und die Partnerschaft ist zu einem Kuhhandel geworden. "Wenn es jetzt aber auch keinen Sex mehr gibt, dann reichts mir aber wirklich."
Das bedeutet doch in Wirklichkeit, dass man eine miese Partnerschaft mitmacht und aushält, weil man ja immer noch ein gutes Sexleben hat. Wenn das dann auch nicht mehr funktioniert, dann macht man dicke Backen und schreibt Threads voll. Doch es ist nur die Spitze eines Eisbergs, das Ende eines Weges, den man selber immer mitgegangen ist. Warum ist das so? Weil man die Partnerschaft letztlich auf guten Sex reduziert hat und von den anderen Dingen einer Partnerschaft keine Ahnung hat oder darüber nicht mehr viel wissen will.
Über Mängel beim Partner oder Mängel in der Partnerschaft hinweg zusehen, wegen eines guten Sexlebens...... Wer so denkt, hat sich ja schon selber sein Grab und das der Partnerschaft geschaufelt und legt sich schon freiwillig in den Sarg, ist ein auf Sex reduziertes, einseitiges und verarmtes Wesen - kein Mensch mehr.
Rotfuchs