Also…Hallo erstmal! Mit deinem Alter bist du aus meiner Sicht eine junge Frau! Soll da heißen…Betrachtung ist vom Standpunkt abhängig!
Wenn ich deine Zeilen so lese, finde ich auch in Teilen meine Biografie wieder. ZB was Schule angeht!
Einen Rat…kann dir kaum wer geben…dafür ist Empfinden zu subjektiv und Menschen sind - auch bei vielleicht ähnlichen Biografien - zu individuell!
Du liest dich Emotional grade sehr festgefahren. Die berühmte Sackgasse…aus meiner Sicht im Leben eines fast jeden Menschen vorkommend und nichts Ungewöhnliches!
Wenn man ein gefühltes Sammelsurium an Mißbefindlichkeit ist (das meine ich nicht wertend)…dann strahlt man das aus und man lebt es auch irgendwann. Man geht schon mit dieser Negativhaltung an neue Dinge heran und kann dann sagen…ich wusste es doch, ist ja immer so - BEI MIR!
Ich habe für mich folgende Dinge lernen müssen:
1) wenn ich mich selber „nicht komplett“ fühlte…war es verkehrt eine Lösung dafür in anderen Menschen zu suchen! Das funktioniert einfach nicht…
2) wenn es mir alleine gut geht…ich also niemanden „brauche“…bin ich offen für zwischenmenschliche Interaktionen!
3) Sex ist körperlich…(nach C.Bukowski) F***** ist F*****! Sorry…das Zitat lautet halt so! Ich habe oft in der zweiten Hälfte meiner Zwanziger guten Sex mit „mehr“ verwechselt! Darauf hin war ich meist enttäuscht …vom Gegenüber und dann auch noch von Sexualität generell!
Ich bin nun Mitte 40…meine negative Schulbiografie belächel ich heute nur noch! Ich weis heute warum sie so war und habe damit fertig! Die schlimmen Jahre - in denen ich mich ähnlich wie du gefühlt habe - sind auch vorbei und ich verstehe heute zu 95% warum diese Zeit so war! Ich habe gelernt das tiefes zwischenmenschliches Empfinden nicht zwingend Sexualität und Partnerschaft sein muss! Ich musste in den letzten 5 Jahren aber auch erlernen…das eine erfüllte emotionale Partnerschaft ggf auch ohne Sexualität auskommen muss/kann!
Warum schreibe ich das so? Nun…zum Einen stellt das Leben sich immer wieder vor Neue Schwierig, Hindernisse und Herausforderungen…zum Anderen hatte ich also gut 10 Jahre (30 bis 40) in denen die Vergangenheit hinter mir lag…was aber nicht bedeuten sollte, das in der Zukunft nicht wieder dunkle Wolken aufziehen können! (40 bis heute)
Ich nehme das heute aber nicht mehr so schwer! Ich habe irgendwann angefangen meine Haltung zu mir selber zu hinterfragen, zu überdenken und zu verändern! Das mag nicht für jeden das passende Rezept sein…aber es ist möglich damit aus sich selber heraus dir Lebensqualität deutlich zu verbessern!
Man hat nicht alles im Leben selber in der Hand! Gutes lässt sich nicht erzwingen, egal wie sehr man sich danach sehnen mag…
Nicht alles Schlechte lässt sich abwenden, egal wie sehr man sich darum bemüht…
Daraus resultiert…das man manche Zustände im Leben akzeptieren lernen muss/sollte , ohne eine Bewertung dort hinein zu legen! Nicht im Positiven und nicht im Negativen. Dann kann man aufhören Gründe für diese Dinge zwingend bei sich selber finden zu wollen…vor allem bei allem…was nicht rund läuft!
Auch deine Schilderung zum Job…ich habe selber eine sehr bewegte berufliche Geschichte und zu 90% lag jegliches Scheitern nicht bei mir (Insolvenzen zB und ein körperlich gesundheitlicher Einbruch, der einen Neustart unumgänglich machte)…natürlich möchte ein jeder einen erfüllenden Job, tolle Kollegen, Wertschätzung und ein gutes Gehalt! Bei den wenigsten Menschen ist das Aber vollumfänglich so. Wenn es privat halt ebenfalls hakt…fällt das direkt mehr ins Gewicht! Ich bin nun seit 12 Jahren Angestellter im öffentlichen Dienst, in einem städtischen Beteiligungsunternehmen…da lechzen in diesen oft wackeligen Zeiten viele Menschen nach! Manchmal bin ich es aber einfach nur satt! Das was ich eigentlich machen möchte - kann ich nicht mehr…das was ich mache…möchte ich manchmal nicht mehr! Aber was ist der kleinste Nenner aller Jobs, die man haben kann? Ein pünktlicher Gehaltseingang! Ansparen einer Rente…
Ich vermute, das auch in deinem Leben reichlich versteckte Kleinigkeiten zu finden sind, im Jetzt und Hier…die du eventuell gar nicht wahrnehmen kannst! Ja…das Leben kann sich bescheiden anfühlen und es hilft meist nicht, sich nur daran zu orientieren, das es auch noch schlechter geht! Was kann man tun?
Das Erste hast du schon getan! Du hast dir diese Plattform gesucht…und dich im Schutz der Anonymität geöffnet! Sehr gut!
Dir gefällt dein Leben zur Zeit nicht, du hast es bemerkt und bist auf einem guten Weg, eine Änderung in Angriff zu nehmen! Aus dir selber heraus…das ist doch ein toller Anfang!
Das Leben ist schön…auch wenn es oft voll von Mist zu sein scheint. Man muss das Schöne erkennen…
Pack dir mal zB Erbsen in deine Hosentasche. Ein paar Stück…jeden Tag wenn du etwas Schönes siehst, nimm eine davon und tu sie in die andere Hosentasche. Egal was es ist…irgendwelche Tiere draußen, wärmende Sonnenstrahlen…das Lachen über einen Witz, oder einen Scherz! Ein schöner Abend mit deinen Eltern…
Führe Tagebuch über Befindlichkeiten…was man aufschreibt, muss man nicht im Kopf behalten ! Eventuell findest du nach einer Weile Muster, Trigger, oder auch Dinge…sie dir selber unnötig vorkommen…
Ich wünsche dir Kraft und Mut und Zuversicht!