Vielen Dank nochmal für eure eindringlichen Worte. Vor allem die Geschichte vom grauen Bärens Hausarzt zeigt mir, dass ich schon gesehen habe, wohin der Weg geht.
Auch die Leere Zukunft (spätestens jetzt, wisst ihr, dass ich nicht weiß, wie man hier jemanden markiert) hat auch ne Lösung gezeigt.
Und schließlich hat Alicia den Auslöser gefunden.
Ich glaube ich bin euch doch, das Warum und Weshalb schuldig. Der graue Bär hat vollkommen Recht, das ich mich nicht hinter dem Gefühl verstecken kann.
Ich muss mit diesen Gefühlen umgehen können und nicht die Gefühle mit mir.
Alles was ihr alle hier zusammen getragen habt, das ist mir nicht fremd.
2 Jahre sind lang und können ein Prozess werden. Es ist schade, egal wie man es dreht und wendet, ich werde in dieser Geschichte immer der Idiot sein.
(Ich dachte eigentlich immer von mir, das ich ein gutes Herz hätte).
Ja es stimmt, ich bin in einer Beziehung, in der ich langsam aufgebe oder mich aufgeben muss, damit es besser wird.
Und dies abzuwägen, ist nicht einfach.
Von unseren 11 Jahren würde ich 8 bis 9 Jahre als ziemlich glücklich bis oberhammergeil betrachten.
Sie arbeitete als Friseurin in nem Saloon auf Teilzeit, nachdem ihr (unser Sohn) alt genug war.
Er war vier, wie ich dazu kam.
Ich ging Vollzeit.
Wir wollten es nach unseren vorherigen Katastrophen langsam angehen, was aber nicht klappte.
Sie zog in ein 2 Parteienhaus und schon ein Jahr später wurde die 2. Wohnung frei, die ich dann mietete. So haben wir nun das Ganze Haus für uns. Garten und Hof ließ mein Hobby einziehen und meine Haustiere freuten sich nach zig Jahren Wohnung endlich auf Ausgang.
Von da ab bauten wir uns kontinuierlich unser Leben auf. Ein richtig schönes Leben.
Wie hatten alles, was uns glücklich macht.
Ich weiß nur nicht was und wieviel ich hierzu schreiben soll, was relevant für unsere Geschichte ist, denn ihr werdet immer urteilen über mich.
Über die Jahre hatten wir in all unseren Angelegenheiten unsere Abmachungen getroffen. Damals war es auch nie ein Problem einen Kompromiss zu schaffen, damit wir uns einig werden.
Es war trotzdem noch perfekt für jeden.
Ich will darauf hinaus, dass Kompromisse gut und wichtig sind für Beziehungen, aber man gibt immer einen Teil her, um etwas anderes dafür zu bekommen. Die Frage ist doch, wie weit man dabei gehen kann, ohne sich selbst zu verlieren?
Jedenfalls war alles super bis 2021 mein Vater nach langer Zeit in Demenz verstorben ist.
In diesem Jahr war sogar ein zweiter Urlaub drin, da wir die Coronakrise, warum auch immer, sehr gut überstanden haben. Also gesundheitlich und auch finanziell.
In diesem Urlaub stürzte sie über eine Sandburg. Bluterguss am Fuß.
Zuhause angekommen musste sie ins Krankenhaus weil sich das alles entzündete. Das war hart für sie.
Nach einigen Stellenwechseln als Friseurin (sie arbeitete in einem türkischen Saloon und da gibt's mehrere in unserer Stadt und da jeder jeden kennt) war sie nun bei ihrer alten Chefin in einem brandneuen Geschäft angestellt.
Das neue Geschäft lief gebeutelt durch Corona schlecht und sie wurde gekündigt, weil sie eben durch den Sturz 2 Wochen ausfiel.
Das war ihr nächster Dämpfer.
Ich glaube irgendwas zerbrach da in ihr.
Mein Vater hinterließ mir ein vermietetes Haus mit meiner Stiefmutter mit Wohnrecht drin.
Also war es akut, sich damit auseinander zu setzen, damit es weiter läuft.
Ich war noch nie Vermieter in meinem Leben. Da musste ich ganz schnell rein kommen. Und vor allem den Pfusch meiner Eltern in Mieten und Verträge ausbügeln. Jedenfalls neues Gebiet. Hat mich sehr gefordert, ja fast überfordert.
Zeitgleich ging es ihr immer schlechter.
Sie war schon immer gut mehr in ihrer Statur. Stört mich nicht, solange es ihr damit gut geht.
Aber kurz vor unserem Zusammenkommen hatte sie ihren Hautkrebs besiegt und zurück blieben Wassereinlagerungen in den Beinen, Lipödeme und erhöhte Thrombosegefahr. Nicht das Beste wenn man nen Bluterguss hatte.
Sie bekam immer schlechter Luft. War häufig erschöpft und hatte durch die Aktion ihrer Chefin einen Hass auf die Welt.
Auch das sie starke Schilddrüsentabletten seit jeher nehmen muss und deren darin enthaltenen Hormone, machten ihre Laune nicht besser, wenn eh schon alles scheiße ist.
Das war dieser Wendepunkt unserer Geschichte.
Ich war immer mehr damit beschäftigt dieses Haus weiter führen. Das Problem war, dass mein Vater Geld hatte und es ihm egal war ob er drauf zahlt oder nicht.
Aber wir hatten nie viel Geld über. Alles was wir so zusätzlich als Luxus hatten mussten wir am Wochenende erarbeiten. Sie (psssst) schwarz als Friseurin und ich in meinem Job.
Und was man nicht alles für Zahlungen hat, wenn ein Haus den Besitzer wechselt. (Ja liebes Finanzamt, hier im Forum unter Sexualität, schreibe ich von meiner einseitigen sexuellen Beziehung zu euch) 😄
Ich wollte einfach unser bisheriges Leben nicht durch Fehlwirtschaft gefährden und musste mich drum kümmern.
Ich hätte diese Zeit gerne mit Trauern verbracht.
Jedenfalls fetzten wir uns immer wieder, weil ich überfordert war. Sie machte mir Vorwürfe, dass ich ihren gesundheitlichen Zustand nicht genügend ernst nehmen würde.
Gut, vielleicht hab ich erst nicht gleich bemerkt, dass ihr damaliger Zustand sich vom Normalzustand abhebt.
Sie hatte ja bis dato keine ernsteren Beschwerden.
Also ich war beschäftigt, überfordert, ich kann nicht sagen ob ich es nicht bemerkt habe oder sie schon wusste, daß irgendwas mit ihr nicht stimmt.
Sie nahm ihre Krankengeschichte plötzlich sehr Ernst und es krachte zwischen uns deswegen öfters.
Ich war so mit den kack Finanzen und Verträgen beschäftigt, dass mir das wie aus den Boden geschossen vor kam.
Ich dachte sie übertreibt. Reagiert über zwecks dem Jobverlust.
Oder machte einen Ego Trip.
Denn nun hat sie für sämtliche Freunde, Bekannte oder Verwandte ihren Haarschneidedienst eingestellt.
Darunter waren viele auch von meiner Seite, darunter die Mieter und meine Stiefmutter, die natürlich fragten was los war.
Ich erklärte es ihnen. Und das nächste Mal wieder. Immer und immer wieder.
Meine Freundin vertröstete zu der Zeit immer alle und ich musste dann vermitteln, weil sie sich dann doch nicht gut genug fühlte.
Ich kann ja heute verstehen,wie das ist, wenn man etwas will und sich eingestehen muss, dass es nicht mehr klappt.
Aber ich war so sauer auf sie, weil sie mich immer und immer wieder in diese Lage brachte.
Sie schickte mich ständig vor und das machte noch mehr Ärger, als ich eh schon hatte.
Und ich glaube sie hat mir bis heute nicht verziehen, dass ich nicht ab Stunde Null für sie da war.
Von da an glaub ich hat jeder an seiner Seite gekämpft.
Ich sagte euch, das sprengt den Rahmen.
Das ist nämlich erst der Anfang einer Zeit, wo Sehnsüchte entstehen, weil einfach alles nur immer schlimmer wurde.