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Schwuler Freund

Tja ich würde mal sagen, da haben wir beide wohl aus Naivität und Unerfahrenheit falsche Schlüsse gezogen.
Ja. Ich habe einen homosexuellen Mann für einen heterosexuellen, schüchternen Absoluten Beginner gehalten. Das war mein größter Fehler. 😱 Und er hat mir erst viel zu spät offenbart, was Sache war, statt sich nach dem Entdecken meiner Verliebtheit konsequent von mir zurückzuziehen. Mit fatalen Folgen für mein weiteres Leben:

Es hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass ich heute keine eigene Familie habe. Als ich erfuhr, was mit ihm los ist, war ich 33. Habe danach auch mit heterosexuellen Männern noch Pech gehabt. Eine Partnerschaft ging nach fünf Jahren wegen einer anderen Frau in die Brüche, damals war ich 42. Ich kenne Frauen, die mehr Glück hatten, noch mit Ende 30, Anfang 40 jemanden kennen gelernt haben und dann sogar noch schwanger geworden sind und geheiratet haben. Mir war dieses Glück nicht vergönnt. Meinen jetzigen Partner habe ich erst mit 48 Jahren kennen gelernt. Es sollte wohl einfach nicht sein.

Auch das wäre noch akzeptabel (andere sind auch aus den verschiedensten Gründen ungewollt kinderlos), wenn ich nicht obendrein noch in den letzten Jahren wiederholt Sticheleien von Frauen aus der Verwandtschaft zu hören bekommen hätte, die eine Familie mit Kindern und Enkelkindern haben und sich wohl deswegen überlegen fühlen. Am schlimmsten sind in der Hinsicht ausgerechnet die, die sich schon mit 20 haben flachlegen lassen und aufgrund ihrer Schwangerschaft dann geheiratet wurden. Und die ihrem Schöpfer eigentlich täglich auf Knien danken müssten, dass das damals gutgegangen ist und sie jede erdenkliche finanzielle und praktische Hilfe von Eltern und Schwiegereltern bekommen haben. Okay, wer gegenüber kinderlosen Frauen sticheln muss, hat wahrscheinlich andere Defizite zu kompensieren... Wie z.B. die Abhängigkeit vom Ehemann sowie von der Gunst der besagten Eltern und Schwiegereltern, was den Lebensstandard betrifft. 😎

Kaum jemand nennt einen heterosexuellen Mann ständig Heterosexueller, oder?
Doch. Schwule unter sich bezeichnen Heterosexuelle oft als "Heten". Weiß ich von meinem damaligen Bekannten. Und er selber hat Sätze geprägt wie "Wir leben anders" oder auch "Natürlich sind wir Prinzessinnen".🙄 Habe ich bis heute nicht vergessen, obwohl es über 23 Jahre her ist. "Wir" (die Schwulen) und "ihr" (die Heten beiderlei Geschlechts). Es wurde immer das eigene Anderssein betont und gerade nicht, dass es mit Heterosexuellen doch viel mehr Gemeinsamkeiten (als Mensch) gibt als Unterschiede. Mir wurde dann auch immer mehr eine latente Frauenfeindlichkeit dieses Typen bewusst.

Die Tatsache, dass die Moderation das vermutlich wieder streichen wird, macht meine Schilderung nicht weniger wahr.

Zum Glück hat mir dies nach und nach gezeigt, was ich wirklich von ihm zu halten hatte. Irgendwann fragt man sich, was es einem eigentlich gibt, sich solche Bemerkungen anzuhören. Von heterosexuellen Menschen, bei denen man ständig auf blöde Bemerkungen, Angebereien und Sticheleien gefasst sein muss, habe ich mich ja auch zurückgezogen. Ebenso von Menschen, die mich haben spüren lassen, dass ich ihnen zu wenig zu bieten habe, was meine soziale Herkunft, meinen Lebensstil, meine (nicht vorhandene) Vernetzung mit angesehenen, überdurchschnittlich erfolgreichen, einflussreichen Leuten und ähnliches betrifft.

Ob mein Bekannter nur ein Ausnahmefall war - da möchte ich die Probe gar nicht aufs Exempel machen. Ich lese hier ja genügend von vergleichbaren Fällen - allerdings auch von homosexuellen Männern, die sich charakterlich offenbar besser verhalten. Ich weiß nicht so recht, was ich von alledem halten soll, möchte aber auch kein Risiko mehr eingehen. Die schwulen Männer, mit denen ich jetzt noch zu tun habe, kenne ich ausschließlich aus dem Beruf. Ich bin immer gut mit ihnen ausgekommen, finde sie sympathisch und kann nichts Nachteiliges über sie sagen. Aber sie sind auch wesentlich jünger als ich und kämen für mich als potentielle Partner ebenso wenig in Betracht wie als platonische Freunde. Beruf und Privatleben werden bei mir strikt getrennt.

Sopie, ich kann dir nur raten, schnellstmöglich einen Cut zu machen. Wenn du ein paar Jahre Zeitabstand hast, wirst du erkennen, dass das die einzig richtige Entscheidung war.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin ... immer wieder erstaunt, wie homosexuelle Menschen irgendwie immer über diesen einen Aspekt ihrer Persönlichkeit definiert werden. Ein Schwuler ist nämlich nicht hauptsächlich Schwuler, sondern in erster Linie Mensch.
Da stimme ich dir zu. Dann soll er sich allerdings auch so benehmen und nicht so wie mein damaliger Bekannter.

Heterosexuell zu sein, ist nichts Besseres. Homosexuell zu sein, allerdings auch nicht.
 
wenn man in einer beziehung ist, und sich dann fremdverliebt, sollte man sich, völlig egal, wie diese fremdverliebungsgeschichte abläuft, eher fragen, was man in der eigentlichen beziehung so falsch macht, und nicht, warum irgendein schwuler freund so und so handelt, oder so und so den kontakt abbricht.
Ich habe es eher so verstanden, dass du (damit meine ich die TE) in den Schwulen verliebt warst, bevor du deinen jetzigen Partner kennen lerntest, oder?
 
Ich habe es eher so verstanden, dass du (damit meine ich die TE) in den Schwulen verliebt warst, bevor du deinen jetzigen Partner kennen lerntest, oder?

Ja genauso ist es. Ich habe im ersten Jahr unseres Kennenlernens mit mir gekämpft, dass es so ist. Habe mich ja auch von ihm immer mehr distanziert... gleichzeitig habe ich ihn aber nicht dafür verantwortlich gemacht, weil ich ja wusste was Sache ist.

Er wiederum hat es gemerkt und anstatt mich in Ruhe zu lassen, hat er versucht mir irgendwie das zu geben... was er dachte, was ich mir wünsche. Und dann kamen eben diese Sprüche mit: „es gibt ja auch Viagra“ oder „lass es uns hinter uns bringen“ (im Urlaub) oder „ich werde wohl nie einen schwulen Freund haben, damit bin ich durch“ und noch einige mehr. Freunde meinten, dass er was von mir will.

Ach das waren alles so merkwürdig. Er wollte mich eben nicht verlieren... und ich wollte nicht, dass er etwas tut, nur weil er meint, es jetzt tun zu müssen.
So richtig offen gesprochen haben wir eigentlich nie. Vieles lief nonverbal, durch Gesten und eben solchen Sprüchen. Trotzdem weiß ich bis heute nicht, wie er das alles gemeint hat. Aber ich bin mir absolut sicher, dass er mich schon richtig gern mochte. Das war nicht gespielt.

Tja und dann gab es dann noch die Arbeitskollegin, die sich immer bei ihm meldete... und durch meinen Rückzug und durch ihre ständige Präsenz hat sich unsere „Freundschaft“ dann verändert. Ich habe fast die Befürchtung, dass sie mit ein Grund war.
Ich hätte auch ehrlich gesagt nicht gewusst wie es weiter gehen soll. Meinen Freund hat er auch nicht richtig akzeptieren können.
Ich hätte ihn gern als besten Freund behalten, aber vielleicht waren wir das nie. Vielleicht war es auch was ganz anderes. Keine Ahnung!
 
Also, wenn ein Mann bezüglich eines eventuellen Koitus`mit mir sagen würde "Naja, es gibt ja Viagra!" oder "Lass es uns hinter uns bringen!", dann würde ich aber sehr früh sehr schwer davon ausgehen, dass es...nicht passt für ihn.
Deutlicher kann man es doch wohl kaum formulieren.
 
Also, wenn ein Mann bezüglich eines eventuellen Koitus`mit mir sagen würde "Naja, es gibt ja Viagra!" oder "Lass es uns hinter uns bringen!", dann würde ich aber sehr früh sehr schwer davon ausgehen, dass es...nicht passt für ihn.
Deutlicher kann man es doch wohl kaum formulieren.

Die Frage ist doch eher, warum er das überhaupt in den Raum wirft? Ich habe das Thema nie angesprochen!
Wenn er diese Sprüche nicht gebracht hätte, wäre ich auch mit der Situation klar gekommen... aber so nur verwirrend.
 
Zuletzt bearbeitet:
Verwirrend? Er hat meiner Ansicht nach sehr klar geäußert, dass er nichts Intimes von dir will.
Deutlicher geht es doch nicht!
 
Er wiederum hat es gemerkt und anstatt mich in Ruhe zu lassen, hat er versucht mir irgendwie das zu geben... was er dachte, was ich mir wünsche. Und dann kamen eben diese Sprüche mit: „es gibt ja auch Viagra“ oder „lass es uns hinter uns bringen“ (im Urlaub) oder „ich werde wohl nie einen schwulen Freund haben, damit bin ich durch“ und noch einige mehr. Freunde meinten, dass er was von mir will.
Soso. Auf solche absurden Ideen ist ja noch nicht mal mein schwuler Bekannter gekommen. Wir wären auch niemals zusammen in Urlaub gefahren. Das hätte auch ich nicht gewollt.

Wir haben stundenlange Telefonate geführt, sind zusammen häufig essen oder auch mal spazieren oder ins Kino gegangen. Das war's dann aber auch. Ich hätte niemals irgendetwas gemacht, was zu mehr körperlicher Nähe geführt hätte. Und nachdem ich wusste, dass er schwul ist, schon gar nicht. Ich hatte seitdem auch in keiner Weise mehr das Verlangen danach; allein die Vorstellung war für mich schon völlig abtörnend.

Ich hätte ihn gern als besten Freund behalten, aber vielleicht waren wir das nie. Vielleicht war es auch was ganz anderes. Keine Ahnung!
Jemand, der dich so behandelt, kann gar nicht dein Freund sein, schon gar nicht dein bester. An dieser "Freundschaft" festzuhalten, ist der pure Masochismus. Der Typ ist hochgradig gestört, warum auch immer.

Vielleicht will/wollte er nur mal ausprobieren, ob und ggf.mit welchen Hilfsmitteln er auch bei einer Frau "einen hoch bekommt". Für solche Experimente solltest du dir zu schade sein. Das ist ja entwürdigend. Auch hättest du dich ganz klar ihm gegenüber dahin positionieren sollen, dass Sex mit einem homosexuellen Mann für dich unter keinen Umständen infrage kommt und du auch nicht auf einen Schwulen angewiesen bist, wenn du Sex mit einem Mann haben möchtest.

Dass er deinen Freund nicht akzeptiert, ist ja das Dollste. Er selber hat doch gar kein sexuelles Interesse an dir, weil er schwul ist. Oder ist er doch nicht so schwul, wie er behauptet?

Wenn dir etwas an der Beziehung zu deinem heterosexuellen Freund liegt, dann hakst du diesen Typen ein- für allemal ab! Es wäre deinem jetzigen Partner ja auch nicht zuzumuten, wenn du immer noch Kontakt zu einem heterosexuellen Expartner hättest, der immer noch unschlüssig ist, ob er nicht doch was von dir will.

Der Typ soll sich gefälligst einen schwulen Partner suchen, und wenn er den nicht findest, ist es sein Pech. Dann muss er seinen Sexualtrieb eben auf eine andere Weise ausleben, die seinen Mitmenschen nicht schadet. Andere, die keinen Partner finden, egal ob sie hetero- oder homosexuell sind, müssen sich auch damit abfinden und haben deshalb nicht das Recht, anderer Leute Partnerschaften zu zerstören. Du musst mal klare Verhältnisse schaffen. Du hast - im Gegensatz zu ihm - einen Partner (offenbar sogar einen überaus geduldigen!), vielleicht auch noch ein paar Freundinnen oder Bekannte und bist auf diesen schwulen Pseudofreund in keiner Weise angewiesen.
 
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