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Schwimmen

Als kleines Kind bin ich einmal in einem Loch eines Flusses unter Wasser hängen geblieben. Meine Mutter sah mich durch das Wasser hindurch und rettete mich gerade noch vor dem Ertrinken. Dann hatte ich Angst vor Wasser.

Dennoch habe ich den danach sofort eingeleiteten Schwimmunterricht gut überstanden: mit Abzeichen, Sprung vom 3-Meter-Brett und vor allem OHNE (Psycho-)Therapie (die unter Umständen ein anderes Trauma gesetzt haben könnte). Sondern weil ich eine gute Schwimmlehrerin hatte.
 

Hallo LoreFly,

schau mal hier: Schwimmen. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Und was genau sind nun deine Tipps, Burbacher? Es geht hier darum, einem Vater zu helfen, dessen Tochter panische, jahrelange, tiefsitzende Angst vor dem Schwimmen hat. Was rätst du ihm?
 
Und was genau sind nun deine Tipps, Burbacher? Es geht hier darum, einem Vater zu helfen, dessen Tochter panische, jahrelange, tiefsitzende Angst vor dem Schwimmen hat. Was rätst du ihm?

Verstanden habe ich schon, Duine. Nicht zuletzt, das möchte ich auch anmerken, zeigt sich da ein Versäumnis der Eltern und der Vater klagt sich letztlich selbst an. Hätte er das Mädchen mal an die Hand genommen, wäre mit ihm in ein Nichtschwimmer-Becken gestiegen, um ihm spielerisch die Angst zu nehmen, stünde er wahrscheinlich nicht vor dem Problem.
Einschlägige Kurse gibt es bereits für Kids, die gerade den Pampers entstiegen sind. Jetzt aber wird die Verantwortung auf die Schule und die Lehrer verlagert. Das ist sehr typisch. Und anstatt anderen zu ermöglichen, nachzuholen, was Eltern versäumt haben, wird ihnen dieses Bemühen auch noch erschwert.
Da weiß ein gelernter Pädagoge mal wieder, warum er froh ist, die Verantwortung nicht mehr tragen zu müssen.
Als Staatsbürger aber sehe ich diese Flucht aus der Verantwortung und die Inanspruchnahme aller möglichen Instanzen mit einem gehörigen Unmut.

Burbacher
 
Duine,

ich lese:

"Und wenn du meinen Post richtig gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass ich DAGEGEN bin, sie vom Unterricht zu befreien.
Ich halte es dazu für absolut unmöglich, dass sie mit einem Sportlehrer, der sich um 30 Kindern kümmern muss, in einer lauten, lebhaften Schwimmhalle ihre Angst vor dem Schwimmen verlieren KANN."

Von welchem Schwimmunterricht redest Du?
Zunächst geht bei einem Schwimmunterricht nie nur ein Lehrer, eine Lehrerin alleine mit den Kindern ins Schwimmbad, sondern in der Regel sind sowohl eine Lehrerin und ein Lehrer anwesend. Ich habe es über Jahre mitbekommen, dass der Schwimmunterricht abgesagt wurde, fehlte etwa ein Kollege oder eine Kollegin.

Zudem findet der Schwimmunterricht für Schulen überwiegend zu Zeiten statt, in denen das Schwimmbad für die übrigen Badegäste gesperrt ist, oder aber der Schwimmunterricht in einem besonders für diese Zwecke vorgesehenen Bereich stattfindet.

Da gibt es feste Bestimmungen und keine Kollegin, kein Kollege wird sich in Gefahr begeben, gegen solche Regeln zu verstoßen, geht es für sie doch um Kopf und Kragen.
Eine Schulleitung, die dies dulden würde, geriete in Teufels Küche, wenn etwas geschähe.

Burbacher

Also bei uns in der Schule war nur eine Lehrerin dabei, kein zweiter Lehrer. Aber wir waren auch nicht so viele im Schwimmunterricht(so um die 10 Mädchen), da Jungs und Mädchen getrennt Sportunterricht hatten.
 
Also bei uns in der Schule war nur eine Lehrerin dabei, kein zweiter Lehrer. Aber wir waren auch nicht so viele im Schwimmunterricht(so um die 10 Mädchen), da Jungs und Mädchen getrennt Sportunterricht hatten.

Auch das stimmt🙂 Ja, bei gemischten Schülergruppen (Jungen und Mädchen) sind beim Lehrpersonal beide Geschlechter vorgeschrieben, also jeweils eine Kollegin und auch ein Kollege.

Burbacher
 
Hallo Blegtor,

Ich finde es erst einmal gut das du dir da viele Gedanken drum machst. Ich finde viele hier so manche Aussagen nicht gut, erzwingen sollte man so etwas nicht. Diese Angst sollte man ernst nehmen. Aber natürlich solltest du deine Tochter nicht in Watte deshalb packen. Sowie ich raus lese ist deine Tochter schon etwas älter, so um die 16 Jahre alt? Ich finde in dem Alter sollte man erst recht nichts erzwingen.

Ich hatte selbst seit der Kindheit an Angst vorm Schwimmen, gerade vom Tauchen. Ich hab selbst als Kind beim Haare waschen meine Ohren mit einem Waschlappen zuhalten müssen, damit kein Wasser rein kommt. Ich hatte Angst dass ich nichts mehr höre. Im Schwimmbad hatte ich Angst zu ertrinken, auch der Kontrollverlust(Keinen Boden unter meinen Füßen zu haben) machte mir Angst. Noch heute kann ich nicht mal vom Becken ins Wasser springen. Mir haben viele Menschen versucht Schwimmen beizubringen, mein Bruder, Schwimmlehrerinnen etc. Dadurch das ich einfach kein Vertrauen zu Menschen hatte(aufgrund frühkindlicher Traumatisierungen) hatte mir niemand schwimmen beibringen können.

Ich hab mir Schwimmen aber selbst beigebracht, dank einer einfühlsamen und verständnisvollen Schwimmlehrerin. Sie merkte dass ich niemanden vertrauen konnte und hatte eine gute Idee. Ich bekam so Schwimmgürtel mit
mehreren herausnehmbaren Auftriebskörpern. Hier ein Link dazu:

» Schwimmen richtig lernen mit dem Schwimmgürtel

Ich hab dann mit diesem Schwimmgürtel geschwommen und hab immer wieder selbst eins raus gemacht(hatte also selbst die Kontrolle). Irgendwann hatte ich nur noch eins dieser Auftriebskörper am Gürtel dran und für mich machte dies kaum einen Unterschied. Irgendwann war keines mehr dran und ich war schon so geübt mit dem schwimmen bzw. auch so vertraut mit dem Wasser, das es mir keine Angst mehr machte. Und am Ende hab ich ganz ohne Gürtel schwimmen können. Natürlich nicht ganz so gut wie manch anderer, aber besser als nichts. Ich kann aber immer noch nicht tauchen(den Kopf unter Wasser halten geht schon eher), ich kann auch nicht ins Wasser springen, nicht einmal vorm Beckenrand. Bei mir hatte es auch viel mit Kontrolle abgeben zu tun. Wenn kein Boden unter meinen Füßen ist, das machte mir sehr Angst. Ich brauch diese Standfestigkeit. Da bei mir nie irgendetwas standhaft war.

Heute muss ich sagen, dass ich das Schwimmen wieder etwas verlernt hatte, da ich lange Zeit nicht mehr im Schwimmbad war(hat mehrere Gründe). Das letzte Mal vor paar Jahren hatte ich es versucht und hatte wieder diese selbe Angst, mit dem Kontrollverlust.

Vielleicht klappt es mit diesem Schwimmgürtel bei deiner Tochter. Falls nicht, solltet ihr schauen das sie mal zu einem Therapeuten geht(aber auch nur wenn sie das selbst will!). Druck machen ist immer der verkehrte Weg, die Angst ernst nehmen und schauen wie man ihr helfen kann, ist der richtige Weg. Je mehr Druck ihr auf eure Tochter ausübt, desto größer wird ihre Angst und Blockade. Damit erreicht ihr nur das Gegenteil. Ich würde sie erst mal vom Schwimmunterricht befreien lassen(aber auch wie hier schon jemand schrieb, sie nicht zuhause lassen). Da könnte wirklich ein Therapeut oder Psychiater die richtige Adresse sein, der kann sie vom Schwimmen befreien lassen. Aber ich denke das könnte auch ein Hausarzt tun.
 
@ Burbacher:

Hättest du den Eingangspost vernünftig gelesen, dann hättest du auch gelesen, dass das Kind bis zum dritten Lebensjahr häufiger im Schwimmbad war und die Probleme erst mit dem Schwimmuntericht in der Grundschule auftraten.

@ Blegtor:

Bei mir war das damals in der weiterführenden Schule so, dass sich ein Schamgefühl entwickelte, u.A. weil wir lediglich einen männlichen Sportlehrer hatten und weil es mir unangenehm war vor den Jungs im Badeanzug rumzuhüpfen. Hinzu kam dann auch meine Angst im Becken zu ertrinken. Heute, mit 31, habe ich die Angst und mein Schamgefühl weitestgehend überwunden. Ängstlich bin ich nur noch im Baggersee weil ich dort nicht den Boden sehen kann.
Gab es vielleicht ein Schlüsselerlebnis das ihre Angst hervorrufen könnte?

Die Idee mit dem Schwimmgürtel finde ich übrigens spitze.
 
GirlonFire,

ich lese: "Hättest du den Eingangspost vernünftig gelesen, dann hättest du auch gelesen, dass das Kind bis zum dritten Lebensjahr häufiger im Schwimmbad war und die Probleme erst mit dem Schwimmuntericht in der Grundschule auftraten."

Danke, fürs Nachhaken. Allerdings habe ich das Eingangsposting auch nicht u n vernünftig gelesen, vielleicht nicht genau genug, was mir gelegentlich passiert. Dennoch halte ich die einschlägigen Ratschläge hinsichtlich tiefschürfender therapeutischer Maßnahmen für reichlich überzogen.
Es ist gut vorstellbar, dass die junge Dame bald einen netten Freund hat, bei dem und mit dem sie dann die Angst vor dem kühlen Nass locker überwindet.

Burbacher
 

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