Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Schwierige Persönlichkeit

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
Also Autist bin ich glaub ich keiner, ist aber auch nie konkret getestet worden glaub ich. Es hieß nur einmal vor einigen Jahren, dass ich mich "am Rande zum Autismus" bewegt habe. Mehr weiß ich aber auch nicht.

Außerdem kenne ich das Krankheitsbild Autismus zu wenig, um mich selber da jetzt genau einschätzen zu können.

Ich wirke halt im Beisein von anderen Personen sehr schüchtern, befinde mich sehr oft in meiner kleinen Welt in meinem Kopf, spreche innerlich sehr häufig mit mir selbst, kateorisiere Leute, kommentiere innerlich ihr Verhalten. Sozusagen befinde ich mich in sehr enger Beziehung mit meinem Inneren Ich.

Was aber auch kein Wunder ist denke ich, wenn man den ganzen Tag niemanden zum Reden hat, und immer alleine ist. Da fängt man wahrscheinlich irgendwann mal an, mit sich selbst zu reden.

In meinem Kopf drehen sich eigentlich immer die Rädchen. Sachen, die eigentlich aus dem Bauch heraus entschieden werden, oder Dinge, bei denen man nach Gefühl geht, all das versuche ich in meinem Kopf rational zu erfassen und eine Entscheidung zu treffen.

Mir fällt es auch extrem schwer, mich zu entspannen, einfach weil sich in meinem Kopf eigentlich immer die Rädchen drehen.

Was Du schreibst, kenne ich auch von mir.
Obwohl ich versuche, vieles rational zu erfassen, bin ich aber doch eher ein emotionaler Mensch.
 
Wie anfangs schon erwähnt, wollen sich 99,9% der Leute, die sich in meinem Umfeld bewegen, nicht die Mühe machen, mich wirklich kennenlernen zu wollen.

Hallo lieber Leidensgenoße

Ich habe genau dasselbe empfunden, denn ich habe auch eine anankastische Persönlichkeit diagnostiziert erhalten. Ich wäre an einem Austausch interessiert und kenne noch weitere mit derselben Persönlichkeit (international). Gerade dieses Unverstandenwerden ist das Schlimmste. Deshalb suchte ich die Community. Im englischsprachigen Raum gibt es eine solche unter dem Begriff OCPD forum. Das ist die englischsprachige Ausdrucksweise für diese Störung bzw. die Abkürzung davon.

Lieben Gruss
Nayola
 
@alle mit einer diagnostizierten anankastischen bzw. zwanghaften Persönlichkeit: Es gibt im englischsprachigen Raum eine aktive interne Community zur anankastischen Persönlichkeit. Es sind über 300 Leute, die aber nicht alle aktiv sind. Einfach OCPD forum eingeben in die Suchmaschine (das ist die Abkürzung des englischsprachigen Begriffs, wobei unbedingt das P mit dabei sein muss), dann wird man schnell fündig. Weiter bin ich interessiert am Kontakt mit Leidensgenoßen aus dem deutschsprachigen Raum, habe auch ein paar kennengelernt oder in Foren gesichtet. Es gibt also welche. Wenn sich genug melden, können wir uns evtl. zu einer Community zusammenschließen.
 
also sorry will hier niemandem irgendeinen komischen floh ins ohr setzen aber für mich klingt das nach hochbegabt...

Solche menschen können tatsächlich über kleinstschwingungen erkennen, wie authentisch sich ein mensch benimmt, sind meist überfordert oder gelangweilt von smalltalk.
Das Min-Max Prinzip kenne ich von mir auch, war allerdings nicht im ansatz so erfolgreich wie du...

Ich kenne dich jetzt nur aus deinen beiträgen hier, aber ich habe einen Freund und meinen Freund, die ähnliche Probleme haben (beide IQ weit über 130)... hast du mal testen lassen???

Mein Tipp, schau mal bei Mensa.ev rein, das könnte dich vielleicht interessieren.
 
Hallo Leute,

ich bin männlich, 23 Jahre alt, und habe vor einigen Jahren festgestellt, dass ich eine äußerst schwierige Persönlichkeit habe, mit der die meisten Leute, denen ich so im täglichen Leben begegne, absolut gar nix anfangen können.

Ich fange mal von vorne an:

Damals, so mit 12-15 Jahren lag mein Interessenspegel, was die Schule anbelangt, bei glatten 0%. Ich hab auch wirklich nie etwas für die Schule gelernt, hatte trotzdem akzeptable Noten. Wobei mir absolut egal war, ob ich jetzt
eine 1 oder eine 5 im Zeugnis stehen hatte. Meine Mutter hat mein Dasein einige Zeit beobachtet, bevor sie mit mir
zu einem Psychiater ging. Meinen ersten Kontakt mit dem Psychiater hatte ich mit 17 Jahren. Der hat dann bei mir
eine anankastische Persönlichkeitsstörung bei mir festgestellt. Als diagnostische Kriterien nannte er mir u.a.

1) Ständige Beschäftigung mit Details, Planung, Ordnung, Regeln,...
2) ständiges streben nach Perfektionismus
3) Starrheit und Eigensinnigkeit
4) Vernachlässigung von zwischenmenschlichen Beziehungen
...

Ich fand es damals erstaunlich, dass ich all seine Punkte, die er mir damals aufgezählt, zu 100% bei mir selbst feststellen konnte. Desweiteren fanden wir heraus, dass ich eigensinnig und stur im Denken bin. Ich überlasse nur ungern anderen Leuten Aufgaben, die irgendwie, wenn auch um 5 Ecken, irgendwie mich betreffen können. Ich wirke schroff und unterkühlt, distanziert und manchmal auch arrogant wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

Von meiner Mutter weiß ich, dass ich schon sehr früh lesen konnte, und selbst kann ich mich noch erinnern, dass ich immer die Hausaufgaben von meinem 3 Jahre älteren Bruder mitgemacht habe, meine eigenen selbst aber nie angerührt habe.


Selbst fühle ich mich sehr stark von meiner Umwelt isoliert, ich habe auch keine Freunde. Was mir auch noch aufgefallen ist, dass ich andere Leute ständig in meinem Kopf kritisiere, egal um was es geht. In Sachen zwischenmenschlichen Beziehungen bin ich eine glatte 6, mir fällt es extrem schwer, normale Gespräche mit Leuten zu führen.

Mein Psychiater hat mich davor bewahrt, komplett dem Autismus zu verfallen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mir Zahlen angesehen habe, und innerhalb weniger Hunderstel die aufsummierte Quersumme im Kopf hatte. Dieser Zwang der Quersummenbildung hat sich aber mittlerweile wieder gelegt.

Ich passe einfach gar nicht in die Typenbeschreibung, die man für die Menschen in meinem Alter wählen würde. Ich habe noch nie geraucht, noch nie Alkohol getrunken, hasse Ausgehen, finde Smalltalk zum kotzen und kann mit Gesprächen, wie sie meine Altersgenossen führen, gar nichts anfangen.

Meine Interessen passen einfach gar nicht ins Bild normaler "junger Erwachsener".

Von meiner Familie habe ich mich auch jahrelang (ist z.T. jetzt noch so) unverstanden gefühlt, weshalb meine Eltern das Bild eines frechen Jungen von mir hatten. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass meine Familie bis heute noch nicht wirklich verstanden hat, wie ich wirklich ticke.

Das Gymnasium habe ich ab ca. 16 Jahren nach dem Min-Max-Prinzip abgefertigt. Aufgrund von fehlender Interesse war mein Anspruch, mit Minimalaufwand das Maximale an Noten herauszuholen. D.h. ich habe meistens
am Vortag einer Klausur von 10 Uhr abends bis 3 Uhr früh gelernt, aber es war fast nie der Fall, dass ich mal länger als 2-3 Tage für Klausuren gelernt habe. Das hat dann für ein Abi von 1,13 gereicht.

Zur aktuellen Situation:

Ich studiere jetzt Medizin und Physik. Studienmäßig läuft alles hervorragend, doch Sozialkontakte existieren so gut wie gar nicht. Ich kann nichts mit dem oberflächlichen Gerede meiner Mitstudenten anfangen, wirke (wie schon erwähnt) schroff und unterkühlt im Auftreten, manchmal wohl auch arrogant.

Der Grund, wieso ich diesen wohl ziemlich zusammenhangslosen Text hier schreibe, ist derjenige, weil ich wieder einmal alleine in meiner Wohnung sitze und mich einsam, unverstanden und auch ein Stück weit traurig fühle.

Wie anfangs schon erwähnt, wollen sich 99,9% der Leute, die sich in meinem Umfeld bewegen, nicht die Mühe machen, mich wirklich kennenlernen zu wollen.

Hmmm,..für den Anfang reicht das wohl.

Würde gerne Meinungen, Äußerungen, etc. anderer Leute hören.

Viele Grüße

hei, sind wir verwandt? http://www.hilferuf.de/forum/liebe/160982-versteht-mich-hier-jemand.html
zumindest kommt mir manches ganz bekannt vor.

lg
 
Hallo und Entschuldigung für die lange Abwesenheit. Danke für die zahlreichen Antworten. Also ich kann mich nur daran erinnern, dass mein Psychiater mal zu mir gesagt hat, dass bei mir die Gefahr besteht, in den Autismus abzudriften, aber das wurde nicht mehr weiter besprochen. Das Problem ist, dass für mich das Gespräch bei einem Psychiater sehr wichtig ist, und dass ich auch merke, dass er sich Zeit für mich nimmt. Deshalb bin ich immer zu einem Wahlarzt gegangen, und nicht zu einem Kassenarzt, da diese die Patienten im 5-Minuten-Takt durchschleusen. Nur ist das dann halt ziemlich teuer für mich geworden, und ich habe die Behandlung momentan eingestellt, nehme auch keine Medikamente mehr. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass der Psychiater Probleme mit mir hatte, bei mir wurden verschiedene Ansätze herangezogen, aber der gewünschte Therapieerfolg blieb aus. Der Psychiater hat mir auch mitgeteilt, dass es mit mir sehr schwierig ist.

Dieser Frage bzw. der Möglichkeit, in den Autismus abzudriften wurde daher auch nicht mehr weiter verfolgt. Wenn ich an Autismus denke, dann denke ich an Leute, die wie ein Taschenrechner funktionieren, oder irgendwelche geniale Musikstücke aus dem Ärmel zaubern etc., ...so einer bin ich aber definitiv nicht. Leider kenne ich aber auch nicht genau die Abgrenzung des Autismus, aber wahrscheinlich deckt der ein grösseres Gebiet als nur diese Supergenies ab. Wenn ich jetzt auf Wikipedia die Kriterien der verschiedenen Formen des Autismus lese, dann trifft aber doch einiges auf mich zu.

Z.B. heisst es da:

-Beeinträchtigung im Gebrauch nonverbaler Verhaltensweisen (Blickkontakt, Gesichtsaudruck, Gestik, Mimik)

Da muss ich ehrlich sagen, dass das absolut auf mich zutrifft. Meine Gestik, Mimik, etc. ist extrem starr. Ich kann zum Beispiel das Gefühl der Freude zwar innerlich spüren, aber nach aussen hin kriegt das kein anderer mit, einfach weil mein Gesichtsausdruck, meine Gestik und Mimik so starr bleibt. Ich bin extrem schüchtern und kann fremden Leuten wirklich nur schwer in die Augen schauen. Da habe ich mal ein gutes Beispiel im Fernsehen gehört. Erzählt man mir z.B., dass ich heute noch eine Packung Milch aus dem Supermarkt holen muss, dann antworte ich mit einem kühlen OK, und mit genau so einem kühlen OK würde ich auch antworten, wenn mir jemand sagen würde, dass mein 15 Jahre alter Hund gestorben ist. Mein nonverbales Verhalten wäre in beiden Fällen wohl fast identisch, gefühlsmässig spielt sich in meinem Inneren aber natürlich ganz Verschiedenes ab.

-Unfähigkeit, entwicklungsmässige Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen

Das habe ich ja schon erwähnt, dass ich damit meine Probleme habe.

Dann stehen da noch ein paar Punkte, mit denen ich mich identifizieren kann, aber auch solche, die gar nicht auf mich zutreffen.

Z.B. konnte ich relativ früh sehr gut sprechen und konnte auch schon im Kindergarten lesen und z.T. auch wirklich schreiben. Womit ich allerdings wieder Schwierigkeiten habe, ist ein Gespräch zu starten oder fortzuführen. Bei mir ist es meistens so, dass andere den Anfang machen müssen, damit ich etwas dazu beitragen kann. Während eines Gespräches drehen sich in meinem Kopf dann die Rädchen und ich versuche immer, alle Eventualitäten abzuchecken, und überlege immer sehr lange, wenn ich was sagen will. Häufig ist es auch so, dass ich auf banale Fragen, z.B. Wie es mir geht, oder was mir gerade durch den Kopf geht, keine Antworten geben kann, weil ich es einfach nicht genau weiss, wie es mir gerade geht, oder was mir durch den Kopf geht.

Wenn ich jetzt beim Asperger-Syndrom weiterlese, dann sehe ich auch wieder einige Punkte, die wirklich absolut auf mich zutreffen.

Zum Teil sind es ja genau die gleichen Punkte wie oben schon beschrieben, bei einem Beispiel musste ich grinsen. Da wird geschrieben, dass unter Asperger leidende Personen auf Fragen anderer häufig mit Schweigen reagieren, und das dann von anderen Personen als Unhöflichkeit aufgefasst wird. Trifft absolut zu.

Im weiteren Text trifft dann wieder sehr vieles auf mich zu. Z.B. der geringe Blickkontakt, der Körperkontakt mit anderen Menschen (bin da sehr kleinlich, und wasche mir häufig die Hände), unsicher im Gespräch mit anderen, besonders bei Smalltalk (trifft auch voll und ganz auf mich zu), und in der Schule und auch jetzt im Studium bin ich auch lieber alleine, als mich mit anderen zusammenzuschliessen. Fachlich bzw. mit den studientechnischen Anforderungen habe ich keine Probleme, wohl aber mit dem Kontakt mit Leuten, mit Kunden und auch das Telefonieren bereitet mir grosse Schwierigkeiten. Also das trifft alles sehr stark auf mich zu, was allerdings nicht zutrifft, ist das fehlende Einfühlvermögen in andere Menschen, das kann ich eigentlich. Was wieder zutrifft ist das gesteigerte Mitgefühl gegenüber bestimmten Personen. Und was auch wieder voll zutrifft ist die Schwerfälligkeit, Gefühle zu benennen und auszudrücken, wodurch andere Personen dies dann als mangelnde persönliche Interesse misssdeuten.

Das trifft zwar alles auf mich zu, nur weiss ich nicht, ob das alleine reicht, um mir eine Diagnose zuzuschreiben. Ich dachte immer, für den Autismus oder dem Asperger-Syndrom braucht es immer auch einen genialen Aspekt. Einen richtigen Intelligenztest habe ich noch nie gemacht, wohl aber wurde mir häufig von Leuten, die mich kennen und auch Aerzten gesagt, dass ich sehr intelligent sei, aber ich bin jetzt keiner, der mal eben schnell riesige Multiplikationen im Kopf durchrechnet, oder sich zum ersten Mal vor ein Klavier setzt, und dann gleich irgendwas eigenes komponiert. Ich weiss jetzt aber auch nicht, ob es für die Diagnose Asperger-Syndrom wirklich eine derartige Begabung braucht.

Es gibt schon einige (spezielle) Dinge, in denen ich wirklich bewandert und begabt bin.

Bei normalen, ganz banalen Dingen aber bin ich mir dann wieder sehr unsicher, und ich weiss häufig nicht, wie oder was ich machen soll. Das wirkt dann auch häufig unfreundlich und arrogant.

Es gibt noch einiges, was ich über mich berichten kann, aber ich glaube für jetzt reicht das erstmal und ich hoffe, dass dieser Post nicht untergeht, weil ich erst so spät darauf antworte.

Viele Grüsse
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe jetzt gerade gesehen, dass es auch noch eine vierte Seite gibt.

Also einen klassischen IQ - Test habe ich noch nie gemacht. Das liegt wahrscheinlich daran, weil meine Eltern mich in meiner Kindheit - und auch heute noch - nie wirklich verstanden haben, und mich jetzt auch noch nicht verstehen. Ich war immer derjenige, der anders ist, und damit musst ich mich dann zufrieden geben. Häufig meinte meine Mutter dann auch, dass sie gar nicht weiss, ob ich ihr Sohn bin, eben weil ich so anders bin. Aber wirklich Gedanken gemacht hat sich keiner, sodass ich weitestgehend damit alleingelassen wurde, und deshalb auch nicht die entsprechenden Ma'nahmen durchgeführt wurden.

Nur eben, dass viele gesagt haben, ich sei sehr intelligent. Und im Studium habe ich auch keine Probleme, auch mit der Doppelbelastung Medizin und Physik nicht. Ich dachte immer, ich müsste eine hoch-wissenschaftliche Karriere anstreben, mit zwei Doktortitel und hohem Ansehen. Aber mittlerweile weiss ich gar nicht mehr, ob ich das überhaupt will. Vielleicht will ich auch einfach nur als normaler Arzt im Krankenhaus arbeiten, und einfach nur glücklich sein.

Doch wann bin ich glücklich?
 
hmm...

also bei meinem freund hat man auch mal ein asperger diagnostiziert...
das äußert sich halt irgendwie auch immer anders, asperger ist nicht gleich asperger und hochbegabung ist nicht gleich hochbegabung.

Was du über dieses arrogant wirken sagst kenne ich von mir auch, ich bin ganz oft in ganz banalen alltagssituationen von meinem gegenüber so überfordert, dass ich dicht mache und kalt werde, was meist als arroganz fehlinterpretiert wird. Eben dadurch, dass das gehirn tausend mögliche interpreatationen anbietete und ich mich verliere und verhasple und dann lieber ne standartantwort gebe oder ein "aha"... damit eckt man schnell an.

Es gibt ein ganz tolles buch von Andrea Berg: hochbegabt und hochsensibel... wenn du magst, lies das mal... mir hats sehr geholfen.

einen autismus kann ich jetzt in deinem schreiben nicht erkennen, du bist zwar sehr sachlich, aber trotzdem klar... aber ich kenne dich nun auch als mensch nicht.

übrigens vorsicht bei diagnosen aus dem internet, ich hab das auch mal gemacht und mein therapeut hat jetzt relativ viel arbeit das aufzulösen. außerdem kann es passieren, dass du dann symptome "entwickelst".

Na ja... würde irgendwie gerne mehr sagen, aber weiß grad nicht so genau wie...

Alles Gute auf jeden Fall...

NoNameee
 
eine sache noch... es gibt eine Inselbegabung bei vielen Aspergern und Autisten, muss aber nicht... ebenso gibt es eine breitband-begabung...

Also... ich weiß, das ist jetzt nicht unbedingt beruhigend aber du musst nicht genial sein für einen asperger...

Vielleicht bist dus ja auch, weißt nur noch nicht auf welchem gebiet, aber doppelbelastung medizin und physik klingt schon ganz schön heftig. 🙂

so...
 
Eben dadurch, dass das gehirn tausend mögliche interpreatationen anbietete und ich mich verliere und verhasple und dann lieber ne standartantwort gebe oder ein "aha"... damit eckt man schnell an.


Genau das ist bei mir auch der Fall. Da stecke ich derart viel Energie in den Denkprozess unwichtiger und banaler Dinge, dass ich mich meistens in Gedanken verliere und stark abwesend wirke. Beim Autofahren ist das auch sehr schlimm. Ich fahre z.B. auf eine Kreuzung zu, sehe ein "Vorrang geben" - Schild bei der kreuzenden Strasse, betrachte die Umgebung und die Situation und schon geht es los in meinem Kopf. Was wäre wenn... ..., da stelle ich mir dann unglaublich viele Szenarien vor, die eintreten könnten, und wie ich darauf reagieren würde. Gerade beim Autofahren ist das gefährlich, weil ich dadurch nicht wirklich auf den Strassenverkehr konzentriert bin.

Oder auch zuhause, wenn jemand in einen anderen Raum geht, und plötzlich höre ich ein Geräusch, welches die andere Person im anderen Raum verursacht hat, dann fange ich auch an zu denken, was macht der da gerade, was hat er vor, was könnte dieses Geräusch verursacht haben, und und und.

Dabei konzentriere ich mich auch immer sehr stark auf das Visuelle, erstelle Bilder in meinem Kopf und achte dabei immer sehr stark auf die Details.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich Informationen aus der Umwelt regelrecht aufsauge und dabei wirklich Kleinigkeiten und Details mitbekomme, die den meisten anderen Menschen gar nicht auffallen.

Dadurch passiert es mir sehr häufig, dass ich vorrausschauend handeln kann, und vorrausschauend die Gedankengänge anderer Menschen konstruieren kann, eben weil mir diese Fülle an Informationen zur Verfügung stehen. Sehr häufig brauchen Personen nur einen Satzanfang zu sagen, und ich weiss schon genau, was sie mir sagen oder was sie tun wollen.

Aus diesem Grund kommt es auch häufig vor, dass mir Personen etwas erzählen, was ich auch schon längst realisiert habe, und ich dann oft mit "Ich weiss", oder "Genau das habe ich mir vorhin auch schon gedacht" antworte. Dabei wurde mir auch schon mehrmals unterstellt, dass das arrogant klingt.

Darum tue ich mir auch so schwer bei der Frage, was ich mir gerade denke, oder was in meinem Kopf vorgeht. Das ist nichts konkretes, das kann ich nicht genau benennen. Das ist einfach die komplette Bandbreite an Informationen, die auf mich reinfällt, und ich ständig alle Möglichkeiten und Eventualitäten abarbeite.
:
Es wäre wohl so, dass ich auf die Frage, was ich gerade denke, je nach Situation z.B. so antworten würde (bezogen auf das Beispiel mit der Kreuzung):

Ich habe mir gerade vorgestellt, was wäre, wenn jetzt ein Autofahrer diese Strecke schon 10 Jahre lang fahren würde, und gar nicht mehr auf dieses "Vorrang geben" Schild auf der kreuzenden Strasse achten würde, weil er ja weiss, das es da ist, und dieses "Vorrang geben" Schild plötzlich vom Verkehrsamt weggenommen wird, und auf seiner Strasse aufgestellt wird, sodass er jetzt eben Vorrang geben müsste. Aber aufgrund dessen, dass er die Strecke eben schon seit 10 Jahren fährt, und dieses Schild immer da stand, wo es eben stand, und somit eigentlich er Vorrang hat, und er jetzt einfach so in die Kreuzung reinfährt, ohne auf die anderen Autos zu achten. Jedoch aufgrund der neuen Situation kommt jetzt ein anderes Auto auch in die Kreuzung geschossen, welches nun eigentlich Vorrang hätte, und die Beiden krachen zusammen. Was würde ich dann tun? Wem würde ich zuerst helfen? Wo würde ich mein Auto abstellen? Wo wäre mein Handy, sodass ich gleich während ich auf die Unfallstelle zulaufe, die Rettung anrufen kann.

Die meisten würden mich dann wohl blöd anschauen, und fragen, ob ich denn komplett bescheuert bin.

Und diese Denkprozesse ziehen sich bei mir dann durch den ganzen Tag, wenn ich halt nicht gerade voll aufs Lernen konzentriert bin. Wobei es da auch manchmal vorkommt, dass ich mich in Gedanken verliere und alle Möglichkeiten versuche durchzuarbeiten, eben weil ich auch dieses anankastische an mir habe, und ich ständig nach Perfektion strebe, und somit auf alle möglichen Fälle und Situationen vorbereitet sein will.

Natürlich tue ich mir dann beim Einschlafen auch immer sehr schwer. Ich habe immer einen Laptop an meinem Bett stehen und schaue mir jeden Tag die gleichen Serien an. Ich kenne meine Lieblingsserien mittlerweile in- und auswendig, und trotzdem schaue ich sie mir jeden Tag immer wieder beim Schlafengehen an, weil ich das einfach brauche, dieses Vertraute, um mein Gehirn grösstenteils abschalten zu können.


Danke für den Buchtipp, werde ich mir mal anschauen.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
A Gefühle nicht Zulassen, schwierige Phase Ich 16
Marvin96 Schwierige Phasen im Leben Ich 9
G Meine Persönlichkeit ist ein totaler Widerspruch Ich 15

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben