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Gefühle nicht Zulassen, schwierige Phase

Akina

Neues Mitglied
Hallo Zusammen,
Es ist eine riesen Überwindung für mich, mich hier vor euch zu öffnen und einfach mal zu schreiben was los ist.
Es fällt mir unheimlich schwer hier die richtigen Worte zu finden.. oder ob ich in diesem Teil des Forums richtig bin..

Ich fange aber einfach mal damit an, dass ich aufgrund start zerütteter Familienverhältnissen sowie körperlicher- und seelischer Gewalt Probleme habe und in einer Depression mit PTBS stecke.

Meine Eltern sind seit ich mich zurück erinnern kann, nur noch auf dem Papier verheiratet und durch ständige Affären meines Vater, Beleidigungen, Streit und einer absoluten Gleichgültigkeit von meiner Mutter bin ich absolut ängstlich was Beziehungen angeht. Ich schaffe es irgendwie nicht Bindungen einzugehen, eine Beziehung zu haben oder allgemein Gefühle zuzulassen.

Durch die vielen Jahre in denen ich daheim gewohnt habe und gehört habe wie da der Umgang zwischen meinen eltern war, stelle ich mir häufig die Frage.. "warum eine beziehung eingehen? warum irgendwelche Gefühle zulassen? du wirst am ende eh nur leiden oder das alles gegen die Wand fahren.. da kannst du auch alleine bleiben".


Meine beiden älteren Schwester haben das irgendwie verdrängt bzw. nicht so stark mitbekommen, weil es von Jahr zu Jahr schlimmer wurde. Aber ich habe das immer wieder im kopf wie sich meine Eltern anschreien und beleidigen. Wenn ich mich mal jemandem anvertraut habe, bekam ich nur den "Tipp", ich müsste mich einfach nur "drauf einlassen" die Gefühle zulassen. Aber hier ist das problem. Ich schaffe es nicht. Ich habe das gefühl mein Umfeld verlangt von mir, dass ich sowas abschalte und einfach "funktioniere" und anfange eine beziehung zu führe.

Ich habe derzeit auch einen Freund aber irgendwie fällt es mir schwer, das gefühl zu genießen und glücklich zu sein oder auch ihm gegenüber gefühle zu zeigen. Von körperlicher nähe ganz zu schweigen.. da ist irgendwie immer etwas in meinem kopf, dass mich total blockiert.

Ich fühle die meiste Zeit in meinem Leben einfach garnichts. Ich kann das langsam nicht mehr, ich bin völlig verzweifelt.

Ich bin auch in einer Therapie. Aber da fällt es mir schwer, meine Gedanken und meine Gefühle zuzulassen.

Hat jemand von euch auch schon so etwas hinter sich oder steckt mitten drin in so einer Phase?

Kann mir jemand irgendwie einen Rat geben oder hat eine Idee, wie ich mein Leben besser auf die Reihe kriege?

Dankeschön, dass ihr bis hierhin gelesen habt❤️
 
Ich glaube, du erwartest gerade viel zu viel von dir selbst. Nach dem, was du über deine Kindheit und deine Eltern schreibst, finde ich es überhaupt nicht verwunderlich, dass Nähe und Beziehungen bei dir mit Angst und Rückzug verbunden sind.
Du hast offenbar gelernt, dass Nähe nicht unbedingt Sicherheit bedeutet, sondern auch Verletzung, Streit und Enttäuschung. Dass dein Kopf jetzt bei Nähe die Bremse zieht, ist deshalb nicht einfach ein Zeichen dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt.
Und du musst Gefühle auch nicht auf Knopfdruck zulassen.
Du bist bereits in Therapie, hast du dieses Thema dort schon einmal angesprochen, auch dass du Schwierigkeiten hast, deine Gefühle überhaupt zuzulassen?
Das ist doch gerade etwas, woran ihr gemeinsam arbeiten könnt.
Vielleicht geht es momentan weniger darum, unbedingt eine perfekte Beziehung führen zu müssen, sondern zunächst einmal darum, dich selbst besser zu verstehen und langsam zu lernen, dass Nähe auch sicher sein kann.
Du bist nicht kaputt und musst auch nicht einfach funktionieren.
Gib dir die Zeit, die du brauchst.
 
Wenn du deine Gefühle nicht spürst, nicht zulässt, dann bleiben sie im Köper stecken. Du hast dann körperlich irgendwo Schwierigkeiten und da musst du etwas tun.
 
Ich bin auch in einer Therapie. Aber da fällt es mir schwer, meine Gedanken und meine Gefühle zuzulassen.
Vielleicht hast du zusätzlich zur Psychotherapie die Möglichkeit Musiktherapie, Tanztherapie, therapeutisches Malen o. ä. auszuprobieren. Leider werden solche Therapien eher in Kliniken (stationär) angeboten.

Bei mir hat das vergleichsweise "unmittelbar" Gefühle hochkommen lassen - ganz anders, als in Psychotherapie-Sitzungen. Da lief es bei mir überwiegend über den "Kopf".

Was machst du selbst für dich, damit es dir besser geht:
Bewegung? Sport? Entspannungstechniken? Positive Aktivitäten? Regelmäßige(!) Mahlzeiten?
 
So, ich bin raus hier. Ich habe kein Interesse mir mein Hirn zu malträtieren und man bekommt nie eine Antwort. In diesem Sinne, mach es gut, adios.
 
Eventuell über Interessen, Hobbys versuchen Gefühle mehr zuzulassen? Dabei musst du nicht unbedingt allein vorgehen. Möglicherweise wäre es ja was für dich, wenn du etwas für dich und für andere auf die Beine stellst? Und so eventuell mehr ein Austausch stattfindet? Da könnte ich mir denken, dass da ein Verein hilfreich sein kann, wenn es gut läuft. Oder du sagst dir scheiß drauf, du willst es so probieren, ohne das alles. Da kannst du versuchen so über dich dich auszutauschen, möglicherweise laufen ja manche rum, wie etwa alleinerziehende Frauen, wo ich mir denken könnte, dass die eine Freundin eventuell gebrauchen könnten hier und da, da sie sich einsam fühlen könnten. Oder du kannst versuchen wenn du Gefühle schlecht zulassen kannst, kannst du mit Passanten das üben z. B., dass das besser wird, aber bestenfalls wenn du auch wirklich was auf den Herzen hast, wenn du etwas suchst oder was weiß ich. Und wer weiß, vielleicht freuen sich ja manche auf ein Gespräch...den letzten Passanten den ich mal was fragte zum Beispiel, der hatte z. B. keine Zeit irgendwie, der der wohl dachte es würde länger dauern oder ähnliches. xD lol Da muss das dir nicht ähnlich ergehen immerzu. Alles Gute! 😉
 
Du bist bereits in Therapie, hast du dieses Thema dort schon einmal angesprochen, auch dass du Schwierigkeiten hast, deine Gefühle überhaupt zuzulassen?
Das ist doch gerade etwas, woran ihr gemeinsam arbeiten könnt.
Hallo Joly,
Dankeschön für deine lieben Worte!❤️

Ja habe ich, wir sind hier auch dran das thema zu bearbeiten. Jedoch ist es dann so, wenn wir versuchen in mein inneres zu gehen und zu erforschen, wo das Problem ist, bekomme ich extreme Kopfschmerzen. Manchmal sehe ich dann eine Art Bild vor mir, wie jemand direkt vor mir steht und meine Seele/mein inneres (ich weiss grade nicht genau wie ich es besser beschrieben kann) aus mir raussaugt, als hätte diese Person einen Magneten oder so.

Danach lenkt sich mein kopf dann selbstständig ab und füllt sich mit irgendwelchen Szenen aus tv-serien/Filmen und ich kann nicht mehr abschalten und mich auf meine Gefühle konzentrieren oder gar komplett abschalten. Es klappt irgendwie nicht.
 
Lässt du diese Gefühle nur anderen gegenüber nicht zu oder drückst du sie auch dir gegenüber komplett weg?

Sage das deiner Therapeutin/deinem Therapeuten. Die werden dafür bezahlt, gerade solche Knoten zu zerschlagen.
Hallo Marisol,
Ich lasse Gefühle meist ein Stück weit zu aber dann kommt irgendwann der Punkt, an dem es irgendwie in mir einen Schalter umlegt und dann ist alles irgendwie weg..
 
Vielleicht hast du zusätzlich zur Psychotherapie die Möglichkeit Musiktherapie, Tanztherapie, therapeutisches Malen o. ä. auszuprobieren. Leider werden solche Therapien eher in Kliniken (stationär) angeboten.

Bei mir hat das vergleichsweise "unmittelbar" Gefühle hochkommen lassen - ganz anders, als in Psychotherapie-Sitzungen. Da lief es bei mir überwiegend über den "Kopf".

Was machst du selbst für dich, damit es dir besser geht:
Bewegung? Sport? Entspannungstechniken? Positive Aktivitäten? Regelmäßige(!) Mahlzeiten?
Hallo Früher Vogel,

Ich müsste hier tatsächlich mal nachschauen, ob es sowas in meiner Nähe gibt oder vielleicht eine Art Tagesklinik oder sowas. Ggf. frage ich auch mal bei meiner therapeutin nach, ob man da mal eine Sitzung oder so machen kann.

Damit es mir besser geht, brauche ich manchmal eine Zeit lang einfach nur Abstand von allem. Dann bin ich zuhause und lese ein Buch oder schau meine Lieblingsanimes. Sonst versuche ich mindestens zweimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen (liegt auf meinem heimweg), da es oft schwierig ist, mich nach der Arbeit aufzuraffen und abends noch im Dorf spazieren zu gehen.
 

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