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Schlechte Gene ---> keine Kinder zeugen?

  • Starter*in Starter*in Klabautermann
  • Datum Start Datum Start

Ist es moralisch vertretbar trotz miserabler Gene Kinder zu bekommen?

  • Ja

    Teilnahmen: 14 56,0%
  • Nein

    Teilnahmen: 11 44,0%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    25
Wer legt denn fest, was die "richtigen" Gründe sind ?
🙂

Immer derjenige, dessen Leben es betrifft. Das zu bestimmen ist nicht immer leicht.

Wenn der TE damit zufrieden ist und gut damit leben kann, keine Kinder zu wollen, dann ist das so. Ob er dazu neigt, irgendwann seine Entscheidung zu bereuen, weiß niemand, man kann es nur vermuten und letzten Endes kann es nur der TE selbst abschätzen. Lediglich der Umstand, daß er hier nachfragt, ob man mit "schlechten Genen" (seine sind vollkommen im Rahmen des Normalen, er hatte nur das Pecht, für seine Körpergröße gemobbt zu werden - aus meiner Sicht sind da eher die mangelnden Fähigkeiten seiner Lehrer, seines Umfelds und der Schulkameraden die Ursache, weniger seine Gene) Kinder zeugen solle, lassen darauf schließen, daß das Thema für ihn noch nicht "durch" ist. Denn eines ist klar: er hat es als kleiner Mann schwerer, eine Frau zu finden, und es gibt weniger Frauen, die keine Kinder wollen, als solche, die welche wollen. Mathematisch gesehen also nach der Trennung von seiner Exfreundin: zusätzlich erschwerte Ausgangsbedingungen, um eine neue Partnerin zu finden.
 
  • Ich bin sehr klein (1,62 m), darunter leide ich schon mein ganzes Leben :/
  • Ich bin handwerklich und künstlerisch völlig unbegabt
  • Muskelaufbau war trotz Ernährungs- und Trainingsplans immer eine Katastrophe im Vergleich zu Anderen
  • Ich habe miserable Augen (9 Dioptrien, nicht behandelbar, da völlig "verkrüppelte" Augenhornhaut -,-) (meine gesamte Familie hat schlechte Augen und sind ausnahmslos alle Brillenträger)
Dein Kind ist keine Kopie von dir. Es wird seine eigenen Fähigkeiten entwickeln und auch der Körper muss nicht unbedingt wie deiner aussehen. Außerdem sind auch die Gene der Mutter involviert, also bitte.

Was mich viel mehr abschreckt, ist dein Selbstwertgefühl. Es wird schwierig, ein Kind stark zu machen, wenn du deine eigenen Verfehlungen in ungelegte Eier projiziert.
 
Würden die Menschen mehr hinterfragen, ob sie geeignet wären Kinder zu zeugen und zu erziehen, es würde viel Leid vermieden werden . Darum ist mir jeder Mensch, der das tut lieber als die Leute, die jeden kritischen Gedanken zu dem Thema aus Prinzip wegbügeln.
 
Ich habe auch ein paar Jahre gehadert ob ich ein Kind in diese "böse" Welt setzen sollte.
Sicherlich gibt es xxx Gründe dafür es nicht zu tun und würden alle so denken,
gäbe es keine Menschheit mehr.
Das was früher mal Wichtig war ist heute wieder Unwichtig, weil sich eigene subjektive Meinungen wieder verändern , nix ist für immer und weil man eine andere Sichtweisen gefunden hat damit umzugehen, so ist der Fluss des Lebens, alles ist in ewiger Bewegung..
Ich habe mein Kind bekommen und es war die beste Entscheidung meines Lebens und die schönste Zeit meines Lebens, abgesehen davon das ich mit ihr "mitwachsen" durfte und dafür bin ich unglaublich Dankbar.
 
Ich denk da gerade drüber nach. Erstens, dass du mit dieser Denkweise ja selbst dafür sorgst, dass es nur "perfekte" Menschen geben sollte.

Und zweitens denke ich an meinen Kollegen und seinen Sohn. Mein Kollege ist jung, fast 1,90, kräftig und schlau. Sein Sohn hat einen extrem seltenen und wirklich sehr schwerwiegenden Gendefekt, für den es keine Heilung gibt und der die Lebensqualität extrem einschränkt. Was der wohl dazu sagen würde, wenn man kein Kind haben will, weil es klein sein könnte. Hmmm.

Ich denke, es ist immer eine Frage der Perspektive.
 
Diesen Grund kann ich auch sofort verstehen.
Okay, aber was ist mit dem Grund:
Wir wissen beide, was ein Leben mit Autismus, ADS und Depressionen bedeutet und das wollen wir keinem Kind zumuten (alles drei ist vererbbar). Schon gar nicht in Zeiten, in denen nur noch Leistung zählt, man von echter Inklusion noch Lichtjahre entfernt ist und die Ressourcen dank Überbevölkerung immer knapper werden.
Ist so etwas wirklich nicht nachvollziehbar? Ich sollte also ruhig ein Kind in die Welt setzen, das mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit sein Leben lang Probleme im Zwischenmenschlichen haben wird, das von Reizen wie Geräuschen, Gerüchen und Licht regelrecht erschlagen wird, das wahrscheinlich nie Freunde haben wird, das dafür aber aufgrund seiner Andersartigkeit immer wieder anecken und abgelehnt und gemobbt werden wird, das man sein Leben lang in eine Form zu pressen versuchen wird, in die es nicht hineinpasst, das ständig versuchen wird, sich anzupassen, damit aber immer wieder scheitern wird, das vermutlich nie beruflich Fuss fassen wird und dadurch sein Leben lang auf die finanzielle Unterstützung der Eltern/des Staates angewiesen sein wird und das in dieser Leistungsgesellschaft wohl nie einen Platz finden wird und sein Leben lang ein Aussenseiter sein wird? Und das zu einer Zeit, wo die Ressourcen immer knapper und die Menschen immer rücksichtsloser werden und mehr denn je nur noch zählt, wer möglichst viel Leistung bringt? Tut mir leid, aber das kann ich nicht. Ich weiss schliesslich aus eigener Erfahrung, was ein Leben mit ASS, ADS und Depressionen bedeutet und wie könnte ich so ein Leben reinen Gewissens einem unschuldigen Kind zumuten? Was andere Menschen tun, ist natürlich deren Sache, denn das muss jeder für sich entscheiden, aber ich kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.
 
Ich sollte also ruhig ein Kind in die Welt setzen, das mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit sein Leben lang Probleme im Zwischenmenschlichen haben wird
Autismus ist eine symptomatische Klassifizierung. Da wird keine Ursache beschrieben sondern Symtomkomplex. Die ASS kann also verschiedenste Ursachen haben. Nur wenn die bekannt sind kann man abschätzen ob und mit welcher Wahrscheinlichkeit das vererbt wird.
Ich denke ja auch gar nicht dass man sich mit ASS unbedingt für Kinder entscheiden soll. Es ist objektiv nur nicht so klar wie bei der Annahme, man sei überfordert.
 
@Dalmatiner : Wir haben beide mehrere Fälle von ASS in der Familie; besonders in der Familie meiner Lebensgefährtin (darunter auch Kanner-Autismus). Da müssen wir schon sehr stark davon ausgehen, dass wir das an unser Kind vererben würden.
 

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