Andreas900
Sehr aktives Mitglied
Ich bin inzwischen mit meinem Psychologen etwas weiter gekommen. Ich denke, dass ich ein Trauma aus meiner Kindheit habe, welches ich bis heute nicht verarbeiten konnte.
Diesem Thema wollte ich mich nie stellen. Ich habe meine Kindheit immer schön geredet. Und vieles aus meiner Kindheit war auch schön. Ich habe mir immer gesagt, dass meine Familiensituation zwar ungewöhnlich war, aber dass es Anderen doch viel schlimmer ginge. Auch andere Kinder sind vielleicht ohne Mutter oder ohne Vater aufgewachsen, haben vielleicht sogar schlimmes wie Gewalt erlebt.
Aus Dankbarkeit meiner Großmutter gegenüber habe ich vieles verdrängt. Sei es den Schmerz von meinem Vater und meiner Mutter abgelehnt worden zu sein oder nicht all das zu erleben, was eben andere Kinder erleben, von einem gesunden Familienvorbild bis hin zu gewöhnlichen Dingen wie einem Familienurlaub. Ohne Frage ist bis heute eine Wut gegenüber meiner Mutter in meinem Bauch aber was mir neu ist: Ich bin auch traurig über vieles wie es gelaufen ist.
Auf einer Gefühls Skala ist mir bewusst geworden, dass diese Traurigkeit auch noch tiefer steckt als die Wut meiner Mutter gegenüber. Diese Traurigkeit hat sich im Verlaufe meines Lebens immer mehr verstärkt, weil sie einen Teufelskreis auslöste. Aus Traurigkeit und vielleicht auch Scham von den Eltern abgelehnt worden zu sein und eine ungewöhnliche Kindheit zu haben, habe ich mich zurückgezogen und je mehr ich mich zurück zog, desto schwerer fiel es mir dann später den Anschluss zu kriegen.
Mit 25 war es mir z.B. irgendwie peinlich noch zuhause zu leben und ich wusste z.B. auch nicht wie ich eine Freundin mit nach Hause bringen soll. Als meine Großmutter pflegebedürftig wurde, konnte/wollte ich sie erst recht nicht mehr alleine lassen.
Ich habe immer "funktioniert", Erwartungen erfüllt, meist die Erwartungen meiner Großmutter, oft aber auch die der Lehrer, weil ich mir so ein Wertgefühl holte, was ich vermisst habe. Ich glaube bis zum Tod meiner Großmutter habe ich dieses Spiel gespielt. Heute habe ich irgendwie das Gefühl, es ist eh alles zu spät und mein Leben ist halb vorbei. Vielleicht ist es auch eine Scham, dass ich mich nie davon lösen konnte, eine Wut, dass diese Dinge mich bis heute so beeinflussen.
Wie ich im Eingangsbeitrag schrieb, weiß ich aber auch nicht wo ich hin will. Ich will mich selber verstehen, aber ich weiß nicht, ob ich überhaupt sowas wie eine Familie will, soziale Kontakte, Freunde etc. will. Reale, enge Freundschaft ist fast ein abstraktes Konstrukt für mich.
Mir tut es aber gut, darüber zu sprechen. Und mir tut auch das Feedback gut, sei es hier oder von meinem Couch. Es gibt mir den Mut Dinge zu benennen, die schlecht waren. Meine Oma hat mir geboten, was sie konnte. Es ist kein Verrat an ihr, zuzugeben, dass sie mir nicht alles bieten konnte, was junge Eltern gekonnt hätten.
Heute bin ich generell weiter dabei Konflikte einzugehen statt zu meiden. All dieses "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" und "immer brav ja sagen" mit dem ich erzogen wurde, mitsamt einer Haltung, die 100 Jahre alt ist..... Es ist ein gedanklicher Käfig aus dem ich raus muss.
Diesem Thema wollte ich mich nie stellen. Ich habe meine Kindheit immer schön geredet. Und vieles aus meiner Kindheit war auch schön. Ich habe mir immer gesagt, dass meine Familiensituation zwar ungewöhnlich war, aber dass es Anderen doch viel schlimmer ginge. Auch andere Kinder sind vielleicht ohne Mutter oder ohne Vater aufgewachsen, haben vielleicht sogar schlimmes wie Gewalt erlebt.
Aus Dankbarkeit meiner Großmutter gegenüber habe ich vieles verdrängt. Sei es den Schmerz von meinem Vater und meiner Mutter abgelehnt worden zu sein oder nicht all das zu erleben, was eben andere Kinder erleben, von einem gesunden Familienvorbild bis hin zu gewöhnlichen Dingen wie einem Familienurlaub. Ohne Frage ist bis heute eine Wut gegenüber meiner Mutter in meinem Bauch aber was mir neu ist: Ich bin auch traurig über vieles wie es gelaufen ist.
Auf einer Gefühls Skala ist mir bewusst geworden, dass diese Traurigkeit auch noch tiefer steckt als die Wut meiner Mutter gegenüber. Diese Traurigkeit hat sich im Verlaufe meines Lebens immer mehr verstärkt, weil sie einen Teufelskreis auslöste. Aus Traurigkeit und vielleicht auch Scham von den Eltern abgelehnt worden zu sein und eine ungewöhnliche Kindheit zu haben, habe ich mich zurückgezogen und je mehr ich mich zurück zog, desto schwerer fiel es mir dann später den Anschluss zu kriegen.
Mit 25 war es mir z.B. irgendwie peinlich noch zuhause zu leben und ich wusste z.B. auch nicht wie ich eine Freundin mit nach Hause bringen soll. Als meine Großmutter pflegebedürftig wurde, konnte/wollte ich sie erst recht nicht mehr alleine lassen.
Ich habe immer "funktioniert", Erwartungen erfüllt, meist die Erwartungen meiner Großmutter, oft aber auch die der Lehrer, weil ich mir so ein Wertgefühl holte, was ich vermisst habe. Ich glaube bis zum Tod meiner Großmutter habe ich dieses Spiel gespielt. Heute habe ich irgendwie das Gefühl, es ist eh alles zu spät und mein Leben ist halb vorbei. Vielleicht ist es auch eine Scham, dass ich mich nie davon lösen konnte, eine Wut, dass diese Dinge mich bis heute so beeinflussen.
Wie ich im Eingangsbeitrag schrieb, weiß ich aber auch nicht wo ich hin will. Ich will mich selber verstehen, aber ich weiß nicht, ob ich überhaupt sowas wie eine Familie will, soziale Kontakte, Freunde etc. will. Reale, enge Freundschaft ist fast ein abstraktes Konstrukt für mich.
Mir tut es aber gut, darüber zu sprechen. Und mir tut auch das Feedback gut, sei es hier oder von meinem Couch. Es gibt mir den Mut Dinge zu benennen, die schlecht waren. Meine Oma hat mir geboten, was sie konnte. Es ist kein Verrat an ihr, zuzugeben, dass sie mir nicht alles bieten konnte, was junge Eltern gekonnt hätten.
Heute bin ich generell weiter dabei Konflikte einzugehen statt zu meiden. All dieses "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" und "immer brav ja sagen" mit dem ich erzogen wurde, mitsamt einer Haltung, die 100 Jahre alt ist..... Es ist ein gedanklicher Käfig aus dem ich raus muss.