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Hallo Binchy,
schau mal hier: Schatzkästchen für Depressive: Mutmacher-Thread. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Ja mit dem Thema hab ich mich vor 2 Jahren beschäftigt da ich einen engen Kontakt hatte und ich hab mir gefragt warum ich mir unsicher bin und warum ich so viel Angst habe, mich zu zeigen. Dass ist weil ich immer durch andere gelebt habe und andere mir diktiert haben, was ich tun soll... dies ist nun nicht mehr so. Sich selbst zu finden ist eine gute Reise 🙂Ich beschäftige mich ein bisschen mit Narzissmus, und er spielt meiner Meinung nach bei der Entstehung von Depressionen oft eine Rolle - in dem Sinne, dass die Kinder, die später im Leben depressiv werden, oft einen oder zwei narzisstische Elternteile haben. ..deutiges Herrschaftsverhältnis handelt und es den Eltern möglichst "immer" emotional gut gehen muss, weil sie ja wichtiger als die Kinder sind, dann handelt es sich um Narzissmus. Um Unterdrückung und Ausbeutung. Und nicht um Liebe. Auch wenn manche Elternteile ihre Kinder noch so sehr mögen - wenn das Kind nichts zu sagen hat, wenn Kritik an den Eltern und Streit mit den Eltern tabu sind, wenn vor allem Erfolg, Leistung, Schönheit oder Glanz eine Rolle spielen und die Gefühle der Kinder den Eltern wurscht sind oder unterdrückt werden sollen, dann sind die Eltern Narzissten. Sie sind mehr oder weniger krank oder jedenfalls nicht gesund.
Von Narzissten kann man nur weggehen, weil sie ihre eigenen Fehler um nichts in der Welt sehen und schon gar nicht ändern wollen. Nur im äußersten Notfall, wenn die Partnerin/der Partner mit Scheidung droht oder der Narzisst Angst um seinen Arbeitsplatz haben muss, wenn der Druck also extrem wird, dann sind manche (!) von ihnen bereit, eine Therapie zu machen.
Wenn es da draußen und in der Familie "Feinde im normalen Alltag" gibt - dann sind es, außer Menschen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung, ..
@Tobi31 danke für Deine Zeilen, besonders freut mich, dass es Dir gut tut, hier zu schreiben. Ich finde, dass Schreiben hilft, zu denken und Ansichten zu schärfen, Klarheit zu schaffen. Wenn man weiß, warum es einem nicht gut geht, was man genau will, dann findet man leichter Wege, es zu ändern.
Erzwingen kann man Partnerschaften oder Freunde nicht, aber es gibt viele Möglichkeiten (bzw. wird es irgendwann wieder geben, wenn Corona etwas vorbei ist), um Menschen kennenzulernen. Auch hier in diesem Forum, habe ich gehört, haben sich einige schon im realen Leben getroffen.
Ich habe öfter dann Leute oder Partner kennengelernt, wenn ich sie nicht gesucht haben, sondern im Gegenteil ganz bei mir war und bei meinen Interessen. Dann hat man eine innere Gelöstheit und ist gelassener und hat nicht diese Ausstrahlung von "krampfhafter Suche", die energetisch abschreckend wirkt. Du hast ja schon ein paar Ideen, um neue Freunde kennenzulernen.
Zwar kann ich das aus der Distanz nicht beurteilen und bin auch keine Ärztin, aber Du wirkst auf mich nicht depressiv. Vielleicht etwas traurig wegen mangelnder Freunde, aber durchaus auch hoffnungsvoll, dass sich etwas ändern kann. Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du wunderbare, tiefe und achtsame Menschen kennenlernst und natürlich darunter dann auch Deinen "Augenstern" 😉.
Hm - ich hab zu dem Thea nicht viele Bücher gelesen sondern es einfach selbst erlebt, fast 20 Jahre lang, und fand es schlimm.Sehr wichtig gegen Depressionen finde ich schlicht: Weinen. Sich zurückziehen und heulen.
Es erwischt einen kalt von der Seite, man muss weinen. Mindestens dann wenn es keiner sieht, bestenfalls kann man spontan flüchten: Das Gefühl ist nicht beherrschbar, kostet maximale Kraft und die komplette Aufmerksamkeit. Flüchtet man dann und weint, so erhält der Kopf das feedback, dass es einem schlecht gegangen sein muss. Sonst würde man nicht weinen müssen. Auch erhält der Kopf das feedback, dass es gut war, sich zurück zu ziehen.
Depressionen heilen sich aber nicht von selber sondern verstärken sich, wenn man nichts entgegensetzt.
Die Folge ist, dass man öfter weint, dass man sich öfter schämt, zuletzt den gehetzten Gesichtsausdruck gar nicht mehr ablegen kann und Menschen komplett meidet: Sozialphobie vom feinsten.
Die vormals täglich mehrfach auftretenden Zusammenbrüche nehmen also ab, je öfter man sich darüber klar wird, dass genau jetzt in diesem Moment keine Traurigkeit geht.
Man lässt sich dabei die Option offen: gerne später, gerne intensiver, gerne bis zur Ohnmacht oder schlimmer. Das nächste mal jedoch wird auch wieder verschoben. Gerne später.
Der Kopf lernt draus, dass die Trauerattacken sinnlos, geradezu unsinnig sind. Jede Tagessituation führt daher zu einem "positiven" - will sagen: neutralen Effekt, dass man es diesmal nicht getan hat, obwohl es fast wieder soweit war.
Im Übrigen halte ich anti-Depressiva, die einen so weit runterfahren, dass die Traueranfälle nicht auftauchen, ebenfalls für ein (diesmal chemisches) Mittel, das einen Verlern-Effekt im Kopf bewirkt
( Trauer kommt, bricht aus, wird gelebt, verstummt - und kommt wieder).
Man mag annehmen, dass man somit gefühlskalt wird. Ja, stimmt. Wenn das der Weg ist, gerne.
Ich hab aber die Probe aufs Exempel machen müssen, als Vater starb.
Sein Tod und meine Hilflosigkeit dabei war nicht auszuhalten und es war real. Ich hab gebrüllt vor Schmerzen und ich wusste dass es richtig ist. Ich hatte aber "markiert" , wann es zu Ende zu sein hat, denn das "darüber hinaus" wäre wieder ein Depressionsanfall geworden, den ich nicht zugelassen habe.
In der Praxis habe ich dazu ein Buch aus Blech geschmiedet, für jedes Lebensjahr ein Blatt. Über 40.000 Schläge. Und als es fertig war, war damit der Zeitpunkt erreicht, aufzuhören zu trauern.
Auf dem Grab war ich entspannt, hab angeklopft, ob es ihm gut geht. Dann habe ich es montiert, und ich habe es hinbekommen, mich soweit ok zu fühlen.
Es ist nichts passiert. Gar nichts: Und ich habe es wieder und wieder getan. Ich war jetzt einfach da und hab mich nicht mehr mit meinem Äußeren auseinander gesetzt, ich habe meinen Verstand gegen die Depression gestellt.
Dadurch ist es mir gelungen, fast so zu werden wie früher, wie davor, jedoch gebe ich zu, dass ich hoch wachsam sein muss, um meinem Feind auch heute noch keine minimale kleine Chance zu geben.

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