Ich würde gerne etwas Tröstliches zu dir sagen, aber was?
Möge dein nächstes Jahr etwas bringen, das euch wieder hoffen lässt.
Dankeschön - aber das wird schon...ich falle im Allgemeinen immer wieder auf die Füße. Wir sind beide ganz froh, dass wir schon so alt sind. Wir haben keine Kinder mehr zu versorgen, die Brut ist vollumfänglich erwachsen. Der Mann kann wenn er mag einfach aufhören zu arbeiten.
Das mag er nicht so richtig, aber finanziell ginge das.
Ich kann durchaus auch noch ein paar Jahre was anderes machen, darauf hätte ich Lust und Möglichkeiten gibt's hier immerhin reichlich.
Für die verwaisten Menschen im Umfeld versuchen wir gut an deren Seite zu stehen.
Und den Tapas-Bar-Mann habe ich von "Freund" auf "Geschäftsnachbar" zurückgestuft (was mich belastet hat, aber das Leben ist ja nicht unbedingt gerecht.)
Bis etwa Mitte des Jahres hatten die ein Riesenproblem mit ihrem Hund, der wegen Krebs ein Bein amputiert bekam.
Wir haben uns hartnäckig bemüht, ich bin mehrfach mit zum Tierarzt ins Umland gefahren, wir haben das Männerpaar und den angeschlagenen Hund dauernd zum Essen zu uns gebeten und dergleichen.
Jetzt haben die einen fröhlichen dreibeinigen Hund, dann kam unsere Krise und bis auf einen Haufen dubioser Vorschläge, wie wir unseren Job aufhübschen (ungeachtet der Tatsache, dass wir zusammenaddiert fast 90 Jahre Berufserfahrung haben), kam NICHTS.
Ich bin irgendwann ein bisschen ausgetickt und habe ihn zusammengestaucht, wie sehr ich mich aussortiert und im Stich gelassen fühle.
Genützt hat's nichts. Wobei beide Männer von sich selbst der festen Überzeugung sind, sehr empathisch zu sein.
Jetzt sind wir nur noch höflich miteinander.