Ich kenne mich zwar nicht in der Musikbranche aus, dafür mehr im Bereich der bildenden Kunst. Wollte schon immer Kunstmaler werden. Aber wie üblich, bekam ich immer Sprüche zu hören wie "Mach was vernünftiges" oder "Das ist brotlos. Davon kann man nicht leben" usw. Ja, ich bin durchaus dafür, erst einmal etwas "vernünftiges" zu lernen, worauf man im Notfall aufbauen kann. Witziger Weise hat mich persönlich die achso vernünftige Ausbildung kein Stück weiter gebracht. Ich konnte nie einen Fuß in meinem erlernten Beruf fassen. Ich war total verzweifelt bis ich anfing mich darauf zu konzentrieren, was ich wirklich kann und was ich schon immer wollte.
Der Anfang war nicht leicht. Malen und zeichnen zu können reicht allein nicht aus. Man muss sich und seine Bilder auch gut vermarkten können. Marketing ist das A und O! Ich denke, in der Musikbranche ist das ähnlich. Ich verkaufe auch weltweit. Denn ich wusste, dass es nicht ausreichen würde, mich nur auf den deutschen Markt zu konzentrieren. Habe dafür auch meine Englischkenntnisse stark verbessert. Die waren bei mir eher schlecht. Es ist immer gut, die Spache der Kunden sprechen zu können und viele sprechen nun mal Englisch.
Ich habe mit der Zeit - über Ausstellungen, Wettbewerbe und Internet - einige Künstlerkollegen kennengelernt. Einige haben sich bewusst dafür entschieden, es nur als Hobby zu betreiben. Doch die, die hauptberuflich Künstler sind, können durchaus davon leben. Manche mehr manche weniger gut. Bei mir reicht es auch noch nicht ganz zum Leben. Aber es wird. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, wie man so schön sagt.
Als Künstler braucht man eventuell auch Gönner. Das war schon früher so und wird auch so bleiben. Bei mir war es mein Mann. Ohne ihn wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich kenne auch eine Illustratorin, welche auch nur auf eine private Kunsthochschule in Italien konnte, weil ihre Eltern sie unterstützten (über 30.000€ Studiengebühren im Jahr mussten ja irgendwie bezahlt werden). Andere wiederum versuchen z.B. über Kickstarter bestimmte Projekte zu finanzieren. Patreon nutzt auch der ein oder andere. Das Gute ist: Zu Zeiten des Internets ist vieles möglich. Man muss sich nur von der Masse abheben können. Dann kann ein Leben als Künstler auch funktionieren!