Wenn das Kind später der Meinung ist, dass diese Religion unpassend ist, dann wurde umsonst abgeschnitten.
Ich sage, dass das Wohl des Kindes vor geht. Das sagt auch unser Gesetz. Vollig egal welche Glaubensrichtung etc.
Wir schreiben nun mal 2012. Nicht das Mittelalter. Tratitionen in allen Ehren, aber auch die sollte man mal überprüfen können. Die passen garantiert nicht in jedes Land.
Ja, das ist halt das Problem: Das ist irreversibel. Aber "Kindeswohl" ist ein unglaublich dehnbarer Begriff. Würde man polemisch werden wollen, könnte man fragen, ob das gut ist, für das Kind, aus seiner Religionsgemeinschaft ausgeschlossen zu werden, einen Initiationsritus nicht mitmachen zu können etc. Man könnte damit ankommen, dass § 1631 BGB nur solche Verletzungen umfasst, die "entwürdigend" sind. (Wobei man sich schon die Frage stellen kann, was beschneiden mit Personensorge zu tun hat... wird wahrscheinlich unter den religiösen Aspekt gefasst).
Und "das sagt das Gesetz" ist in diesem Fall (leider) von der Religionsfreiheit beeinflusst. Die Grundrechte sind eine objektive Werteordnung, die in die Auslegung des Zivilrechts miteinfließen muss und diese daher teilweise modifizieren.
Das würde so auch dem MB an Kindern die Türen und Tore angelweit öffnen. Auch Misshandlungen, halt eben Allem, zu dem Eltern einwilligen.
So darf und sollte es nicht sein. Ist auch bisher nicht so.
Wo ist so das Ende? Ab wann sagt man, das oder dies greift in die Menschenrechte ein? Oder sollen dann Eltern immer bestimmen dürfen, ab wann es ein ungesetzlicher Eingriff ist und ab wann nicht?
Das würde mir eindeutig einseitig zu weit gehen.
Lieben Gruß
Fragende
Die Grenze ist dabei jedenfalls § 1631 BGB und im Strafrecht § 228 StGB - wobei da die Frage ist, ob das Beschneiden "sittenwidrig" ist dh. dem "Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden" zuwiderläuft (ohne Scheiß, das heißt so!).
Es ist nicht allen Misshandlungen Tür und Tor geöffnet - nur den religiös motivierten
😉
*Bevor hier Missverständnisse entstehen: Das, was ich hier schreibe, ist nicht meine Meinung, ich gebe lediglich Dinge zu bedenken. Würde ich meine Meinung in dieser Angelegenheit sagen, würde ich wahrscheinlich auf Lebzeit gebannt... Allein „Die neue Sprache des Antisemitismus ist die Sprache der Menschenrechte” hat mich schon zu wüsten Beschimpfungen und unschönen Äußerungen verleitet...