Hallo,
ich bin 43 Jahre alt und stecke seit ein paar Monaten mal wieder in einer tiefen Depression. Nur mit dem Unterschied, dass ich sie diesmal zu lasse und nicht versuche zu verdrängen. Jetzt kommen langsam immer mehr Dinge an die Oberfläche und ich habe langsam ein Gefühl dafür, was meine Depression bewirkt.
Das erste Mal depressiv gefühlt und Suizid Gedanken hatte ich mit 13 Jahren. Danach immer wieder, mal in längeren, mal in kürzeren Abständen. Den Suizid habe ich mir immer nur bildlich ausgemalt, wirklich versucht habe ich es nie, obwohl der Wunsch zu sterben immer sehr groß war.
Davon abgehalten haben mich irgendwann meine Kinder. Meinen ersten Sohn habe ich mit 22 bekommen. Inzwischen habe ich 4 Kinder, die ich alle sehr liebe.
Ich würde ihnen niemals antun, was mir angetan wurde. Ich lasse es langsam zu, dass ich mir eingestehe, dass ich als Kind schwer traumatisiert wurde und dies bis heute Auswirkungen auf mich hat. Unbewußt habe ich das bestimmt schon sehr viel länger gewußt, aber ich wollte es nicht zulassen.
Irgendwann mit 8 oder 9 Jahren fing meine Mutter an, mich bei dem kleinsten Fehlverhalten zu schlagen. Mal war es "nur" eine Ohrfeige, mal schlug sie mich mit der Haarbürste, den Kleiderbügel oder ihren Schuhen. Dabei jagte sie mich durchs ganze Haus, bis sie mich in einer Ecke hatte, wo ich nicht mehr entkommen konnte. Mit 12/13 Jahren fing sie zustätzlich an, mich verbal zu attackieren. Sie hätte mich besser abgetrieben, ich bin der Nagel zu ihrem Sarg. Nichts war ihr gut genug was ich gemacht habe. Schulisch war ich immer Durchschnitt, das war für sie eine Katastrophe. Wenn ich im Haushalt was gemacht habe, wurde ich nicht gelobt oder bekam ein Danke, sondern mir wurde gesagt, was ich alles falsch gemacht habe und wie dumm ich sei.
Meinen Vater hat sie auch ständig beschimpft und runter gemacht. Meine Eltern haben sich sehr viel und laut gestritten. ICh sollte dann immer der Schiedsrichter sein, wer denn jetzt Recht hätte. Meistens habe ich mich rausgehalten.
Aufgehört zu schlagen hat sie mit 15 ungefähr. Da war ich nämlich größer als sie und habe angefangen mich zu wehren. Die verbalen Attacken gehen bis heute weiter. Ich durfte mir meine Ausbildung nicht aussuchen, sondern sie hat bestimmt, was gut für mich wäre. Mit dem REsultat, das ich mich 3 Jahre durch die Ausbildung gequält habe und sie gerade mal so bestanden habe. Meine Freunde und auch Ehemänner waren nie die richtigen. An jedem hatte und hat sie was auszusetzen.
Das ich überhaupt so früh geheiratet habe und schon mit 22 ein Kind bekommen habe war furchtbar für sie. Denn ich sollte mich doch bitte nie von einem Mann abhängig machen.
Als ich mich mit 30 von meinem ersten Mann getrennt habe, sagte sie zu mir "Wer nimmt dich denn jetzt noch, mit 2 Kindern?" Als wenn ich Ausschußware wäre.
Mich hat noch jemand genommen und wir sind seit 13 Jahren zusammen und seit 11 verheiratet. Ausserdem haben wir auch noch mal 2 wunderbare Kinder bekommen. Die versuchen wir mit soviel Liebe und fürsorge zu erziehen wie es geht.
Auch an meinen Kindern hat sie ständig was auszusetzen. Mehr als einmal hat sie zu mir gesagt, ich solle mir doch nicht immer alles von den Kindern gefallen lassen und sie sollten mal eine anständige Tracht Prügel bekommen dann würden sie hören. Hätte ja noch keinem geschadet....
Meiner Tochter sagt sie, das was sie anhat passt nicht zusammen, sie soll sich doch mal umziehen gehen. Und überhaupt, wie sie denn rumlaufen würde. So und so würde sich ein Mädchen nicht benehmen. Genau wie bei mir. Ich sollte bitte immerr schön lieb und brav sein, meine Kleider nicht schmutzig machen und nicht auf Bäume kletten. Leider war ich aber ein Kind, dem genau das Spaß gemacht hat. Also wurde ich für mein unmädchenhaftes Verhalten bestraft.
Mit 13/14 wollte sie mir immer noch vorschreiben, was ich anziehen soll. Und das waren keine Jeanshosen sondern lieber Kleider und Röcke. Meine Haare wurden mit Haarschleifen zusammengehalten. Das ich damit in der Schule ausgelacht wurde, war ihr egal. Da muss ich drüber stehen, sagte sie. Immer war nur wichtig, was die anderen von uns denken. Die NAchbarn, die Freunde, die Kunden. Überall wurde heile Familie vorgespielt, aber was hinter den Kulissen los ist, das wußte keiner.
Keiner kann mich verstehen. Meine Mutter ist nach außen eine geachtete und freundliche Frau. Sie bekommt schnell Kontakt und kann sich mit jedem unterhalten. Keiner glaubt mir. Selbst sie nicht. Sie sagte mir jetzt, als ich sie damit konfrontiert habe, ich würde mir das alles einbilden. Sowas hätte sie nie getan oder gesagt. Ich konnte es einfach nicht glauben. Sie ist jetzt 82 und ich hatte die Hoffnung, wir können das zusammen noch grade biegen. Mein Vater ist seit 13 Jahren tot. Aber sie streitet alles ab und ist jetzt beleidigt, weil ich doch so eine tolle Kindheit hatte und jetzt solche GEschichten erzähle.
Wir waren wohlhabend und ich bin als Kind zweimal jährlich mit meinen Eltern auf Fernreisen gewesen. War in Cuba, Sri Lanka, USA usw. Das ist ist für sie eine tolle Kindheit. Das ich soviel von der Welt gesehen habe und alles hatte, was ich materiell brauchte.
Ich weiß, das sie bestimmt keine leichte Kindheit hatte. Kurz vorm Krieg geboren, der Vater Im Krieg gestorben mit 3 kleinen Geschwistern. Sicherlich hat sie auch viel Prügel bekommen. Doch noch bin ich nicht an der Stelle, das ich ich verzeihen kann. Jetzt muss ich erstmal für mich endlich akzeptieren, das ich ein Trauma erlitten habe, das mich bis heute verfolgt. Das meine schwere Depression darin eine Ursache hat. Ich fühle mich unzureichend, ungeliebt und überflüssig.
Das ich geboren bin ist ein Zufall. Sie hat zwischen 7-10 mal abgetrieben, genau weiß nur sie das. Das hat sie mir mal ohne mit der Miene zu zucken erzählt. Sie hat Kondome angeblich nicht vertragen, genau wie die Pille. Also blieb immer nur Abtreibung in Holland. Bei mir war es dann wohl zu spät, also bin ich zur Welt gekommen.
Das alles hat sie wie nebenbei erzählt, als ich ca. 13 Jahre alt war. Ich fühlte mich einsam, verlassen und allein. Ungewollt, das war ich ja auch.
Im Moment lese ich sehr viel über die Macht der Kindheit und Posttraumatische Belastungsstörungen und mir wird vieles klar. Warum ich bin wie ich bin. Welche Auswirkungen all diese Misshandlungen auf mich hatten. Ich habe den Kontakt zu ihr im Moment abgebrochen. Es ist für mich gerade besser. Vor allem nach dem sie alles leugnet und sagt, ich bilde mir das ein.
Ich war 5 Wochen in der Klinik, bin seit Ende August zu Hause und krank geschrieben. Ich hoffe bald in eine psychosomatische Klinik aufgenommen zu werden in der ich eine Traumatherapie machen möchte. Letzte Woche war das Vorgespräch und ich soll demnächst erfahren, ob ich auf die Warteliste komme. Bis dahin fange ich morgen mit ambulanter Psychotherapie an.
Vll hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und möchte sich hier austauschen? Mir fällt der Kontaktabruch trotz allem schwer, denn als anständige Tochter macht man sowas nicht. Aber ich merke auch, er tut mir gut.
ich bin 43 Jahre alt und stecke seit ein paar Monaten mal wieder in einer tiefen Depression. Nur mit dem Unterschied, dass ich sie diesmal zu lasse und nicht versuche zu verdrängen. Jetzt kommen langsam immer mehr Dinge an die Oberfläche und ich habe langsam ein Gefühl dafür, was meine Depression bewirkt.
Das erste Mal depressiv gefühlt und Suizid Gedanken hatte ich mit 13 Jahren. Danach immer wieder, mal in längeren, mal in kürzeren Abständen. Den Suizid habe ich mir immer nur bildlich ausgemalt, wirklich versucht habe ich es nie, obwohl der Wunsch zu sterben immer sehr groß war.
Davon abgehalten haben mich irgendwann meine Kinder. Meinen ersten Sohn habe ich mit 22 bekommen. Inzwischen habe ich 4 Kinder, die ich alle sehr liebe.
Ich würde ihnen niemals antun, was mir angetan wurde. Ich lasse es langsam zu, dass ich mir eingestehe, dass ich als Kind schwer traumatisiert wurde und dies bis heute Auswirkungen auf mich hat. Unbewußt habe ich das bestimmt schon sehr viel länger gewußt, aber ich wollte es nicht zulassen.
Irgendwann mit 8 oder 9 Jahren fing meine Mutter an, mich bei dem kleinsten Fehlverhalten zu schlagen. Mal war es "nur" eine Ohrfeige, mal schlug sie mich mit der Haarbürste, den Kleiderbügel oder ihren Schuhen. Dabei jagte sie mich durchs ganze Haus, bis sie mich in einer Ecke hatte, wo ich nicht mehr entkommen konnte. Mit 12/13 Jahren fing sie zustätzlich an, mich verbal zu attackieren. Sie hätte mich besser abgetrieben, ich bin der Nagel zu ihrem Sarg. Nichts war ihr gut genug was ich gemacht habe. Schulisch war ich immer Durchschnitt, das war für sie eine Katastrophe. Wenn ich im Haushalt was gemacht habe, wurde ich nicht gelobt oder bekam ein Danke, sondern mir wurde gesagt, was ich alles falsch gemacht habe und wie dumm ich sei.
Meinen Vater hat sie auch ständig beschimpft und runter gemacht. Meine Eltern haben sich sehr viel und laut gestritten. ICh sollte dann immer der Schiedsrichter sein, wer denn jetzt Recht hätte. Meistens habe ich mich rausgehalten.
Aufgehört zu schlagen hat sie mit 15 ungefähr. Da war ich nämlich größer als sie und habe angefangen mich zu wehren. Die verbalen Attacken gehen bis heute weiter. Ich durfte mir meine Ausbildung nicht aussuchen, sondern sie hat bestimmt, was gut für mich wäre. Mit dem REsultat, das ich mich 3 Jahre durch die Ausbildung gequält habe und sie gerade mal so bestanden habe. Meine Freunde und auch Ehemänner waren nie die richtigen. An jedem hatte und hat sie was auszusetzen.
Das ich überhaupt so früh geheiratet habe und schon mit 22 ein Kind bekommen habe war furchtbar für sie. Denn ich sollte mich doch bitte nie von einem Mann abhängig machen.
Als ich mich mit 30 von meinem ersten Mann getrennt habe, sagte sie zu mir "Wer nimmt dich denn jetzt noch, mit 2 Kindern?" Als wenn ich Ausschußware wäre.
Mich hat noch jemand genommen und wir sind seit 13 Jahren zusammen und seit 11 verheiratet. Ausserdem haben wir auch noch mal 2 wunderbare Kinder bekommen. Die versuchen wir mit soviel Liebe und fürsorge zu erziehen wie es geht.
Auch an meinen Kindern hat sie ständig was auszusetzen. Mehr als einmal hat sie zu mir gesagt, ich solle mir doch nicht immer alles von den Kindern gefallen lassen und sie sollten mal eine anständige Tracht Prügel bekommen dann würden sie hören. Hätte ja noch keinem geschadet....
Meiner Tochter sagt sie, das was sie anhat passt nicht zusammen, sie soll sich doch mal umziehen gehen. Und überhaupt, wie sie denn rumlaufen würde. So und so würde sich ein Mädchen nicht benehmen. Genau wie bei mir. Ich sollte bitte immerr schön lieb und brav sein, meine Kleider nicht schmutzig machen und nicht auf Bäume kletten. Leider war ich aber ein Kind, dem genau das Spaß gemacht hat. Also wurde ich für mein unmädchenhaftes Verhalten bestraft.
Mit 13/14 wollte sie mir immer noch vorschreiben, was ich anziehen soll. Und das waren keine Jeanshosen sondern lieber Kleider und Röcke. Meine Haare wurden mit Haarschleifen zusammengehalten. Das ich damit in der Schule ausgelacht wurde, war ihr egal. Da muss ich drüber stehen, sagte sie. Immer war nur wichtig, was die anderen von uns denken. Die NAchbarn, die Freunde, die Kunden. Überall wurde heile Familie vorgespielt, aber was hinter den Kulissen los ist, das wußte keiner.
Keiner kann mich verstehen. Meine Mutter ist nach außen eine geachtete und freundliche Frau. Sie bekommt schnell Kontakt und kann sich mit jedem unterhalten. Keiner glaubt mir. Selbst sie nicht. Sie sagte mir jetzt, als ich sie damit konfrontiert habe, ich würde mir das alles einbilden. Sowas hätte sie nie getan oder gesagt. Ich konnte es einfach nicht glauben. Sie ist jetzt 82 und ich hatte die Hoffnung, wir können das zusammen noch grade biegen. Mein Vater ist seit 13 Jahren tot. Aber sie streitet alles ab und ist jetzt beleidigt, weil ich doch so eine tolle Kindheit hatte und jetzt solche GEschichten erzähle.
Wir waren wohlhabend und ich bin als Kind zweimal jährlich mit meinen Eltern auf Fernreisen gewesen. War in Cuba, Sri Lanka, USA usw. Das ist ist für sie eine tolle Kindheit. Das ich soviel von der Welt gesehen habe und alles hatte, was ich materiell brauchte.
Ich weiß, das sie bestimmt keine leichte Kindheit hatte. Kurz vorm Krieg geboren, der Vater Im Krieg gestorben mit 3 kleinen Geschwistern. Sicherlich hat sie auch viel Prügel bekommen. Doch noch bin ich nicht an der Stelle, das ich ich verzeihen kann. Jetzt muss ich erstmal für mich endlich akzeptieren, das ich ein Trauma erlitten habe, das mich bis heute verfolgt. Das meine schwere Depression darin eine Ursache hat. Ich fühle mich unzureichend, ungeliebt und überflüssig.
Das ich geboren bin ist ein Zufall. Sie hat zwischen 7-10 mal abgetrieben, genau weiß nur sie das. Das hat sie mir mal ohne mit der Miene zu zucken erzählt. Sie hat Kondome angeblich nicht vertragen, genau wie die Pille. Also blieb immer nur Abtreibung in Holland. Bei mir war es dann wohl zu spät, also bin ich zur Welt gekommen.
Das alles hat sie wie nebenbei erzählt, als ich ca. 13 Jahre alt war. Ich fühlte mich einsam, verlassen und allein. Ungewollt, das war ich ja auch.
Im Moment lese ich sehr viel über die Macht der Kindheit und Posttraumatische Belastungsstörungen und mir wird vieles klar. Warum ich bin wie ich bin. Welche Auswirkungen all diese Misshandlungen auf mich hatten. Ich habe den Kontakt zu ihr im Moment abgebrochen. Es ist für mich gerade besser. Vor allem nach dem sie alles leugnet und sagt, ich bilde mir das ein.
Ich war 5 Wochen in der Klinik, bin seit Ende August zu Hause und krank geschrieben. Ich hoffe bald in eine psychosomatische Klinik aufgenommen zu werden in der ich eine Traumatherapie machen möchte. Letzte Woche war das Vorgespräch und ich soll demnächst erfahren, ob ich auf die Warteliste komme. Bis dahin fange ich morgen mit ambulanter Psychotherapie an.
Vll hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und möchte sich hier austauschen? Mir fällt der Kontaktabruch trotz allem schwer, denn als anständige Tochter macht man sowas nicht. Aber ich merke auch, er tut mir gut.