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Radikale Akzeptanz

Ich möchte gerne über radikale Akzeptanz schreiben, aber auch über ähnliche Konzepte.
Aber nicht als Gedankenspiele, sondern in aktiv gelebter Form.
Was ist radikale Akzeptanz? Hat es etwas zu tun mit Amor Fati, die Liebe zum Schicksal?
Wie lebt man so etwas, in dem Wissen das man es nie vollkommen erreichen kann, aber dennoch vollkommen anstreben muss?
Was ist dabei der Unterschied zwischen ich versuche es und ich will es!

Grüße Stefan
 
Hallo,

ich persönlich halte nichts von "radikaler Akzeptanz". Für mich reicht es völlig aus, manche Dinge lediglich zu tolerieren, anstatt sie zu akzeptieren. Etwas zu akzeptieren, bedeutet diese Sache oder Einstellung vollständig zu verinnerlichen und anzunehmen (siehe lat. "accipere").

Das möchte ich aber gar nicht! Bei sehr vielen Dingen müssen sich meine Mitmenschen leider damit begnügen, dass ich sie lediglich toleriere. Andere Meinungen, Lebensvorstellungen, Auffassungen, Ideologieren als solche stehen lasse, obgleich ich selbst davon nichts halte.

Eine Sache, die ich mir mühsam angewöhnt habe: Meine persönliche Meinung tue ich nur dann kund, wenn ich darum gebeten werde. Ungefragt kommt das manchmal nicht gut an.

LG,
SFX
 
Hm...
so wie ich die radikale Akzeptanz im Moment verstehe ist es, eine Situation im hier und jetzt zu akzeptieren, als gegeben hinzunehmen.

Dies hörte ich auch schon von Psychologen und Coaches etc.

Wenn ich das zu 100% verinnerliche,
kann ich mich "nur" mit dem Wesentlichen im "hier und jetzt" beschäftigen.

Ich blende alle Nebenschauplätze aus und verwende meine Energie zu 100% z.B.: auf diesen Post.

Leider kommt mir hier mein "Kopfkino", meine Gedanken(spirale), die Geräusche der Natur, das Knacken in der Decke
oder
das Beispiel von einer Psychologin was mir dazu einfällt was unbedingt raus will, ich aber "gedanklich im Text noch nicht an der Position bin" mir irgendwie Druck macht...
So, jetzt darf es raus:
Ihre radikale Akzeptanz hat sie für mich so beschrieben:
Man nehme fünf Finger einer Hand und verbinde sie mit
"Was - kann - ich - jetzt - daran - ändern"

Wenn ich jetzt auf der Autobahn im Stau stehe...
Jouh...
nichts:
Aber...
ich kann denken, was ein scheixx Stau, was haben wir so viele Autos und zu wenig Straßen.

oder auch:
Schön, ich habe Zeit, kann meinen Podcast länger hören, die Sonne im Gesicht genießen, etc.

Wie lebt man so etwas, in dem Wissen das man es nie vollkommen erreichen kann, aber dennoch vollkommen anstreben muss?
Na ja...
das mit dem "anstreben müssen"
sehe ich mehr als problematisch.
Müssen muß ich schon mein ganzes leben und es hat mir nichts geholfen !
Was ist dabei der Unterschied zwischen ich versuche es und ich will es!
Dein "absoluter" Wille
oder
"radikale Akzeptanz"
oder
dein "müssen" ?

Evtl. eine Wahlmöglichkeit zu haben ?

Ich weiß es nicht.
 
Wie lebt man so etwas, in dem Wissen das man es nie vollkommen erreichen kann, aber dennoch vollkommen anstreben muss?
Was ist dabei der Unterschied zwischen ich versuche es und ich will es!
Kannst du mal konkret ein Beispiel nennen, was du genau meinst?
Warum muss man radikale Akzeptanz anstreben?

Ich versuche es und ich will es, muss kein Unterschied sein.
Ich versuche etwas, weil es ich will.
Der Wille ist der erste Schritt, der uns zum Handeln bringt.
 
Eine Psychotherapeutin hat uns das anders erklärt. Radikale Akzeptanz ist das, was du nicht ändern kannst. Beispiel ein Zug bleibt auf freier Strecke stehen und es geht 2 Std. nichts mehr. Da bist du ausgeliefert. Mach das beste draus.
 
Danke für die interessanten Antworten.
Das mit dem "müssen" ist so eine Sache, ja. Das wäre ein eigenes Thema. Wenn ich den 8.15 Uhr Bus schaffen will, muss ich ihn halt auch schaffen. Nur versuchen und wenns nicht klappt, auch nicht schlimm?
Jemand schrieb mal: ich kann, weil ich will was ich muss. Klingt logisch, oder?
 
Das mit dem "müssen" ist so eine Sache, ja. Das wäre ein eigenes Thema. Wenn ich den 8.15 Uhr Bus schaffen will, muss ich ihn halt auch schaffen. Nur versuchen und wenns nicht klappt, auch nicht schlimm?
Das mit dem "müssen" stellst du dir als Aufgabe.

Wie begegnest du denn deinem Gegenüber, wenn er den Bus nicht schafft.

Du könntest es auch absolut akzeptieren, daß es die Umstände nicht zugelassen haben, den Bus zu erreichen.
 
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