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Pünktlich Feierabend machen im neuen Job = schlechter Eindruck?

Moin,

ich denke die Kernfragen sind:

bekommst du die Stunden bezahlt?
Wenn sie dir nicht bezahlt werden wie sieht dann dein Reallohn aus?
Chronische Überstunden machen irgendwann krank.

Auch gibt es Mitarbeiter, die machen sich wichtig. Leider gibt es ebenso die "Wischtischtuer" und Arbeitssimulanten.
Auch wenn es an die 10 Stunden Grenze geht wird es irgendwann problematisch.

Mache vielleicht die eine oder andere Überstunde aber ab Freitag bis 18:00 oder länger werkeln das würde ich mir nicht auf Dauer reinziehen.

Ansonsten würde ich sagen - wenn so viel zu tun ist, dann sollte der Chef / Chefin weiteres Personal einstellen - oder?
 
Ich habe Jahrelang einer eine von nur 2 Vollzeitkräften hier gearbeitet und mein Chef nannte mich "den Bürovorsteher", weil ich als erster das war und als letzter ging. Ich wurde sehr gewertschätzt.
Wobei ich es nicht unbedingt positiv finde, wenn einen die Kollegen insbesondere wegen der langen Aufenthaltsdauer im Büro besonders wertschätzen. Lange Arbeitszeiten finde ich persönlich nicht unbedingt wünschenswert, und ich bin ja eher der Typ, der möglichst bald das Büro verlässt, sobald die Arbeitszeit rum ist, bzw. sobald die akut anliegenden Tätigkeiten erledigt sind. Ich fühle mich daher wohler an einem Arbeitsplatz, wo die Kollegen das auch so ähnlich sehen und ebenfalls Wert auf ihr Privatleben und ihren Feierabend legen.

Vor Jahren hatte ich mich mal in einer kleineren Softwarefirma beworben, die im Vorstellungsgespräch mit ihrem tollen Betriebsklima geworben hatte. In der Probezeit stellte sich aber ziemlich bald heraus, dass das in erster Linie bedeutete, dass zum normalerweise üblichen Feierabend niemand das Büro verließ und alle weiter arbeiteten. Ich bin damals buchstäblich monatelang nicht vor 21 Uhr zuhause gewesen (was auch an der etwa einstündigen Rückfahrt gelegen hat). Einkaufen ging überwiegend nur am Hauptbahnhof, weil schon längst alle Läden geschlossen hatten. Ich bin nie so häufig abends Essen gegangen wie damals, weil mein Kühlschrank oft leer war.

Diese überlangen Arbeitszeiten hatten mich ziemlich zermürbt, ich bin damals kaum noch zur Ruhe gekommen. Zum Glück hatte ich am Ende der Probezeit die Reißleine gezogen und gekündigt. Seit dieser Zeit weiß ich, dass das nichts für mich ist.
 
Diese überlangen Arbeitszeiten hatten mich ziemlich zermürbt, ich bin damals kaum noch zur Ruhe gekommen. Zum Glück hatte ich am Ende der Probezeit die Reißleine gezogen und gekündigt. Seit dieser Zeit weiß ich, dass das nichts für mich ist.

Ich kann das gut verstehen. Nichts würde mich vermutlich glücklicher machen als meine Arbeitszeit irgendwann mal auf 35 oder 30 Stunden die Woche zu reduzieren.

Ich bin es gewöhnt überwiegend mit Frauen zusammen zu arbeiten, von denen die Mehrheit nur Teilzeit arbeitet. Mein Team besteht auch knapp 20 Leuten bzw Stellen. Wenn ich aufrechne sind davon:
9 in Teilzeit
2 in Altersteilzeit
1 ständig krank
3 Stellen unbesetzt
4 und ich in Vollzeit.

Mir geht es um das "Gefühl" welches man vermittelt. Wenn du Kinder hast, ist alles erlaubt, jeder hat Verständnis.

Wenn du aber scheinbar ohne wichtigen Grund als erster von allen gehst, KANN das einen negativen Eindruck hinterlassen. Klar kann man sagen "ich war schneller mit der Arbeit fertig", aber sag das mal den übrigen alteingesessenen Kollegen...

Solange die Arbeitszeit bezahlt wird, würde ich immer lieber ne Stunde länger bleiben und dafür hier und da mal einen Tag mehr Urlaub nehmen. Es fällt nicht auf ob du 14 oder 15 Tage Urlaub hast, aber es fällt auf wenn du jeden Tag als erstes gehst.
 
Mir geht es um das "Gefühl" welches man vermittelt. Wenn du Kinder hast, ist alles erlaubt, jeder hat Verständnis.
Das ist bei uns allerdings auch so. Ich habe eine Kollegin, deren Kinder sind inzwischen volljährig, aber für ihre Teilzeit hat jeder Verständnis. Dass ich allerdings eine inzwischen pflegebedürftige Mutter habe (sie wohnt in einer anderen Stadt, aber ich müsste mich trotzdem mehr um sie kümmern), scheint dennoch ein weit weniger triftiger Grund für eine Stundenreduzierung zu sein als die volljährigen Kinder der Kollegin.
 
Das ist bei uns allerdings auch so. Ich habe eine Kollegin, deren Kinder sind inzwischen volljährig, aber für ihre Teilzeit hat jeder Verständnis. Dass ich allerdings eine inzwischen pflegebedürftige Mutter habe (sie wohnt in einer anderen Stadt, aber ich müsste mich trotzdem mehr um sie kümmern), scheint dennoch ein weit weniger triftiger Grund für eine Stundenreduzierung zu sein als die volljährigen Kinder der Kollegin.

Das war bei uns auch immer so. Kinder sind selbst nach Volljährigkeit ein immer vorrangiger Grund.

Eine Freundin von mir hat für ihre Kollegin über 10 Jahre immer verzichtet und ihr immer den Vortritt bei Urlaub und co gelassen. Irgendwann waren die Kinder der Kollegin erwachsen aber meine Freundin hatte einen Hund, der krank wurde. Verständnis gleich Null, ist ja nur ein Tier ...

Ich habe absolutes Verständnis für Eltern, aber es ist schade, dass man ohne Kinder auf sehr wenig Verständnis stößt.
 
Ich habe absolutes Verständnis für Eltern, aber es ist schade, dass man ohne Kinder auf sehr wenig Verständnis stößt.
Ich habe schon wiederholt versucht, eine Stundenreduzierung zu beantragen, aber meine Chefs reagieren jedesmal wie der Teufel aufs Weihwasser bei diesem Thema. Seltsamerweise haben fast alle weiblichen Kollegen Teilzeitverträge, selbst wenn die Kinder schon längst aus dem Haus sind. Bei mir hingegen scheint es völlig unmöglich zu sein, die Arbeitszeit zu reduzieren.

Es scheint die implizite Regel zu geben:
Frau -> Teilzeit ist normal
Mann -> Muss Vollzeit arbeiten
 
Ich habe schon wiederholt versucht, eine Stundenreduzierung zu beantragen, aber meine Chefs reagieren jedesmal wie der Teufel aufs Weihwasser bei diesem Thema. Seltsamerweise haben fast alle weiblichen Kollegen Teilzeitverträge, selbst wenn die Kinder schon längst aus dem Haus sind. Bei mir hingegen scheint es völlig unmöglich zu sein, die Arbeitszeit zu reduzieren.

Oft öffnen Kinder hier Türen 😀
Sprich: Durch ein Kind erlangst du Teilzeit und wenn du einmal Teilzeit arbeitest und es klappt, dann lässt es der Chef laufen. Gerecht ist das natürlich nicht, dass selbst wenn Kinder erwachsen sind man noch Teilzeit arbeiten darf, aber andere ohne Kinder nicht.
 
Oft öffnen Kinder hier Türen 😀
Sprich: Durch ein Kind erlangst du Teilzeit und wenn du einmal Teilzeit arbeitest und es klappt, dann lässt es der Chef laufen.
Ja genau. Vor allem: wenn sich das Team mal dran gewöhnt hat, dass jemand seit Jahren wegen der Kinder Teilzeit arbeitet, dann bleibt es auch dabei, und niemand hinterfrägt es noch. Aber wenn jemand anderer plötzlich ohne (vermeintlich) triftigen Grund ebenfalls die Stunden reduzieren möchte, dann ist das angeblich aus betrieblichen Gründen nicht möglich.
 
Menschen mögen eben keine Veränderung 😀
Viele sehen darin eine Gefahr, zb dass sie die Arbeit von anderen übernehmen sollen.

Ich kann vermutlich gut in Teilzeit gehen. Die entscheidende Frage wird eher sein, wie dann Arbeiten verteilt werden. Es gibt leider genug Beispiele, in denen Menschen trotz Teilzeit ähnlich viel arbeiten sollen wie Vollzeitkräfte.

Mein alter Chef hat mich auch abends nach 10 Uhr noch angerufen wenn er Fragen hatte....
Generell eine Unsitte unserer Zeit, dass Menschen außerhalb der Arbeitszeit zur Verfügung stehen sollen.

Es mag geheuchelt sein und reines taktieren, aber wenn ich Überstunden mache und erst spät nach hause gehe, stecke ich manchmal bewusst den Kopf ins Büro des Chefs und wünsche noch einen schönen Feierabend, im Grunde aber nur damit er sieht dass ich auch mal lange bleibe.

Gerade neuen Kollegen empfehle ich immer darauf zu achten was man von ihnen sieht. Man soll nicht sinnlos lange bleiben, aber auch nicht negativ auffallen indem man länger Pause macht, früher geht und später kommt als alle anderen.
 
Mein alter Chef hat mich auch abends nach 10 Uhr noch angerufen wenn er Fragen hatte....
Generell eine Unsitte unserer Zeit, dass Menschen außerhalb der Arbeitszeit zur Verfügung stehen sollen.
Das ist zum Glück bei uns nicht so. Sobald ich aus dem Büro bin, gibt es keinen beruflichen Kontakt mehr. Es ruft niemand an und meine Mailbox schaue ich nicht an.

Was die Aufmerksamkeit des Chefs betrifft bin ich allerdings eher anders: ich gehe möglichst unauffällig nach Hause, egal zu welcher Uhrzeit. Auf die Idee, dem Chef "Ciao" zu sagen, wäre ich nicht gekommen. Wenn ich Überstunden mache, schließe ich eher die Tür, und mir ist es lieber, wenn keiner merkt, dass ich noch da bin.
 

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