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Prüfungsangst im Studium

Hallo Zenny, ich verstehe jetzt nicht, was Dein Therapeut gut hinbekommen hat, wenn du seit 6 Jahren immer noch unter Angst leidest.
6 Jahre Panikstörungen, die extreme Prüfungsangst kam erst im Master. Und da konnte er mir sehr wohl, sehr gut helfen, nun nach einem Jahre empfinde ich keine Prüfungsangst mehr und kann wieder entspannt lernen. Ich sehe das schon als einen Erfolg 🙂

Aber eigentlich ist es doch egal was ich sage, oder? Du hast Recht, ich in deinen Augen unrecht und jeder mit psychischen Problemen sollte sein Studium gleich fallen lassen, richtig? 🙂
 
Hallo zusammen,

bevor sich noch weiterhin über irgendwelche Diagnosen oder Begriffe und deren Herkunft gestritten oder diskutiert wird, möchte ich mich nochmal einmischen und ein paar Dinge "klarstellen" (ich versuche es zumindest). Sollte ich etwas vergessen haben oder etwas noch unklar ist, einfach nochmal darauf eingehen.

  1. BAFöG erhalte ich nicht, hierzulande bekomme ich also keinerlei Schwierigkeiten.
  2. Prokrastination: Ich würde nicht sagen, dass ich irgendwas vor mir her schiebe. Während des Semesters habe ich viel für das Studium gemacht - immer in den Vorlesungen, Übungen und Seminaren anwesend und alles vor- und nachbereitet sowie die Lektüre gelesen (sofern vorhanden und notwendig). Mit dem Lernen habe ich meiner Meinung nach eigentlich rechtzeitig angefangen, andere haben wesentlich später damit begonnen.
  3. Unorganisation: Das trifft auch nicht ganz zu. Ich habe mir gut eingeteilt, was ich wann lerne. Jedoch klappte das nicht gut, da ich die im ersten Post erwähnten Symptome aufwies, Panikattacken bekam und mich beim Lernen nicht konzentrieren konnte und kann. Das Gleiche gilt auch für die Prüfungen (näheres dazu siehe etwas weiter unten).
  4. Ein Studium nur mit Hilfe von psychologischer oder therapeutischer Beratung bzw. Behandlung geschafft zu haben, ist meiner Meinung nach nicht das Gelbe vom Ei. Natürlich ist das in meinem Fall absolut notwendig, auch dann, wenn ich eine Ausbildung anfangen sollte. Ich weiß natürlich, dass man auch in einer Ausbildung theoretischen Stoff durchnimmt und Prüfungen schreiben muss - gerade deswegen. 😉
  5. Eine Prüfung habe ich bereits geschrieben und - trotz guter Vorbereitung! - versemmelt. Ich konnte mich während der Klausur nicht richtig konzentrieren und folglich sind mir die (richtigen) Antworten nicht gleich eingefallen. Das hatte wiederum die Folge, dass ich nicht alles geschafft habe zu beantworten. Im ersten Semester, in dem ich diese Prüfungsangst übrigens noch nicht hatte (und vorher, bspw. im Abitur, ebenfalls nicht), waren meine Noten auch nicht sonderlich berauschend. Das ist ein weiteres Problem, vor allem in einem geisteswissenschaftlichen Fach wie Germanistik (Ökonomie ist bei mir nur ein Nebenfach, möchte ich aber nicht als Hauptfach haben, da mich Germanistik mehr interessiert). Dort sind die Jobaussichten sowieso nicht besonders gut, vor allem aufgrund der hohen Konkurrenz, und wenn man dann keine guten Noten hat... Naja, auf jeden Fall wollte ich dazu noch sagen, dass meine beste Note im ersten Semester 2,7 war - und ausgerechnet in einem Fach, bei dem sowohl das Fach an sich als auch die Prüfung extrem einfach war und man sogar seine Unterlagen mit in die Prüfung nehmen durfte. Dass das kein gutes Ergebnis ist, kann jeder bestätigen (wurde mir auch schon bestätigt). Die anderen Noten waren dann 3,0 und schlechter (schlechtestes Ergebnis: 4,0). Drittes Problem: Ich bekomme ein Zeitproblem. Wie oben schon erwähnt, habe ich eine Prüfung bereits vergeigt. Klar, ich habe Anfang Oktober noch einen Zweitversuch, mit dem ich die Prüfung und damit das Fach bestehen und abschließen kann. Wenn ich meine Angst und Panik mit Hilfe eines Psychologen bis dahin allerdings nicht in den Griff kriege und auch den Zweitversuch nicht schaffe, ist das Studium für mich beendet. Hintergrund dazu: bei uns gibt es etwas namens "Grundlagen- und Orientierungsprüfung". Das ist keine Prüfung an sich, sondern eine Regelung an der Uni, bei der man bestimmte Fächer innerhalb der ersten beiden Semester spätestens beim zweiten Versuch bestehen muss, ansonsten wird man exmatrikuliert. Da hilft auch kein Urlaubssemester - das habe ich bereits recherchiert. An der Wiederholungsklausur wird man bei Nicht-Bestehen des ersten Versuches automatisch angemeldet, man kann sich davon weder abmelden noch kann man diese verschieben. Erschwerend kommt hinzu, dass man für einen Termin bei einem Psychologen (oder Therapeuten oder was auch immer) meist recht lange warten muss. Ein normaler Arzttermin ist da schon weniger das Problem (ich meine das bezogen darauf, um körperliche Ursachen für meine Beschwerden auszuschließen).

Sorry, dass das jetzt mal wieder ein etwas längerer Text geworden ist - deshalb recht vielen Dank für's Lesen!

Liebe Grüße,
DarkEve
 
Danke für deine ausführliche Erklärung DarkEve 🙂 Nun weiß man viel mehr und kann sich besser in deine Situation hinein versetzen.

Die Regelung mit den Orientierungsprüfungen finde ich ja ziemlich doof und grausam, da hätte doch eine Art Einstellungstest genügt, so nimmt man die Leute aber an, nimmt deren Geld, nur um sie dann zeitig wieder rauszuwerfen. Eine ziemliche Schweinerei.

Du hast ja gesagt, dass obwohl du früh anfängst Panik beim Lernen bekommst, weißt du vielleicht wieso? Ja, klingt doof, meistens weiß man so etwas nicht, aber vielleicht findest du ja dennoch einen Auslöser 🙂

Das mit den Blackouts in den Prüfungen kannte ich leider auch, so etwas zieht sehr runter und kratzt sehr am eh schon mangelnden Selbstbewusstsein, das tut mir wirklich leid für dich, dass du auch so eine Erfahrung machen musstest.

Unabhängig vom Studium oder Ausbildung solltest du dringend Hilfe suchen, bevor es noch extremer wird, denn wie du ja selbst erkannt hast, wird auch eine Ausbildung mit so einer ausgeprägten Angst kein Zuckerschlecken.

Persönlich empfehle ich dir ein Beratungsgespräch beim sozialen Dienst deiner Universität. Dort sitzen i.d.R. sehr nette und kompetente Leute, die versuchen mit dir gemeinsam eine Lösung zu finden, ohne dir ihre eigene Meinung aufzuzwingen.

Ich drück dir die Daumen und würde mich freuen, in Zukunft etwas positives von dir, für dich, zu hören 🙂
 
Aber eigentlich ist es doch egal was ich sage, oder? Du hast Recht, ich in deinen Augen unrecht und jeder mit psychischen Problemen sollte sein Studium gleich fallen lassen, richtig? 🙂

Nein. Jedoch sieht alles sehr nach Überforderung aus. Dies bestätigt DarkEve.
Die Empfehlung Fachliche Hilfe, Psychologe einzuschalten, kam schon auf S. 1+2.

Leidest Du unter Panik seit Beginn des Studiums? Ob man bereits in einem Beruf arbeitet oder noch studiert. Es kann in meinen Augen nicht richtig sein, einen Job zu machen, den man nur schafft, weil man zum Therapeuten geht. Es muss doch auch Jobs geben, die man angstfrei schafft.
 
Nein. Jedoch sieht alles sehr nach Überforderung aus. Dies bestätigt DarkEve.
Die Empfehlung Fachliche Hilfe, Psychologe einzuschalten, kam schon auf S. 1+2.

Leidest Du unter Panik seit Beginn des Studiums? Ob man bereits in einem Beruf arbeitet oder noch studiert. Es kann in meinen Augen nicht richtig sein, einen Job zu machen, den man nur schafft, weil man zum Therapeuten geht. Es muss doch auch Jobs geben, die man angstfrei schafft.
Die Panikstörungen gehen auf eine nicht so schöne Kindheit zurück und haben nichts mit meiner Ausbildung, meinem Studium oder meiner Arbeit auf sich, keine Sorge 😉
 
Nein, diese Panik und Angst habe ich nicht seit dem Beginn des Studiums. Das erste Semester verlief einwandfrei. Ich meine, dass man am Tag der Prüfung aufgeregt ist, ist ganz normal, das kenne ich ja sowohl vom letzten Semester als auch von den Prüfungen vorher (Abitur, Führerschein etc.). Aber dieses extreme Ausmaß an Angst und Panik schon Wochen vor den Prüfungen kenne ich überhaupt nicht.

Was der Auslöser dafür ist, weiß ich leider ebenfalls nicht. Die Sache ist erst aufgetreten, als ich begonnen habe, mich für meine Prüfungen in dem aktuellen Semester vorzubereiten.

Eine Sache wollte ich noch erwähnen, bevor wieder jemand auf diesem Thema herumreitet: sollte ich mich für eine Ausbildung entscheiden (das ist aktuell ja noch nicht in trockenen Tüchern), ist das sehr wohl eine gut überlegte Entscheidung. Darüber denke ich ja, seit dem ich diese Panik habe, schon nach und habe ebenso auch bereits mit meinen Eltern darüber gesprochen (erwähnte ich bereits), die absolut hinter mir stehen.
 
Hallo;

Es gibt es sehr gutes aber einfaches Homopatische Mittel,auch gegen Flugangst,Prüfungsangst ect..Ich weiß den Namen nicht mehr,aber frage einfach mal in der Apotheke,kostet glaube ich so um die 6.-Euro.Ein kleines Röhrchen mit kleinen runden harmlosen Pillen.Keine Chemie.Die nimmt man 2 Tage vor der Prüfung/Flug ein.Lass Dich da mal beraten.Meiner Kleinen hat es damals vor ihren Prüfungen sehr Gut geholfen.

Viel Erfolg.
Lieben Gruß
Schokoschnutte
 
Prokrastination: Ich würde nicht sagen, dass ich irgendwas vor mir her schiebe. Während des Semesters habe ich viel für das Studium gemacht - immer in den Vorlesungen, Übungen und Seminaren anwesend und alles vor- und nachbereitet sowie die Lektüre gelesen (sofern vorhanden und notwendig). Mit dem Lernen habe ich meiner Meinung nach eigentlich rechtzeitig angefangen, andere haben wesentlich später damit begonnen.
Genauso habe ich dich auch verstanden. Wie andere zu dieser Fehlinterpretation kommen, verstehe ich auch nicht.

Ein Studium nur mit Hilfe von psychologischer oder therapeutischer Beratung bzw. Behandlung geschafft zu haben, ist meiner Meinung nach nicht das Gelbe vom Ei.
Eben. Denn du wirst nicht dein ganzes späteres Berufsleben hindurch parallel eine Psychotherapie machen können. Bei nur vorübergehenden Schwierigkeiten im Sinne einer akuten Studienkrise kann eine Psychotherapie helfen. Bei dir deutet aber vieles auf eine grundlegende Überforderung hin. Auch die beste Therapie kann nichts daran ändern, wenn man für eine Sache nun mal nicht die nötige Begabung mitbringt. Aus mir wird auch kein Sportpsychologe eine gute Sportlerin machen können; denn dafür bin ich hoffnungslos unbegabt. Und wer stockunmusikalisch ist, dem wird auch der beste Musikprofessor oder Psychologe nicht zum absoluten Gehör verhelfen können.

Eine Prüfung habe ich bereits geschrieben und - trotz guter Vorbereitung! - versemmelt. Ich konnte mich während der Klausur nicht richtig konzentrieren und folglich sind mir die (richtigen) Antworten nicht gleich eingefallen. Das hatte wiederum die Folge, dass ich nicht alles geschafft habe zu beantworten. Im ersten Semester, in dem ich diese Prüfungsangst übrigens noch nicht hatte (und vorher, bspw. im Abitur, ebenfalls nicht), waren meine Noten auch nicht sonderlich berauschend.....Naja, auf jeden Fall wollte ich dazu noch sagen, dass meine beste Note im ersten Semester 2,7 war - und ausgerechnet in einem Fach, bei dem sowohl das Fach an sich als auch die Prüfung extrem einfach war und man sogar seine Unterlagen mit in die Prüfung nehmen durfte. Dass das kein gutes Ergebnis ist, kann jeder bestätigen (wurde mir auch schon bestätigt). Die anderen Noten waren dann 3,0 und schlechter (schlechtestes Ergebnis: 4,0).
Klingt alles nicht danach, als ob du zu diesem Studium berufen wärest (auch wenn andere es hier angeblich besser wissen, aber denen geht es auch gar nicht um dich, sondern nur darum, Nordrheiner und mich madig zu machen).

Klar, ich habe Anfang Oktober noch einen Zweitversuch, mit dem ich die Prüfung und damit das Fach bestehen und abschließen kann. Wenn ich meine Angst und Panik mit Hilfe eines Psychologen bis dahin allerdings nicht in den Griff kriege und auch den Zweitversuch nicht schaffe, ist das Studium für mich beendet.
Hört sich doch sehr vernünftig an. Wenn du die Prüfung trotz psychologischer Beratung auch im Oktober nicht schaffst, ist dieses Studium für dich sowieso beendet. Also: ruhig bleiben. Wenn es klappt, ist es gut. Wenn nicht, geht davon die Welt auch nicht unter. Dann machst du eben eine Ausbildung, die dir liegt. Du bist noch jung! Wenn das Leben uns eine Tür vor der Nase zuschlägt, öffnet es uns eine andere. 😉

Ich wünsche dir alles Gute! 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie schon so oft: bitte klärt eure privaten Differenzen per PN. Im Thread eines anderen Users hat das nichts zu suchen und ist OT.
 
Nein, diese Panik und Angst habe ich nicht seit dem Beginn des Studiums. Das erste Semester verlief einwandfrei. Ich meine, dass man am Tag der Prüfung aufgeregt ist, ist ganz normal, das kenne ich ja sowohl vom letzten Semester als auch von den Prüfungen vorher (Abitur, Führerschein etc.). Aber dieses extreme Ausmaß an Angst und Panik schon Wochen vor den Prüfungen kenne ich überhaupt nicht.

Was der Auslöser dafür ist, weiß ich leider ebenfalls nicht. Die Sache ist erst aufgetreten, als ich begonnen habe, mich für meine Prüfungen in dem aktuellen Semester vorzubereiten.

Eine Sache wollte ich noch erwähnen, bevor wieder jemand auf diesem Thema herumreitet: sollte ich mich für eine Ausbildung entscheiden (das ist aktuell ja noch nicht in trockenen Tüchern), ist das sehr wohl eine gut überlegte Entscheidung. Darüber denke ich ja, seit dem ich diese Panik habe, schon nach und habe ebenso auch bereits mit meinen Eltern darüber gesprochen (erwähnte ich bereits), die absolut hinter mir stehen.

Ich drück dir so oder so für alles weitere die Daumen und hoffe, dass du deine Prüfungsangst schnell in den Begriff bekommst, ich bin mir sicher, dass du deinen Weg schon gehen wirst. :blume:
 

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