@Eisi....und allgemein:
zunächst an dich Eisi eine kleine Randfrage: was ist mit Gefühl für dich selbst in Sachen Gesundheitsfürsorge? Du schreibst oft Beiträge um 2 oder 3 Uhr Nachts...das sieht mir nach Schlafstörung oder so aus. Wie hältst du dich solange wach? Mit Cola, Alk oder sonstigen psychoaktiven Stimulanzien?
Take care for you....die Hirnchemie ist superempfindlich und regelmäßig zu wenig Schlaf oder ungünstiger Wach-Schlafrhytmus etc. kann zu Störungen und Schädigungen der Hirnchemie und auch der Gesamtkörpergesundheit führen...dran denken!
Religion dient natürlich nicht nur dem Machterhalt...sondern ist auch für die Menschen was Sinnstiftendes, psychologisch gesehen sowas wie ein Beruhigungsmittel oder ein Ordnungsinstrument mittels dessen Dinge, die unerklärlich oder beängstigend erscheinen, erklärt werden. Der den meisten Religionen innewohnende Grundgedanke, dass die Seele unsterblich ist, und das Leben nicht mit dem Tod endet, läßt viele Ichbewusstseinsträger mit dem Bewusstsein irgendwann unausweichlich zu sterben, besser und angstfreier auskommen.
Gleichzeit wird von einigen Menschen Religion natürlich zum Machterhalt benutzt. Und stimmt, der Buddhismus ist ne Religionsform, die dazu ungeeignet ist, was in meinen Augen ein großer Pluspunkt für diese Religionsart ist...sie zeigt aus meiner Sicht Weisheit und Reife mit ihrer Struktur.
Und nun der Bogen zurück zum Thema: in mir kommt spontan die Frage auf, ob in Zeiten in denen die christliche Religion für sehr viele Menschen nicht mehr sinnstiftend ist ggf der Sex als neue Religion aufkommt so im Zeichen der modernen materialistischen Wirtschaftssysteme, die Narzissmen fördern, das Individuum erschaffen haben, dass in zunehmend aufkommender Singleform an die medialen Titten angedoct seine Sexualität auslebt...Pornografie gucken und sich einen drauf runterholen ist natürlich Dünnmilch...macht nicht wirklich satt und daher das hohe Suchtpotenzial.
In Pornografie und zwar der meist vertretenen Form des Männerhardcorepornos (mit Gangbang, Cumshotidolatrie etc.) sehe ich starken männlichen Narzissmus. Für die geistige Entwicklung nicht so förderlich im Grunde. Aber ggf fürs Wirtschaftssystem prima...man hat Männer (oder auch langsam zunehmend Frauen) mit so einer Art kindlicher Abhängigkeit vom Produkt.
Wer in sich geht und seine Grundbedürfnisse kennt z.B. nach Liebe und Sex als einer Form der Liebe unter mehreren Formen der Liebe. Allein die körperliche Liebe macht meiner Erfahrung nach nicht zufrieden und ausgefüllt. Vollständiger und erfüllender wird sie meiner Erfahrung nach eher in Kombination mit geistiger Liebe, also wenn nicht nur die Geschlechtsorgane sondern der gesamte Mensch mit betroffen und eingespannt sind. Das wirkt sich sogar auf die Orgasmusintensität und -qualität hin aus.
Körperliche Liebe ist natürlich einfacher zu händeln...Beziehungen bedeuten Arbeit, die einige sich ggf nicht leisten können oder wollen weil sie bereits mit anderen Dingen beschäftigt und überfordert sind.
Prostitution bedient in der Regel nur das Grundbedürfnis nach körperlichem Austausch.
Was mir ebenfalls erneut in den Sinn kommt ist dieser große Hype der immer schon aus der Sexualität des Menschen gemacht wurde...ist wohl ne Erfindung der Evolution...starke Schwanzzentriertheit und Leistungsethos (das ja auch im Männerhardcoreporno auf die Schwanzspitze des ewig und dauerhaft erigierten Superpenis gefeiert wird) sind offenbar Triebmittel zum Erhalt der Menschheit...allerdings denke ich käme man auch ohne aus. Heutzutage ist Männlichkeitsidolatrie natürlich technisiert umgesetzt, früher waren es in archaischen Gesellschaften Rituale, Tänze und Orgien oder sowas.
In einer Massenpopulation reicht es ja auch an sich wenn eine gewisse Anzahl männlicher Singles sich zu Hause vor nem Porno einen runterholt und ihre Sexualität vorwiegend in Fantasiewelten ausleben.
Darkside hat es treffend ausgedrückt..der Bedarf ist da, allerdings frage ich mich ob der Befriedigungsfaktor durch Pornografiekonsum und Prostitutionskonsum nicht oft recht dürftig ausfällt und damit den weiteren Bedarf noch mehr pusht. Ich denke schon dass da eine gewisse Kopplung drin steckt...und mir persönlich würde es zuwiderlaufen meine Sexualität zu stark an wirschaftliche Marktinteressen zu koppeln.
Mein Mottoschlachtruf wäre: free your sexual fantasies from visual effects. Befreit eure sexuelle Fantasie von zu viel Pornofantasien und auch dem was dort so gezeigt wird und ggf unterm Strich eher Frust als Lust schafft auf Dauer.
Was Bedarf noch mal angeht so ist es aus hirntechnischer Sicht so, dass ein gewisser Grundbedarf da ist allerdings durch zu viele Anreize und Überstimulation natürlich auch ein überblähter Bedarf entstehen kann. Ein solch überblähter Bedarf wird ja an sich auch im klassischen Männerhardcoreporno dargestellt...mit den ständig wechselnden Sexpartnern etc...Stinkt ziemlich nach Ichblähungen also Narzissmus....mag ich nicht.
Tyra
ne weitere Fragestellung wäre der Zusammenhang der Manifestation patriarchaler Machtstrukturen und ob Pornografie ein Zeichen zunehmender männlicher Verunsicherung ist und daher im Pornobild des Mannes das Aufblähen zum roten Riesen...weil in der Realität unserer Gesellschaft die Machtpositionen der Männer zunehmend geringer werden. Verhaltensbiologisch betrachtet würde es passen da Männchen die sich bedroht fühlen oft blähen und größer machen als sie in Wirklichkeit sind...Das machen Weibchen natürlich auch allerdings seltener, ihre Überlebensstrategie ist ja eher dass sie die Jungs an der Front die Köpfe hinhalten lassen während sie aus dem Hintergrund die Machtfäden ziehen.
Die weibliche körperliche Potenz steht ja an sich auch immer außer Frage...da habens die Männer halt ein wenig schwerer und ich denke sie machen es sich bei zu häufigem Pornokonsum nicht grad leichter.