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Pornographie/Prostitution - Pro/Contra

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Ja, ich denke mal, dass ist das einzige, was an Norwegen schlecht ist, die oftmals noch tief sitzende christliche Moral in weiten teilen der Bevölkerung. Früher mussten die christlichen Könige dort stark missionieren zwecks Machterhalt, leider.

Öhmm, weicht ein bisschen vom Thema ab, aber Religion dient einzig und allein dem Machterhalt (den Buddhismus mal ausgenommen).

Zum Thema: Ich denke, dass für beides eine ausreichende Nachfrage besteht, sonst gäbe es das ja nicht mehr. Wenn also die Nachfrage da ist, wollen die Menschen das auch. Also soll's mir recht sein. Problematisch sehe ich nur die erzwungene Prostitution. Hier sollten die Opfer besser geschützt werden.
Ich persönlich kann mit einer Postituierten gar nichts anfangen, da würde mir das Gefühl fehlen...

Eisi
 
@Eisi....und allgemein:

zunächst an dich Eisi eine kleine Randfrage: was ist mit Gefühl für dich selbst in Sachen Gesundheitsfürsorge? Du schreibst oft Beiträge um 2 oder 3 Uhr Nachts...das sieht mir nach Schlafstörung oder so aus. Wie hältst du dich solange wach? Mit Cola, Alk oder sonstigen psychoaktiven Stimulanzien?
Take care for you....die Hirnchemie ist superempfindlich und regelmäßig zu wenig Schlaf oder ungünstiger Wach-Schlafrhytmus etc. kann zu Störungen und Schädigungen der Hirnchemie und auch der Gesamtkörpergesundheit führen...dran denken!

Religion dient natürlich nicht nur dem Machterhalt...sondern ist auch für die Menschen was Sinnstiftendes, psychologisch gesehen sowas wie ein Beruhigungsmittel oder ein Ordnungsinstrument mittels dessen Dinge, die unerklärlich oder beängstigend erscheinen, erklärt werden. Der den meisten Religionen innewohnende Grundgedanke, dass die Seele unsterblich ist, und das Leben nicht mit dem Tod endet, läßt viele Ichbewusstseinsträger mit dem Bewusstsein irgendwann unausweichlich zu sterben, besser und angstfreier auskommen.
Gleichzeit wird von einigen Menschen Religion natürlich zum Machterhalt benutzt. Und stimmt, der Buddhismus ist ne Religionsform, die dazu ungeeignet ist, was in meinen Augen ein großer Pluspunkt für diese Religionsart ist...sie zeigt aus meiner Sicht Weisheit und Reife mit ihrer Struktur.

Und nun der Bogen zurück zum Thema: in mir kommt spontan die Frage auf, ob in Zeiten in denen die christliche Religion für sehr viele Menschen nicht mehr sinnstiftend ist ggf der Sex als neue Religion aufkommt so im Zeichen der modernen materialistischen Wirtschaftssysteme, die Narzissmen fördern, das Individuum erschaffen haben, dass in zunehmend aufkommender Singleform an die medialen Titten angedoct seine Sexualität auslebt...Pornografie gucken und sich einen drauf runterholen ist natürlich Dünnmilch...macht nicht wirklich satt und daher das hohe Suchtpotenzial.
In Pornografie und zwar der meist vertretenen Form des Männerhardcorepornos (mit Gangbang, Cumshotidolatrie etc.) sehe ich starken männlichen Narzissmus. Für die geistige Entwicklung nicht so förderlich im Grunde. Aber ggf fürs Wirtschaftssystem prima...man hat Männer (oder auch langsam zunehmend Frauen) mit so einer Art kindlicher Abhängigkeit vom Produkt.

Wer in sich geht und seine Grundbedürfnisse kennt z.B. nach Liebe und Sex als einer Form der Liebe unter mehreren Formen der Liebe. Allein die körperliche Liebe macht meiner Erfahrung nach nicht zufrieden und ausgefüllt. Vollständiger und erfüllender wird sie meiner Erfahrung nach eher in Kombination mit geistiger Liebe, also wenn nicht nur die Geschlechtsorgane sondern der gesamte Mensch mit betroffen und eingespannt sind. Das wirkt sich sogar auf die Orgasmusintensität und -qualität hin aus.
Körperliche Liebe ist natürlich einfacher zu händeln...Beziehungen bedeuten Arbeit, die einige sich ggf nicht leisten können oder wollen weil sie bereits mit anderen Dingen beschäftigt und überfordert sind.

Prostitution bedient in der Regel nur das Grundbedürfnis nach körperlichem Austausch.
Was mir ebenfalls erneut in den Sinn kommt ist dieser große Hype der immer schon aus der Sexualität des Menschen gemacht wurde...ist wohl ne Erfindung der Evolution...starke Schwanzzentriertheit und Leistungsethos (das ja auch im Männerhardcoreporno auf die Schwanzspitze des ewig und dauerhaft erigierten Superpenis gefeiert wird) sind offenbar Triebmittel zum Erhalt der Menschheit...allerdings denke ich käme man auch ohne aus. Heutzutage ist Männlichkeitsidolatrie natürlich technisiert umgesetzt, früher waren es in archaischen Gesellschaften Rituale, Tänze und Orgien oder sowas.
In einer Massenpopulation reicht es ja auch an sich wenn eine gewisse Anzahl männlicher Singles sich zu Hause vor nem Porno einen runterholt und ihre Sexualität vorwiegend in Fantasiewelten ausleben.

Darkside hat es treffend ausgedrückt..der Bedarf ist da, allerdings frage ich mich ob der Befriedigungsfaktor durch Pornografiekonsum und Prostitutionskonsum nicht oft recht dürftig ausfällt und damit den weiteren Bedarf noch mehr pusht. Ich denke schon dass da eine gewisse Kopplung drin steckt...und mir persönlich würde es zuwiderlaufen meine Sexualität zu stark an wirschaftliche Marktinteressen zu koppeln.

Mein Mottoschlachtruf wäre: free your sexual fantasies from visual effects. Befreit eure sexuelle Fantasie von zu viel Pornofantasien und auch dem was dort so gezeigt wird und ggf unterm Strich eher Frust als Lust schafft auf Dauer.

Was Bedarf noch mal angeht so ist es aus hirntechnischer Sicht so, dass ein gewisser Grundbedarf da ist allerdings durch zu viele Anreize und Überstimulation natürlich auch ein überblähter Bedarf entstehen kann. Ein solch überblähter Bedarf wird ja an sich auch im klassischen Männerhardcoreporno dargestellt...mit den ständig wechselnden Sexpartnern etc...Stinkt ziemlich nach Ichblähungen also Narzissmus....mag ich nicht.

Tyra

ne weitere Fragestellung wäre der Zusammenhang der Manifestation patriarchaler Machtstrukturen und ob Pornografie ein Zeichen zunehmender männlicher Verunsicherung ist und daher im Pornobild des Mannes das Aufblähen zum roten Riesen...weil in der Realität unserer Gesellschaft die Machtpositionen der Männer zunehmend geringer werden. Verhaltensbiologisch betrachtet würde es passen da Männchen die sich bedroht fühlen oft blähen und größer machen als sie in Wirklichkeit sind...Das machen Weibchen natürlich auch allerdings seltener, ihre Überlebensstrategie ist ja eher dass sie die Jungs an der Front die Köpfe hinhalten lassen während sie aus dem Hintergrund die Machtfäden ziehen.
Die weibliche körperliche Potenz steht ja an sich auch immer außer Frage...da habens die Männer halt ein wenig schwerer und ich denke sie machen es sich bei zu häufigem Pornokonsum nicht grad leichter.
 
Ich glaube, dass nur sehr wenige Frauen sich ihre Tätigkeit im Bereich der Prostitution freiwillig und gerne aussuchen.



EuFrank,

Glauben ist nicht Wissen.

Kannst Du Deine Aussage belegen?

Deutschland ist ein steinreiches Land. Jeder kann sein Kind hier zur Schule schicken, bis zum Abitur, wenn es sein muß. Es gibt jede Menge Ausbildungsplatzangebote. Momentan werden Fachkräfte wieder knapp.

Ich frage mich gerade, wie man sich unter solchen Umständen "gezwungen" sehen kann, Prostitution auszuüben - es sei denn, man kommt aus einem absolut einschlägigen Milieu und steht unter entsprechendem Druck?
 
EuFrank,

Glauben ist nicht Wissen.

Kannst Du Deine Aussage belegen?

Deutschland ist ein steinreiches Land. Jeder kann sein Kind hier zur Schule schicken, bis zum Abitur, wenn es sein muß. Es gibt jede Menge Ausbildungsplatzangebote. Momentan werden Fachkräfte wieder knapp.

Ich frage mich gerade, wie man sich unter solchen Umständen "gezwungen" sehen kann, Prostitution auszuüben - es sei denn, man kommt aus einem absolut einschlägigen Milieu und steht unter entsprechendem Druck?

http://www.soziales.fh-dortmund.de/diederichs/sozpaed-movies/essays/ha_hure_marie.pdf Hier vor allem 1.6.1: Der Weg zur Prostitution

Prostitution und ökonomische Zwänge: Verbindungen des ältesten Berufes mit der wirtschaftlichen Kultur

Prostitution

Interessant dürfe auch die 70seitge Arbeit von Yasmin Dastagir zum Thema sein.
Neben der freiwilligen Berufswahl führen als häufigste Ursachen wirtschaftliche Not oder Zwang in die Prostitution. Die Abgrenzung gerade zwischen wirtschafltichen Gründen und freiwilliger Berufswahl ist oft schwierig; viele Frauen gerade in wirtschafltich schwachen Ländern werden Prostituierte weil ihnen kein attraktiver oder auch nur akzeptabler Beruf offen steht. Ein Grund für Prostitution kann auch Geldbeschaffung für Drogen sein. Hier kann ein Teufelskreis entstehen in dem die schwierige emotionale Situation einer oder eines Prostituierten den Drang einer Betäubung mittels Drogen bedingt.
Bei der erzwungenen Prostitution werden vor allem Frauen aus wirtschaftlich schwachen Staaten von Menschenhändlern unter Vorspiegelung legaler Arbeitsmöglichkeiten in reichere Länder gelockt wo sie durch Abnahme der Reisepapiere in persönliche und finanzielle Abhängigkeit gebracht und dann zur Prostitution gezwungen werden.
Quelle: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Prostitution.html#Ursachen_der_Prostitution

http://www.bpb.de/publikationen/J1EZ3J,1,0,Milliardengesch%E4ft_illegale_Prostitution.html
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Ganz recht, Prostitution ist eindeutig gegen die Menschenwürde!

Prostitution ist eindeutig gegen die Menschenwürde und beschädigt sowohl die Verkäuferin, als den Käufer, auch wenn das viele momentan nicht gleich merken oder wahr haben wollen!



Bevormundung und Entmündigung sind noch viel mehr gegen die Menschenwürde.

Sie beschädigen die Freiheit jener Menschen, die bevormundet und entmündigt werden.


Der Sexualtrieb ist dem Menschen angeboren. Nicht alle Menschen finden jemand, der sie liebt. Dennoch empfinden sie den Trieb und haben das Bedürfnis, ihn auszuleben. Natürlich nicht gewaltsam - sie sind bereit, dafür zu zahlen. Aber zugleich möchten sie auch nicht Liebe vorheucheln, wo es lediglich um Sex geht.

Die Unterdrückung des natürlichen Sextriebs staatlich zu verordnen - das wäre ein Verstoß gegen die Menschenwürde!

So wie es ein Verstoß gegen die Menschenwürde wäre, wenn jemand seinen Sextrieb gewaltsam auslebt, bei jemand, der das auch gegen Bezahlung definitiv nicht möchte.
 
Für mich ist es im Grunde nichts anderes als wie vor jeder anderen Frage: Tue ich's oder nicht? Etwa so wie man sich fragt, ob man etwas Süßes isst oder sich doch lieber in etwas verbeißt, was den Zähnen gut tut.

Der Unterschied besteht allerdings darin, dass ich die Frauen bewundere, die das tun, so es denn freiwillig ist. Wobei die Motive äußerst unterschiedich sein können. Fakt ist, dass Frauen mit Sex unglaubich viel Geld verdienen können. Zur Vermeidung von Beschaffungskriminalität ist es jedoch ungeeignet, es macht die Frauen nur noch schneller kaputt.

Dass es dadurch weniger Sexualdelikte gibt, halte ich für ein Kapitel aus Grimms Märchen. Das wäre ja fast so, als würde keiner mehr etwas klauen, wenn man es doch kaufen könne. Nur leisten kann es sich nicht jeder. Kann ich mir etwas nicht leisten, lass ich es bleiben.

Ich sollte noch erwähnen, dass ich den Begriff Verkauf des Körpers unpassend finde. Denn der gehört weiter der Frau. Der Mann hat ihn ihr unversehrt zurückzugeben.
 
niemand sollte sich sein geld damit verdienen müssen dass er seinen körper verkauft und sich selbst zum sexsklaven irgendwelcher leute degradiert....


Kena,

Sklaven sind Zwangsarbeiter, die für ihre Tätigkeit zudem keinen Cent bekommen. De facto sind es Gefangene.

Ein/e Prostituierte/r in Deutschland hätte sehr wohl die Möglichkeit, auch andere Berufstätigkeiten auszuüben, wird also - im Normalfall (ich rede nicht von Drogenprostitution oder ausländischen Zwangsprostituierten) nicht dazu gezwungen.

Zudem bekommt der/die Prostituierte Geld für seine Tätigkeit.

Und wie diese Tätigkeit ausschaut, ist frei verhandelbar! Es gibt Prostituierte, die bestimmte Sexpraktiken rigoros ablehnen und dann müssen sie die auch nicht ausüben. Mag ja sein, daß der eine oder andere Freier sich dann nach jemand anders umschaut, aber das ist ja wohl immer noch die eigene Entscheidung des/der Prostituierten, ob er/sie das in Kauf nimmt oder nicht!

Von "müssen" kann keine Rede sein, das ist Kopfkino. Wie gesagt: Ausländische Zwangsprostituierte und Drogenabhängige sind ein anderes Thema... hier geht es um Sexdienstleister/innen, die es freiwillig tun und dafür bezahlt werden, also gehen Deine Argumente arg ins Leere...
 
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