Meine bescheidene Meinung ist, du bist weder das eine noch das andere. Du wirkst auf mich wie jemand der sich von anderen irgendwas aufschwatzen lässt, die Augen vor dem Offensichtlichen verschliesst und darauf hofft und betet, es möge schon irgendwie gut ausgehen. Wo das hinführt siehst du ja jetzt.
Deine Beiträge sind voller Widersprüche und obwohl deine Frau erst vor zwei Wochen ausgezogen ist scheinst du das einfach so als gegeben zu akzeptieren und machst noch nicht mal den geringsten Versuch sie zurückzuholen, sondern machst dir nur Sorgen um das Haus.
Ein Beispiel für deine widersprüchlichen Aussagen:
Wer kauft schon als Alleinverdiener in Teilzeit ein Haus? Es sei denn sein Name ist Geissen.
Noch ein Beispiel:
Das war vor vier Jahren. Heute schreibst du:
Vier Jahre ist nicht plötzlich. Was hast du in der Zeit gemacht, ausser...
Wenn du, noch bevor du die Scheidungspapiere in der Hand hältst, deine Zukunft ohne sie planst, wieso hast du überhaupt mit ihr zusammen ein Haus gekauft? Möge verstehen wer will, ich versteh's nicht.
Den Beitrag empfinde ich als recht harsch, versuche aber entsprechende Antworten zu finden (Kritik führt häufig wieder zu Selbstreflexion und dann zu neuen Lösungen):
Für mich wirkt es so als würde hier unterstellt, ich hätte mir das Haus „aufschwatzen“ lassen. Es war aber (zumindest meiner Ansicht nach) unser gemeinsamer Traum, mit womöglich mehr Anteilen bei mir als bei ihr. Ich bin nicht sicher ob du nachempfinden kannst wie es ist solange mit jemandem zu kämpfen, zu unterstützen, versuchen die Dinge in Ordnung zu bringen. Der Teufelskreis ist - als Partner konnte ich hier nicht unterstützen - es hätte vermutlich mehr Freiraum gebraucht, den habe ich im Laufe der Zeit gegeben. Das war für mich übrigens äußerst schwer zu sehen wie meine Partnerin in dieser Situation steckt und mich gleichzeitig abzugrenzen (wurde mir dann aber auch in einer Beratungsstelle geraten). Ich habe auch nicht gehofft und gebetet, dass das wieder wird, sondern ich habe mit meiner Frau das Commitment getroffen an den Umständen zu arbeiten und an uns sobald es möglich ist. Aus dieser Situation kam die Idee mit dem Hauskauf. Ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht was ich hätte sonst tun sollen - dann hätte ich schon früher gehen müssen, vielleicht wäre das besser gewesen. Mein Verständnis und Werte sind aber so gestrickt, dass eine Scheidung für mich mit unüberwindbaren Differenzen einhergehen muss. Das war für mich zu dem Zeitpunkt nicht gegeben.
Zum Thema Zurückholen: Wir haben diese Situation vor 3 Jahren schon einmal gemeinsam erlebt, dort habe ich alles gegeben und wir haben gemeinsam weitergemacht. Als die Trennung nun erneut ausgesprochen wurde war bereits alles organisiert und einen Tag später wurden die ersten Dinge gepackt. Ich bin bereit viel für jemanden zu tun. Diese Nachricht hat mich dermaßen getroffen, dass ich nicht den Eindruck hatte das kämpfen/ weitere Gespräch die sie eher abblockt noch helfen. Ich habe in den letzten Wochen mehrere Gespräche führen wollen ob das alles für sie final ist, ob ich noch etwas anbieten kann oder wir vielleicht erstmal eine Auszeit nehmen. Nein, ihr Entschluss steht fest. Ich bin da ehrlich - Reisende kann man nicht aufhalten. Wie soll ich festhalten, wenn sie sich lösen will?
Ich empfinde meine Aussagen nicht als widersprüchlich. Ich beleuchte viele Teile und versuche aus diesem Puzzle schlau zu werden, um zu schauen welche Wege ich nun gehen kann.
Ich glaube du hast hier einige Aussagen eventuell nicht ganz verstanden: meine Frau hat gearbeitet als wir das Haus gekauft haben und war auch hier bereits wieder auf Jobsuche, temporär bin ich Alleinverdiener. Ich bin auch nicht in Teilzeit, sondern stets in Vollzeit tätig.
Zum Thema „welche Dinge ich 4 Jahre gemacht habe“ habe ich mich schon geäußert. Ich habe selbst in diesem Prozess versucht mich anzupassen (auf mich zu achten), gerade im ersten Jahr sehr viel unterstützt, dann in den wenigen Gesprächen mit ihr über die weitere Zeit aber auch klargemacht, dass ich den Eindruck habe ihr nicht helfen zu können und wir viele verschiedene Wege einschlagen können (Therapien, Gespräche, Mediation) um zu uns zu finden. Es ist auch für mich sehr befremdlich gewesen, dass enge Freunde über viele Dinge wissen, ich selbst aber nicht. Warum ich dieses Vertrauen nicht verdient habe weiß ich nicht.
Ergänzend hilft vielleicht noch, dass wir zu Silvester (wir waren gerade einen Monat umgezogen) einen nicht so schönen Abend verbracht haben. Wir wollten eine kleine Party für das neue Haus bei uns organisieren, auch für neue Kontakte und damit man sich hier ein Stück weiter einleben kann bei der ganzen Sanierung. Der Abend endete damit, das meine Frau zu viel trank, meine Tochter nicht wie geplant schlafen wollte und meine Frau Mitternacht und Neujahr nur noch am Rande erlebt hat. Helfen durfte ich bei meiner Tochter allerdings auch nicht, das kam meiner Frau dann vor als schaffe sie das nicht allein. Ich habe daraufhin mit einem engen Freund von ihr Kontakt aufgenommen, weil ich diese Abstürze immer nur schwer nachvollziehen kann. Er sagte mir damals nur es liegt nicht an mir - sie hätte sehr viele Dinge aus früherer Zeit (vor uns) verdrängt und müsste unbedingt weiter zur Therapie (mehr wollte er nicht sagen - und das war auch ok, schließlich sollte man sich in der Freundschaft vertrauen können)
Zuletzt zum Lebensentwurf: Ich habe hier keinen Alleingang mit Haus geplant - im Gegenteil, ich habe mich auf eine glückliche Zeit zusammen gefreut - mit einem schönen Garten, den wir vorher nicht hatten. Gemeinsame Abende, ein schönes Leben einfach - mit meiner Familie. Für Alleingänge bin ich nicht der Typ. Ob ich dir jetzt am Ende als selbstbewusst und belastbar oder nicht vorkomme, ist mir ehrlich gesagt nicht so wichtig. Ich kenne viele, die sich so beschreiben, die es nicht sind. Ich bin schon durch eine weitere prägende Krise in meinem Leben gegangen und ich weiß was ich kann und was ich nicht so gut kann. Mich kann jeder gerne einordnen, wie er/sie das möchte, das ist legitim.
Abschliessend: Ich finde Sätze wie „wo das hinführt siehst du ja jetzt“ implizieren, dass ich die Schuld dieser Misere zu verantworten habe. Das sehe ich anders, denn dazu gehören zwei Menschen.