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Philosophie-Hausarbeit zum Thema Hoffnung

Ccs

Mitglied
Hey 🙂

Ich suche eine Problemfrage zum Thema Hoffnung, in Anlehnung an ein Seminar "Was darf ich hoffen" (eine der 3 großen Fragen von Kant). Das Ganze soll etwas mit dem christlichen Glauben zu tun haben. Ich möchte schauen, wie geht die Religion mit Hoffnungsbildern um und möglicherweise einen kritischen Vergleich vornehmen.

Die große Herausforderung ist eine konkrete Problemfrage zu formulieren. Bisher kam ich auf folgende Idee:

"Wege zum Glück - Führen religiöse Hoffnungsbilder zur Entmündigung?"

Hintergrund: Schlussendlich hoffen wir doch alle auf Wirksamkeit unseres Handelns und damit ebenso auf Glück. Die Religion verspricht mit einer Zuwendung zu Gott dieses Glück. Überspritzt formuliert, könnte man sagen, sie gibt schon fast eine Gebrauchsanleitung wieder, nach der wir vorgehen sollen und müssen, um dieses Glück zu finden.
Kant hat sich ja als Aufklärer auch kritisch zur Religion geäußert und den Versuch gewagt soetwas wie eine Vernunftsreligion zu formulieren (siehe z.B. Religion in den Grenzen der praktischen Vernunft, 1793).

Haltet ihr diese Problemfrage zum Thema Hoffnung für gut. Ja/nein, warum? Andere Vorschläge? Falls ja, würde für mich eine erhebliche Herausforderung darin bestehen, Quellen zu finden, in denen Aussagen getroffen werden, die dazu führen können, dass man sich ohne viel nachzudenken an ein von der Religion vorgegebenes Schema hält, welches dem aufklärerischen Gedanken (Autonomie und Mündigkeit) entgegensteht.

Vielleicht komme ich ja auf diesem Weg, zu neuen Impulsen. Ich setze allerdings voraus, dass ihr schon mal etwas von Kant gehört habt 🙂

Viele Grüße

Ccs
 
Hallo Ccs,

die von Dir formulierte Problemfrage problematisiert aber eher die Religion (aus Deiner Sicht) und weniger Kants Interpretation von Religion, oder?

Für Kant führt nämlich Religion - jedenfalls seine vernunftorientierte Religion - nicht zur Entmündigung.

"Wege zum Glück - Führen religiöse Hoffnungsbilder zur Entmündigung?"

Für Kant darf man aufgrund moralischen Handelns darauf hoffen, mit Glück beschenkt zu werden. Es geht dabei nicht um eine Zuwendung zu Gott, sondern zur Moral, der Gott nach Kant übrigens ebenso unterliegt. Qua Moral macht sich der Mensch nach Kant glückswürdig.

Kant dürfte man gut als Kritiker einer eher äußerlichen Religion verstehen, die fremdbestimmt über den Menschen verfügen will. Kants Religion basiert aber auf Vernunft. Sie ist autonom und selbstbestimmt. Die Hoffnung entspringt der Moral oder besser formuliert macht sich die Moral Hoffnung auf ein positives Feedback eines göttlichen Wesens.

Deine Problemfrage finde ich nicht so gut, weil sie gegen Kant steht, der meines Erachtens aber Recht hat. Eine gute Problemfrage fällt mir im Augenblick aber auch nicht ein. Bei Kant sehe ich einfach keine Probleme 🙂.

Nochmal: nach Kant steht aufklärerisches Denken im Einklang mit einer vernunftorientierten Religion. Warum also Quellen suchen, die genau das Gegenteil belegen?

Mit freundlichen Grüßen

GastF
 
Hey 🙂

Ich suche eine Problemfrage zum Thema Hoffnung, in Anlehnung an ein Seminar "Was darf ich hoffen" (eine der 3 großen Fragen von Kant). Das Ganze soll etwas mit dem christlichen Glauben zu tun haben. Ich möchte schauen, wie geht die Religion mit Hoffnungsbildern um und möglicherweise einen kritischen Vergleich vornehmen.

Die große Herausforderung ist eine konkrete Problemfrage zu formulieren. Bisher kam ich auf folgende Idee:

"Wege zum Glück - Führen religiöse Hoffnungsbilder zur Entmündigung?"

Ja, wäre interessant!

Hintergrund: Schlussendlich hoffen wir doch alle auf Wirksamkeit unseres Handelns und damit ebenso auf Glück.

Würde ich jetzt fragen: "Was ist Glück"?
Wie definiert du Glück? Das Glück im Himmel?

Also das wäre jetzt dein Auftrag.

Die Religion verspricht mit einer Zuwendung zu Gott dieses Glück.

Ja, ist aber Unsinn, weil nicht beweisbar. Zudem auf Erden verspricht sie das nicht.

Überspritzt formuliert, könnte man sagen, sie gibt schon fast eine Gebrauchsanleitung wieder, nach der wir vorgehen sollen und müssen, um dieses Glück zu finden.

Richtig! Nur der Beweis einer Richtigkeit dieser These, bleibt sie schuldig.
Und stellt man nicht fest, dass gerade die ihre Ellenbogen ausfahren, sich nicht um Ehtik und Moral scheren, erfolgreich sind?

Kant hat sich ja als Aufklärer auch kritisch zur Religion geäußert und den Versuch gewagt soetwas wie eine Vernunftsreligion zu formulieren (siehe z.B. Religion in den Grenzen der praktischen Vernunft, 1793). Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft 😉

Jein, so sehe ich das nicht.
Kant hat meiner Meinung nach nur den weltlichen Anspruch, das heißt, die Kirche kritisiert.
Ähnlich wie es Luther tat.
Kant reduzierte den Glauben auf Ethik und Moral und damit auf nur eine Religion. Er stand deshalb in der Kritik durch das Gebilde Kirche und ihren Funktionären.

Haltet ihr diese Problemfrage zum Thema Hoffnung für gut. Ja/nein, warum? Andere Vorschläge? Falls ja, würde für mich eine erhebliche Herausforderung darin bestehen, Quellen zu finden, in denen Aussagen getroffen werden, die dazu führen können, dass man sich ohne viel nachzudenken an ein von der Religion vorgegebenes Schema hält, welches dem aufklärerischen Gedanken (Autonomie und Mündigkeit) entgegensteht.

Weißt du, die wichtigste Entscheidung, um eine gute Note zu bekommen ist die, zu wissen, was der Bewerter hören will. 😀
Ich war darin meist schlecht, weil ich freigeistig meiner Zeit voraus war. 😉🙄
Also überlege, ob die Ausarbeitung dich und deinen Geist und deine Meinung darstellen soll, oder ob man an dich eine Erwartung stellt, die du besser erfüllen solltest. 😕

Bleibst du bei dem was du andeutest, dann wirst du zu der Überzeugung kommen müssen, dass ein versprochenes Glück durch eine Religion, die nach Kant eben eine Christliche ist, ein Trugschluss darstellen muss.
Kant sah das nicht!
Er sah es nicht, weil er sie lediglich auf Ethik und Moral reduzieren wollte. Die natürlich die, der Christlichen ist.
Daher wird Kant verklärt dargestellt.
Es ist zu erwarten dass Kant in Wirklichkeit weiter gehen wollte und es aus gutem Grund, wegen des zu erwartenden Druckes, nicht tat. Ähnlich wie C. Darwin.

Es gibt Zitate Kant's, die sich auf das einfache Glaubensbekenntnis stützen. Dazu muss ich nicht Philosoph sein, bemerke ich mal spöttisch.
Daher denke ich, er tat es, um sich den Rücken freizuhalten, wie eben Darvin auch.

Doch du wirst dich fragen müssen, was ist Moral, was ist Ethik.
Wie wird sie interpretiert? Was beinhaltet sie?
Ist sie beliebig?
Ist die Moral und Ethik der Religionen gut?
Wenn ja, welche? Die des alten oder neuen Testamentes? Die der anderen?
Was ist überhaupt mit anderen Religionen? Hat er sie überhaupt mit einbezogen?

Ist Moral und Ethik nicht auch an Wissen über Zusammenhänge geknüpft, was die Religionen nur unter Not zugeben bzw. in Sekten sogar heute noch verleugnen.

Vielleicht komme ich ja auf diesem Weg, zu neuen Impulsen. Ich setze allerdings voraus, dass ihr schon mal etwas von Kant gehört habt 🙂

Viele Grüße

Ccs

Ich würde versuchen mich von Kant ein wenig zu lösen, denn Kant kann in dieser Frage nicht Lehrmeister sein, weil er nur das Wissen seiner Zeit hatte.
Oder stell den Unterschied dar, die Widersprüche, die sich aus Kants Lehre und dem modernen Leben darstellen.

Denn alleine dieses Zitat belegt, dass Kant entweder eben nur "glaubte". Oder zumindest meiner These folgend, sich vor Verfolgung bewahrte.

Die Bibel ist das Buch, dessen Inhalt selbst von seinem göttlichen Ursprung zeugt. ... Die Bibel ist mein Schatz, ohne den ich elend wäre. Alle Bücher, die ich gelesen, haben mir den Trost nicht gegeben, den mir das Wort der Bibel gab.

Dabei ist die Bibel in ihrer Urschrift nicht vorhanden und nachweislich gefälscht und zensiert!

Deine "provokative" Fragestellung lässt die Vermutung zu, dass dein Thema spannend sein könnte. 🙂
Und es sagt mir, dass du den Ausgang deiner Gedanken schon kennst...😉

Also beschreibe den Weg, flechte Kants Gedanken mit deinen zusammen bzw. zeige Mut und widerlege ihn!

Wenn ich jetzt wüsste, ob mein Rat gut ist... 🙂
Denn die Haue bekommt du evtl.... 😉

Aber ich drücke dir die Daumen.
 
Hallo Ccs,
einer Aussage von Rhenus solltest Du Beachtung schenken: Es ist im Interesse einer guten Note wichtig zu wissen, ob Du jede Antwort liefern darfst, oder ob Du mit Deiner Ausarbeitung die Meinung Deines Profs treffen musst. Und dann wäre ggf. mitzuteilen, was Dein Prof glaubt , meint und welches seine Einstellung ist.


Ansonsten liefere ich Dir gerne Argumente und Informationen für einen vernunftorientierten Glauben. Vorausschauend widerspreche ich Rhenus in einigen Punkten, auch der, was die Bibel betrifft. Wichtig erscheint mir auch, wenn man z.B. Kirchen kritisiert, den Unterschied zu kennen zwischen Kirchen und Christen. Kirchenmitglieder sind – entgegen allgemeinem Verständnis – nicht automatisch Christen und somit ist das Verhalten der Kirche oder einzelner Mitglieder nicht immer christlich.

Bevor es weitergeht, bitte erstmal Infos zum obigen 1. Absatz.
Nordrheiner

 
@ GastF: Du hast glaube ich alles genau anders herum verstanden. Ich möchte unreflektierten, christlichen Glauben, mit Hilfe von Kant und anderen Aufklärern etc., einer kritischen Probe unterziehen.



@ Rhenus: Danke für deine Gedanken. Die Frage, was Glück überhaupt ist, muss ich mal schauen – vielleicht kurz, sonst wird wahrscheinlich der Rahmen gesprengt. Dass die Heilsversprechen nicht beweisbar sind, dürfte jedem klar sein - darum geht es nicht. Dass eigene Glück oder den Erfolg auf Kosten anderer aufzubauen - das lernen Kinder schon in der Schule. Diesem Gedanken stimme ich voll und ganz zu. Dass die Vernunftreligion Kants sich „nur“ gegen Funktionäre der Kirche wendet und nicht generell gegen den christlichen Glauben, mit diesem Einwand kann ich leben – vielleicht muss die Problemfrage daher etwas anders lauten und sich mehr auf die Kirche beziehen.


Und jetzt muss ich dich zitieren:
Bleibst du bei dem was du andeutest, dann wirst du zu der Überzeugung kommen müssen, dass ein versprochenes Glück durch eine Religion, die nach Kant eben eine Christliche ist, ein Trugschluss darstellen muss.
Du meinst, dass Kant in seiner Kritik den christlichen Glauben attackierte?

Kant sah das nicht!

Wie der sah das nicht? Der hat die Heilsversprechen doch als trügerisch verstanden. Ich verstehe dich ab hier nicht mehr.

Er sah es nicht, weil er sie lediglich auf Ethik und Moral reduzieren wollte. Die natürlich die, der Christlichen ist.
Daher wird Kant verklärt dargestellt.
Es ist zu erwarten dass Kant in Wirklichkeit weiter gehen wollte und es aus gutem Grund, wegen des zu erwartenden Druckes, nicht tat. Ähnlich wie C. Darwin.


Ab hier wieder!

Es gibt Zitate Kant's, die sich auf das einfache Glaubensbekenntnis stützen. Dazu muss ich nicht Philosoph sein, bemerke ich mal spöttisch.
Daher denke ich, er tat es, um sich den Rücken freizuhalten, wie eben Darvin auch.

Doch du wirst dich fragen müssen, was ist Moral, was ist Ethik.
Wie wird sie interpretiert? Was beinhaltet sie?
Ist sie beliebig?
Ist die Moral und Ethik der Religionen gut?
Wenn ja, welche? Die des alten oder neuen Testamentes? Die der anderen?
Was ist überhaupt mit anderen Religionen? Hat er sie überhaupt mit einbezogen?



Ob Kant in seiner Kritik auch andere Religionen mit einbezogen hat, ist für die kleine Hausarbeit irrrelevant. Ich denke auch nicht über Religion(en) nach, sondern nur über die christliche Religion. Du hast aber völlig recht, ich muss schauen, welche Schriften des christlichen Glaubens ich angehen will – vermutlich das Neue Testament, aber was davon? Welche Teile davon, eignen sich besonders, um sie der kritischen Prüfung zu unterziehen, bzw. welche Teile scheinen eine Art Gebrauchsanweisung für den frommen Menschen zu geben?



Ist Moral und Ethik nicht auch an Wissen über Zusammenhänge geknüpft, was die Religionen nur unter Not zugeben bzw. in Sekten sogar heute noch verleugnen.



Auf jeden Fall! Haben mir schon viele gesagt, muss schauen, ob ich das verwurschteln kann, falls ich bei diesem Thema bleibe. Hast du ein konkretes Beispiels dafür?

Ansonsten ja, ich werde mich auch nicht auf Kant beziehen, sondern mehrere Kritiker mit einfließen lassen. Es geht nicht ausschließlich um ihn. Ich will ihn nur mit drin haben, weil das Seminar nach einer seiner großen Fragen benannt ist.

@ Nordrheiner: Hey 🙂. Ja, der Dozent antwortet im Moment nicht (Semesterferien). Mir ist das völlig bewusst – meine Rede. Die Note steht absolut im Fokus und ich werde nichts überstürzen. Ich denke aber, dass unser Dozent sehr fähig ist und mich keinesfalls irgendwo hineinpressen wird. Ich werde jetzt die Richtung festlegen und dann nach seinen Vorstellungen abändern. Ich denke, es lohnt sich also, auch ohne die Rücksprache schon mal anzufangen. Das bringt mich ja auch so weiter.


Also ja, Schriften und Infos über den vernunftorientierten Glauben wären sicherlich gut, wenn sie einer vernünftigen Quelle entspringen. Mein größeres Problem sind aber die Schriften des religiösen Glaubens. Welche konkreten Zitate soll ich überprüfen? Welche Hoffnungsbilder aus dem Neuen Testament laden dazu ein, Kritik zu üben, sie als Heilsversprechen zu entlarven? Welche Stellen sind als gefährlich einzustufen, weil sie unreflektierte Menschen dazu verleiten, sich beispielsweise als gut zu betrachten, weil sie einmal im Monat die Kirche besuchen oder 5 Euro im Monat an „Brot für die Welt“ spenden.

Wenn ich das so rauslese, findet ihr die Problemfrage nicht mal so schlecht oder? Außer GastF, der mich falsch verstanden hat?
 
Die große Herausforderung ist eine konkrete Problemfrage zu formulieren. Bisher kam ich auf folgende Idee:

"Wege zum Glück - Führen religiöse Hoffnungsbilder zur Entmündigung?"

Hintergrund: Schlussendlich hoffen wir doch alle auf Wirksamkeit unseres Handelns und damit ebenso auf Glück. Die Religion verspricht mit einer Zuwendung zu Gott dieses Glück. Überspritzt formuliert, könnte man sagen, sie gibt schon fast eine Gebrauchsanleitung wieder, nach der wir vorgehen sollen und müssen, um dieses Glück zu finden.
Viele Grüße
Ccs

Hallo Ccs,
würde die konkrete Problemfrage so formulieren:
"Wege des Glücks - Führen religiöse innere Hoffnungsbilder zur Entmündigung"

alles Liebe
gastin
 
Ich setze allerdings voraus, dass ihr schon mal etwas von Kant gehört habt 🙂

Kant.....Videospiel oder rtl2?

Sorry, ich nehme an, dass Du diese HA im Rahmen eines Studiums ausführen willst.

Ich habe gewisse Zweifel, dass Dir dieses Forum weiterhelfen wird (insbes. was Quellen angeht).

Warum diskutierst Du das nicht mit Deinen Mitstudenten, die ja auf Deinem Niveau sein sollten?
 
Ach du, mein Niveau, naja 🙂
Im Moment sind Semesterferien und die meisten sind weg. Wie sich herausgestellt hat, gibt es hier schon einige, die davon etwas wissen und die suche ich.

Lg


Kant.....Videospiel oder rtl2?

Sorry, ich nehme an, dass Du diese HA im Rahmen eines Studiums ausführen willst.

Ich habe gewisse Zweifel, dass Dir dieses Forum weiterhelfen wird (insbes. was Quellen angeht).

Warum diskutierst Du das nicht mit Deinen Mitstudenten, die ja auf Deinem Niveau sein sollten?
 
@ Rhenus: Danke für deine Gedanken. Die Frage, was Glück überhaupt ist, muss ich mal schauen – vielleicht kurz, sonst wird wahrscheinlich der Rahmen gesprengt. Dass die Heilsversprechen nicht beweisbar sind, dürfte jedem klar sein - darum geht es nicht. Dass eigene Glück oder den Erfolg auf Kosten anderer aufzubauen - das lernen Kinder schon in der Schule. Diesem Gedanken stimme ich voll und ganz zu. Dass die Vernunftreligion Kants sich „nur“ gegen Funktionäre der Kirche wendet und nicht generell gegen den christlichen Glauben, mit diesem Einwand kann ich leben – vielleicht muss die Problemfrage daher etwas anders lauten und sich mehr auf die Kirche beziehen.

Und jetzt muss ich dich zitieren:

Bleibst du bei dem was du andeutest, dann wirst du zu der Überzeugung kommen müssen, dass ein versprochenes Glück durch eine Religion, die nach Kant eben eine Christliche ist, ein Trugschluss darstellen muss.
Du meinst, dass Kant in seiner Kritik den christlichen Glauben attackierte?

Ich denke dass man Kant nicht einfach zitieren darf, man muss ihn aus seinem Zeitgeist heraus, verstehend, zitieren.
Was er vorbrachte war schon starker Tobak.
Er hat es im Grunde nach ja getan, weil der Christliche Glaube nach der gängigen Kirchenlehre, einem Deutungsmonopol der Amtskirche unterliegt.
Also kam Kant eben und reduzierte das auf eine rein „Philosophische Religionslehre“.

Meine Vermutung ist, wenn Kant heute gelebt hätte, dass er noch vieles infrage gestellt hätte und so betrachte ich seine vorgetragene Frömmigkeit, als hinterfragbar.
Sie könnte vielleicht nur dem eigenem Schutz gedient haben.

Denn die Kirchen hatte sehr, sehr, große Macht zu dieser Zeit, die bis in die Existenz reichte.
Also mehr war nicht möglich!?
Denn ein so scharfer, logischer Geist sollte nicht wissen, dass er sich dann doch wieder auf einen bloßen Glauben, also der Annahme, beschränkt?

Geht man von einer reinen Moral und Ethik aus, so ist diese dem ständigen Wandel ausgesetzt, dass kann selbst die Kirche nicht verhindern und auch Kant hat sie akzeptiert.
So behaupte ich, dass es keine Frömmigkeit bedarf, sich an Moral und Ethik zu halten.
Ich sehe das eher juristisch, als Basis eines störungsfreien Zusammenlebens. Wozu es meiner Meinung nach keines Gottes bedarf.
Es hat etwas mit der Einsicht und der Vernunft des Menschen zu tun, wobei wir ja wissen, dass sie die Folge einer Evolution ist. Denn was die Bibel darüber behauptet, ist ja wohl Dichtung.

Kant sah das nicht!

Wie der sah das nicht? Der hat die Heilsversprechen doch als trügerisch verstanden. Ich verstehe dich ab hier nicht mehr.

Kant stellte das nicht den Worten nach infrage, das belegen seine Glaubensbekenntnisse.
Er stellte den aufgezeigten Weg, bzw. den vorgegebenen Weg der Staatskirchen infrage und das ist schon ein großer Verdienst.
Hätte Kant die Heilslehre als solche verleugnet, (die Belohnung kommt im Himmel) dann hätte er damit ja auch Gott verleugnet.
Es stellt sich aber in der Tat die Frage, wer oder wen meinte Kant mit Gott?
Für die Christen... na klar, Gott eben...
Für mich als jemand der hinterfragt, kann damit genauso gut die These sein, Gott ist Natur, bzw., Natur ist Gott!
Also keinen Gott als Person.
Wobei wir dann aber nicht mehr bei einem Gott der Kirchenlehre wären.

Und genau da setze ich an... Hat Kant etwas geschrieben, was von der Kirche zwar erst einmal zu Schlucken war, diese aber dann dachten, na ja, er ist ja Gottesgläubig... Also vereinnahmen wir ihn.


Doch hätte man seinen aufgezeigten Weg, Religion als das zu sehen, was es ist, nämlich Gesetz, und dazu seiner These nach absoluter Versachlichung und Logik folgend, dann hätte es doch keines Gottes bedurft.

Also bitte... nur mal als Ansatz zum Nachdenken...
Wissen kann ich Kants Gedanken und Motivation nicht.

Und hier, ein Zitat von Kant:
[h=1]„Religion ist die Verehrung eines Wesens, vor welchem jedes andere seine Knie beugt und dessen Würde jedes andere Wesen sich als ein einziges unterworfen fühlt.“[/h]Bedeutet das tatsächlich, dass damit der Christliche Gott gemeint sei?
Kann es nicht das Wissen um ewige Vergänglichkeit bedeuten aus der Materie zu stammen zu der wir wieder werden?
Nur dieses wissen konnte Kant nur ahnen oder hypothetisch annehmen.

Er sah es nicht, weil er sie lediglich auf Ethik und Moral reduzieren wollte. Die natürlich die, der Christlichen ist.
Daher wird Kant verklärt dargestellt.
Es ist zu erwarten dass Kant in Wirklichkeit weiter gehen wollte und es aus gutem Grund, wegen des zu erwartenden Druckes, nicht tat. Ähnlich wie C. Darwin.

Ich ergänze mal:
Kant hatte großes Wissen um Naturgesetze, daher leite ich meine Äußerungen ab.
Er scheiterte aber mit seinem Werk. Das könnte ihn doch bewogen haben ebenso zu schreiben, wie man es hören wollte und damit doch noch seine Kernbotschaft unterzubringen.
Ich denke man kann sich kaum heute davon ein Bild machen, wie zu Zeiten Kants, die Kirchen eine macht hatten.
Da hätte er sich isoliert und Verfolgung ausgesetzt, wenn er geschrieben hätte, dass er an den Grundfesten des Glaubens gezweifelt hätte.

Doch Kant war ein Fan von Jean-Jacques Rousseau, der ihn inspirierte.
Sein abschreckender Lebensweg unter teilweiser Verfolgung und existenzieller Not, dazu seine Erkenntnisse, standen sich Pate bei Kants Werken.


Ab hier wieder!

Es gibt Zitate Kant's, die sich auf das einfache Glaubensbekenntnis stützen. Dazu muss ich nicht Philosoph sein, bemerke ich mal spöttisch.
Daher denke ich, er tat es, um sich den Rücken freizuhalten, wie eben Darvin auch.

Doch du wirst dich fragen müssen, was ist Moral, was ist Ethik.
Wie wird sie interpretiert? Was beinhaltet sie?
Ist sie beliebig?
Ist die Moral und Ethik der Religionen gut?
Wenn ja, welche? Die des alten oder neuen Testamentes? Die der anderen?
Was ist überhaupt mit anderen Religionen? Hat er sie überhaupt mit einbezogen?

Ob Kant in seiner Kritik auch andere Religionen mit einbezogen hat, ist für die kleine Hausarbeit irrrelevant.
Ja ok. Das kannst nur du entscheiden. Wenn es die Zeit zulässt, dann lese dazu einige Passagen von Rousseau... Er teilt meine Meinung... Pardon, ich teile seine Meinung...😱

Ich denke auch nicht über Religion(en) nach, sondern nur über die christliche Religion. Du hast aber völlig recht, ich muss schauen, welche Schriften des christlichen Glaubens ich angehen will – vermutlich das Neue Testament, aber was davon? Welche Teile davon, eignen sich besonders, um sie der kritischen Prüfung zu unterziehen, bzw. welche Teile scheinen eine Art Gebrauchsanweisung für den frommen Menschen zu geben?

Ist Moral und Ethik nicht auch an Wissen über Zusammenhänge geknüpft, was die Religionen nur unter Not zugeben bzw. in Sekten sogar heute noch verleugnen.

Auf jeden Fall! Haben mir schon viele gesagt, muss schauen, ob ich das verwurschteln kann, falls ich bei diesem Thema bleibe. Hast du ein konkretes Beispiels dafür?

Religionen, egal welche, sind immer zersplittert.
Da gibt es die, denen der Prunk und Protz nicht weit genug geht, die widerlich Reliquien sammeln und verehren, und die eben, die wie Kant, die Religion auf den Verstand des Gehirns und Herzens reduziert wissen möchten.
Letztere brauchen keine Kirchen, keine Repräsentanten und keine Mitbeter.

Warum zeigst du nicht Kant so auf wie er sich heute verhalten und sich geben würde?
Wenn er das Wissen von heute hätte.

Ansonsten ja, ich werde mich auch nicht auf Kant beziehen, sondern mehrere Kritiker mit einfließen lassen. Es geht nicht ausschließlich um ihn. Ich will ihn nur mit drin haben, weil das Seminar nach einer seiner großen Fragen benannt ist.

@ Nordrheiner: Hey 🙂. Ja, der Dozent antwortet im Moment nicht (Semesterferien). Mir ist das völlig bewusst – meine Rede. Die Note steht absolut im Fokus und ich werde nichts überstürzen. Ich denke aber, dass unser Dozent sehr fähig ist und mich keinesfalls irgendwo hineinpressen wird. Ich werde jetzt die Richtung festlegen und dann nach seinen Vorstellungen abändern. Ich denke, es lohnt sich also, auch ohne die Rücksprache schon mal anzufangen. Das bringt mich ja auch so weiter.

Also ja, Schriften und Infos über den vernunftorientierten Glauben wären sicherlich gut, wenn sie einer vernünftigen Quelle entspringen. Mein größeres Problem sind aber die Schriften des religiösen Glaubens. Welche konkreten Zitate soll ich überprüfen? Welche Hoffnungsbilder aus dem Neuen Testament laden dazu ein, Kritik zu üben, sie als Heilsversprechen zu entlarven? Welche Stellen sind als gefährlich einzustufen, weil sie unreflektierte Menschen dazu verleiten, sich beispielsweise als gut zu betrachten, weil sie einmal im Monat die Kirche besuchen oder 5 Euro im Monat an „Brot für die Welt“ spenden.

Wenn ich das so rauslese, findet ihr die Problemfrage nicht mal so schlecht oder? Außer GastF, der mich falsch verstanden hat?

Nein, niemals schlecht. Problemfragen sind sogar sehr gut, sie kommen heute nur leider selten vor...
Ich wundere mich sogar über die angepasste Jugend.
Denn es ist das ureigene Recht der Jugend alles infrage zu stellen... Es ist Auftrag der Evolution.
Ich muss also noch ziemlich jung sein, denke ich gerade... 🙄🙂

Also hole Kant in die Gegenwart der Religionen, wobei Religionen alle etwas gemein haben. Sie verlangen absolutistischen Gehorsam und Anerkennung dessen, der die Regeln aufstellt, keinen Widerspruch, ultimativ keinen Widerspruch und Strafen.
Dabei arbeiten sie mit den perfidesten Ängsten die ein Mensch haben kann. Angst vor Schmerz, Angst vor verlassen sein und Angst vor Isoliertheit und Entzug von Liebe.
Bei Beachtung der Regeln, lediglich eine in Aussicht gestellte Besserstellung (Belohnung) gegenüber anderen. Dessen tatsächliche Erfüllung jedoch niemand weiß.

Es ist so als wenn der Arbeitgeber sagt, arbeite bis zu deinem Rentenalter und dann sehen wir weiter, was dir zusteht... Aber bis dahin, lasse flink die Finger gehen... 🙂

Nun denke ich gerade an die Jungfrauen die einem als Mann versprochen werden in einer Religion... ob ich nicht doch... 😉

Nur ob dann das Thema stimmt?

"Wege zum Glück (Verheißung?)- Führen religiöse Hoffnungsbilder zur Entmündigung?"

Ich überlege gerade Glück und Entmündigung passen irgendwie nicht zusammen...
Denn Glück kann ich hier auf Erden nur haben. Ich interpretiere die Bibel eher so dass es ein ewiges Leben geben solle.
Ist das nicht fade?
Weiß doch jeder, dass man das nicht schätzt, was man im Überfluss hat.
Ich kenne nichts, was kostbar sei, was man beliebig hat.

Dann noch:
"Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit."

Das sind doch eher weltliche Dinge oder geht das Werben um die Mädels im Himmel wieder los? Eifersucht, Ehe, Trennung?
Wobei sich das ja widerspricht, wenn es keinen Sex gibt, warum Keuschheit? Warum Friede, wo doch jeder zufrieden sei.

Also ich mache mich jetzt nicht lustig darüber, ich stelle nur dar, wie weltlich die Bibel in einigen Passagen geschrieben steht.
Als wenn das Leben nach dem Tod nur eine Fortsetzung sei.
Was meine Fähigkeiten so etwas zu glauben massiv überfordert.😉
 
Hey Rhenus. Ich habe gerade entschieden, die Problemfrage zu ändern und sie direkt auf die katholische Kirche zu beziehen - alles andere führt zu weit, viel zu weit. Ich muss mich nämlich dann nicht zwangsweise auf dei Bibel beziehen, sondern auf das, was die Vertreter der Kirche in ihren Verlautbarungen von sich geben und im speziellen, was der Papst so spricht.

Wege zum Glück – Stehen die Heilsversprechungen der Kirche, dem aufklärerischen Gedanken, heute noch im Weg?


Ich finde den Begriff Glück ganz gut. Die Kirche verspricht ja nicht nur ein Leben nach dem Tod, sie verspricht eine enorme Bereicherung des jetzigen Lebens. Und Glück ist in unserem jetzigen Leben doch voll im Trend würde ich sagen 🙂

Du meinst, ich solle etwas von Rousseau lesen? Bisher habe ich nur den Gesellschaftsvertrag und seine Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen gelesen. Welches Stück empfiehlst du im Hinblick auf kritische Äußerungen speziell zur Kirche? Gibt es sowas?

Lg
 

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