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Pflegeberuf macht mich einfach fertig

G

Gast

Gast
Hallo,
ich bin froh hier gelandet zu sein, um mir auch einmal mein Herz ausschütten zu können. Eigentlich mochte/mag ich meinen Beruf. Manchmal erscheint mir die Verantwortung recht groß, da ich in ganz kurzer Zeit Entscheidungen treffen muss, welche oft nicht ganz einfach sind. Auch das Arbeitspensum ist kaum mehr zu bewältigen. Wo bleibt Zeit für ein paar nette Worte, Verständnis, Empathie....Manchmal habe ich teilweise so ein schlechtes Gewissen, nicht genug getan zu haben für meine Pflegebedürftigen. Es reißt mir förmlich das Herz heraus, für einen im Bett liegenden Menschen, der mich ansieht und mit seinen Augen sagt, bleib bitte hier...geh noch nicht! Doch ich muss weiter....ganz viele andere warten auch auf mich. Das ist alles ganz furchbar für mich.
Nach 12Tagen am Stück bin ich dann selbst so fertig und möchte eigentlich nur noch schlafen. Doch 48h frei nach 12Tagen ist meines Erachtens viel zu wenig. Ich kann mich nicht erholen, krieg auch den Kopf nicht frei. Ich habe fast keine Freunde mehr. Mein soziales Umfeld ist durch diesen Beruf völlig aus den Rudern geraten. Habe ich zwischendurch mal einen Tag frei, kommt oft ein Anruf:"Ach können sie nicht doch einspringen?"
Vielleicht sind hier Gleichgesinnte....es wäre schön wenn man sich austauschen könnte.
Ich weiß nur, ich bin mit meiner Kraft bald am Ende.
 

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Gast

Gast
ja liegt am Pflegekraftmangel, bin selber Krankenpfleger. Mir geht es ähnlich. Ich hoffe dass mal wieder Zeiten kommen an denen weniger los ist.
 
L

Lost in Translation

Gast
Wenn du am Ende deiner Kräfte bist, solltest du dir vielleicht Gedanken über einen anderen Beruf machen. Du musst wissen, dass es potentiell eher schlechter wird als besser. Willst du dir das antun?
 

-sofia-

Sehr aktives Mitglied
Besser wird es in absehbarer Zeit nicht werden. Eher schlechter.
Es besteht jetzt schon ein akuter Mangel an Pflegepersonal.
Wenn dich der Beruf so fertigmacht, kannnt du dich nur umorientieren.
Vielleicht in die Tagespflege überwechseln. Da hast du geregelte Arbeitszeiten und am Wochenende frei.
 

Tüdelkram

Aktives Mitglied
Hallo Gast,

zuerst möchte ich dir sagen, dass ich meinen Hut vor dir ziehe!

Wenn es um berufliche Diskussionen im Freundeskreis geht, dann spreche ich immer zuerst die Pflegekräfte an, denn was die leisten müssen ist unglaublich! Die körperliche Anstrengung, der Stress, die Verantwortung und dann die schlechte Bezahlung. Wir sind alle irgendwann mal auf Euch angewiesen, aber wer kann und will diesen Job denn noch ausüben? Sicherlich kann ich mir gut vorstellen, dass es einem ein gutes Gefühl gibt, für hilfsbedürftige da zu sein, aber unter diesen Umständen kann ich deine Kraftlosigkeit verstehen.
Das tut mir sehr leid für dich und kann dir nur raten, wenn's nicht mehr geht, dann mußt du eben wechseln. Deine Gesundheit geht vor!
 
C

Christine22

Gast
Wie gut ich Dich verstehen kann!
Das Schlimme ist, daß man auch mit dem allerbesten Willen und Wissen NICHTS verändern kann in diesem menschenverachtenden System.
Ich bin ausgestiegen. Weil mir Mensch und Tier aber nach wie vor sehr am Herzen liegen, arbeite ich privat/ehrenamtlich - so viel, wie ich physisch und psychisch jeweils leisten kann.
Das ist nicht genug, ich weiß. Aber das ist das, was ich tun kann.
Hast Du schon mal überprüft, ob Dir eine Veränderung Deiner beruflichen Situation möglich ist? Ich fürchte, das ist notwendig für Dich, um nicht irgendwann umzukippen. Alles Gute.
 
G

Gast

Gast
Ganz lieben Dank für eure Antworten. Ich denke schon einige Zeit darüber nach aus diesem Beruf auszusteigen. Bin aber immer wieder hin und her gerissen. Manchmal wünsche ich mir, dass die Verantwortlichen die den Pflegealltag anhand von Minuten festgelegt haben, nur mal für 2Tage/Nächte von Pflegekräften gepflegt und versorgt werden. Sie sollen spüren, was sie damit anrichten, bzw. angerichtet haben. Dazu kommen zig Seiten pro Klient an Dokumentationsmaterial, welche natürlich auch immer absolut auf dem neuesten Stand sein müssen. Manches an Dokumentaion ist auch sehr wichtig, aber ganz viel an der Schreiberei ist nur Wahnsinn und Irrsinn. Einen extra Tag um die Dokumentaionen zu überarbeiten gibt es auch nicht, nein....das macht man dann nach dem Frühdienst oder in den 48h frei die man ja dann nach 12Tagen am Stück bekommt. Nein, das kann es nicht sein. Meine Pflegebedürftigen fragen mich oft, wie ich das mache....und schon am frühen Morgen so gut gelaunt bin. Manchmal wische ich mir eine Träne weg (es merkt keiner) und denke mir....noch bemerkt keiner meine innere Verzweiflung, meine Abgeschlagenheit, meine Kraftlosigkeit. NOCH geht alles gut.
Mein Blutzucker ist oft so tief, weil ich vergesse zu essen oder zu trinken. Auch eine gesunde Ernährung habe ich fast schon aufgegeben, weil mir selbst die Kraft und die Zeit zum zubereiten fehlt. Lieber ruhe ich mich aus, weil ich so fertig bin. Oh je, ich könnte ein Buch schreiben....
LG
 
G

Gast

Gast
Wenn in deinem Dienstplan 12 Tage Dienst und dann anschließed nur 2 Tag frei steht, bist du nicht im falschen Beruf, sondern in der falschen Einrichtung.
Die Einrichtungen spielen dabei keine Rolle. Da gibt es keine Unterschiede.
Es liegt eindeutig am Beruf. Der Pflegeberuf ist kein Bürojob mit freien Wochenenden und normalem 8 Stundentag. Man kann die liegengebliebene Arbeit nicht auf den nächsten Tag zum Aufarbeiten verschieben, weil man mit Menschen zusammenarbeitet, die auf Hilfe angewiesen sind.

Ich arbeite selbst im Pflegeberuf. Du hast sogar noch Glück, daß du "nur" 12 Tage durcharbeitest. Ich arbeite 14 Tage durch und habe dann endlich ein freies WE und kann nur hoffen, dass kein Kollege krank wird und ich doch arbeiten muss.
Ich versuche nun in der Tagespflege unterzukommen, damit ich freie WE habe. Allerdings sind die Stellen sehr begehrt. Wenn es nicht klappt, steige ich komplett aus dem Pflegeberuf aus. Er geht mir an die Substanz. Ich möchte an den WE und Feiertagen bei meiner Familie sein und nicht wegen Rückenprobleme und kaputten Knieen zum Frührentner werden.

Regina
 
O

OldCat

Gast
Hallo


Ich bin bzw war Altenpflegerin.

Traumberuf gewesen
Ein Beruf der mich Körperlich fertig machte -Bandscheibenvorfall
durch zu schweres heben Unterleibs Op.


Wir hatten oft genug 14 Tage am Stück gearbeitet
oder Frühschicht gehabt

Feierabend
Anruf
Du müsstest die Nachtschicht übernehmen .... ist krank-
Ich habe geflucht,aber Nachtschicht übernommen.

Ich hätte es nicht gekonnt Nein sagen und der Gedanke
eine Aushilfe eine
den Patienten unbekannte müsste die Schicht übernehmen.


Es ist ein Knochenjob aber vor allen ein Herzensjob.

Wäre ich gesund ich würde sofort den selben Beruf ausüben.


Wer Familie hat,für den ist es doppelt schwer man kann sagen
3/4 Arbeit 1/4 Familie.

Ich kann es verstehen wen jemand sagt der Pflegeberuf macht mich fertig.

Wen man merkt es geht nicht mehr,sollte man aufhören.
Lg OldCat
 

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