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Pflege eines Schwerstbehinderten in der Familie?

das aber an die Auflage knüpfen würde, sich weiterzubilden. Ich meine, die Grundpflege, also nur die Handlungen und das wie, paar Tips, kann ich aufmerksamen Angehörigen in 2-3h in Grundzügen erläutern, zeigen und bei der durchführung anleiten. Noch nen halbes Dutzend solcher Weiterbildungen in anderen Aspekten und es wäre schon viel getan.
Aber kostet halt alles Geld.
Es gibt jetzt durch die Pflegereform 2009 für alle Angehörigen von zu Pflegenden anspruch auf spezielle Schulungen in diesem Bereich, deren Kosten zu min. 80% von den Kassen übernommen wird.
Die Kassen wollen die ambulante Pflege in allen Bereichen fördern, auch durch die Pflegeberater.
(War letzte Woche bei einem Vortrag zur Pflegereform)
Ich kann nur jedem empfehlen, der in dieser Situation ist, sich einen Pflegeberater kommen zu lassen.

Wen es interessiert:
Das sind die Kernpunkte der Pflegereform
 
[FONT=Verdana, sans-serif]Guten Tag,[/FONT]​

[FONT=Verdana, sans-serif]ich freue mich über die lebhafte Diskussion, die hier entstanden ist! Leider komme ich erst jetzt dazu, wieder zu schreiben. Ich kann auch nicht im Detail auf alles eingehen, muss aber sagen, dass ich tatsächlich aus jedem Beitrag Nutzen ziehe.[/FONT]​

[FONT=Verdana, sans-serif]Ich sehe bestätigt, dass eines der Hauptprobleme sein wird, den ganzen Behördendschungel zu durchdringen und die Finanzierung auf solide Füße zu stellen. Ich kann nur hoffen, dass wir in dieser Hinsicht eine kompetente Beratung und Anleitung finden werden. Dem Tipp mit der Pflegeberatung werde ich auf jeden Fall nachgehen.[/FONT]

[FONT=Verdana, sans-serif]Beate, der „Junge“ ist ja schon Mitte 40, er war immer selbständig und voll geschäftsfähig, daher brauchte er natürlich keinen Vormund. Seit er nun seine Hände nicht mehr benutzen kann, hat seine Mutter die Vollmacht, z.B. Unterschriften für ihn zu leisten. Er ist inzwischen allerdings, evtl. auch bedingt durch die starken Medikamente, die er seit langem nimmt, oft sehr lethargisch und hin und wieder verwirrt. Daher gibt es schon Bedenken, ob er derzeit über medizinische Maßnahmen und Eingriffe selbst entscheiden kann. Soviel ich weiß, gibt es aber keinen gesetzlichen Vormund.[/FONT]

[FONT=Verdana, sans-serif]Nun zu der Entscheidung „Pflegeheim oder familiäre Unterbringung“. Grundsätzlich ist natürlich nichts Negatives gegen Heimunterbringung zu sagen, ich will nicht darauf herabsehen. Ich sehe nur gerade in diesem Fall erhebliche Nachteile. Dazu will ich ein wenig mehr über die Krankengeschichte schreiben.[/FONT]

[FONT=Verdana, sans-serif]Der Mann hatte durch die angeborene Behinderung immer zu kämpfen, und es war ihm gerade darum sehr wichtig, unabhängig zu sein und sein eigenes Leben zu führen. Die Verschlechterung seines Gesundheitszustands trat vor ca. drei Jahren ein. Mehrfach wechselten kleine Fortschritte in der Genesung mit erheblichen Rückschlägen ab. Das Ganze war und ist medizinisch recht rätselhaft, darum wurden immer wieder neue Ansätze ausprobiert, wie ihm geholfen werden könnte. Aus diesem Grund hat er zahlreiche Aufenthalte in unterschiedlichen Krankenhäusern, Rehakliniken, Pflegeheimen und Spezialkliniken hinter sich. Alles paar Wochen wurde er irgendwo anders untergebracht. Überall gab es anderes Personal, unterschiedliche Tagesabläufe, unterschiedliche Medikamentierung, fast immer Zwei- oder Mehrbettzimmer, keine Privatsphäre, kein auch nur im Ansatz „normales“ Leben. Und der Kontakt zu Freunden und Bekannten kam durch diese Odyssee verständlicherweise fast zum Erliegen.[/FONT]

[FONT=Verdana, sans-serif]Rings um den Mann ist also seit drei Jahren fast permanent Krankheit, er sieht, spürt, riecht nur Krankheit! Das empfinde ich schon bei Besuchen als unglaublich bedrückend und belastend, wie muss es ihm dann gehen? Gerade weil er es auch sehr bewusst wahrnimmt. Ich nehme an, dass diese Umstände stark dazu beigetragen haben, ihn mit der Zeit resignieren zu lassen. Ich glaube, er sieht gar keinen Anreiz, keine Perspektive mehr, für die es sich zu kämpfen lohnt. Er war immer ein sehr positiv denkender Mensch, doch inzwischen ist es schwer, ihn zu motivieren und ihm ein bisschen Optimismus zu vermitteln. Genau das wäre aber vermutlich ungemein wichtig, damit er wieder mehr Lebensqualität gewinnen kann.[/FONT]

[FONT=Verdana, sans-serif]Natürlich ist es auf der einen Seite sinnvoll, einen schwerbehinderten, pflegebedürftigen Menschen dort unterzubringen, wo ihm optimale Pflege und Versorgung zur Verfügung steht. Das ist ganz sicher am ehesten in einem Pflegeheim gegeben. Nur für das „seelische“ Wohl müsste auch gesorgt sein, die „unpersönlichen“ Begleitumstände sollten so weit wie möglich reduziert werden! Der Mann braucht meiner Meinung nach dringend ein positiveres, privateres und anregenderes Umfeld, als er in den letzten Jahren hatte. Leider weiß ich nicht, ob es Pflegeheime gibt, in denen das realisiert wird, bzw. überhaupt realisiert werden kann.[/FONT]

[FONT=Verdana, sans-serif]Da er ja nun leider selbst nicht aktiv sein kann, wäre es wichtig, dass er sich in einem Umfeld befindet, in dem er sich möglichst wohl fühlt – auch wenn er nur im Bett liegt oder im Rollstuhl sitzt, ohne sich fortbewegen zu können. Optimal wäre da sicher seine alte Umgebung. Da er körperlich derart eingeschränkt ist und sich auch psychisch so zurückgezogen hat, sehe ich bei Heimunterbringung die Gefahr, dass er im wahrsten Sinne des Wortes die meiste Zeit „im Abseits“ steht. Es ist es für ihn in dieser Situation aber einfach wichtig, Anregung und Abwechslung zu bekommen – und das können selbstverständlich Heimmitarbeiter nicht in der notwendigen Intensität leisten. Hier wären seine Familie und sein alter Freundes- und Bekanntenkreis gefordert. Das wäre bei einer familiären Unterbringung machbar, bei einer Unterbringung im Heim weit weniger – je nachdem, wie weit entfernt sich dies befinden würde.[/FONT]

[FONT=Verdana, sans-serif]Soweit zum Verständnis der Situation. Vielleicht fällt dem Einen oder Anderen noch etwas dazu ein, oder vielleicht berichten andere User von ihren eigenen Erfahrungen. Ich bin an allen Kommentaren interessiert.[/FONT]


[FONT=Verdana, sans-serif]Herzlichen Dank![/FONT]​
 
Es gab bei Stiftung Finanztest vor geraumer Zeit (1-2 Jahre?) einen sehr übersichtlichen,umfangreichen Artikel zu allen
gesetzlichen,finanziellen und sonstigen Aspekten einer
Fachpflege zu Hause durch osteuropäisches Pflegepersonal.

Ich finde jetzt nur das ,hatte es aber anders in Erinnerung... :
http://www.test.de/themen/gesundhei...raefte-aus-Osteuropa/1685933/1685933/1686150/

Der Gedanke: die Kombination einer personengebundenen (direkte Vorauswahl) Versorgung mit höchstmöglichem noch bezahlbarem (?) Pflegestandard und sozusagen einer familiären Note.

Bei Beachtung der vorgeschriebenen MINDESTVERGÜTUNG /da muß man beachten: keine HAUSHALTSHILFE-vermischung...oder wohl NUR offiziell "Haushaltshilfe" und NICHT Pflegerin....), dem unbedingt einzuhaltenden Bürokratie-Weg (Anforderung über glaub ich das Arbeitsamt im Nachbarland,die Pflegerin muß dort schon ARBEITSSUCHEND gemeldet sein etc.), den sonstigen Auflagen
(da war noch was zu Wohnmöglichkeit,Versicherungen etc.Steuern...) wurde dies als preiswerteste legale Möglichkeit einer soliden Zuhause-Pflege genannt.

Bei Beachtung der Pflegesätze blieb unterm Strich ...immer noch eine riesige finanzielle private Belastung -- so meine subjektive Einschätzung.

(Genannt wurden dort gesetzl.vorgeschriebene Mindestbeträge ,die eine "Normalrente" mehrfach übersteigen ,braucht man also einkommenstarke ZAHLUNGSWILLIGE Kinder als z.B. Pflegefall-Opi.)

Das kann ein Gutverdiener oder eine große Familie (wo sich Angehörige reinteilen z.B.) ganz anders einschätzen.

Deshalb würde ich mal empfehlen,sich dort reinzulesen.
****************************************
Wenn jemand die Zusatzeinstufung "Erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz" erhält (zur Pflegestufe II z.B.) ,können
auch Leistungen in Anspruch genommen werden ,die "den Alltag verbessern"---also Spazierdienste,Vorleser...Bastelgruppen....

Das Problem:
Angehörige,die das mit leisten ,gehen komplett leer aus
...da sie "kein Pflegedienst /kein Verein..." sind und nicht
"Rechnung legen "können.

Ein menschenscheuer Pflegling,der nur die Angehörigen akzeptiert
(und noch vernehmlich NEIN sagen kann zu vielem 😉 )...wird dann durch diese gratis " alltagsverbessert" - auch diese Hilfen sind im Realfall oft nur Makulatur wegen der Durchführungsbestimmungen.

Möglich hier:
Freunde,die helfen wollen,melden sich beim Freiwilligenverein und lassen sich über diesen dem zu Pflegenden zuordnen.
Das muß gehen...theoretisch zumindest. 😉

Die vorherigen Sätze (jährlich 460 Euro) sind erhöht worden!
*********************************************

Für Schwerstpflegefälle kann man auch versuchen, einen o.mehrere (Schichtdienst) Zivis zu beantragen.
Als bewilligt kenn ich das für körperbehinderte Jugendliche mit Ausbildung ---Begleiter zur Schule/Nachtversorgung.
Könnte aber sein,daß halt nur Kinder/Jugendliche Anspruch haben.

Für Leute,die noch irgendwie arbeitsfähig sind (PC- Spezialjob) ,müßte theoretisch das Integrationsamt (Eingliederungshilfen in die Arbeitswelt) ein Ansprechpartner sein---dort beantragt man "Schaffung vom Spezialarbeitsplätzen" mit allem drum und dran.

*********************************************
Wenn es genug hilfewillige Leute gibt ,wäre auch an das Schaffen einer "Mini-Pflegestation" zu denken---eine Wohngruppe z.B. für 3-4 Leute in einer Großwohnung mit Zimmer für den/die Pfleger.

Dort muß man aber wieder die Vorschriften der Heimbauordnung beachten etc.---da für die Pflegekassen diese Variante immer noch billiger ist als ein Vollstationsheimplatz -- könnte man sich ja mal einen Gesprächstermin bei der Pflegekasse holen.

Fakt ist: wegen der garantierten Mindesteinnahme des Pflegesatzes je Pflegling (noch dazu ,wenn "handverlesen" durch privat) gibt es
für diese Projekte mit gutem Konzept immer interessierte Großbanken als Rekodarlehensgeber.
Das Ausfallrisiko ist auf diesem Sektor niedrig.
Bedingung:
Eigenkapital /Betreiber(den die Pflegekasse anerkennt!)/ Fachumbaufirma müssen vorhanden sein.
Diese Variante kenne ich auch,machen oft ambulante Pflegedienste als "Zusatzgeschäft" .

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Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

nach längerer Zeit bin ich wieder hier im Forum. Vielen Dank nochmals für die ausführlichen Antworten!

Leider haben sich in der Zwischenzeit weitere Komplikationen ergeben. Zweimal musste der Kranke wegen akuter Krampfanfälle wieder in eine Klinik, er wurde dadurch insgesamt noch schwächer und infektionsanfälliger. Und leider auch noch mutloser. An eine häusliche Pflege ist unter solchen Bedingungen wohl kaum zu denken, derzeit ist es wirklich unabdingbar, dass er in unmittelbarer Nähe von kompetentem Pflegepersonal und ärztlicher Hilfe untergebracht wird.

Wie ich schon erwähnte, wird nun ein Heim im Rhein-Main-Gebiet gesucht. Dabei wurden wir auf das Zentrum für körperlich Schwerbehinderte am Oberforsthaus in Frankfurt aufmerksam.

Kennt dieses Zentrum hier vielleicht jemand und kann uns seine Erfahrungen darüber mitteilen? Oder wer hat Ratschläge, worauf bei der Information/Besichtigung besonders zu achten wäre?

Ich denke, vielleicht werde ich noch einen separaten Beitrag zu dieser Frage stellen.

Beste Grüße - und allen Forenteilnehmern ein frohes und gesundes Osterfest!

Tuvalu
 
Oder wer hat Ratschläge, worauf bei der Information/Besichtigung besonders zu achten wäre?
Auf die Gesichter der Pflegekräfte. Wie gestresst oder zufrieden wirken sie.

Dann kannste mal fragen wieviele Bewohner eine Vollpflegekraft im Nachtdienst zu versorgen hat.

Ausserdem solltest du ohne den Leuten die Chance zur Vorbereitung zu geben, mal darum bitten, ob du ein Gespräch mit einem Bewohner führen kannst (aber ohne Pflegekraft dabei unter vier Augen, wenn das Heim Mist ist, könnten die Angst vor den Pflegekräften haben und dir gar nicht erzählen was abgeht). Sprich am besten mit zwei oder drei Bewohnern, einzelne Bewohner können immer mal Quark erzählen (typisches Demenzsymptom, Misstrauen, "die Schwestern klauen mir Zeugs").
 

zunächst solltet ihr euch mit der Krankenkasse in Verbindung setzen. Diese wird wohl einen großen Teil der Kosten übernehmen.

soweit ich weiss gibt es jetzt auch die möglichkeit, dass die krankenkasse die vorsortierung von den medis bezahlt. kann man in der apotheke bestellen und da auch abholen. dann läuft man wenigstens nihct gefahr was durcheinanderzubringen, und der zeitaufwand wird auch viel geringer...vielleixct einfach mal nachfragen bei der kasse
vg

 

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