Hi,
Da ich mich nicht konkret dazu hinreissen wollte, denen zu sagen, wie es jetzt weitergeht, soll ich fuer naechste woche einen ‘vortrag’ vorbereiten, wie ich mir die weitere zusammenarbeit vorstellen kann und welche konkrete erwartungen ich habe. Wollen die mich veraeppeln?
Da ich mehrere Jahre im Vertrieb gearbeitet habe, hier eine kleine Einschätzung zu dem Gespräch.
Personalgespräche sind eine super Sache, wenn Mitarbeiter die Vorlaufzeit haben, sich darauf vorzubereiten. Hier wurde der Vertriebler aber regelrecht überrumpelt, gegrillt. Vermutlich aus rein taktischen / strategischen Gründen, um einer Gehaltserhöhung an sich den Sinn zu entziehen und das mit persönlichen / fachlichen Schwächen zu begründen. Solche Gespräche haben was von Gehirnwäsche, das gilt vor allem für Sales. Es war das Ziel, den Mitarbeiter zu verwirren, zu verunsichern. Eine Gehaltserhöhung war nie das Ziel. Hätte man sich dann nicht einfach das Gespräch ganz sparen können?
Was sehr auffällt ist, das zugleich die Verantwortung auf Mitarbeiter abgewälzt wird: er soll irgendwelche Erwartungen aufschreiben, obwohl es ja eigentlich Aufgabe von Vorgesetzten ist, die Erwartungshaltung / Anforderungen (die mit Gehaltserhöhung verquickt sind) vorzugeben. Eine Anleitung, wie eine weitere Zusammenarbeit gelingt, ist Aufgabe der Führung und weniger die des Mitarbeiters. Wozu braucht es hier überhaupt einen Vortrag über die weitere Zusammenarbeit? Sehr komisches Vehikel, echt. Man könnte das auch als Vorboten eines badigen Arbeitsendes interpretieren. Sowas arbeitet man gemeinsam aus, wenn es fair läuft. Die Vorgesetzten machen es sich hübsch bequem, wollen sich proaktiv nicht um Mitarbeiterentwicklung kümmern, wahrscheinlich können sie es einfach nicht (60-Mann-Firma!).
Auch ich würde mich verar****t fühlen, nach so einem Gespräch. Das so eine Art und Weise die Motivation beim Mitarbeiter dämpft mal ganz zu schweigen. Motivation ist im Sales aber A&O. Der Moment des Schrecks durch den so nicht erwarteten Kritikhagel bleibt haften, denn vertrauenserweckend ist das alles nicht, wie die Vorgesetzten den Mitarbeiter (2 gegen 1) gegrillt haben. Vertrieb ist ein hartes Metier, es wird viel mit solchen psychologischen Tricks gearbeitet.
Die andere Seite der Medaille ist: Weil der direkte Vorgesetzte ein Gespräch zur Gehaltserhöhung von Vorneherein ablehnte, hätte man als Mitarbeiter nicht zwingend auf ein solches Gespräch drängen sollen. Das Szenario wäre einem erspart geblieben. Weil der "grosse Chef" mit im Gespräch saß, hat man vll jetzt Schamgefühle. Schade, das es so gelaufen ist.