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Gelöscht 77808
Gast
Hallo Hannah.Würde mich wundern, wenn er nicht auch versuchen würde den Versorgungsausgleich auszuschließen. Der ist ja auch nur in dem Fall wirklich relevant, dass wir uns trennen. Und die Rente seiner Ex will er mit Sicherheit nicht aufbessern.
Punkte vor einer Ehe zu klären, die nach einer Ehe klärungsbedüftig sind, ist nicht der verkehrte Weg sondern voraus schauend.
Man weiss dann gleich, woran man ist.
Die Schwierigkeit ist, alle Eventualitäten mit einzubeziehen und das ist schlichtweg unmöglich.
Ich hätte dazu zwei Beispiele.
Wenn ihr heiratet, wird sich die Frage stellen, welche Rentenansprüche abhängig vom Verdienst entstehen.
Nun könnte man sagen, dass ein jeder seine Ansprüche für sich erwirbt. Vermutlich ist es aber so, dass eine Vereinbarung, in der er (wenn ein Kind kommt) nur eigene Ansprüche erwirbt, weil du in Teilzeit gehst, sittenwidrig und damit nichtig ist.
Ein Ausweg wäre daher, dass ihr aus dem gemeinsamen Verdienst heraus private Ansprüche in gleicher Höhe finanziert. Dann ergibt sich aber die Schwierigkeit, dass deine Ansprüche vertraglich fixiert sind, während seine Rentenanspüche über eine gesetzliche Anpassung absinken oder die Lebensarbeitszeit angehoben werden wird, was bereits schon geschieht.
Bezüglich eines Hauses ist es nicht zwingend so, dass es eine Wert(!)steigerung gibt.
Über die aktuelle Inflation, die sich nicht auf 40 Jahre planen lässt, wird das Haus im Verkauf dereinst mit Glück mehr Euro einbringen.
Jedoch werden die Güter sich verringern, die Du dann mit der Summe kaufen kannst. Es kann also sein, dass ihr jetzt 200k bezahlt und später 400k zurück bekommt, dass man aber später für ein Auto schon 80k bezahlen muss.
Dazu kommt meine private Ansicht, dass Immobilien im Wert sinken werden.
Aktuell sind sie überteuert.
Ich mache es daran fest, dass man vor 10 Jahren maximal das für ein Haus bezahlt hat, was man in rund 17 Jahren netto an Miete aufbringen musste. Aktuell werden Wohnungen in Düsseldorf bereits für einen Preis angeboten, der so hoch ist wie 30 Jahre Nettomiete. Bei einem Kauf bliebe demnach die Rendite aus, da man für eine kleine Anzahlung erst mal 30 Jahre alt werden muss, also mit 60 erst sein Geld wieder hat und in Überschuss geht. Mit 60 hat man dann aber eine 30 Jahre alte Hütte, und kann mit ersten Reparaturen oder energetischen Sanierungen rechnen.
Weiterhin tendiert der Markt dazu, dass die Reichen reicher werden und die Armen ärmer.
Das ist vollkommen logisch.
Wer einmal eine Industriehalle hat und vermietet, kann von dem Geld die zweite finanzieren und so weiter. So verdient der Investor nach 30 Jahren business mehr als er braucht. Irgend jemand muss die Miete aber bezahlen und das sind die Leute, die keine Halle kaufen (können), und die die Miete wiederum auf ihre Preise aufschlagen, die die Otto Normal Verbraucher bezahlen müssen. Es wird - salopp gesagt - immer auf den grössten Haufen gesch***.
Die Verbraucher=Arbeitnehmer nun sollen, da die Mieten steigen, weniger verdienen.
Daher werden zunehmend Mindestlohnverträge oder Arbeit auf Abruf oder Zeitverträge oder Leiharbeit vereinbart, was das Salz in der Suppe nicht einbringt und auch zu keiner Rentenversorgung taugt.
Von den Leuten gibt es eine ganze Menge!
Es gibt aber auch eine ganze Menge Babyboomer der 60er, deren Weltkriegseltern von einem massiven Wirtschaftsaufschwung jahrelang zu gutem Vermögen gekommen sind. 1960 betrug zB die MWSt genau: Null %!!
Die babyboomer sind nicht Generation Internet und haben eher dazu gewirtschaftet.
Deren Kinder - und die sind wohl in Deinem Alter - sind die Enkel der Kriegseltern.
Die babyboomer erben aktuell die Wk II Immobilienmasse und können die Geschwister auszahlen.
Deine Generation soll dann später die babyboomer beerben und wiederum die Geschwister auszahlen, was sie aber durch Mindestlohn etc nicht mehr können.
Es kommt massiv zu Immobilienverkäufen, auch unterstützt durch die demographische Entwicklung. Damit meine ich, dass weniger Wohnraum gebraucht wird.
So werden die Immobilien billiger und bringen wohl auf keinen Fall mehr das investierte Geld des heutigen Hochpreis-Niveaus zurück.
Kaufst Du dazu noch in einer Kommune ( Bayern?), die jetzt schon kein Geld mehr für InfraStruktur hat, so sind die letzten Dörfer in ein paar Jahren völlig vergreist und die Kinder wandern aus.
Ähnliches sagte eine Mutter einer Mitbewohnerin: Da, wo sie her kommt, kann man zwar eine Ausbildung machen. Etwas Geld verdient man aber höchstens als Verkäuferin oder als Förster. Es gibt nichts anderes, und die Betriebe sterben der Reihe nach, was sich auch dort auf die Immobilien-Ankaufpreise auswirkt, leider jedoch nicht auf deren Unterhaltskosten.
So gibt es viel zu philosophieren.
Ob man es richtig gemacht hat, erfährt man dann irgendwann später.