Mache das bitte nicht nochmal, du musst nichts ertragen, was du nicht möchtest.
Naja, das sagt sich leicht. Das stimmt natürlich, aber das umschreibt nur den "Normalfall".
Ich kann und will dabei nur für mich sprechen!
Ich hatte generell keine Normalität in meiner Jugend. Eine gesunde Sexualität und auch der Umgang damit, war mir von Anbeginn fremd. Über Jahrzehnte hinweg. Ich habe letztlich bewusst exakt so funktioniert, wie man das von mir als Mann erwarten würde.
Ich konnte mich andererseits auch nicht Outen, damit man versteht, warum ich mich hier und da so schwer damit tue. Das Funktionale war einfacher für mich. So gerne ich das anders gewollt hätte.
Das war wie ein Schattendasein. Dafür habe ich mich vor mir selber geschämt. Jedes Mal aufs neue.
Wenn ich das am Stück erzähle, ist leicht erkennbar, dass das traumatische Gründe haben muss. So ist es auch. Aber das kann ich doch nicht bei einem Date erklären, oder? Das würde ich niemals tun. Das ist der völlig falsche Rahmen. Auch für mein Gegenüber.
Ich habe inzwischen 4 verschiedene Varianten ausprobiert.
1. Ich oute mich so früh wie möglich,
2. Wenn sich der Status geändert hat = Partnerschaft.
3. Ich schweige darüber, da ich das Therapeutisch seht gut aufgearbeitet wurde, und weil ich mir ersparen möcht, wie ein rohes Ei behandelt zu werden.
4. In einer gefestigten Partnerschaft.
Variante 4 funktionierte für mich am besten.
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Heute ist das alles kein Ding mehr.
Ich finde der Vertrauensaufbau gestaltet sich generell sehr unterschiedlich. Den Zeitpunkt, wann ich über die Erotik sprechen würde, überlasse ich wie gesagt meinem Gefühl. Das ist natürlich auch Situationsabhängig.
Einmal ging es schon beim ersten Date in die Kiste. Allerdings hatte man sich vorher viel via Mail und Telefon ausgetauscht. Das war natürlich sehr vorteilhaft.
Kann schon sein das es mir durch meine Vergangenheit heute etwas leichter fällt, ein sicheres Gefühl zu vermitteln. Aber das ist noch lange kein Garant für irgendetwas. Ich finde ein Dating ist unberechenbar.
Am besten man hat den Kopf frei.
Wenn man situationsabhängig etwas entscheid, ist das für mich der gesündeste Weg. Denn damit behält man die Kontrolle und schützt sich selbst, ohne sich zu verschließen.