Glaubt ihr, dass ihr das Thema deswegen so streng bewertet (Zeitverschwendung/-ersparnis, wenn sexuelle Bedürfnisse nicht befriedigt werden), weil es für euch einen hohen Stellenwert hat?
Und würdet ihr, wenn ihr konkret danach gefragt werdet, was euch in einer Beziehung wichtig ist, dann Sex oder wenigstens körperliche Nähe/Anziehung ansprechen?
Warum an Sex festmachen?
Das gilt für mich ebenso für Süchte, vorhandene Kinder, Krankheiten, die sich auf den Alltag auswirken. Das muss bei mir auf den Tisch.
Dass mir Sex wichtig ist, sprach ich aus, auch, was das bei mir bedeutet. War aber teils teasing, da deutlich war, dass das grundsätzlich willkommen sein würde. Nur nicht, wie weit. Das zu besprechen war aber für uns beide wichtig.
Ich war anfangs erst abweisend, sehr zurückhaltend, unsicher, kann aber auch sehr direkt und proaktiv werden, wenn ich einen Entschluss gefasst habe. Was dann ziemlich überraschend kam.
Was z. B. nicht immer unausgesprochen eindeutig identifizierbar ist, sind Fetische, submissive Neigungen. Manches mag ich absolut nicht, manches kann nicht passend werden, und ich versuche früh das abzuklopfen, das Gespräch in diese Richtung zu lenken. Es macht doch keinerlei Sinn etwas weiterzuführen, das nicht passen kann.
Ich habe zwar auch einen sehr stark ausgeprägten Fetisch, es ist mir aber absolut unwichtig, den auch auszuleben.
Wenn's dir egal ist, ist es nicht wichtig, dass du diesen Fetisch hast. Es würde sich nicht auswirken in einer Beziehung.
Möchte jemand (so gut wie) gar keinen Sex, hat das Klärungsbedarf.
Die meisten möchten ihre Sexualität ausleben, und dann muss das entweder passen oder für beide in Ordnung sein, Teile oder alles auszulagern.
Meine eigene Erfahrung ist, dass sich auch sexuelle Vorlieben oder der Wunsch oder das Bedürfnis nach Sex sich mit der Zeit ändern kann und auch abhängig von der jeweiligen Beziehung ist.
Das heißt, weil jede Beziehung anders ist, sich das auch auf Wünsche oder Bedürfnisse auswirken kann.
In sofern, weiß ich nicht,ob da im Voraus drüber sprechen wirklich so wichtig ist.
Im Grunde genommen zählt es doch, wie sich das schließlich mit dem Partner anfühlt, wie sich das auf die speziellen Wünsche auswirkt.
Ich weiß nicht, ob ich mich verständlich gemacht habe.
Hm, das klingt für mich nach sehr üblichem Rahmen, innerhalb dessen es variieren kann, der sich auch mit den Erfahrungen ein wenig verschieben kann.
@Geist sprach jedoch von Themen mit größeren Auswirkungen auf die Beziehung. Das ist für mich eine völlig andere Ebene.
Es ist ein Unterschied für mich, ob jemandes Sexfrequenz je nach Partner variiert, er mit dem einen 69 praktiziert, mit dem anderen nicht, oder ob jemand mehr oder weniger asexuell ist, einen Windelfetisch leben möchte, oder was auch immer.
Ich habe devote Neigungen, bin dabei proaktiv. Das kann unterschiedlich intensiv gelebt werden, aber niemals wäre ich kompatibel mit einem Mann, der ähnliche Wünsche hätte.
Witzigerweise begegnete mir das aber mehrfach, weil ich im Job z. B. eindeutig führend war, weil ich das auch im privaten Alltag, in Situationen mit Freunden oder Fremden bin, wenn es nötig scheint.
Beispiel Pferde. Verletzung.
Alle Umstehenden geschockt, Besitzerin weinend am zusammenbrechen, keiner handelt sinnvoll. Ich übernehme routinemäßig die Führung, leite an, organisiere, versorge, verlade in Hänger, ab in Tierklinik.
Ob ich diese Rolle möchte, ist völlig irrelevant in diesem Augenblick. Einer muss schließlich, und ich kann funktionieren. Ich gäbe das liebend gerne ab, wenn da jemand wäre. Sieht man natürlich nicht. Sondern es entsteht schnell ein falscher Eindruck.
Also macht es Sinn, solche Dinge einem potentiellen Partner mitzuteilen. Wenn er kein ausgesprochen guter Beobachter ist, aktiv austestete usw., und als Erster das klärende Gespräch anstößt. Ich kann aber doch proaktiv mitwirken, statt dem Gegenüber die gesamte Arbeit zu überlassen. In beider Interesse.