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Obdachlos in Deutschland???

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@Benjamin-29
Ich danke dir für deinen Bericht🙂



Mich würde Folgendes interessieren...(bin mir da wirklich nicht sicher)
WENN sich jemand helfen lassen WILL, bekommt er bei uns in Deutschland dann nicht Hilfe?
Gibt es nicht immer Stellen, an die man sich wenden kann, die einem helfen wieder ein "normales" Leben aufzubauen etc?
Und wenn jemand z.B. nicht in der Lage ist, alleine zu wohnen ... gibt es dann nicht sowas wie betreutes wohnen oder sowas in der Art?
Gibt es nicht immer eine Möglichkeit von der Straße wegzukommen, wenn man es will?

Diese Fragen sind wirklich nicht provokant gemeint!
Ich frage mich nur schon seit längerer Zeit, ob bei uns wirklich Menschen auf der Straße leben MÜSSEN, obwohl sie das gar nicht wollen.

 
Wer nicht in der Lage ist,sich zu artikulieren,hat oft "Pech".

Das geht doch durch alle Bevölkerungsschichten - manchmal kommt man nicht an die richtige Info oder ist "gelähmt" --krank, sozialphobisch,einsam... Mit "automatisch" geht es nicht.

Fänd es schon einen riesigen Fortschritt,wenn jeder zumindestens wüßte. es gibt Grundrechte
Deutscher Bundestag: Grundgesetz
,es gibt da Recht auf Begleitperson/Beistand --> SGBX,§13,
§ 13 SGB X - Sozialgesetzbuch Zehntes Buch - Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz

Überhaupt das Recht,jemanden FORMLOS mit Angelegenheiten zu beauftragen.

Meine Erfahrung - viele Betroffene können sich nicht artikulieren,können sich nicht informieren,sich nicht den für sie SPEZIELL besten Weg zeigen lassen .

Dann mehrfach an Hürden gestoßen...und das war's.
Das Ohnmachtsgefühl ist oft hausgemacht.

Eigentlich sollen Ämter von sich aus beraten.
Viele krasse Schicksale müßten nicht so dramatisch verlaufen.

Wenn die Art gegenüber Bedürftigen eine arrogante ist,kein Wunder,wenn da jemand lieber im Wald wohnt,als noch mal zu betteln--um SEIN RECHT!

Für jeden Beratungsfehler sollte es Sanktionen geben... 😉
 
Wer nicht in der Lage ist,sich zu artikulieren,hat oft "Pech".
Stimmt ... solche Menschen brauchen natürlich Hilfe. Die können das nicht alleine. Nur man muss erstmal erkennen, dass diese überhaupt Hilfe brauchen.
Aber ich bezweifle, dass auch nur die Hälfte von den Obdachlosen die ich in der Innenstadt sehe, mit der Artikulation ein Problem haben (außer sie sind dicht).

Dann mehrfach an Hürden gestoßen...und das war's.
Das Ohnmachtsgefühl ist oft hausgemacht.
Ich drücke es jetzt mal drastisch aus ....

Mal angenommen ich lande irgendwie auf der Straße und habe keine Ahnung wohin - wirklich überhaupt keine Idee wo ich Hilfe bekommen kann.
Dann würde ich persönlich einfach zur Polizei gehen und denen mein Problem schildern!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die dann einfach sagen "Tja Pech gehabt, wir können nix machen! Sie müssen wieder auf die Straße, frieren und hungern!".
Und mal angenommen die würden mir wirklich nicht helfen können und mir nicht sagen können wohin, dann würde ich denen ganz klar sagen: "Wenn ich keine Hilfe bekomme, muss ich mir selbst helfen. Zur Not überfalle ich ne Bank oder sonstwas!"
Entweder würden sie mich dann in die Klapse (besser als Hunger und Straße) stecken oder mich einfach machen lassen. Entweder habe ich dann Erfolg und kann mir für ne Zeit ein Zimmer und Essen leisten oder ich komme in den Knast (auch besser als Hunger und erfrieren).


PS: Nochmal. Es geht mir wirklich nicht darum hier zu provozieren.
Ich kann mir nur einfach nicht vorstellen, dass man in Deutschland wirklich auf der Straße leben MUSS und frage deshalb so blöd.
Klar gibt es ein paar Ausnahmen, wie du ja gesagt hast und das muss jemand erkennen und helfen.
 
Pff...dann ist aber die "Selbsteinweisung als HILOPE 😉 " in ein KH besser... hilflose Person.

Bei der Wache gibts weder Dusche noch Medies noch Essen ,oder?

Fast jedes KH hat doch Sozialarbeiter ?

********************************
Unabhängig vom Wohnproblem :
es gibt Gesetzeslücken,die merkt man erst,wenn man selbst drin feststeckt. Unglaublich aber real... 🙁🙁🙁

Gruß!
Micky
 
Dann eben ins KH ... da ist es bestimmt angenehmer als im Knast.
Aber auch im Knast gibts es Essen usw.
Man kann sich da ja abwechseln 😀

Nein im Ernst ... du weißt was ich meine oder?
Wenn man einigermaßen klar denken und reden kann, muss man dann in Deutschland auf der Straße leben?

Edit: Man muss doch nur richtig darauf Aufmerksam machen, dass man Hilfe braucht. Und wenn es nötig ist, dann halt mit drastischen Maßnahmen 😉

Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, wenn jemand weiß, warum das nicht so ist...
 
Ich weiss es nicht... bei manchen obdachlosen hab ich das gefühl, dass sie wirklich nichts für ihre lage können und bei anderen denke, die wollen nichts tun, die haben kein bock auf die ämter etc. ich weiss nicht.. mir tut das auch leid, ich kann auch nur schwer an jemand der bettelt und offensichtlich nichts hat, vorbeigehen aber ich mag auch nicht glauben, dass unser staat zulässt, dass menschen so unwürdig leben. ich kann mir auch nicht vorstellen, dass diese menschen alle auf den mund gefallen sind... zb. die punks, sind ja oftmals eher von " höhrem" bildungsstand als nicht-punks.

ok, gibt sicher auch noch viele andere obdachlose..... bei uns im radio war mal ein spendenaufruf für obdachlose und da sprach ein mann, der also ganz klassisch seinen gut bezahlten job, dadurch seine frau und zum schluß seine wohnung verloren hat und er war sich einfach " zu schade" um hilfe vom staat anzunehmen...😕
 
bei uns im radio war mal ein spendenaufruf für obdachlose und da sprach ein mann, der also ganz klassisch seinen gut bezahlten job, dadurch seine frau und zum schluß seine wohnung verloren hat und er war sich einfach " zu schade" um hilfe vom staat anzunehmen...
Sein Stolz in allen Ehren...

aber z.B. ihm würde ich dann keinen € geben.

Und warum ist er sich für Spenden nicht zu schade?
 
Wenn man einigermaßen klar denken und reden kann, muss man dann in Deutschland auf der Straße leben?
In der Nachtunterkunft in der ich gejobbt habe, war es eine Bedingung für die Übernachtung, dass ein Gespräch mit dem Sozialarbeitern geführt wurde. Wer wollte wurde dann bei Behördengängen unterstützt, etc. Hilfsangebote sind also vorhanden.

Das ist aber nur eine Seite der Medailie. Zu sagen "selbst schuld" oder "die wollen keine Hilfe", wird der Sache nicht gerecht. Du schreibst "einigermaßen klar denken" - ich glaube, was das ist ist nicht immer so eindeutig zu bestimmen. Nimm mal hilferuf.de als Beispiel. Hier sind jede Menge Leute, die Probleme haben. Das heisst aber nicht, dass alle ihre Probleme auch lösen können oder lösen wollen.
Wenn der Ehemann brüllt und schlägt, oder die Freundin manipuliert und intrigiert, dann wäre es sicher sinnvoll die Beziehung zu beenden. Für Außenstehende scheint das ganz kar - für die Betroffenen ist es aber ungleich schwieriger. Irgendwas hält manche Leute in solchen Beziehungen - manche Obdachlose werden auch von irgendwas davon abgehalten ihre Situation zu ändern.

Genauso ist es mit der Hilfe. Hier im Forum sucht auch nicht jeder nach Lösungsvorschlägen. Nicht wenigen geht es mehr um emotionale Zuwendung. Manchen hilft diese Zuwendung und sie rappeln sich wieder auf - Andere lassen sich damit einen Schubs geben und drehen sich weiter um Probleme, die sie seit Jahren nicht lösen.
Manchen Obdachlosen kann finanzielle Unterstützung in ihrer Notlage helfen - andere nehmen das Geld um in ihrer Situation zu bleiben. Irgendwo sind das keine anderen Menschen wie alle anderen auch. Mit dem Unterschied, dass sie auf der Straße sitzen.

Gibt halt auch dabei keine pauschalen Lösungen.


Hinterher ließ mich die Sache auch nicht mehr los, und ich frage mich, ob ich ihn hätte unter die Dusche stellen und seine Sachen waschen sollen.

Aber ich denke, das hätte er abgelehnt, und ich weiß auch nicht ob der Gedanke von mit nicht echt dämlich war...
Ich halte das auch so, Marcus. Manche Obdachlose freuen sich, wenn man sich von Mensch zu Mensch mit ihnen unterhält. Ich finds auch immer wieder ganz lustig ein paar Geschichten aus dem Obdachlosenalltag zu hören.
 
Wenn der Ehemann brüllt und schlägt, oder die Freundin manipuliert und intrigiert, dann wäre es sicher sinnvoll die Beziehung zu beenden. Für Außenstehende scheint das ganz kar - für die Betroffenen ist es aber ungleich schwieriger.
Stimmt. Guter Vergleich!🙂

Edit: Aber wenn man sich helfen lassen will und helfen lässt, dann bekommt man auch Hilfe.
Einer der Gründe, warum ich dieses Land so mag 🙂
 
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