Eine Partnerschaft kann man nicht erzwingen. Auch nicht durch eine Therapie. Mit manchen Dingen im Leben muss man sich einfach abfinden können. (...)
Dem kann ich mich auch nur anschließen. Ich habe selbst in dieser Phase gesteckt. Lange Zeit habe ich mich selbst fertig gemacht, nur weil ich der Meinung war, dass ich unbedingt eine Partnerin brauche. Dass mich die Umwelt dabei maßgeblich beeinflusst hat, kann ich nicht sagen, aber ich weiß, dass ich mich mit meiner Denkweise selbst in eine Depression gestürzt habe, aus der ich mich kaum selbst befreien konnte.
Bei mir war es so, dass ich in einer Auffangklinik meine (erste) große Liebe kennen lernte, die mehr als unglücklich war. Denn sie war nicht an mir interessiert, ich aber hatte mich aufgrund ihres Charakters und ihrer flippigen Art (und auch wegen ihres Aussehens) in sie verliebt. Das ging über ein Jahr lang so, und endete in so lebhaften Tagträumen, dass es schon körperlich spürbar wurde. Auch jetzt habe ich sie noch längst nicht vergessen.
Aber ich kann jetzt zumindest sagen, dass ich aus dieser Phase "herausgewachsen" bin und mein "Schicksal" angenommen habe. Es ist wie mit dem Rauchen aufhören: Man muss es für sich selbst erkennen, dass es das Beste ist und man muss den Willen haben und das Durchhaltevermögen, es auch überwinden zu wollen.
Es wird hart, sehr hart. Und es wird immer wieder Rückfälle geben, die einem vor Augen führen wie schwach man eigentlich ist. Zumal man sich nicht von der Außenwelt vollkommen abkapsel kann und immer wieder auf glückliche Pärchen treffen wird, oder attraktiven Frauen/Männern begegnen wird. Man muss für sich selbst erkennen, dass man im Grunde doch gar nicht meckern braucht. Immerhin hat man es doch gut, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen auf der Welt: Man hat vollfunktionsfähige Arme und Beine, ist (günstigstenfalls) Herr seine eigenen Sinne, selbstständig, hat genug Geld zum Leben, ein Dach über dem Kopf, genug Essen und Trinken im Kühlschrank, hat es warm und gemütlich in der Wohnung. ...
Ich weiß einfach nicht weiter. Es geht nicht nur darum, dass ich noch nie einen Partner hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil ich mir Hilfe gesucht habe und Geduld aufgebracht habe, aber ich komme aus meiner Situation nicht raus. Was kann ich da noch tun, wenn ich den Glauben an mich nicht wiedergefunden habe?
Ich persönlich habe mir ein paar Hobbys gesucht, andere Menschen (im Internet) kennen gelernt, mit denen ich gemeinsam was mache und versuche, meiner Mutter ein guter Helfer zu sein, weil sie sich aufgrund ihres Alters und ihrer Gebrechen kaum noch frei bewegen kann.
Hast Du denn niemanden im Freundeskreis, mit dem Du Dich beschäftigen kannst? (sorry, falls diese Frage schon im Thread geklärt worden ist, ich habe nicht alles gelesen :x)