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noch nie Beziehung gehabt

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Guten Morgen Blättchen,

hast du dich so genannt, weil du dich wie ein Blättchen im Wind fühlst? Denkst du, das Opfer des Windes zu sein? Ich habe schon in der Luft tanzende Blätter fotografiert, das war gar nicht so einfach, im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken 🙂

Ich habe jetzt mitbekommen, dass du beruflich gerne etwas anderes machen willst, las aber auch, dass du damit sofort wieder einen Umzug assoziierst. Das erscheint mir schwer verständlich, aber ich will deine Anonymität hier natürlich wahren.

Ich kann mich noch gut an den Beginn meiner Therapie vor vielen Jahren erinnern. Mein Sack war voll mit Problemen und ich wusste nicht, wo anfangen und welche Reihenfolge. Es geht aber nicht alles gleichzeitig! In deinem Fall tendiere ich dazu, erstmal nur eine Einnahmequelle zu halten, was im Zweifelsfall aber auch durchaus die Leistung der ARGE sein kann.

Hauptthema dürfte "innere Stabilität" sein, damit du das Tanzen in der Luft auch genießen kannst 🙂 Mit mehr Stabilität traust du dir viel mehr zu und kannst klüger wählen bzgl. deiner Themen Beruf, Freizeit und dann irgendwann auch Partnerschaft. Umgedreht wirst du für andere Menschen "greifbarer" und damit entsteht auch eine Verbindung, die nach und nach enger werden kann. Wer immer nur "durch die Luft tanzt", ist nicht greifbar. Andere versuchen es ein paar Mal, aber wenn du immer wieder wegflutschst, geht denen irgendwann die Puste aus.

Du schreibst, du hast beim Tanzen schlechte Erfahrungen gemacht. Hast du dich zurückgewiesen gefühlt? Vielleicht ist deinen Tanzpartnern die Puste ausgegangen, weil du auch dabei immer weggeflutscht bist? Hast du deinen Tanzpartnern vertraut?

Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu "bildlich" geschrieben 🙂

Ja, wie ein Blatt im Wind fühle ich mich. Weil ich keinen Halt habe und orientierungslos bin.
In der Vergangenheit bin ich viel umgezogen. Ich weiß gar nicht, wohin ich überhaupt will.
Meinen Job kann ich nicht weitermachen. Dann kann ich mir aber meine Wohnung nicht mehr leisten. Also muss ich wieder umziehen.

Wie finde ich die innere Stabilität? Ich glaube man ist nicht ganz frei und unabhängig von den äußeren Rahmenbedingungen. Und mir gibt äußerlich gerade nichts Stabilität. Wo ich wohne, kann ich nicht bleiben, weil ich keinen festen Arbeitsplatz habe. Meine Arbeit kann ich nicht weitermachen, weil sie mich krank gemacht hat. Einen Freundeskreis habe ich nicht in der Nähe. Eine Beziehung habe ich nicht. Verwandtschaft/Familie habe ich so gut wie keine.
Ich habe immer nur gekämpft die letzten Jahre. Und es kam nichts dabei heraus. Ich habe keinen Lebensmut mehr, wenn das Leben so weiter geht und ich mich so anstrenge, ohne irgendwo anzukommen.
 
A

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Re: noch nie Beziehung gehabt
Liebes Blättchen,

dein Beitrag hier begann mit der fehlenden Beziehung und nun hast du uns den Inhalt des ganzen Sacks vor die Füße geschüttet und sollten wir wirklich irgendwas lösen können, kommt sicherlich das nächste Problem. Du flutschst weg!

Es erinnert mich wirklich ein bisschen an meine Zeit damals und heute weiß ich, dass manches längst nicht so dramatisch war, wie ich es empfunden und artikuliert habe. Dazu bedarf es aber der Hilfe eines Profis und vor allem auch Zeit.

So lange du Gründe anführst, diesen Weg nicht gehen zu können (weil ja wieder Umzug), so lange willst du nicht.

Vielleicht kann dir eine örtliche Beratungsstelle weiterhelfen? Oder dein Hausarzt als erster Ansprechpartner?

Tsunami hat Recht, alles was du suchst, befindet sich in dir selbst. Du fragst aber lieber hier und bist am Ende noch verwirrter. Finde raus, an welchem Problem du bald wirklich zusammenbrichst und such dir dazu die passende Hilfe bei einem Amt oder einer Organisation.
 
Ich glaube die Situation können nur diejenigen wirklich nachvollziehen, die sowas selbst schon erlebt haben. Wenn einem alles wegbricht und man nichts mehr hat. Also meine Freunde und Bekannte haben alle mehr Verwandtschaft und Familie. Das ist etwas im Leben, was man sich selbst nicht schaffen kann. Die Herkunftsfamilie. Man braucht Beziehungen und Bindungen im Leben. Diesen Mangel kann auch kein Mann ausgleichen und habe sowieso kein Vertrauen mehr in Beziehungen, bei dem was ich alles mitgekriegt habe.

Und ich war schon bei einer Beratungsstelle. Aber das hat mir wenig geholfen. Da werden die Probleme analysiert, aber das ändert nichts an der Situation. Was sollen sie auch tun?! Es ging mir nicht besser dadurch.

Aber wenn man selbst hier nicht mehr sich den Ballast von der Seele schreiben kann, dann weiß ich nicht mehr wohin.
 
Oh, du hast Freunde und Bekannte? Dann ist doch noch lange nicht alles weggebrochen!

Ja, aber sie wohnen alle verstreut und nicht in meiner Nähe. Ich brauche Freunde in meinem Alltag. Mit denen ich mich austauschen kann und das Leben teilen kann. Sonst geht es mir psychisch nicht gut.
 
Ja, aber sie wohnen alle verstreut und nicht in meiner Nähe. Ich brauche Freunde in meinem Alltag. Mit denen ich mich austauschen kann und das Leben teilen kann. Sonst geht es mir psychisch nicht gut.

Hast du denn welche dabei, mit denen du intensiver reden kannst?
Also ich bin ja an sich immer froh, wenn ich überhaupt jemanden habe, mit dem es stimmig ist. Da spielen für mich auch 600 km keine Rolle. Gibt doch Schreiben und Telefon.
 
Ja, ein bis zwei.
Aber in meinem Alltag fehlen mir Freunde, mit denen ich etwas unternehmen kann. Und sobald Partner/Ehepartner und Kinder da sind, haben die Leute kaum noch Zeit.
Deswegen finde ich es ja auch so schlimm, dass ich noch nie jemanden hatte. Nie von jemandem geliebt worden bin. Da fragt man sich schon, was nicht mit einem stimmt und es kratzt an Selbstwertgefühl.
 
Ja, ein bis zwei.
Aber in meinem Alltag fehlen mir Freunde, mit denen ich etwas unternehmen kann. Und sobald Partner/Ehepartner und Kinder da sind, haben die Leute kaum noch Zeit.
Deswegen finde ich es ja auch so schlimm, dass ich noch nie jemanden hatte. Nie von jemandem geliebt worden bin. Da fragt man sich schon, was nicht mit einem stimmt und es kratzt an Selbstwertgefühl.

Ja, okay, bis zu einem gewissen Grade verstehe ich das, was du schreibst. Natürlich wird da keiner sagen: es ist toll, dass man noch nie jemanden hatte; andererseits: willst du jetzt dein gesamtes Leben in Frage stellen? Man ist doch im Leben nicht nur dazu da, eine Beziehung zu haben.
Das Leben bietet mehr Facetten als nur das.
Siehe dir deine Biografie an. Wenn man viel umzieht, den Freundeskreis faktisch laufend wechselt, sich z.T. gar nichts ergibt: na ja, es ist kein Wunder, dass da einiges auf der Strecke bleibt. Das ist aber nicht nur bei dir so, sondern auch bei mir und einigen anderen. Aber es ist an dir, mehr Stabilität in das Ganze reinzubringen und ich denke, dann wirst du im Laufe der Zeit auch das finden, was du willst. Zum anderen hast du ja vor, dir Hilfe zu suchen und auch im Zuge dessen wird es dir besser gehen.

Die meisten Menschen suchen Stabilität.
Weißt du, wenn ich selbst z.B. immer am selben Ort wohnen würde, was ja nun nach wie vor bei vielen Leuten der Fall ist, würde ich auch niemanden erwählen, der mir beim ersten oder zweiten Treffen schon unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er dauernd umzieht. Okay, ich selbst sehe das nun auch differenzierter, weil ich mehrmals umgezogen bin. Ich wohnte in Frankreich, in den USA, in England, bin innerhalb meiner Deutsch mehrfach umgezogen, habe fast 2 Jahre in NRW gelebt usw. Seit einem Dreivierteljahr lebe ich jetzt wieder in meiner Heimatstadt und habe mir geschworen, dass ich nicht wieder umziehe, weil eigentlich das letzte Viertel meiner 20er ein Fehler war...
Ich weiß heute, dass ich mir mehr Stabilität hätte schaffen müssen - gerade weil ich bipolar bin, weil ich schon früher Burnout-Züge hatte, weil ich einst schwerst suizidal gefährdet war usw.
Seitdem ich den festen Wohnsitz habe und den Leuten das auch klar vermittele, dass sich daran nichts ändern wird und ich über 10.000 in dieses Haus hier gesteckt habe usw., nehmen mich die Leute endlich ernst.

Ich weiß ja selbst, dass es eigentlich nicht stimmt; aber wenn jemand permanent seine Wohnsituaton verändert, wird das häufig als sprunghaft, instabil, sich nicht festlegen könnend deklariert. Natürlich stimmt das nicht - aber bei vielen ist das noch nicht angekommen, dass es oftmals rein berufliche Gründe hat. Aber selbst wenn einige es kapieren, dann wird es auch wieder so dramatisch hingestellt: ja, du gehst für deinen Beruf über Leichen, bist total egoistisch usw.

Na ja, ich kenne beide Seiten bzw. kann beides irgendwo nachvollziehen.

Mir hat mal die Frau eines befreundeten Arbeitskollegen gesagt: es braucht normalerweise 3-4 Jahre, damit man an einem "neuen Ort" wirklich ankommt, dort einen Freundeskreis, Partner usw. hat. Ich sehe das nicht so viel anders.
Und an manchen Orten funktioniert es ihrer Meinung nach auch gar nicht, z.B. wenn man die Mentalität des Ortes einfach nicht leiden kann oder die Aura des Ortes nicht stimmig mit den eigenen Vorstellungen ist. Hamburg, meine Heimat, hat natürlich für mich die richtige Aura und die richtige Mentalität.
Blättchen, du solltest darüber nachdenken, was du wirklich willst, wo du ankommen möchtest und dir danach dein Leben zurecht stricken. Es wird vielleicht nicht einfach, aber so mit Anfang 30 ist es immer noch leichter, als wenn du dich jetzt weiter durchquälst bis irgendwann über 40 oder 50 und dann fast gar nichts mehr geht oder du noch schlimmere Symptome entwickelst.
Du hast es in der Hand, dir dein Leben so zu gestalten, wie du es haben willst. Wer soll es dir sonst gestalten, wenn nicht du?

Ich behaupte, dass für den Partnerschaftsaspekt vielleicht einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen war. Das mit den Umzügen, den Arbeitsortswechseln ist nun mal ein Kreuz bzw. es brandmarkt dich in gewisser Weise...
Du wirst sehen, dass es anders werden wird, wenn du dir sicher sein kannst, dass ein Ort dein fester Standpunkt sein wird - für die nächsten Jahre. Das wird dir mehr Energie für alles geben. Man denkt sich beim ständigen Wechsel des Wohnorts doch sowieso nur: Ach, was soll ich jetzt irgendwo reininvestieren, wen ich in einem halben Jahr sowieso schon wieder weg vom Fenster bin - ist doch eh alles sinnlos.
Sinn geben nur feste Strukturen, Planbarkeit, Stabilität.... 😉

Damals in meiner NRW-Zeit habe ich mir ab der Hälfte der Zeit auch keine große Mühe mehr gegeben, da noch so viel an Land zu ziehen. Ich wusste, dass es dort nicht mehr lange weitergehen wird.
Weißt du, mir ist das damals, wo ich öfter umgezogen bin, mehrmals um die Ohren geflogen: du bist instabil, du bist unzuverlässig, du bist das, du bist jenes. Ich weiß selbst, genau wie du, dass es so eigentlich nicht stimmt und ich trete heute so auf, dass die Leute das bei mir nicht mehr irgendwo bezweifeln.
Wenn du für dich den richtigen Wohnort gefunden hast, ne neue Stelle dir aufbaust für die Arbeit, wenn du neue Hobbies angehst usw., wirst du anders auf die Leute wirken. Sich den Alltag, das Leben neu einrichten. Ich brauchte in Hamburg auch erst mal meine Zeit.
Jetzt mache ich halt die beiden neuen Jobs... dann gehe ich zum Schachverein... habe durch Anzeigen, Facebookgruppen/groops.de z.T. neue Leute, knüpfe an alte Kontakte an... mache regelmäßig Sport, gehe zu Konzerten usw. Auch bei mir in der Nachbarschaft haben sich schon Sachen ergeben, was ich vorher so nicht für möglich gehalten habe.
Beim Verein z.B. , in der Nachbarschaft etc. nehmen die mich heute alle ernster. Ich gehe wirklich jedes Mal zum Verein, sage selten, außer wegen Krankheit, was ab, bin für die Leute da, engagiere mich etc. Das macht einen ganz anderen Eindruck als früher.
An manchen Tagen habe ich zwar auch schon gedacht, v.a. wenn ich von 7-18/19 Uhr aus dem Haus bin, und dann noch Schach oder ein Treffen, dass es vielleicht bissl viel ist, aber ich muss das ja nicht jeden Tag so machen. 🙂

Man backt in der Regel erst mal kleine Brötchen. Ich habe halt nur bei der Reaktivierung meiner alten Kontakte angefangen, dann bin ich zu der Vereinssache übergegangen, im Laufe der Zeit jetzt ergeben sich bei den Arbeitsstellen neue Kontakte usw.
Wobei ich sagen muss: ich muss momentan viel Energie in die eine Arbeitsstelle setzen, weil das Institut, das ich leite, im Aufbau ist... und der Hintergrund etwas prekär aussieht momentan, sprich in anderen Worten: ich muss das Ganze aus der S**** ziehen. Aber es heißt: ich kann meine vollen kognitiven Ressourcen einsetzen und ziehe natürlich aus dem Produkt etwas. 😉

Du brauchst definitiv etwas, das dir Energie gibt, wo du sagst: das will ich jetzt immer so machen. Ob es nun der Berufskram, Sport, andere Hobbies, neue Menschen, Tiere usw. sind...
Die Frage ist: willst du dort, wo du jetzt bist, bleiben? Oder willst du dir einen Job ganz woanders aufbauen?
 

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