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  • Starter*in Starter*in Systemfehler
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Hallo Gel06
vielen Dank für das Zitat. Es ist inhaltlich nichts anderes als das was wir hier diskutieren nur dass das Wort "krank" eben nicht verwendet wird.
Und Ursachenforschung ist ja schonmal ein guter Ansatz, aber eben auch noch nicht die Lösung.

Und wenn ich das Wort "krank" benutze dann meine ich die kränkelnden Systeme, die mehr und mehr Menschen einfach durchrutschen lassen, weil sie nicht den Leistungsanforderungen eben dieser Systeme gerecht werden können. Wenn es diese Tendenz nicht gäbe, dann bräuchte wir keine Foren wie dieses.Dann gilt bald wieder das Gesetz des Stärkeren, wenn Menschen nicht endlich zu Besinnung kommen. Und das kann erstmal nur jeder für sich und in sich tun. Das ist meiner Meinung nach ein Anfang, den jeder egal wie er gerade dasteht machen kann, mit dem Glauben an sich.
 
stimmt julie, ich wollte auch keinen angreifen, diese worte werden nur so oft so falsch verwendet.
Und Ursachen finde ich wichtig, damit man die Lösung auch finden kann.



da ich wohl auch doch in Zukunft nicht den Mund halten kann in diesem Thread, habe ich mich jetzt entschlossen, die PN, die ich Systemfehler geschickt habe auch einzustellen. Sonst sag ich es ja doch in Häppchen später:

Hallo Systemfehler,

es gibt wirklich etliche Menschen, die das gleiche empfinden wie Du und alle stehen vor demselben Problem. Die Lösung liegt nicht vor der Haustür rum, schon gar nicht vor den Haustüren mit den symmetrisch bepflanzten Vorgärten...
Ich kann Dir aber sagen, was ich gegen dieses Ohnmachtsgefühl getan habe und auch noch tue:
Zuerst habe ich mich viel mit mir selbst beschäftigt - wer bin ich, wer will ich sein, welche Stärken habe ich, welche Schwächen, wo liegen die Schnittstellen zu der "Welt da draußen", an welchen Schnittstellen bin ich bereit Kompromisse zu machen und an welchen nicht, ich habe mir Prinzipien daraus gemacht.
Das hat alles schon ziemlich lange gedauert, aber ich habe erkennen können, wo und wie ich anders bin und warum. danach begann ich mich damit zu beschäftigen, warum die anderen anders sind als ich. Nicht umgekehrt! Und da taucht man in ein riesiges Themengebiet ein. Man muss alle möglichen Umstände berücksichtigen und analysieren... diesen Prozess habe ich noch nicht abgeschlossen. In dem thread "Fehltritt der Evolution" habe ich auch ein Buch empfohlen, das sich mit genau der jetzt vorherrschenden Gesellschaftsform und deren Auswirkungen beschäftigt. Isoliert darf man das natürlich auch wieder nicht betrachten, davor gab es andere Gesellschaftsformen und es wird in Zukunft auch wieder andere geben. Jedenfalls ist es mir dadurch möglich mein Ohnmachtsgefühl in immer mehr Verstehen zu wandeln. Das hilft in erster Linie mir selbst und meinem Umgang mit dieser Welt. Für meine zukunft betrachtet soll es mir irgendwann mal, wenn ich genug gelernt habe, dabei helfen zu verändern.

Gel06


--- so, noch ein Zitat:

"Intellektueller, so Jean Améry, ist derjenige, der sich an die Gesellschaft engagiert. Und er fügt hinzu, dass es nicht die bestehende, sondern die werdende Sozietät ist, der er sich verpflichtet fühlt. Noch schärfer könnte man formulieren: Sein Engagement gilt dem Werden selbst, dem Umbruch, der Revolution"

(Übrigens wie auch das erste Zitat ebenfalls aus Vorwort des von mir empfohlenen Buches in diesem anderen Thread)
 
tja, Gel06...

wir werden manipuliert, quasi von geburt an..
und du hast recht - wer sollte schon zum nachdenken kommen, wenns ihm (wirtschaftlich) gut geht und er oben schwimmt ?

vielleicht ist ja eine "diffuse" unzufriedenheit und angst da, weil man gemerkt hat, dass die "wirtschaft" nicht mehr so läuft wie vor jahrzehnten, dass man auch nicht mehr durch krieg alles kaputtschlagen will, ums dann wieder aufzubauen.. es ist allerdings nicht zielgerichtet, noch nicht...

ja, jeder kann aus dieser manipulation, dem "folgen" des konsumwahns aussteigen, auch aus der sogenannten "unterhaltung" im tv, in der ich eine gewisse parallele zum alten rom (brot und spiele) sehe..

was peter weiss sagt - gut und schön - aber können wir uns - jetzt schon - von unsrem "system" befreien ? mag sein, dass wir den "widerstand" erst lernen müssen, und es wird auch nicht so schnell gehen.

was uns nämlich AUCH durch manipulation aberzogen wurde, ist die fähigkeit zu solidarität. ich denke, wir sind noch nie so wie jetzt in grüppchen und clübchen aufgespalten, die sich alle nicht grün sind (da hab ich mit meinem sohnemann oft über die musik-szene diskutiert - ist ein beispiel).

und ohne solidarität - in dem wir erkennen, in der hauptsache alle menschen zu sein - werden wir nie was ändern können.

peter
 
@pete

"was uns nämlich AUCH durch manipulation aberzogen wurde, ist die fähigkeit zu solidarität. ich denke, wir sind noch nie so wie jetzt in grüppchen und clübchen aufgespalten, die sich alle nicht grün sind"

stimmt... da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht! Aber auf der anderen Seite ist es logisch, dass es so ist - denn die Konkurrenz soll es ja angeblich sein, die den Fortschritt anleiert. Also heißt das ja wohl auch Konkurrenz auf allen Ebenen, schön verpackt in das Sahnebonbon eines Bessere-Welt-Versprechens. Und was sich nicht zusammenrottet kann halt auch nicht stark werden.
Danke für den Hinweis!

Gel06
 
((((((Gel06)))))
das ist super!!! Aber wir leben doch jetzt und nicht in der Zukunft. Und wir wollen doch nicht erst in der Zukunft glücklich und frei sein???!!!!
Und........was ist die Zukunft, doch etwas, das immer dort bleibt wo es ist nicht wahr? Heute ist es das Morgen und Morgen ist es das Übermorgen und immer so fort. Für mich stellt sich also immer nur die Frage "Was kann ich jetzt, in diesem Moment tun, um glücklich zu sein und frei"

Kennst du "Jetzt die Kraft der Gegenwart" von Eckard Tolle??? Empfehle ich allen hier. Meiner Meinung nach liegt die Ursache nämlich in der Sorge um die Zukunft. Stellt euch mal vor, ihr wüsstest ihr hättet kein Morgen das es zu erleben gäbe. Was würde denn außer dem Leben (das vielen, so wie es ist noch nicht mal besonders lebenswert erscheint) noch alles wegfallen?
Die Schulden, die Arbeitslosigkeit, die Angst vorm Zahnarzttermin, die Angst for der Mathearbeit, vor dem cholerischen Chef, der Elternabend nächsten Monat, der Geburtstag der Uroma die 101 Jahre alt wird......blablabla.

Das sind lauter Gedanken, die uns rund um die Uhr auf Trab halten, obwohl noch gar nicht Morgen ist oder nächste Woche...... Was können wir also ändern an den Dingen von denen wir noch nicht mal 100%ig wissen, dass sie wirklich eintreten ändern?? Nichts. Was wäre wenn wir sie also gar nicht denken, weil es völlig überflüssig ist sich Gedanken zu machen um Dinge die noch nicht aktuell sind? Wir wären frei, von Gedanken, von Stress und Angst. Wir wären glücklich, und das System würde uns gar nicht interssieren. Hat das schon mal einer von euch geschafft? Einen Tag lang nur das zu denken, was im Moment wirklich ansteht. Ganz bewusst Kartoffeln schälen und nicht daran denken, dass er noch die Wäsche aufhängen muss?? *lach*
Einmal in der Wanne liegen und sich nicht an den vergangenen Arbeitstag erinern, sondern einfach nur bei sich sein?
Wir vergiften uns regelrecht selbst mit unseren Gedanken und daher kommen unsere Krankheiten, die psychischen und auch die körperlichen.
Ist Rauchen wirklich die Ursache von Lungenkrebs? Oder ist es die Angst vor dem Krebs, das schlechte Gewissen ein Raucher zu sein ,dass man jetzt auch noch mit jeder Zigarrettenpackung suggeriert bekommt (Das steht auf jeder Packung drauf) und trotzdem seiner Sucht nicht entsagt.

Und was wäre wenn wir keine Vergangenheit hätten? Keine Erinnerung an nichts? Wenn also in uns nichts abgespeichert wäre, an dem wir uns orientieren könnten? Wären wir dann in irgendeiner Form gefährdet? Nein, wir hätten einfach keine Angst mehr. Denn unsere Angst haben wir doch aufgrund der Erfahrungen, eigener und fremder Erfahrungen.

In einem Zeitungsartikel habe ich mal gelesen, dass das Korrespondententeam schier verzweifeln wollte, weil es nicht möglich war mit Hopi Indianern einen Folgetermin für ein Interview zu vereinbaren. Sie sagten immer nur, man würde sich wiedersehen, wenn die Zeit gekommen wäre. Sie können nichts anfangen mit "Nächste Woche, oder "morgen Mittag" Für uns ganz unvorstellbar nicht wahr? Aber diese Menschen sind glücklich und sie leben in weitaus ärmlicheren Verhältnissen als wir.
 
Weil das Gestern, das Heute und das Morgen untrennbar aneinanderhängen.

Das Heute hat immer noch Aspekte des Gesterns und das Übermorgen wird Aspekte des Heutes haben. Will man das Heute verstehen, muss man auch das Gestern kennen, will man das Morgen verändern, muss man Heute damit anfangen.
Was Du beschreibst klingt nach LMA-Mentalität, dann brauch ich ja auf nix und niemanden mehr Rücksicht zu nehmen.

Gel06
 
Nun gut und es ist auch leicht dahin gesagt...........aber ich glaube nicht dass all die noch existierenden Naturvölker von einer LMA Mentalität gesteuert sind. Sondern weitaus sozialere Strukturen haben als wir. Wir sind doch alle Individualisten, laufen alle mit den Scheuklappen durchs Leben und sehen nur was wir sehen wollen. Blöderweise auch die Dinge die uns krank machen vor Wut und Ärger. Aber wenn wir nun unsere Kraft nicht in all die Wut stecken würden, sondern sie nutzen würden um etwas zu verändern, dann könnten wir doch eigentlich im Moment erstmal nur bei uns selbst anfangen oder? Oder marschiert einer in den Bundestag und sagt "Herr Schroder mach mal Platz, da jetzt komm ich"
Wir alle sind doch ein Teil aller Systeme, weil wir alle sie gemeinsam erschaffen haben. Wenn wir dieses Systeme nun bekämpfen, dann bekämpfen wir auch immer uns selbst. Wir sägen in gewisserweise den Ast ab, auf dem wir sitzen. Wir können die Systeme nicht stürzen, seht euch um in der Welt wo das schon gemacht wurde...... Aber wir können sie umstrukturieren und das findet mit unserer Kreativität unserer Phantasie statt. So sind alle Systeme irgendwann entstanden...

Gestern- Heute- Morgen Zeit ist Illusion...
 
Aber wir können sie umstrukturieren und das findet mit unserer Kreativität unserer Phantasie statt. So sind alle Systeme irgendwann entstanden...

Alle Systeme entstanden, weil sie zum Zeitpunkt ihres Entstehens ein Fortschritt waren, weil sie ein älteres System verbesserten - unser jetziges wird aber bloß noch künstlich am Leben gehalten.. wie alles eigentlich und verhindert den weiteren Fortschritt für ein besseres Leben aller Menschen und nicht bloß meines eigenen.

Ich denke aber, der Punkt um den wir uns drehen ist der des ersten Ansatzes: und da mag ich Dir in keinster Weise widersprechen, dass der erste Schritt, der bei einem selbst ist. Wie sollte ich auch sonst äußerlich überhaupt was verändern wollen, wenn ich nicht mal bei mir selbst die Notwendigkeit sehe?

Gel06
 
Gel06 meinte:
Wie sollte ich auch sonst äußerlich überhaupt was verändern wollen, wenn ich nicht mal bei mir selbst die Notwendigkeit sehe?

Gel06

Ein schöner Satz!!! Den denk ich mir manches Mal, wenn ich mal wieder übers Ziel hinausgeschossen bin und allzusehr mit allem am Herumzicken bin.
Dann sag ich mir immer wieder "Julie, reg dich nicht auf ändere es oder mach's dir trotzdem schön" Und weil ich nicht alles ändern kann, mach ich es mir trotzdem schön und das ändert dann schon eine Menge, nämlich für mich. Ich bin dann wieder im Frieden mit mir.

Aber ist es nicht oft so Gel06, dass Menschen ständig an anderen herum mäkeln und meckern und den eigenen Splitter im Auge nicht merken? Also ich erwisch mich schon noch öfter dabei, als mir lieb ist.
Schönes Buch dazu "The Work" von Byron Katie
 
... und macht es uns die Wirtschaft und die Politik nicht GENAUSO vor und erwartet genau jenes angebliche "Selbstvertrauen" von uns, immer wieder nur darauf ein zu gehen, wo die anderen Fehler machen, qualitativ schlechter sind, quantitativ schlechter sind... etc? Und daher mittlerweile auch schon bereits in der Kindeserziehung? "Wenn Du als Schwächling dastehst, hauen die Dir doch einen rein" "Du kriegst aber schönere Sachen als die da" "Haha, das ist doch kein Kinderzimmer, das ist ein Zwinger"

"Julie, reg dich nicht auf ändere es oder mach's dir trotzdem schön" Und weil ich nicht alles ändern kann, mach ich es mir trotzdem schön und das ändert dann schon eine Menge, nämlich für mich."

Das find ich auch schön. Hält sich genau an jene Textstelle, die ich mal las:
"Gib mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Gib mir die Kraft, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann. Und gib mir die Weisheit zu unterscheiden"

Wenn das alleine in der Masse der Köpfe schon realisiert wäre, mann, dann wären wir schon ganz woanders.

Gel06
 

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