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Nicht studiert bedeutet automatisch beschränkter ?

  • Starter*in Starter*in Cassiboe
  • Datum Start Datum Start
Ich habe eine Ausbildung abgeschlossen und studiere momentan, also kenne ich mehr oder weniger beide Seiten der Medaille.

Es stimmt das es wirklich ziemlich "lachse" Studiengänge und ziemlich harte gibt.
Ich mache ein Ingenieursstudium und muss schon sagen das ich in einigen Fächern ziemlich kämpfen muss.

Ich sehe auch, dass einige mit Abitur sich für besser halten als Leute mit Ausbildung und anschließendem Fachabitur. Das ist nur ein kleiner Teil, aber dafür umso abgehobener.

Mit denen will ich aber auch garnichts zu tun haben und gerade diese Leute laufen am Leben vorbei und können nichts als Theorie.
Viele von diesen Leuten wissen platt gesagt nicht was ein Gewinde, ne technische Zeichnung oder z.B. ne Drahtsicherung ist.
Als Ingenieur im Luftfahrtbereich sollte man schon auch über technisches Grundwissen verfügen.

Ich sehe bei mir im Studiengang das viele die kompliziertesten Herangehensweisen haben, ich aber mit den einfachen Methoden genauso weit komme.

Ich finde auch, das ein Studium viel zu wenig Praxisbezug hat. Einige Dozenten behaupten, der Stoff sei nach der Klausur völlig unerheblich und man bräuchte den Stoff im Berufsleben nie wieder.
Elementare Sachen wie Cad-Programme bedienen oder technisches zeichnen kommen bei uns zu kurz oder garnicht vor.

Mein Cousin hat auch ein technisches Studium gemacht und haderte mit denselben Problemen.
Er meinte das man trotz Bachelor oder Master nicht vernünftig auf das spätere Berufsleben vorbereitet sei.
Er musste nach Abschluss viel Praxis für den neuen Job lernen, da er vor dem Studium keine technischen Vorkenntnisse hatte.

Leute die meinen, sie hätten mit ihrem Bachelor oder Master die Weisheit gefressen und arrogant auftreten werden eh nicht weit kommen.
Die Kollegen und Chefs merken schnell wenn das nur Gelaber ist, aber produktiv nichts kommt.

Ich bin also der Meinung das ein Studium nichts bedeutend besseres als eine Ausbildung ist, da oft kaum praxisbezogenes Wissen vorhanden ist.
Dafür ist bei einer Ausbildung das theoretische wissen nicht so stark im Fokus.
Allerdings ist hier auch von Ausbildung zu Ausbildung ein Unterschied.

Leute die arrogant auftreten verbauen sich sowieso alle Chancen und können meist eh nur reden.

Lass dich nicht von solchen Trotteln runtermachen. Du verfügst über praktisches Wissen, was einige studierte nie erlernen werden.
 
Ich verstehe wirklich nicht, warum ihr euch so streitet. Es gibt eben zu jedem Beruf die passende Berufsvorbereitung: Bei dem einen Job ist es eben ein Studium, bei dem anderen eine Ausbildung und dazu gibt es noch alle möglichen Zwischenstufen. Natürlich sind alle unterschiedlich und bringen auf unterschiedlichen Gebieten spezialisierte Leute hervor (oh wunder!). Aber das sagt doch nix über die Wertigkeit aus!
Da ist doch nicht das eine oder andere besser! Wenn ich Arzt werden will, muss ich halt Medizin studieren, Punkt basta. Und wenn ich dann aber doch später Koch werden will, stehe ich mit meinem Medizinstudium genauso blöd da, wie jemand, der garnix hat. (der Persnalchef stellt mich deswegen auch nicht ein, weil ich sowas tolles studiert habe.- obwohl...vielleicht zum Fleisch schneiden 😀)
Ich selber habe studiert und kann deshalb vielleicht sagen, dass ich mich auch in ähnlichen Fächern leichter tun würde, als jemand, der noch nie eine Arbeit geschrieben hat, aber ich wäre als Automechaniker doch auch total verratzt. Möglicherweise würd ich das intellektuell einigermaßen noch packen, aber das wärs auch schon!
Man kann auch nicht sagen, dass ein Studium zwingend zu mehr Geld führt. Es führt halt unter Umständen zu Jobs mit mehr Geld, aber ich glaube ein selbständier Malermeister mit gut gehender Firma verdient weit mehr, als ein BWL-ler, der einen 0815 Bürojob macht.
Ich kann es echt nicht verstehen, warum man immer mit Wertigkeiten daherkommen muss: Andersartigkeit ja, Wertigkeit- nein.
Habe übrigens auch schon die umgekehrte Version erlebt: wie oft wird man blöd angeredet, weil man ja studiert hat: Jaja, das kannst Du nicht, gell? Hat man euch an der Uni wohl nicht beigebracht!
Fazit: Deppen gibt es überall!
 
Mein Cousin hat auch ein technisches Studium gemacht und haderte mit denselben Problemen.
Er meinte das man trotz Bachelor oder Master nicht vernünftig auf das spätere Berufsleben vorbereitet sei.
Er musste nach Abschluss viel Praxis für den neuen Job lernen, da er vor dem Studium keine technischen Vorkenntnisse hatte.

Genau hier sehe ich einen ganz wichtigen Punkt im Bezug aufs Studieren. Viel Theorie braucht man hinterher nicht, aber man lernt im Studium das Lernen selbst. Nur die Vorlesungen zu besuchen, reicht normalerweise nicht aus. Erst das selbstständige Lernen ermöglicht das Bestehen der Prüfungen.

Das reine Fachwissen, das man auf diesem Wege erlangt hat, mag später unwichtig sein. Aber wenn es darum geht, sich für den neuen Job viel Praxis selbst anzueignen, so wie dein Cousin, ist man durch die im Studium erworbenen Lernfähigkeiten dazu in der Lage.

Wenn ich das mal mit einer Ausbildung vergleiche, in der man Klausuren auch bestehen kann, wenn man nur über Wissen, das einem im Unterricht vorgetragen wurde, verfügt, sehe ich darin einen großen Unterschied. Hier bekommt man viel eher Schwierigkeiten, wenn man sich im späteren Berufsleben Dinge komplett selbst aneignen muss.

Das ist mir erst klar geworden, als ich selbst anfing, zu studieren. Früher in der Ausbildung dachte ich, dass Studenten einfach nur tiefergreifendes Wissen lernen.
 
Früher in der Ausbildung dachte ich, dass Studenten einfach nur tiefergreifendes Wissen lernen.
Das dachte ich auch, dann kam der Schock, dass viel, viel mehr verlangt wurde. Vorlesungen sind nicht ansatzweise dasselbe wie Schulunterricht, die "Hausaufgaben" musste man sich schon selbst geben und auch selbst ohne Grundkenntnisse entscheiden, welche Bücher und Zeitschriften man wie vertieft las. Da ist die Gefahr ganz groß, den Überblick zu verlieren und sich zu verzetteln. In Führungspositionen ist man aber nicht nur fleißiger Befehlsempfänger, da wird auch ein Mehr an Eigenständigkeit und Eigeninitiative erwartet. Auch hierauf bereitet ein Studium besser vor. Vielleicht tun sich auch deshalb Akademikerkinder, die von Haus aus dementsprechend sozialisiert und mehr zur (auch intellektuellen) Selbstständigkeit erzogen worden sind, mit einem Studium von vornherein leichter als Studierende aus bildungsferneren Schichten.
 
Ich habe "nur" eine Ausbildung gemacht,kein Abitur, und habe den gleichen, zum Teil besseren Verdienst wie eine Studierter.
Glückwunsch dazu. Und selbstverständlich gibt es das, ja.

Aber im Allgemeinen sind die Berufs- und Verdienstchancen mit Studium nun einmal besser. Nicht bei jedem, nicht mit jedem Studiengang, und auch nicht in jedem Beruf, aber im Mittel eben doch.
 
... es kommt auch nicht nur auf die Höhe des Verdienstes an, sondern auf die Interessen, die Allgemeinbildung, den Habitus. Fußballspieler der Nationalmannschaft oder manche Schlagerstars sind auch Multimillionäre, dennoch würde ich die Gesellschaft eines zerstreuten, aber geisteswissenschaftlich gebildeten Professors, eines kultivierten Rechtsanwalts (auch wenn er nicht in einer Top-Kanzlei arbeiten würde), eines feinsinnigen Schriftstellers oder Musikers immer vorziehen.

Insgesamt möchte ich betonen, dass ich es armselig und bescheuert finde, wenn Akademiker Nichtakademiker per se für beschränkt halten und ihnen gegenüber arrogant auftreten. Die pauschale Verunglimpfung und Abwertung der Leistung von Akademikern durch Nichtakademiker zeugt in meinen Augen aber auch nicht gerade von besserem Benehmen, sondern ist nichts anderes als eine reichlich primitive Retourkutsche.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke, es geht nicht darum, wessen Gesellschaft man bevorzugen würde. Das kann jeder halten wie er will, und zumindest im Job sollte er zusehen, dass er mit allen klar kommt.

Es geht auch nicht um persönliche Wertschätzung o.ä..

Das Problem ist einfach, dass man für bestimmte gut bezahlte Jobs eben eine höherewertige Ausbildung braucht. Und eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann ist mit einem Studium (etwa BWL) nun einmal beim besten Willen nicht vergleichbar.

Und da muss eben einfach jeder selber wissen, was er will.

Es ist nicht grundsätzlich verkehrt, auf ein Studium zu verzichten. Nur dann muss man halt damit leben, dass man bestimmte Jobs nicht erreichen kann.
 
... es kommt auch nicht nur auf die Höhe des Verdienstes an, sondern auf die Interessen, die Allgemeinbildung, den Habitus. Fußballspieler der Nationalmannschaft oder manche Schlagerstars sind auch Multimillionäre, dennoch würde ich die Gesellschaft eines zerstreuten, aber geisteswissenschaftlich gebildeten Professors, eines kultivierten Rechtsanwalts (auch wenn er nicht in einer Top-Kanzlei arbeiten würde), eines feinsinnigen Schriftstellers oder Musikers immer vorziehen.

Insgesamt möchte ich betonen, dass ich es armselig und bescheuert finde, wenn Akademiker Nichtakademiker per se für beschränkt halten und ihnen gegenüber arrogant auftreten. Die pauschale Verunglimpfung und Abwertung der Leistung von Akademikern durch Nichtakademiker zeugt in meinen Augen aber auch nicht gerade von besserem Benehmen, sondern ist nichts anderes als eine reichlich primitive Retourkutsche.

So ist es. Nicht umsonst heißt es auch "Einen guten Stil kann man sich nicht kaufen, den muss man haben".
 
Es geht auch nicht um persönliche Wertschätzung o.ä..

Das Problem ist einfach, dass man für bestimmte gut bezahlte Jobs eben eine höherewertige Ausbildung braucht. Und eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann ist mit einem Studium (etwa BWL) nun einmal beim besten Willen nicht vergleichbar.

Und da muss eben einfach jeder selber wissen, was er will.

Es ist nicht grundsätzlich verkehrt, auf ein Studium zu verzichten. Nur dann muss man halt damit leben, dass man bestimmte Jobs nicht erreichen kann.
Ab deinem zweiten von mir zitierten Satz stimme ich allem zu.

Widersprechen möchte ich insoweit, als ich finde, dass es auch um Wertschätzung geht. Natürlich ist ein BWL-Studium anspruchsvoller als eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Dennoch sollte man daraus nicht den törichten Schluss ziehen, dass jemand mit einer kaufmännischen Ausbildung einen "beschränkten" geistigen Horizont hat. Ihm so etwas auch noch ins Gesicht zu sagen, ist einfach ungehörig und ein Zeichen proletenhafter Gesinnung.
 
Ab deinem zweiten von mir zitierten Satz stimme ich allem zu.

Widersprechen möchte ich insoweit, als ich finde, dass es auch um Wertschätzung geht.

Eine Wertschätzung des Studiums: ja klar!

Aber ich sprach von persönlicher Wertschätzung. Jemand, der nicht studiert hat, ist deswegen ja nicht als Person minderwertig oder so.
 

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