Das mutiert jetzt zu einem hochinteressanten Gesellschaftsthread! 🙂
Woran das nun alles genau liegen mag...die zunehmende Anonymität, Isolationen...es heisst doch immer, der Mensch sei ein soziales Wesen, davon sehe ich aber nicht unbedingt viel.
Vielmehr hab ich immer irgendwie den Eindruck, es wächst die Angst und das Mißtrauen unter den Menschen. Ich versuche oft, mit gutem Beispiel voran zu gehen und die Leute anzulächeln...ich erhalte aber selten eines zurück, meist gucken mich die Leute an als wäre ich Alf von Melmac...🙄
Vielleicht liegt das an der sozialen Unsicherheit, die Arbeitslosigkeit, soziale Mißstände, etc. Wohin das noch führen wird...
Loner, es geht mir genau so wie Dir. Du hast das toll auf den Punkt gebracht. Diese Entwicklung habe ich in den letzten 6-7 Jahren auch
immer stärker mitbekommen. Gerade in den letzten beiden Jahren wurde es für mich immer intensiver.
Bei den ganzen Nachrichten der letzten Zeit (Amokläufe, Leute werden auf Bahnhöfen entweder ganz oder halb tot getreten) wächst, zumindest bei mir, die Angst immer mehr, wobei das Gott sei Dank noch nicht so schlimm ist, dass ich mich nun gar nicht mehr raus traue oder nicht mehr die öffentlichen Verkehrsmittel benutze (muss ja schließlich arbeiten). Ich kann mir vorstellen, dass ich da nicht alleine mit bin.
Nein bist Du nicht, Marcella. Ich lebe in einer kleineren Stadt, gehe abends aber meist nicht mehr weg, obwohl ich ein körperlich kräftiger Typ bin. Von einigen Frauen habe ich schon gehört, das sie nicht allein in den Wald usw. gehen. Man sieht hier viel Leute im Doppelpack oder als Gruppe marschieren, der Rest macht Extremsport, igelt sich ein oder ist meist "neurotisch".
Angst, Aggression, Distanziertheit, Gleichgültigkeit wachsen,
parallel dazu Einsamkeit, Unausgefülltheit, "Neurosen" und Isolation.
Man hat "sein" Umfeld oder gar keins. Irgendwo reinzukommen, an jemanden "ranzukommen" wird immer schwieriger.
Das merkst du halt gerade, wenn du nicht so stark integriert bist und nicht unbedingt extrovertiert bist. Bei mir sind die Kontakte mittlerweile auch ziemlich weg. Und neue sind unter diesen Umständen schwer aufzubauen. Und es gibt immer öfter Verhaltensweisen, die mich frustrieren, oder die ich nicht verstehe.
Woran es liegt? Also, wenn ich mit fremden Menschen in Kontakt komme sind sie oft sehr "neurotisch". Da ist meist nichts nettes in Ihnen, nichts freundliches, nichts warmes. Sie sind innerlich "kaputt" und erstarrt.
Dass jemand einen einfach so ganz uneigennützig anlächelt oder freundlich ist, ist doch schon so selten geworden. Finde ich sehr traurig, aber so ist es eben.
Tja, und Du machst dann wahrscheinlich dicht, so wie die Anderen.
Mir persönlich geht es so, daß ich immer mehr das Gefühl habe, nicht mehr "gesehen" zu werden. Also, das Menschen mich nicht ansehen und beurteilen nach meiner Art und wie ich mich gebe, was ich tue.
Sondern die haben Schablonen mit vorgefertigten Einstellungen und Verhaltensweisen. Dick gepanzert. Ich kann das teilweise nachvollziehen. Läßt Du jemanden an Dich ran wunderst Du Dich oft hinterher. Mir fallen da oft nur die Worte "extrem", "überspannt" und "neurotisch" ein. Ich weiß nicht, ob sie passen.