Ich bin echt ratlos, wenn er da ist, fühle ich mich warum auch immer unwohl. Ich traue mich, wie gesagt aber auch nicht mit meinem Chef unter 4 Augen darüber zu reden, obwohl wir uns gut verstehen.
Momentan versuche ich ihn so gut es geht zu ignorieren, bleibe trotzdem nett und ziehe mein Ding durch. Er zieht die ganze Aufmerksamkeit des Einweisungs-Kollegen auf sich, so dass ich mittlerweile untergehe und mich selbst umschauen muss, was ich machen und erlernen kann.
Höre ich da Neid raus? ;-)
Hallo liebe Leute,
Obwohl er studiert hat (nicht im IT Bereich), besitzt er nur sehr grundlegende Kenntnisse. In dem Alter und auf diesem Posten erwartet man deutlich mehr. So sitzt er jetzt immer bei einem Kollegen, der ihn netterweise einweist und lässt sich den ganzen Tag unterhalten. Entweder lässt er sich was zeigen, erklären oder wartet auf neue Aufgaben.
Er hat fachfremd studiert und ist Quereinsteiger ohne Praxiserfahrung - woher soll er die praktischen Kenntnisse haben?
Er kann nichts dafür, dass er Wissenslücken hat. Das wäre bei jedem fachfremden Quereinsteiger so. Wenn überhaupt, dann kannst du deinem Chef ein Vorwurf machen, dass er fachfremde Personen einstellt.
Da wären wir beim nächsten Punkt. Mir kommt es vor als sieht er das Ganze als Ausbildung. Er kann sich nicht alleine beschäftigen. Immer möchte er neue Aufgaben oder sich etwas zeigen lassen. Anstatt sich selbst mit den grundlegenden Themen zu beschäftigen, wie es alle von uns am Anfang gemacht haben, schnappt er sich Aufgaben, die zeitkritisch sind oder unter Umständen zu großen Schäden führen können. Wir haben es ihm schon mehr als 1 mal gesagt, dass er sich den einfacheren Aufgaben widmen soll um erst einmal den Einstieg zu finden. Das geht 2 Tage gut und dann sucht er sich schon wieder neue ungeeignete Aufgaben.
Es fällt ihm auch schwer Aufgaben zu priorisieren. Wenn es schnell gehen muss, guckt er wieder einem Kollegen zu, bis die Leute anrufen und nachfragen warum die Mail noch nicht beantwortet wurde.
Siehe oben - er hat studiert. Woher soll er wissen, was in der Praxis wichtig ist? Ein Studium hat in der Regel keinen so großen Praxisbezug. Dich stört, dass er bei Kollegen zusieht und gleichzeit stört dich, wenn er Aufgaben fehlerhaft erledigt? Das ist doch ein Widerspruch. Wenn er sich etwas zeigen lässt, kann er zumindest etwas lernen.
Das er neue Aufgaben haben möchte ist doch nicht verwerflich - er möchte etwas lernen und üben. Soll er Zeitung lesen, weil er nichts zu tun hat? Du musst dich in seine Situation versetzen - er muss Einsatz zeigen, wenn er eine Chance haben will.
Ich würde deinen Kollegen nicht absprechen, dass er sich nicht mit den einfachen Aufgaben beschäftigen will. Woher soll er wissen, welche Aufgaben geeignet od. ungeeignet für ihn sind?
Vom Charakter her ist er sehr nett. Eher schüchtern aber dafür auch motiviert. Er sitzt den ganzen Tag an irgendwas und bleibt auch mal länger. Auch wenn er es nicht versteht, er versucht es.
Das ist nicht nur mir aufgefallen, auch 3 Kollegen haben die Punkte angesprochen oder bestätigt. Der Kollege, der ihn an die Hand nimmt, hat auch schon mit unserem Chef geredet, dass es Sprachbarrikaden gibt und er sich schwer tut mit der Beschäftigung und den Aufgabenanweisungen. Unser Chef sagt aber nur, wenn es nicht geht, darf er eben nicht mit den Leuten am Telefon sprechen und muss einen Deutschkurs besuchen.
Es ist nicht so, dass der besagte nette Kollege ihn nicht leiden kann. Eher im Gegenteil aber er sieht auch die Problematik.
Langfristig sehe ich darin aber keine Lösung. Ich finde er passt hier einfach nicht rein, zu uns allgemein.
Meinen Chef möchte ich darauf aber sehr ungern ansprechen. Ich bin ja selbst noch recht neu und möchte nicht der Buhmann sein.
Ich meine, der Neue besetzt einen Posten, den eigentlich nur Profis besetzen von den Anforderungen und vom Gehalt her, kann aber weniger als ein halb so alter Frischling der nur eine Ausbildung hat, wie ich.
Uns fehlen 1-2 Leute, die auch richtig programmieren können und sich mit großen Servern usw. auskennen.
Wenigstens ist er vom Charakter her nett. Wäre dir ein A******* lieber?
Das mit dem Deutschkurs ist doch eine gute Idee - warum sollte es danach nicht besser werden?
Wenn es keine langfristige Perspektive gibt, dann würde das im Umkehrschluss doch bedeuten, dass Menschen keine Entwicklungsperspektive haben. Die Annahme ist aber falsch - Menschen können noch etwas lernen. Oder konntest du bereits vor deiner Ausbildung bereits alles, was du heute kannst und hast nichts gelernt in den letzten Jahren?
Zur Bezahlung - warum soll er das Geld nicht "mitnehmen"? Würdest du an seiner Stelle das Geld etwa nicht annehmen, aufgeben, kündigen und ALG II beantragen, weil du den Aufgaben (noch) nicht gewachsen bist?
Du bist doch im Berufsleben und verdienst bereits Geld? Dann könntest du dir doch finanziell doch ein Studium leisten? Was hindert dich daran zu studieren um einen entsprechenden Posten zu besetzen?
Euch fehlen Leute, die sich mit größeren Serven auskennen? Das wäre doch eine Marktlücke zum Aufstieg - warum kennst du dich nicht damit aus oder bildest dich weiter, damit du die Lücke ausfüllen kannst?
Aber vielleicht solltest du auch mal einen Schritt weiterdenken - er bekommt eine Chance, obwohl es nicht ganz passt. Wenn er abrasiert wird und ein knallhartes Spezialisierungs- und Leistungsdenken vorliegen würde, dann würdest du und deine Kollegen doch auch ständig mit den "externen" Lösungen vom Markt konkurrieren. Ihr würdet dann früher oder später alle ersetzt, sobald ein noch spezialisierter Mitarbeiter gefunden wird. Möchtest du wirklich in so einer "Unternehmenskultur" arbeiten? Eigentlich ist es doch gut zu wissen, dass der eigene Posten relativ sicher ist?