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Neid

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Hallo hilfe-schlumpf,

schau mal hier: Neid. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Würdet ihr sagen, Neid kommt aus einer individuell erlebten Ungerechtigkeit oder eher aus dem "auch haben wollen".

Eher aus dem zweiten. Denn eine individuell erlebte Ungerechtigkeit muss nicht zu mehr Neid führen. Oft wird man danach sogar solidarisch und sozial denkend.
Beim zweiten (mehr haben wollen) ist in der Tat Neid im Spiel.
Ein Beispiel: Hier liest man oft in verschiedenen Threads, dass Frauen auf ihre Freundinnen neidisch sind, weil die Freundin besser aussieht und die Männerblicke auf sich zieht. Das ärgert die Frauen gewaltig. Sie wollen auch mehr Aufmerksamkeit von Männern haben. Ein klassisches Beispiel für Neid.
 
In einem anderen Kontext wäre der "Neid" (negatives Wort) durch "Ehrgeiz" (positiv) ersetzt.
Keiner sagt einem Kind, das "neidisch" ist auf die Noten eines anderen, dass es halt so ist und man sich nicht an anderen orientiert. (Oder vielleicht doch? Aber ich würde das jedenfalls nicht sagen)
Und dann ist es Ehrgeiz und positiv. Die Linie zwischen den beiden ist sehr dünn, finde ich.

Hmm...

Mir will gerade partout nicht in den Kopf, warum ein Kind auf die Noten eines anderen Kindes neidisch sein sollte.

Gibt halt Leute, die weniger "Fehler" machen und Leute, die mehr davon machen. So what?
 
Würdet ihr sagen, Neid kommt aus einer individuell erlebten Ungerechtigkeit oder eher aus dem "auch haben wollen".

Würde auch sagen, dass Zweiteres treffender ist. Erlebte Ungerechtigkeit oder die Verkehrung in Gerechtigkeit hat meines Erachtens nur wenig bis gar nichts mit Neid zu tun. Es sei denn, man würde anderen Menschen ihre Gerechtigkeit neiden, was aber einigermaßen absurd ist.
 
Neid ist ein wichtiger Motor für Fortschritt und Entwicklung, das wird leider immer vergessen, weil Neid in der Regel negativ besetzt ist.
Ohne Neid würde es keinen Fortschritt und keinen Menschen von heute geben.

Einen negativen Neid erkenne ich nur seit der Agenda 2010 auf Arme und die, die weniger haben oder aus welchen Gründen auch immer, die Verlierer des kranken Wettbewerbes der Verschwendung sind.

In 15-20 Jahren wird das System zusammenbrechen, weil zwar alle vordergründig für Wettbewerb und Kinderschutz sind, sie sich aber nicht scheuen unsere Kleinsten dem Kapital zu opfern.
Schulen werden nicht kinderfreundlicher sondern Kinder der Funktion der Wirtschaft angepasst.
Wer meint, dass es in Ordnung ist, Klein(st)kinder aus dem Schlaf zu reißen und gegen ihre natürlichen Bedürfnisse handeln zu können, wird das durch erhöhte Gesundheitsausgaben reparieren müssen, was wenig effektiv und letztlich nicht zu bezahlen ist.

Daher sehe ich nicht den Neid im Sinne von dem anderen den Wohlstand neiden als verwerflich an, sondern vielmehr die Maßlosigkeit, alles jetzt und gleich zu wollen und zu erreichen und das zudem rücksichtslos um jeden Preis...
Als sei alles möglich und grenzenlos Verfügbar...

Negativer Neid ist nicht mehr zu wollen, sondern anderen nichts zu gönnen, was man sich selbst zugesteht. Dazu belügt man sich auch gerne selbst und überschätzt seine eigene Leistung maßlos.

In Deutschland werden Unsummen ohne Versteuerung vererbt, was aber kurioserweise dazu führt, dass Erben sich als wahre Über-Leistungsträger sehen... Zu blöd!
 
Beim Wort..Erben..werde ich auch neidisch ;-)

Ich auch 😉
Erben ist sicher ein großes Thema bei Neid, weil Menschen durch Erbe etwas bekommen, dass sie nicht "verdient" bzw erarbeitet haben.

Das Thema Neid hat m.E. aber jede Gesellschaftsschicht erreicht. Also nicht nur die sozial Schwachen, sondern auch der "Normalbürger" empfindet heute Neid. Mir tut das weh wenn ich Schlagzeilen wie diese lese:

Armut und Reichtum: Die Mittelschicht verliert

Die leistungswillige Mitte, zu der viele von uns gehören, bleibt auf der Strecke. Wir diskutieren über Erbe, Hartz 4 und Zeitarbeitsfirmen, aber verlieren aus den Augen, dass die "Familie aus der Mitte", die gute Jobs hat, zunehmend Boden verlieren und das spüren die Leute. Luxusprobleme werden manche sagen, wenn der Normalanleger nicht weiß wie er seine 10.000 € anlegen soll oder wenn er von einem guten 5 stelligem Jahreseinkommen durch kalte Progression mal ein paar hundert € weniger hat, aber genau das provoziert Neid.

Jeder sieht natürlich immer erst die eigenen Verluste und fühlt sich auf der Verliererseite. Vielleicht täte uns etwas mehr Solidarität gut.
 
Ich auch 😉
Erben ist sicher ein großes Thema bei Neid, weil Menschen durch Erbe etwas bekommen, dass sie nicht "verdient" bzw erarbeitet haben.

Das Thema Neid hat m.E. aber jede Gesellschaftsschicht erreicht. Also nicht nur die sozial Schwachen, sondern auch der "Normalbürger" empfindet heute Neid. Mir tut das weh wenn ich Schlagzeilen wie diese lese:

Armut und Reichtum: Die Mittelschicht verliert

Die leistungswillige Mitte, zu der viele von uns gehören, bleibt auf der Strecke. Wir diskutieren über Erbe, Hartz 4 und Zeitarbeitsfirmen, aber verlieren aus den Augen, dass die "Familie aus der Mitte", die gute Jobs hat, zunehmend Boden verlieren und das spüren die Leute. Luxusprobleme werden manche sagen, wenn der Normalanleger nicht weiß wie er seine 10.000 € anlegen soll oder wenn er von einem guten 5 stelligem Jahreseinkommen durch kalte Progression mal ein paar hundert € weniger hat, aber genau das provoziert Neid.

Jeder sieht natürlich immer erst die eigenen Verluste und fühlt sich auf der Verliererseite. Vielleicht täte uns etwas mehr Solidarität gut.

Aber deine Deutung kann man aus diesem Artikel nicht herauslesen.
Es geht um einen Ländervergleich.

Wenn es eine Mitte gibt, dann geht es denen weitaus besser als vielen anderen hier. Und "leistungswillig" sind fast alle Menschen, wenn sie könnten und man sie anständig bezahlt.

Zudem muss man erst einmal definieren, was die "Mitte, bzw. wer die Mitte" überhaupt ist.
Denn demnach ist die Mitte trotzdem privilegiert, oder sollten die auch unverschämt reich sein?

Genau die meine ich nämlich, die sich ja in der Mitte der Gesellschaft befinden und immer noch meinen, Anspruch auf mehr zu haben, während andere immer weniger bekommen.

Warum gehen du und andere bei ihrer Klage über Progression nicht so weit zu beklagen, dass weiter oben fast keine Steuern bezahlt werden und Arme über die Verbrauchssteuern weit über ihre Finanzkraft hinaus unangemessen und mehr belastet werden, als die mit gutem Einkommen?
Denn es wird ja nur auf die Einkommensteuer geschaut...

Wann erkennen Menschen, dass es den Armen gut gehen muss, damit es nach oben ebenfalls gut gehen (bleiben) kann.
Viele Menschen würden herzlich gerne den Einkommensteuersatz bezahlen, der beklagt wird, wenn denn auch das Verdienst bezahlt wird.

Wie gesagt, der törichte und perverse Neid auf Arme...
 
Wie gesagt, der törichte und perverse Neid auf Arme...

Moment! Wenn ich sage, dass es der Mitte auch nicht immer super geht, bin ich auf Arme neidisch?

Was ich meine: Neid kann überall entstehen, egal ob reich oder arm, es gibt immer jemanden, den man beneiden kann. Es gibt auch kein Neidmonopol von arm auf reich, weil sich Neid eben über mehr als nur Geld definiert. Mann kann auf die glückliche Familie neidisch sein oder auf gute Gesundheit, Freizeit etc.
 
@Tsunami
Wie lange ist deine Schulzeit her? 😉
Es gibt unglaublich viel Neid in der Schule, auch um Noten. Ich hab oft gehört, dass ich nicht verdient hätte, was ich bekam. Das ist ja wohl Neid.
Allerdings positiver, denn die Leute haben sich dann mehr angestrengt, um es mir zu zeigen. Und wurden selbst besser! Wie Rhenus sagte, es triggert Fortschritt.
 
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