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Neid

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Unlimited

Gast
Ich weiss nicht ob es euch auch so geht, aber mir fällt letzte Zeit extrem auf, dass unsere Gesellschaft immer mehr auf Neid aufgebaut wird, und nicht etwa auf Solidarität, Bruderschaft, Egalität. Das betrifft alle Lebensbereiche, von Arbeitgebern bis hin zu RTL-Shows. Früher habe ich nicht sonderlich darauf geachtet oder es fiel mir nicht auf. Nachdem ich aber schon eine Weile zurück in Deutschland bin, fällt mir das extrem auf. Überall reden die Menschen haupsächlich über das Materielle. Man hört kaum noch Gespräche über Kultur, unmaterielle Werte, ja selbst bei Liebespaaren dreht sich alles ums Geld. Und warum? Weil es irgendwo eine Kollegin/einen Kollegen gibt die/der mehr hat. Neid bestimmt unser Dasein in diesem Land. Neid treibt uns zu teilweise unmenschlichen Anstrengungen. Und was haben wir davon?
 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo Unlimited,

schau mal hier: Neid. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Das was du sagst ist wahr, aber man wird es nicht ändern können.
Wir leben in einer schönen Leistungsgesellschaft, in der nur die Arbeit zählt.
Kapselst du dich ab, bist du der Außenseiter, arbeitest du zu viel, haste irgendwann Burn- Out.

Ich glaube man sollte den goldenen Mittelweg finden zwischen Arbeit und Zufriedenheit.
Irgendwann kommt man an seiner Grenze an, es geht nicht weiter nach oben.
 
Und wenn man krank ist oder Opfer einer Gewalttat wurde, dann darf man sein Leben mit Legitimation der Gesellschaft auf SGB 2 Niveau bestreiten; weil man in der Regel bis zum 40. Lebensjahr noch nicht ausreichend Rente zusammen hat.

Kein Ansparen mehr (nur bis 2.600 Euro; davon müssen ALLE Geräte für ein GANZES Leben! bezahlt werden; Umzüge, Kautionen; Zähne...), keine Rouladen mehr von Mama (weil die angerechnet werden), keine Hilfsmittel (nur bei Pflegestufe), keine Rechte am Leben teilzunehmen. Wesentlich weniger Ansparungen als ALG 2 Bezieher, weil wir können ja nichts mehr leisten.

Bestrafung der Gesellschaft fürs Schicksal. Kein Jobben (da regelmäßige Überprüfung der DRV mit Androhungen; aber da wir nun mal krank sind, geht das Arbeiten meistens sowieso nicht; ich rede ja von erwerbsgeminderten Menschen und nicht von Frühverrentung). Keine Partnerschaft mehr für Kranke, denn dann wird automatisch von einer Bedarfsgemeinschaft ausgegangen (da fühlt man sich schon beschissen, weil man seine Armut einem potentiellem Partner erklären muss; aber dann wird ihm auch noch angedroht, für uns aufzukommen). Stigmatisierungen, Beschimpfungen (hast ja selber Schuld;??? warum soll es Dir besser gehen als einen Arbeitslosen,...)

Alte Leute und Menschen mit Erwerbsunfähigkeit in der Grundsicherung müssen sich (egal ob Schlaganfall oder Trauma) bei Fahrten außerhalb ihres Wohnortes abmelden (????). Sie dürfen nicht verleihen, keine Weihnachten feiern und schauen wie sie mit 24,78 Strom auskommen, auch wenn sie 365 Tage krank im Bett liegen und Wärme brauchen. Umziehen geht auch nicht; nur wenn es gerechtfertigt ist (hallo, ich bin doch ein freier Mensch; oder nicht?).
Isolation und in die Fresse treten pur. Danke!

Wegen eines geringen Vermögens wurde ich innerhalb eines Jahres dreimal vermögensgeprüft. Da hätten Alice S. und Ulli. H. blöde geguckt. Aber die sind ja mehr Wert als Kranke.

Heizkosten und Strom sind bei älteren Menschen und Kranken natürlich auch höher. Wen interessiert es?
Oma mit Schlaganfall läuft zum Amt und lässt sich die Geschenke zum Geburtstag verrechnen (denn sie darf sie so nicht behalten). Und keiner weiß davon. Aber alle finden es gerecht. So viel zum Thema Neid und Missgunst. Geheult wird nur, wenn man denn die Nachrichten über die Schicksale sieht (Ach dieser arme Mensch; das arme Opfer; aber dann folgt was ich beschrieben habe).

Alte betteln um Zigaretten.
Und einziges dämliches Argument für solche unwürdigen Praktiken: wir müssen das ja aus unseren Steuern bezahlen.

Gegenfrage an die Neidgesellschaft, die Angst hat, dass es zu viele Sozialbetrüger und Schmarotzer gibt: wie sollen Menschen, die jahrelang gutachterlich geprüft worden und definitiv krank sind und nichts für ihr Schicksal können, so etwas gemeistert haben? Ist es gerecht, was ihr mit uns macht? Zählen Subsidarität und Pauschalisierung von Schicksälen mehr als ein soziales Menschenbild? Warum wird ein Gesetz für Arbeitslose auf Menschen, die dem Arbeitsmarkt gar nicht mehr zur Verfügung stehen, pauschal übertragen?

Warum werden Alte und Opfer und Kranke so hart reglementiert?

Antwort: Gier und Neid in der Gesellschaft, die zu völlig kranken Absurditäten führen, weil keiner mehr dem anderem eine Scheibe Brot mehr gönnt.
So einfach ist das mit unserer Gesellschaft. Unaufgeklärt und Parolen grölend ohne den Armen zu helfen (die unverschuldeten Armen). Uns hilft hier keiner raus.


Musste ich mal loswerden. Kam von Herzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist ja alles richtig. Eine kleine Elite hält die Bevölkerung mit Hilfe von Neid als Arbeitssklaven.
Vielmehr interessiert mich die Frage:
Warum lassen sich die Menschen gegeneinander ausspielen?
 
...weil den Menschen auch durch die Medien ein komplett falsches Menschenbild vorgespielt wird. Mein Auto, mein Haus, mein Hof...

Banken, Euro,...

Gierige Milliadäre, die ihre Macht nicht loswerden wollen.

Angst vor dem Nachbarn, der mehr haben könnte.

Vielleicht auch: jedes neue Handy muss sofort meins sein. Ich darf mir keine Blöße geben, ich muss funktionieren, ich habe schlicht und ergreifend kein echtes Selbstwertgefühl????

Arme sind alles Schmarotzer,...
 
Habe mich eingesetzt, aber alles wurde ignoriert (von Parteien, Bundestag, Institutionen). Aufschreie werden ohne Lobby nicht gehört. Bleibt nur das sich Gegeneinanderausspielen.
Woher sollen denn die Menschen sonst ihr Selbstwertgefühl, ihre Würde nähren?
 
Warum lassen sich die Menschen gegeneinander ausspielen?

Weil sie mit Fehlinformationen gefüttert werden. Weil sie keine Zeit und Lust haben diese Informationen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen und nach Lösungen zu suchen.

Dabei steigt der Reiz und das Prestige des Reichtums mit der Verwahrlosung der Gesellschaft. Angesichts der Machtlosigkeit, die viele empfinden, treten sie lieber die Flucht nach vorn an: "Wenn ich an der Ungerechtigkeit nichts ändern kann, muss ich eben von ihr profitieren." Und wenn man es nicht schafft, davon zu profitieren, stellt sich ein Gefühl des Versagens ein. Nährboden für Neid. Und dieser Neid richtet sich dann meist gegen Sündenböcke, die von den Medien serviert werden.
 
Das ist ja alles richtig. Eine kleine Elite hält die Bevölkerung mit Hilfe von Neid als Arbeitssklaven. Vielmehr interessiert mich die Frage:
Warum lassen sich die Menschen gegeneinander ausspielen?

Vielleicht fehlt es an Kooperation und an Zusammengehörigkeitsgefühl, als dass sich diejenigen die sich diesbezüglich einig sind zusammensetzen und gemeinsam gezielt dagegen etwas unternehmen? Dass viel S**** passiert, da sind sich viele durchaus im Klaren darüber aber dennoch tun sie nichts außer meckern und sich damit abfinden. Vermutlich spielt da auch ein wenig die Angst mit hinein, derjenige zu sein der zuerst der Lauteste ist und somit negativ auffällt.

Nicht zu vergessen, dass es auch Leute gibt die sich mit dem was ist und was ihnen geboten wird, zufrieden geben - solange man ihnen ihr "Brot und Spiele" nicht wegnimmt (Fußball, Glotze, etc.).
 
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