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narzisstische Schwester

@Wolkenstaub Das hab ich schon oft genug gemacht. Nur besser wurde die Situation für mich dadurch nie. Es wurde nur noch schlimmer.
Außerdem weiß ich mittlerweile, dass sie genau so eine Reaktion erwartet. Und diese Genugtuung will ich ihr nicht mehr geben. Nie wieder.

@-sofia- Vor dem von dir zitierten Satz, hatte ich noch folgendes geschrieben:

Mir wurden dort allerdings, wie Daoga schon geschrieben hat, das erste Mal die Augen geöffnet. Nur konnte ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrhaben bzw. ich wollte es nicht wahrhaben. Ich konnte mir absolut nicht vorstellen, dass die Familie, die ich mein Leben lang immer bis aufs letzte verteidigt habe, mir sowas hätte antun können.

Etwas näher erläutert: Ich bin über die Notaufnahme in der Psychiatrie gelandet und war die erste Zeit auf der geschlossenen Station. Ich wusste, wenn ich nicht umgehend was an meiner Gesamtsituation ändere, in der ich davor war, bin ich wieder auf dem besten Wege in die Psychiatrie. Und dann wäre mein Aufenthalt auf der geschlossenen Station vermutlich noch länger gewesen. Deswegen wollte ich schnellstmöglich aus dieser Gesamtsituation raus. Und, wie ich vor deinem zitierten Satz geschrieben habe, wurden mir zwar während meines Psychiatrieaufenthalts in gewisser Weise meine Augen geöffnet, allerdings konnte bzw. wollte ich es zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht wahrhaben. Die für mich schnellstmögliche und einfachste Lösung war dann, dass ich zu meinen Eltern ziehe. Dass ich somit quasi in der Höhle der Löwen lande, wurde mir erst wirklich bewusst, als ich schon drin war.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und jetzt sag Dir einfach, lieber spät als nie. Wie hieß es bei den Bremer Stadtmusikanten, was besseres als den Tod (oder so eine Familie) findest Du überall.
 
Trotzdem ist es irgendwie extrem schwierig für mich ihr, trotz des Kontaktabbruches, die Macht gegenüber mir zu entziehen


Liebe TE,

ganz einfach, auch wenn es dir schwerfällt, keinen Kontakt zu deiner Schwester. Such dir einen schönen Freundes- und Bekannten.

So ein narzisstisches Geschwisterteil habe ich nämlich auch, aber im Gegensatz zu dir ist der Rest der Familie nicht narzisstisch. Aber ich fand es trotzdem nicht einfach, weil sie versucht hatte mir häufig schlechtes Gewissen einzureden. Was aber irgendwann nicht mehr funktionierte, weil ich nämlich nicht das gemacht hatte, was sie wollte bzw. mich von ihr distanzierte. Ich ließ mich auch kaum bei ihr noch blicken außer bei Familienfeiern. Da ging es einigermaßen. Aber ansonsten flogen teilweise auch die Fetzen. Sie war immer der Meinung, ich kümmere mich nicht genügend um unsere alte pflegebedürftige Mutter. Nur die alte Ma besuchen fand sie ein Unding. Sollte mit ihr nachmittags etwas unternehmen. Was nicht funktionierte, weil ich bis nachmittags teilweise so und so arbeiten musste und mich um meinen behinderten Sohn kümmern musste. Der hatte auch noch zahlreiche Termine. Irgendwann gab es einen großen Knall. Sie schloss mich von der Beerdigung ihres Mannes, weil ich mich nicht genügend um unsere Ma kümmerte. Das kommunizierte sie auch meiner Mutter, die meinem Geschwisterteil gegenüber sehr ärgerlich wurde und sagte, was tust du mir da an. Das ist wie Kanonen auf Spatzen schießen.
Ich denke, dass wir beide dann den Kontakt dann abgebrochen hatten. Ich habe dann weder zwei Jahre weder etwas gehört noch gesehen von ihr. Irgendwann gratulierte sie mir zum Geburtstag über eine Karte und fragte ob ich wieder Kontakt haben möchte. Meine Antwort über Karte, ja und dann ging es über SMS weiter. Das Ende vom Lied war, dass sie sich doch nicht treffen möchte. Aber sagte es nicht direkt. Sie nannte mir Tage, wo max. bis 14:30 Uhr Zeit hatte, ich aber auf der Arbeit war. Einen Urlaubstag dafür opfern wollte ich nicht, weil sie manchmal unter Absageritis litt. Dafür ist mir so ein Tag zu schade. Ein Jahr später traf ich sie dann auf den Geburtstag meiner Mutter wieder. Gespräch als ob nichts gewesen wäre, weil es auch der Tag meiner Mutter war. Ja und ein paar Monate später starb meine Mutter, da musste ich wohl oder übel doch Kontakt aufnehmen, damit wir die Beerdigung und das Drumherum auf die Reihe bekam wie den Platz im Pflegeheim kündigen, Zimmer ausräumen.

Und ich war froh, dass die Beerdigung und das anschließende Essen vorbei waren. Sie fing schon wieder mit Sticheleien an, was meinen behinderten Sohn anbetraf. Sie sah es nicht gerne, dass er mit auf der Beerdigung war. Spruch, warum ist das Kind nicht in der Schule. Ich sagte nur, er wollte gerne von seiner Oma Abschied nehmen. Vor versammelter Mannschaft da auch noch. Sie kam plötzlich in Erklärungsnot. Ok, wenn es dann so ist ok. Bei ihr hatte ich immer das Gefühl, dass mein Sohn in ihren Augen indirekt unerwünscht war. Weil ich mich ja nicht genügend um meine Mutter kümmern konnte in ihren Augen. Und so ein Kind ist dann wohl im Weg. Keine Ahnung.

Kontakt haben wir seit vielen Monaten nicht mehr. Sollte ich sie mal treffen, ein kurzes Hallo und vielleicht Smalltalk Belangslos und dann lebe wohl. Mehr nicht.

Du solltest dein Leben selber in die Hand nehmen. Und zum Rest deiner Familie, keine Ahnung, wenn die selber alle narzisstisch sind würde ich das auf ein absolutes Minimum beschränken. Man brauch keine Narzissten um sich herum.

LG Jedi
 
Hi!
Ich bin momentan in fast derselben Situation. :') der einzige unterschied ist nur, dass ich erst siebzehn bin und noch zu Hause lebe. Dass meine Eltern vermutlich beide narzisstisch veranlagt sind, habe ich erst vor kurzem von meiner Therapeutin erfahren. Mein Vater hatte selbst einen narzisstischen Vater, genauso wie meine Mutter - eigentlich kommen beide aus nahezu identischen Familienverhältnissen, wo sie sich die narzisstischen Verhaltensweisen wohl "abgeguckt" haben. Meine älteste Schwester ist allerdings am schlimmsten (ich hab insgesamt vier Geschwister), hat meine Geschwister und mich jahrelang terrorisiert, während meine Eltern nur zugesehen haben. An Silvester kam dann der Moment, in dem ich (und meine Geschwister auch) beschlossen haben, den Kontakt zu ihr möglichst abzubrechen. Davor gab es schon viele Male, wo sie z.B. bei Familienfeiern plötzlich vollkommen ausgerastet ist, weil meine andere Schwester wohl zu viel mit ihrem Freund geredet hat (mittlerweile redet der bei familientreffen gar nicht mehr mit uns). Ich habe auch ehrlich gesagt keinen Mitleid mehr mit ihr, vor allem weil sie meinen Geschwistern mit ihrem Verhalten unglaublich geschadet hat. Und auf meine Eltern bin ich einfach nur wütend, weil sie uns selbst nach all den Sachen, die passiert sind, zwingen, uns mit ihr zu vertragen. Ich bin zwar noch jung, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn ich noch länger so tue als wäre alles okay, das alles irgendwann noch mehr eskalieren wird als überhaupt schon. Eine so krankhaft narzisstische Person kann man nicht ändern, geschweige denn "heilen", weil sie nicht in der Lage ist ihre Handlungen zu reflektieren, weil ja die anderen immer schuld sind. Der Kontaktabbruch zu ihr ist das beste, was mir passieren konnte, weil dadurch auch eine große Last von mir gefallen ist. Wenn ich ausgezogen bin, werde ich zwar noch kontakt zu meinen eltern haben, aber auch eher eingeschränkt. Mit meiner Mutter komme ich noch relativ gut klar, meinen vater würde ich am liebsten nie wieder sehen (interessiert sich nicht für uns, und wenn er was sagt, dann nur, um sich über uns zu beschweren - meine mutter sagt da nie was gegen, nur dass wir "am besten leise sein sollten"). Sorry für diesen langen text, musste das einfach mal loswerden. Wenn man bemerkt, dass eine oder mehrere Personen in der familie narzisstische veranlagungen haben, und einem offensichtlich schaden, sollte man wirklich möglichst Abstand gewinnen, wenn nicht sogar komplett den Kontakt abbrechen, auch wenn es einem zunächst vielleicht schwerfällt.
Ich hoffe, ich konnte hier jemandem helfen. 🙂
Lg tia
 
@Wolkenstaub Das hab ich schon oft genug gemacht. Nur besser wurde die Situation für mich dadurch nie. Es wurde nur noch schlimmer.
Außerdem weiß ich mittlerweile, dass sie genau so eine Reaktion erwartet. Und diese Genugtuung will ich ihr nicht mehr geben. Nie wieder.

Es klingt fast so, als hätten wir Ähnliches hinter uns.

Kurz zu mir, zum "Vergleich"/damit du es einschätzen kannst: Ich bin in ein paar Jahren 40, war bisher noch nicht fähig, eine eigene Familie aufzubauen bzw. einen gesunden Partner zu finden, weil ich wie du familiär bedingt noch nicht gut genug darin bin, Grenzen zu setzen und mich selbst zu verteidigen; aber ich weiß es und arbeite seit ner Weile dran. Sehr lange Zeit war ich gefühlsmäßig (die gefühlte Empathie betreffend) blockiert. Da ich offenbar eine sehr sensible Person bin, ist mir das vorher aber nie aufgefallen. Vor einigen Jahren habe ich das alles aber so gut verarbeitet, dass ich inzwischen sehr tiefe Gefühle für andere empfinden kann - sprich, ich kann mich echt verlieben - und dadurch auch echte Freunde finden kann, während ich für Menschen, die seltsame Spielchen spielen wollen, weniger enpfänglich, eher nur noch genervt bin - mein innerer Kompass hat sich sozusagen repariert. Mit einer Therapie wäre es sicher schneller gegangen, aber naja, so ist jetzt nunmal.

Wie du (das vermute ich bei dir zumindest stark) war ich in meiner Familie der Sündenboch, bin bis in meine 20er geschlagen worden (es wurde auch zugetreten, wenn man am Boden lag) und bin psychisch bzw. seelisch musshandelt worden. Die Schläge waren Glück im Unglück, denn dass niemand geschlagen bzw. verprügelt werden darf, war mir immer klar. Dass mir aber darüber hinaus keine persänlichen Grenzen geschenkt wurden und ich als Person alsonicht respektiert wurde, ist wie ne blöde Hirnwäsche, Wischiwaschi, am Ende bist du selbst die offene Wunde und jeder, der will, braucht nur reingreifen, um dafür zu sorgen, dass sie nicht verheilt. Selbstverteidigen kannst du dich gegen egal wen später nämlich nur schlecht.

Ich kenne die Situatioenen wie du/die Threatstellerin vermutlich auch, dass man plötzlich wieder angefeindet wird und dann, ja, was dann? Das eigene, schädliche Muster beginnt nicht erst mit dem gesprochenen Wort. Es beginnt auch nicht erst mit der vielleicht devotenoder verletzten Körpersprache, die man so wahnsinnig schlecht ablegen kann - zumal für mich Heilung vor allem bedeutet möglichst natürlich zu seinbzw. zu werden und seine gesunden biologisch in sich vorhandenen Muster zu entdecken. Vielleicht erinnert man sich in diesen Momenten des Angriffs auch unterbewusst wieder an die Demütigung, dass ein Geschwister dir gegenüber eine unglaublich unfaire und völlig bescheuerte Verhaltensweise zeigt und du dich wehrst, dafür aber dann du von den Eltern eine auf den Deckel bekommst wie ein Hund. Oder dass alles eskaliert und am Ende dir alleine die Schuld dafür gegeben wird mit dem Ergebnis, dass du nicht nur von deinen Eltern verprügelt wurdest und angeschrien, gejagt, furchtbar beleidigt, und weil du dich dann auch verteidigt hast, dir auch noch die Schuld dafür gegeben wird, dass du die Eltern krank machen würdest, die Nachbarn ja alles gehört hätten, man Tage lang nicht mehr mit dir spricht und dich komplett ignoriert und du aus Angst ohnehin dich nur noch im Zimmer verkriechst und nachts die Tür zusperst. Und wenn du das bewusst oder unbewusst in solchen Momenten erinnerst oder erlebt hast, dann geht dir bei einem plötzlichen Angriff unglaublich der Puls - auch mir noch als Erwachsene. Ich bin - ohne wirklich ersichtlichen äußeren Grund (weil die Attacke für Außenstehende vielleicht nicht so schlimm war) - zumindest einen kurzen Moment in ner Art Schockstarre. Und als Erwachsene weiß ich jetzt auch, was das alles mit meinem Leben in der Folge und mit mir angestellt hat, all die vielen späteren, teils wirklich üblen Verletzungen, die mir ganz andere Leute wie du und ich angetan haben, einfach weil ich a keine Grenzen setzen konnte und b ganz oft die falschen Menscgen angezogen habe, nämlich die, die auf Opfersuche waren.

Und ehrlich: Nein, da würde ich auch nicht kontern. Das wäre es mir schlicht nicht wert. Was ich heute mache, wenn es passiert? Ich lehne mich zurück, versuche mich nach diesem "Schockstarre"-gefühl zu erholen, soll das Gegenüber meinetwegen im eigenen Irrglauben denken, es sei sein Triumph. Dann distanziere ich mich, lasse mich nicht mehr auf tiefere Gespräche ein oder so und gehe ein Stück z.B. oder verlasse erst mal den Raum. Warum? Mir ist der Kampf egal geworden. Ich habe mein Muster verlassen. Mir geht es nur noch um mich und meine Gesundheit in solchen Situationen.

Ich hoffe, ich konnte damit ein bisschen verbalisieren, was in Sündenbock/Opfern in solchen Momenten so vorgeht und warum sie manchmal etwas disfunktional reagieren. Bei mir hat es echt ewig gedauert, die Dinge verbalisieren zu können und ich kanns heute noch nicht oft. Das macht es nicht leichter, es gesunden Leuten verständlich zu machen. Sich selbst muss man es sich ja auch versändlich machen...

Wie bist du denn nun weiter vorgegangen, liebe FS?

Ich wünsche dir alles Gute?
 

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