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Nach Master kein Job

Man darf nicht aufgeben.
Ich habe eine Geisteswissenschaft studiert, also in einem Bereich, in dem es noch schlimmer ist in Sachen Jobs. Auch komplett im Ausland übrigens.

Nach 150 Bewerbungen beginne ich jetzt meinen ersten Job, tatsächlich ist es eine Stelle für die ich sogar UNTERqualifiziert bin. Man braucht perfekte Unterlagen, man muss sich in Interviews gut verkaufen, man braucht Glück, aber vor allem braucht man einen langen Atem.

Ich bin seit September letzten Jahres fertig, seit Januar habe ich mein Zeugnis. Zwischen September und jetzt habe ich zwei Traineeships gemacht, außerdem viele Dinge unentgeldlich wie z.B. für Blogs schreiben usw. Wenn du keine Arbeitserfahrung vorzuweisen hast, solltest du versuchen dir anderweitig Erfahrung zu verschaffen. Im Wirtschaftsbereich kenne ich mich nicht aus, aber da gibt es möglicherweise auch Möglichkeiten irgendwo ohne Bezahlung mitzumachen. Klar, nicht ideal, aber du füllst deinen Lebenslauf auf sinnvolle Weise.

Danke dir für deine Erfahrungen🙂 Ja, ich glaube, der Haken liegt bei mir darin, dass ich mich wohl nicht gut verkaufen kann, bin nämlich etwas zurückhaltender. Ist nicht so, dass ich den Mund nicht aufbekäme o.ä., aber bin nicht gut in Small Talk. Praktische Erfahrungen habe ich insgesamt etwa 2 Jahre (durch Praktika und eine Stelle nach dem Bachelor).
 
Aber das ist ja schonmal eine Erkenntnis mit der man arbeiten kann.
Man kann lernen sich besser zu verkaufen in Vorstellungsgesprächen bzw. insgesamt geschickter Leute auf seine Seite zu ziehen. Vielleicht wäre das ein Ansatz für dich, dich damit mal zu beschäftigen? 🙂
 
Hey Mia,

BWL ist immer schwer, da die Studiengänge überlaufen sind. Es gibt zu viele Abgänger auf zu wenig zu besetzende Stellen, die diese Qualifikation erfordern. Nur die besten bekommen in den Jahren danach einen Job, für den sich das Master-Studium gelohnt hat. Der Rest muss sich mit "einfachen" Jobs begnügen.

Was Ich positiv sehe ist, dass du schon einige persönliche Bewerbungsgespräche bzw. Auswahlverfahren aufgrund deiner Bewerbungen gehabt hast. Das heißt, dass diese Unternehmen dich grundsätzlich schon einmal in die engere Auswahl einbezogen haben. Das würden sie nicht tun, wenn sie dich nicht als potentiellen Kandidaten für die Stelle sehen würden. Im Gespräch selbst hast du dann nicht bzw. ein anderer Bewerber besser überzeugt. Das kann passieren.

Du selbst schreibst von dir, dass du etwas zurückhaltender bist und dich nicht so gut verkaufen kannst. Eventuell ist das ein Punkt an dem du ansetzen kannst und auch bewusst üben dich zu verbessern. Lerne offener zu sein, selbstbewusster zu sein, aktiv auf die Menschen zu zugehen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das am Anfang nicht leicht ist, aber probiere es einfach. Gehe raus aus deiner Komfortzone.

Aus meiner Erfahrung kann Ich sagen, dass viele Firmen, inbesondere im Mittelstand, wert auf praktische Berufserfahrung legen, da die Praxis immer nochmal etwas anderes ist als das reine Studium. Eventuell kannst du deine Gegenüber damit überzeugen, wenn du mehr auf deine vier Praktika eingehst. An deiner Gehaltsvorstellung sollte es nicht scheitern, dies ist absolut im Rahmen - wie du schon sagst sogar eher unterdurchschnittlich, aber für den Anfang okay. Ich selbst arbeite auch im Bereich Logistik, zwar ohne akademische Laufbahn, aber mit einem Abschluss auf Bachelor-Niveau.

Sollte es mit einen passenden Stelle nicht klappen, solltest du erstmal versuchen einen "einfacheren" Job im kaufmännischen Bereich bekommen um so Berufserfahrung zu sammeln und dann nebenbei weiter versuchen einen Job zu finden, der deinen Qualifikationen entspricht. Gib nicht auf. Ich wünsche dir viel Erfolg. 🙂
 
Dein Beitrag ist ein Exempel dafür, dass auch ein akademischer Abschluss heute keine Garantie für einen Job ist.
Ich habe mittlerweile eher das Gefühl es wird wieder genau umgekehrt.
Lernt man eine relativ einfache Arbeit wie Maler oder Dachdecker bekommt man eher einen Job als ein Akademiker. Dafür schlecht bezahlt.

BWL und Wirtschaftswissenschaften sind sehr überlaufen.
Da bekommst du im sozialen Bereich eher war. Dafür wird es aber auch grottenschlecht bezahlt.
Gerade wenn du dann auch noch im Ausland studiert hast, also den ganzen Abschluss hast du dann noch Probleme mit der Anerkennung.

Ich würde heute nicht nochmal studieren.
Könnte ich mein Leben zurück drehen, hätte ich Erzieherin gelernt.

Heute will sich eben niemand mehr die Hände schmutzig machen. Alle wollen einen Bürojob und super bezahlt mit wenig Anstrengung. Dadurch sterben Berufe des Handwerks immer mehr aus. Meine beste Freundin sucht händeringend eine Nachfolgerin als Friseurin für ihren Laden. Sie findet aber niemanden, weil es kaum noch Nachwuchskräfte gibt. In 10 Jahren wird man verzweifelt Elektriker, Friseure oder andere Handwerker suchen, weil es immer weniger Menschen machen wollen.
 
Hallo Mia,
Auf welche Art von Stellen bewirbst Du Dich? Nur in der Industrie, oder auch in der Beratung? Die Beratungsunternehmen nehmen gern Absolventen, die sie noch "formen" können. Allerdings ist der Durchsatz auch sehr hoch - könnte aber eine Möglichkeit sein, später den Einstieg in die Industrie zu finden.
Ziehst Du neben Großunternehmen auch den Mittelstand in Betracht?
Ich bin in meiner Bewerbungsphase nach dem Studium auch sehr zurückhaltend aufgetreten, und habe auch Absagen und negatives Feedback kassiert. Aber dann hatte ich zwei Jobangebote, einmal Beratung und einmal Industrie. Habe mich für die Industrie entschieden.
 
Hallo Mia,
Auf welche Art von Stellen bewirbst Du Dich? Nur in der Industrie, oder auch in der Beratung? Die Beratungsunternehmen nehmen gern Absolventen, die sie noch "formen" können. Allerdings ist der Durchsatz auch sehr hoch - könnte aber eine Möglichkeit sein, später den Einstieg in die Industrie zu finden.
Ziehst Du neben Großunternehmen auch den Mittelstand in Betracht?
Ich bin in meiner Bewerbungsphase nach dem Studium auch sehr zurückhaltend aufgetreten, und habe auch Absagen und negatives Feedback kassiert. Aber dann hatte ich zwei Jobangebote, einmal Beratung und einmal Industrie. Habe mich für die Industrie entschieden.

Hab mich sowohl bei Beratungen (klein, groß, etc) sowie bei industrieunternehmen (auch KMUs) beworben. Bei kleineren, mittelständischen Unternehmen kam meist gar keine Antwort mehr, nichtmal eine Einladung zum Gespräch. Als die absagen von den großen, beliebten Unternehmen kamen nach den Gesprächen, dachte ich noch hmm ok, es gibt ja noch die kleinen, die Läden mich dann bestimmt auch ein = pustekuchen !

Feedback bekomme ich keins, das dürfen die Firmen wohl aufgrund von irgendwelchen diskriminierungssachen nicht rausgeben. Ausser bei einer Beratung, da bekam ich nach dem Assessment Center das Feedback, ich hätte keine Erfahrung (oh Wunder, bei einer Absolventin) und sei zu jung, weshalb ich keine Ahnung hätte, wie Unternehmen funktionieren.

mittlerweile bereitet mir das ganze schlaflose Nächte, manchmal breche ich auch nachts einfach in Tränen aus, weil ich Angst habe, nie etwas zu finden etc auch bei treffen mit Freunden oder wenn ich anderweitig versuche mich abzulenken, hab ich die ganze Zeit nur diese jobsuche im Kopf. Hab auch Angst, depressiv zu werden, so fühlt sich das im Moment an 🙁
 
Ja, genau, eben weil die überlaufen sind, habe ich mich ferngehalten von "Personal" oder "Marketing" Schwerpunkten und lieber Produktion/Logistik genommen. Meine Gehaltsvorstellungen sind meiner Ansicht nach nicht überzogen, habe stets zwischen 40.000 und 44.000, was laut Internet schon leicht unterdurchschnittlich ist für den Master, angegeben.
Hast Du Dir schon mal überlegt, dass Du Dich unter Wert verkaufst und deshalb aus dem Raster fällst?

Eben weil die Firmen denken, wenn sich jemand so billig verkauft, dann kann es nichts gescheites sein.

Ich finde 44.000 Euro im Jahr für jemand der studiert hat viel zu wenig. Das bekommt bei uns hier schon jeder Buchhalter und Steuerfachangestellte, der nicht studiert hat und in die Industrie geht.

Mir ging es zum Beispiel mal so , dass ich eine Stelle, auf die ich mich wegen des Arbeitsamtes bewerben sollte, überhaupt nicht haben wollte. Deshalb habe ich ein völlig überzogenes Gehalt von 2500 Euro brutto plus Weihnachts- und Urlaubsgeld für eine 20-Stunden-Woche gefordert, weil ich fest damit gerechnet habe, dass die mich dann auf keinen Fall wollen.
Der Witz an der Sache war, dass die mich dann gerade deswegen mit Teufels Gewalt haben wollten. Ich bin die fast nicht mehr los geworden.
 
Ich finde 44.000 Euro im Jahr für jemand der studiert hat viel zu wenig. Das bekommt bei uns hier schon jeder Buchhalter und Steuerfachangestellte, der nicht studiert hat und in die Industrie geht.

"Viel zu wenig" kann man nicht sagen. Bei meiner letzten Firma (Mittelstand)haben wir Junior Controller (einer mit Bachelor und etwas Berufserfahrung und einer mit Master ohne Berufserfahrung) für 45-50 TEUR eingestellt. Die Einstiegsgehälter bei den Big Four liegen jedenfalls nicht darüber.
Und Du hast Recht, dass das eigentlich wenig ist für jemanden, der studiert hat. Dafür hat jemand, der studiert hat, aber im Vergleich zu jemandem mit Ausbildung deutlich bessere Chancen, sein Gehalt schnell und deutlich zu erhöhen. Nach fünf Jahren Berufserfahrung kann man durchaus das doppelte verdienen.
 
Ich finde 44.000 Euro im Jahr für jemand der studiert hat viel zu wenig. Das bekommt bei uns hier schon jeder Buchhalter und Steuerfachangestellte, der nicht studiert hat und in die Industrie geht.


hahaxD das ist das was die meisten aber bekommen als erstes gehalt.
und dann darf man sich anhören man hat viel zu höhe gehaltsvorstellungen man ist ja berufseinsteiger.
 
Hast Du Dir schon mal überlegt, dass Du Dich unter Wert verkaufst und deshalb aus dem Raster fällst?

Eben weil die Firmen denken, wenn sich jemand so billig verkauft, dann kann es nichts gescheites sein.

Ich finde 44.000 Euro im Jahr für jemand der studiert hat viel zu wenig. Das bekommt bei uns hier schon jeder Buchhalter und Steuerfachangestellte, der nicht studiert hat und in die Industrie geht.

Mir ging es zum Beispiel mal so , dass ich eine Stelle, auf die ich mich wegen des Arbeitsamtes bewerben sollte, überhaupt nicht haben wollte. Deshalb habe ich ein völlig überzogenes Gehalt von 2500 Euro brutto plus Weihnachts- und Urlaubsgeld für eine 20-Stunden-Woche gefordert, weil ich fest damit gerechnet habe, dass die mich dann auf keinen Fall wollen.
Der Witz an der Sache war, dass die mich dann gerade deswegen mit Teufels Gewalt haben wollten. Ich bin die fast nicht mehr los geworden.

hmm, also das kommt wohl auf das Unternehmen an. Ein Kommilitone von mir hat ein Angebot bekommen für 38.000€ obwohl er 44.000€ als Vorstellung angegeben hatte. Man sagte ihm, mit 38.000 würde man sich schon weit aus dem Fenster lehnen 😱 ich habe das bisher so gehandhabt, dass ich bei größeren auch mal 45000 oder 46000 angegeben hatte (das meist bei DAX Konzernen), bei KMU eher in Richtung 40.000...

ich bin mir aber unsicher, ob meine absagen tatsächlich auf zu geringen gehaltsvorstellungen beruhen könnten, auf der anderen Seite kann es natürlich sein, dass jemand der aus Unternehmenssicht zu wenig angibt, eher kein Selbstvertrauen hat und das dann evtl durch mein zurückhaltenderes auftreten im Gespräch verstärkt wurde? Hmmm...
 

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