An guten Tagen kann ich für mich schwieriges angehen, dann wieder nicht.
Habe meinen Freund gebeten, mir mit dem Abbau und Entsorgung eines alten Kleiderschrankes zu helfen, während ich auf der Arbeit war; als ich heimkam, war das komplette Zimmer umgestellt, neu geordnet, gesaugt. ALLES ANDERS!! Musste mich wirklich zusammenreißen, um nicht durchzudrehen. Es heißt, aufräumen im Außen, räumt auch in einem selbst innerhalb auf, und wieder umgekehrt. Seit dem Tag fühle ich mich in dem Raum nicht mehr wohl, nutze ihn nicht mehr. Es ist wie eine Art Übergriff, meine zuvor durchaus vorhandene Ordnung wurde über den Haufen geworfen. Und vor allem, ich wurde nicht gefragt!! Es hat im Außen durch sein Aufräumen eine neue Ordnung eingesetzt, aber ich bin den Weg nicht mitgegangen......
Von mir geschlossen, würde ich davon ausgehen, dass sich schwer tun mit Aufräumen/Ordnung wohl öfter eine Verbindung mit Depression/Zwang hat.
Das beschreibt es sehr gut. Vielen Dank für deine Nachricht.
In einem so ähnlichen Gefühlsbereich ist auch meine Mutter. Ich bemerke ähnliches an mir selbst auch. Viel schwächer und viel kontrollierter aber man kann den Gedanken richtig nachfühlen.
In diesem Umfeld müssen wir Kinder es irgendwie schaffen den Keislauf zu durchbrechen und zu helfen. Aber genau wie du es beschreibst. Ohne übergriffig zu werden.
Das ist so schwierig. Durchzudringen ohne zu übertreiben. Die Situation verbressern ohne dass es Ihr etwas nimmt oder wie du so gut beschrieben hast "alles über den haufen zu werfen".
Was ihr etwas bedeutet weiß nur Sie. Aber etwas anzupacken in Ihrer Anwesenheit ist beinahe nunmöglich.
Wobei ich Sie persönlich so einschätze (so war es in der Vergangenheit immer). Wenn etwas - auch unangehmes - erledigt ist ist SIe sehr froh darüber.
Es ist einfach sehr schwer die Situation einzuschätzen. Wenn ich das als Maßstab nehme was ich im vorigen Satz beschreiben müsste man davon ausgehen, dass eine geheime Hauruckaktion kurz sehr unangenehm ist aber anschließend sehr befreiend ist. SIe mag es nicht anpacken. Aber wenn es vorbei ist tut es ihr gut.
Andererseits eben die andere Ebene die du beschreibst. Die Gefahr ist wirkloich groß, dass es doch zu weit geht und Sie damit überhaupt nicht umgehen kann.
Vermutlich ist aber ein großer Schritt nötig. Ein kruzer Streit oder ein Unwohlsein kann man ja in Kauf nehmen wenn danach dauerhaft eine Besserung eintritt. Die Scham fällt nach der einen Aktion ab. Alles ist sauber und geregelt. Man sieht plötzlich die Vorzüge der neuen Umgebung. Hat mehr Zeit für sich und mit den Enkeln.
Eventuell ist ein großer Eingriff nötig und nur ganz kurz schlimm.
Andererseits kann das Drama dann auch riesig werden.
So intensiv wie du es beschreibst ist es bei Ihr nicht. Aber das Risiko möchte man halt dann doch vermeiden.
Und beschreibt die Situation im Haus.
Ein gesundes Umfeld gäbe es nur in einer Wohnung. Das bekommen wir im Haus nichtmehr hin. Einen Umzug könnte man ja in einer solchen Aktion garnicht machen. Den muss SIe ja selbst mit unserer Hilfe machen.
Man merkt vermutlich wie ich schwanke.
Lösung wäre Umzug. Aber das ist nicht umsetzbar wenn Sie nicht möchte. Müssen vermutlich einfach weiter langsam und behutsam mit Hilfeangeboten weitermachen und abwarten bis SIe es annimmt oder eben nicht.