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Mutter engt mich ein - Tipps ?

, ich habe nicht mehr so arge Probleme mit Panikattacken. Aber die Angst kommt immer wieder.

Ich kenne den Zustand von diffuser ständiger Furcht, von dem Gefühl schrecklicher Panik, da hab ich auch Einblicke gekriegt, wie so etwas ist. Damals befand ich mich "in einem anderen Film".

Heute ist das undenkbar, das wäre nicht möglich, dass ich mich da jemals wieder so hineinsteigern könnte.

Liebe Gabrielle, statt lange an diesem Problem zu kiefeln, wäre anzuraten, dass du daran feilst, mal in eine andere "Geschichte" einzutauchen, eine völlig andere Fantasie auszuleben.
Kauf dir Walkingstecken und geh täglich deine Runde in die Natur, jeden Tag ein wenig mehr, bis das eine liebe normale Gewohnheit geworden ist.
Statt über die Mutter zu grübeln schau nach, was es sonst noch zu tun gäbe. Es gibt so viel, worauf man sein "Augenmerk" richten kann.

Falls die Angst hochkriechen sollte, ersetze diese "Beschäftigung" mit einer anderen. Steh dann auf und tu dann irgendetwas, das zu wichtig ist, als Angst zu schieben. Folge dieser "Einladung" nicht.
Hab keine Zeit mehr für "schwaches, unmündiges Mädchen sein". Steig doch endlich aus dieser Vorstellung aus.

Gegen matt sein hilft Kraft trainieren. Gegen Angst hilft Mut trainieren. Mut trainieren ist praktisch ähnlich, wie wenn man matt ist und unsportlich und dran feilt, dass man endlich kräftiger wird.
Je kräftiger du dich fühlst, umso weniger schwach fühlst du dich.

Fang endlich an, geh in die Stadt und hol dir Zutaten für ein besonders tolles Frühstück, Mittagessen, Abendessen, verwöhne dich, geh schwimmen, übe alles, was man braucht, um ein hervorragendes Leben zu führen, eins, wie eine richtige Prinzessin. Schreib dich ein in eine Turngruppe, oder besuche Yoga, oder lass mutig und beherzt einiges im Müll verschwinden, das du eigentlich schon lang nicht mehr brauchst und magst. Es gilt, eine andere Linie zu beschreiten, die gestrige endlich zu verlassen.
 
A

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Re: Mutter engt mich ein - Tipps ?
Deine Mutter hat kein eigenes Leben und raubt dir die Luft zum atmen, den Raum, die Flügel auszustrecken, zu wachsen.

Weil sie es kann.
Weil du das zulässt, mitspielst, dich nicht abnabelst, nicht endlich aus dem zu engen Nest hüpfst.
Warte nicht, bis deine Flügel verkrüppelt sind durch die Enge, nahezu unbrauchbar werden.

Du schenkst deine Mutter damit auch nochmal eine Chance. Sich zu trauen und ihr eigenes Leben anzusehen, ihre Ängste.
Sie kann die nutzen oder es lassen.
Du solltest dich um dich kümmern.
Eigenverantwortung übernehmen.
Dir erlauben zu wachsen.

Und auch aufhören dich genötigt zu fühlen, alles zu erzählen.
 
Man bleibt doch nicht immer gleich, man ändert sich fortlaufend. Jetzt ist es derzeit so, dass du dies alles fühlst und spürst. Das ist eine Momentaufnahme, so bist du doch nicht lebenslang und immer.
Das ist eine Phase, die geht vorbei.
 
Die Therapie hat schon was gebracht, ich habe nicht mehr so arge Probleme mit Panikattacken. Aber die Angst kommt immer wieder.

Hallo Gabrielle,
wenn die Therapie schon was gebracht hat, würde es sich empfehlen, mehr in diese Richtung zu versuchen – auch Eigentherapie. Du hast ja sicher auch Sachen gelernt, die du alleine umsetzen kannst und weißt, was eher schadet und eher nützt.

Manchmal hilft da ein Tagebuch. Jeden Abend aufschreiben, ob es eher ein 1er- oder 10er-Tag war (1-10-Skala) und dann dazu notieren, was du getan oder gelassen hast, um dieses Ergebnis zu erzielen.

Wegen deiner Mutter: Ich hatte eine inzwischen verstorbene Tante, die bei uns im Haus gewohnt hat, als wir Kinder waren. Die hat auch bei allen Geschwistern versucht, angedockt zu bleiben und möglichst viel zu erfahren (um es dann weiterzuerzählen oder weil ihr eigenes Leben zu langweilig war als Witwe).

Mit ihr habe ich die "Dosis" des Kontaktes aktiv gestaltet. Also von meiner Seite aus kommuniziert, was für mich okay ist und was nicht. Damit konnte sie ganz gut umgehen. Und wenn sie wieder übertreiben wollte, habe ich deutlich Stopp oder Nein gesagt, was sie auch akzeptierte.

Alles Gute für dich und weitere Fortschritte auf deinem Weg – du bist ja noch jung und nicht jede/r ist in deinem Alter schon völlig selbständig. Lass' dir Zeit, aber behalte dein Ziel im Auge!

Werner
 
Und wenn sie wieder übertreiben wollte, habe ich deutlich Stopp oder Nein gesagt, was sie auch akzeptierte
Ich funktioniere auch so. Falls keiner bremst, nehme ich an, es ist okay. Werde ich gebremst, akzeptiere ich das natürlich, das tut doch eh jeder. Heimlich grollen finde ich komisch.

Mit Humor geht alles weit einfacher.

Als ich meinem Jüngsten angekündigt hab, dass ich mal vorbeischaue, meinte dieser: ich lasse die Wachen verstärken, wehe...ggg, mich freuts total, dass sie mich mit Humor nehmen und nicht mehr wie kleine Kinder sind.
Liebe Gabrielle, sei nicht so ernst. Statt heimlich ärgern versuchs mal mit Lockerheit.
 
Oh Gabrielle,

ich verstehe dich, wie wohl kaum jemand anderer, Doch ich weiß auch, dass Verständnis und Mitgefühl nicht reichen.. Weil es nicht hilft.

Okay, ich hätte dir da einiges zu sagen.

Erstens.
Angst. Kommt aus dem Germanischen, bedeutet Eng. Man fühlt sich also eingeengt, bedroht. Vielleicht sogar beobachtet.

Zweitens.
Was wird genau eingeengt? Mein Ich? Mein Ego? Nein. Was eingeengt wird, ist die Empfindungsfähigkeit. Die Freiheit, zu fühlen. Und fühlen heißt lebendig sein. Wärme fühlt man - im eigenen Körper. Wind spürt man, auf der eigenen Haut. Viele andere Dinge.

Aber, du kennst das ja auch: Depression. Man liegt im Bett. Fühlt sich eingeengt, irgendwie leer. Die Welt ist irgendwie bedrohlich. Sogar Eltern wirken dann bedrohlich.

Ich habe einen Vor- und einen Nachteil dir gegenüber. Ich bin knapp 20 Jahre älter als du.
So lange habe ich benötigt, um herauszufinden, was bedrohlich auf mich wirkt. 20 Jahre.

Stell, dir einfach vor, du wärst nicht mehr da. Weg. Aufgelöst. Wie würde es dann deiner Mutter - deiner Alten - gehen? Dann wäre sie auf einmal die depressive, die, die sich leer fühlt. Weil das, was diese ihre innere Leere gefüllt hat, was ihr das Gefühl gab, lebendig zu sein, einfach weg ist. Und das bist du!

Aber du bist ja noch da. Lerne!!! Dass du es bist, die lebendig ist. Die spüren kann. Die, die Wärme empfinden kann, auch wenn man im Bett liegt. Im Bett empfindet man eben Geborgenheit. Auch im Bett atmet man. Fühlt den Atem. Auch Atmen heiß Lieben. (Hab mich hier eben verschrieben gehabt. Wollte eigentlich Leben schreiben. Aber ist Leben nicht das gleiche wie Lieben... fühlen, empfinden, lebendig sein?)

Jaa... richtig schwer wird es dann gegenüber deiner Mutter. Im Wissen, dass sie eigentlich diejenige ist, die Hilfe bräuchte. Aber. Du bist ihr Kind! Du bist jünger als sie, Du hast dein leben noch vor dir! Du bist nicht verantwortlich für sie! Ich kann kein Kind dieser Welt dafür schuldig sprechen, wenn es die eigenen Eltern im Stich lässt.
Gehe deinen eigenen Weg. Lebe. Ohne Verantwortung für die Alten. Sei wieder Kind. Sei frei. Ohne-Schuld. Ohne Angst.

Und ja... es funktioniert wirklich. Denn ... ich lebe. Ich fühle wieder. Bin nicht mehr leer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit Humor geht alles weit einfacher.

Das scheint mir ein wichtiger Faktor in der Kommunikation bei solchen "schwierigen" Fällen zu sein!

Um nochmal das Beispiel mit meiner Tante zu bemühen: Mich hat es genervt, dass sie permanent berichtet hat wer gestorben ist, wer wie krank geworden ist oder sich hat scheiden lassen. Ich habe dann unsere Telefonate irgendwann gleich mit eben dieser Nachfrage gestartet (was sie zum Lachen brachte) und dann nachgehakt: Wer ist gesund geworden? Wer hat sich verliebt? Ist irgendwo ein Kind geboren? Solche Sachen. Mit der Zeit hat sie selbst den Stil gewechselt und ist mehr auf die Themen eingegangen, die ich mochte. Und das mit weit über 80!

Ich glaube, wenn man sich selbst mit Eltern oder Älteren immer noch in der Kinderrolle sieht (abhängig, klein, doof), dann strahlt das auf die Kommunikation aus und führt zu einer Beziehung, die man (verständlicherweise) nicht mehr will. Sobald man es schafft, mehr auf Augenhöhe zu kommen, entsteht etwas Neues und potentiell Tragfähigeres.

Ist aber harte Arbeit und braucht Mut plus Selbstdisziplin – und vielleicht auch eine Portion Leidensfähigkeit in der Phase, wo man sich erfolglos bemüht, das dicke Brett zu bohren 🙂
 
Um nochmal das Beispiel mit meiner Tante zu bemühen: Mich hat es genervt, dass sie permanent berichtet hat wer gestorben ist, wer wie krank geworden ist oder sich hat scheiden lassen. Ich habe dann unsere Telefonate irgendwann gleich mit eben dieser Nachfrage gestartet (was sie zum Lachen brachte) und dann nachgehakt: Wer ist gesund geworden? Wer hat sich verliebt? Ist irgendwo ein Kind geboren? Solche Sachen. Mit der Zeit hat sie selbst den Stil gewechselt und ist mehr auf die Themen eingegangen, die ich mochte. Und das mit weit über 80!
Schönes Beispiel,Werner!😊
 
Das scheint mir ein wichtiger Faktor in der Kommunikation bei solchen "schwierigen" Fällen zu sein!

Um nochmal das Beispiel mit meiner Tante zu bemühen: Mich hat es genervt, dass sie permanent berichtet hat wer gestorben ist, wer wie krank geworden ist oder sich hat scheiden lassen. Ich habe dann unsere Telefonate irgendwann gleich mit eben dieser Nachfrage gestartet (was sie zum Lachen brachte) und dann nachgehakt: Wer ist gesund geworden? Wer hat sich verliebt? Ist irgendwo ein Kind geboren? Solche Sachen. Mit der Zeit hat sie selbst den Stil gewechselt und ist mehr auf die Themen eingegangen, die ich mochte. Und das mit weit über 80!

Ich glaube, wenn man sich selbst mit Eltern oder Älteren immer noch in der Kinderrolle sieht (abhängig, klein, doof), dann strahlt das auf die Kommunikation aus und führt zu einer Beziehung, die man (verständlicherweise) nicht mehr will. Sobald man es schafft, mehr auf Augenhöhe zu kommen, entsteht etwas Neues und potentiell Tragfähigeres.

Ist aber harte Arbeit und braucht Mut plus Selbstdisziplin – und vielleicht auch eine Portion Leidensfähigkeit in der Phase, wo man sich erfolglos bemüht, das dicke Brett zu bohren 🙂

Oh ja dieses permanente ,wer aus dem Ort gestorben ist etc pp …‘ von Leuten, die ich gar nicht kenne nervt mich. Ich versuche da immer gegen zu steuern und beiläufig erwähne, dass mein Bruder den bestimmt kennt. Hoffe immer dass meine Mama dann mal meine. Bruder anruft aber der hat sich schon vor Jahren gut abgegrenzt. Was ich mir auch immer anhören kann das Gejammere darüber dass mein Bruder zu wenig anruft … dabei telefonieren die alle zwei Wochen, finde ich jetzt nicht wenig.

Ich erwarte da auch zu viel von mir, ich möchte immer von jetzt auf gleich alles ändern und jahrelange Muster zu durchbrechen braucht auch Geduld.
 

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