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Muss ich meine Masterarbeit abbrechen?

Das 3. Rom

Mitglied
Ich hätte es niemals für möglich gehalten, aber offensichtlich kann man selbst dann auf der Strecke liegen bleiben, wenn man das Ziel schon direkt vor Augen hat. Momentan befinde ich mich im letzten Semester meines Geschichtsstudiums und bin dabei meine Masterarbeit zu verfassen, naja, jedenfalls sollte ich das. Ich habe zwar recherchiert und exzerpiert, aber ich kann einfach nicht mit dem Schreiben beginnen. Mittlerweile bleiben mir etwas weniger als 8 Wochen. Wie ich in diesen 8 Wochen 100 Seiten zu Stande bringen soll, bleibt mir ein Rätsel und ich überlege das Studium abzubrechen.
In meiner Einführungsveranstaltung, das war noch im Bachelor, hat unser Tutor gesagt, dass jeden im Studium eine Sinnkrise ereilen wird meistens um das 4. Semester herum. Ich hab jetzt das Gefühl, dass sich meine einfach verspätet meldet, nämlich im 10. Semester. Das Studium fiel mir eigentlich immer recht leicht und ich hatte nie große Probleme und war mit viel Spaß und Fleiß dabei. Doch momentan sitze ich 8-10 Stunden vor einem leeren Blatt, dass mich geradezu auffordert, es jetzt doch endlich voll zu schreiben, aber irgendwie geht es nicht. Meine Angst ist, dass es einfach nie gehen wird, nicht jetzt, nicht in 1,2,3,4,5,6,7,8 Wochen, einfach nie....
Selbst wenn ich jetzt durchstarte, bezweifle ich, dass 8 Wochen überhaupt noch ausreichen.
Daher gehe ich mit dem erschreckendem Gedanken schwanger, vielleicht mein Studium abzubrechen.
Tja... falls jemand Tipps hat, ich bin momentan für jede Hilfe, die ich kriegen kann, dankbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Thema interessiert mich, ich möchte es hier aber nicht so gerne nennen. Lust ist aber ein gutes Stichwort, ich glaube die habe ich irgendwie verloren. Am liebsten würde ich das Ganze einfach schon hinter mir haben....
 
Dass du das Thema nicht nennst ist verständlich, war von mir zu kurz gedacht. Aber die Masterarbeit ist doch etwas auf das man sich freut, oder nicht? Ich hab mich schon immer gefragt, wieso es so viele Studenten gibt (besonders die ganzen BWL und Jura Ottos😱) die sich so sehr mit ihren Abschlussarbeiten rumschlagen.

Ich will dir auf keinen Fall unterstellen, dass du zu dieser Sorte gehörst. Aber die Masterarbeit ist idR nunmal die erste wirkliche Forschungsarbeit und stellt ja nicht nur den Abschluss deines gesamten Studiums dar, sondern eben auch den möglichen Eintritt in die wissenschaftliche Karriere.

Klar, wenn dich letzteres nicht interessiert, fällt ein großer Motivationsfaktor weg. Aber als Naturwissenschaftler, der noch nicht im Master ist, freue ich mich bereits jetzt auf die Gelegenheit mich wissenschaftlich mit einem Forschungsthema außeinandersetzen bzw einen Beitrag leisten zu dürfen.

Das ist halt der Grund, wieso ich überhaupt studieren wollte. Sonst kann man auch genausogut eine Ausbildung machen irgendwie.
 
Hast du denn schon ein Gerüst, oder besser eine konkrete Gliederung erstellt? Sobald die steht, geht es recht einfach voran. Ich habe noch das Diplom gemacht. Wir durften ein viertel Jahr verlängern. Die meisten haben das beansprucht. Grund war aber nicht, dass sie mit 6 Monaten nicht hingekommen sind, sondern viel zu spät angefangen haben. Ich habe natürlich gefragt, warum sie nicht mit der Diplomarbeit beginnen. Es war so eine Art Blockade. Habe dann meine Hilfe angeboten und die Erfahrung gemacht, dass die Arbeit, nachdem sie einmal strukturiert war, leicht von der Hand ging. Vielleicht hilft dir das ja auch. Je nach Thema habe ich auch schon mal bei der Gliederung geholfen.😉

VG tukuna
 
Ich hab ein grobes Gerüst, das ist nicht das Problem. Ich weiß gerade nicht genau wie ich es beschreiben soll, im Kopf steht die Arbeit schon und einen Vortrag könnte ich darüber auch halten und die Ergebnisse habe ich auch schon längst. Einzig das Schreiben will und will nicht. Wenn ich anfange, dann gefällt mir der gerade geschriebene Satz nicht mehr. Ich hab das Gefühl, dass alles was ich schreibe schlecht ist und nicht meinen bisherigen Leistungen entspricht. Ich hatte bisher nur Einsen.....
Was mich tatsächlich enorm belastet ist, dass mein Prof. anscheinend was echt Großes von mir erwartet. Alle sagen mir immer nur, dass sie sich bei mir keine Gedanken machen und das sich das alles großartig anhört. Es hört sich abe rnur so an, denn lesen kann man ja noch nichts.
Naja und so sitze ich dann Tag für Tag vor meiner Arbeit und kein Satz ist gut genug. Manchmal schreibe ich ne halbe Seite und dann lösche ich sie auch gleich wieder. Ich weiß wirklich nicht wie ich der Sache Herr werden soll.
 
Dann kann ich nur raten, das Inhaltsverzeichnis fertigzustellen und einfach zu schreiben. Du kannst das ganze später immer noch korrigieren, andere Formulierungen wählen usw. Wichtig ist jetzt, erstmal etwas aufs Papier zu bringen. Das wird dir hoffentlich auch Druck nehmen. Viel Erfolg!

LG tukuna
 
Ach ja...

Da hilft nichts außer Losschreiben. Egal, wie. Wenn Du die Arbeit schon im Kopf hast, fang doch irgendwo in der Mitte an, bei etwas, das Dir leicht fällt.

Oder etwas total Mechanischem, vielleicht die Einleitung.

Nur fang an.

Schön machen ist später.
 
So, vielleicht liest das ja noch jemand. Mein Problem hat sich etwas geändert.
In den Tagen nach dem ich hier geschrieben habe, ist bei mir ein Knoten geplatzt. Mittlerweile habe ich 40 Seiten für meine Masterarbeit, leider kommen mir jetzt echt dumme Zweifel. Ich hab das Gefühl am Thema vorbei zuschreiben und will gar nicht abgeben. Dann denke ich mir, dass der wissenschaftliche Gehalt viel zu gering ist und ich nur die Oberfläche kratze von meinem Thema.
Schon während des Studiums hatte ich die ganze Zeit Angst, dass ich irgendwann enttarnt werden würde und auffällt, dass ich nicht so klug bin, wie alle zu glauben scheinen. Jetzt mit der Masterarbeit scheint mir dieser Punkt erreicht zu sein. Ich sehe mich schon eine 4 erhalten und meiner Meinung nach wäre damit mein ganzer Abschluss sinnlos. Manchmal sitze ich Abends vor meinem Rechner und verbringe Stunden damit mir Horrorszenarien auszumalen, die mich nach meinem Studium erwarten. Was kann man in so einem Fall machen, sollte ich vielleicht einmal zum Arzt? Der Leidensdruck wird langsam ziemlich groß, vielleicht bin ich aber auch einfach zarter besaitet als die meisten.
Das Schreiben der Master-Arbeit zwingt mich aber in die Knie, wie nichts anderes in meinem Leben zuvor.

Nachtrag: Ich glaube mein größtes Problem ist, dass ich den Menschen in meiner Umgebung das Gefühl vermittle ich wäre kompetent oder klug, dabei kann ich realistisch einschätzen, dass ich eher unterdurchschnittlich begabt bin und diese Erkenntnis hat mich so lange davon abgehalten überhaupt mit der Masterarbeit anzufangen. Letztendlich überfordert eine solche Wissenschaftliche Arbeit mein Können bei weitem. Mein bisherigen Sehr Gute Noten führe ich eher darauf zurück, dass ich für einen kleinen Themenbereich brenne der niemanden im geringsten interessiert, weshalb sich meine Dozenten wahrscheinlich nur Einleitung und Schluss angeguckt haben, ne Note drauf geklatscht und fertig. Darauf werde ich mich bei der Abschlussarbeit nicht mehr verlassen können. Diese letzten Wochen meines Studiums werden mir noch ordentlich zusetzen....
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube du überschätzt ein wenig deine eigene Vorstellung davon, wie dich andere sehen. Mir ging das auch oft so bzw das ist so'n typischer Fehler menschlicher Natur.

Man denkt immer, man wäre der Mittelpunkt aller Menschen. Ich kann dir versichern, 95% der Menschen in deinem Umfeld ist ziemlich egal wie und ob du deinen Abschluss machst.

Du machst den Abschluss in erster Linie für Dich. Du musst dich halt fragen, ob du lieber auf den eigenen Abschluss verzichtest um einer Enttäuschung von irgendwelchen Freunden 2. Grades zu entgehen, denen aber in erster Linie relativ egal sein wird, ob und wie du deinen ABschluss machst.

Musst du für dich herausfinden, was dir wichtiger ist.

Wenn dir kein Abschluss lieber ist als einer mit einer 3, weil dann irgendwelche Leute denken "der ist doch nicht so klug", joa, dann verzichte halt darauf. Ich würde es halt nicht tun 🙂
 

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