Hallo,
da scheint ja bisher einiges schief gelaufen zu sein in deinem bisherigen Leben, was allerdings nicht heißen muss, dass das so weitergehen muss.
Ich habe einige Fragen: warum dein erster Selbstmordversuch? B
Und warum immer nur sporadische, nie richtige Therapien?
Ich denke bei deinem Erkrankungsbild wird es ohne sorgfältige und auch längerfristige Therapien nicht gehen. Depression oder auch diese Angstzustände sind biochemische Ungleichgewichte im Gehirn, die man an sich recht leicht und mit guten Erfolgschancen behandeln lassen kann. Und das ohne dafür in unserem Sozialsystem einen Cent zahlen zu müssen.
Im Leben ist Eigenverantwortung entscheidend..sich um sich selber zu kümmern, sich den Problemen zu stellen..weglaufen per Selbstmord etc. ist einfach..auch immer neben Verzweiflung die WEigerung Leistung zum Leben zu bringen. Du wirst dich grundlegend entscheiden müssen ob du sterben willst und dein Leben krank und derartig beschissen wie derzeit weiter führen willst oder ernsthaft daran interessiert bist gesund und erwachsen zu werden...und halt dafür ne Menge zu tun...Schritt für Schritt und mit entsprechenden Hilfen durch Fachärzte (Psychologe + Psychiater) + Lebensberatung.
Warum hast du nie über deine Ängste mit den Therapeuten geredet? Wieso verweigerst du dort die Mirarbeit indem du schweigst und nicht offen über ALLE deine Probleme redest?
Dir sollte klar sein, dass dir nur die Flucht nach vorne in die Wahrheit und in ehrliches Bemühen gesund zu werden, in Therapien mitzuarbeiten retten kann.
Der Sinn des Lebens besteht darin seinen Hintern hochzukriegen und selber etwas FÜR sich und nicht gegen sich zu TUN. Also Betonung auf Handlung..etwas für sich machen, aktiv werden, in Bewegung bleiben und einen Weg für sich suchen.
Der erste richtige Schritt wäre schnellsten mit dem Therapeuten oder einem Psychiater über die Angstzustände zu reden..die müssen eine zeitlang sorgsam medikamentös behandelt werden..zudem radikale Schritte gegen die Alkoholsucht..Drogen sind Auslöser und Verstärker psychischer ERkrankungen wie Angstzustände und Depressionen! Ich rate zu einer mindestens 2-3 monatigen vollstationären Thearpie, danach teilstationär und dann für einige Jahre ambulanter Kombitherapie psychiatrisch-medikamentös + psychologische Betreuung. Am besten Auszug aus dem Elternhaus..oft liegen die Ursachen oder Mitursachen für psychische Erkrankungen im Elternhaus. Stattdessen wäre betreutes Wohnen außerhalb der family ein guter Schritt in die Selbstständigkeit und auch Gesundheit.
Genesis hat REcht damit, dass zu vieles Nachdenken also grübeln krank macht..es wird Zeit etwas zu TUN und wenn nachdenken, dann kontrolliert und zielorientiert zusammen mit Therapeuten und Beratern einer Lebensberatungsstelle. Für Menschen ist nebenbei wichtig auch zu lernen nicht an Gedanken, insbesondere ungünstigen Gedanken zu sehr anzuhaften, auch mal nicht zu denken, sondern einfach zu sein, bei sich zu sein...was man gut trainieren kann indem man Sport macht, sich körperlich betätigt..was oft auch Suchtverhalten eleminiert...Mir hat Langlauf sehr geholfen...die dabei im Hirn freigesetzten Endorfine = Glückshormone sind ein natürliches Mittel gg. Depressionen. Ein Arbeitskollege von mir, der an Depressionen leidet (bzw. früher gelitten hat..heute hat er es im Griff und leidet nicht mehr) macht ebenfalls seit geraumer Zeit Langlauf..fängt an Marathons zu laufen....und zwar statt Alkohol wie er es früher gemacht hat..Sport kann halt auch ne Droge sein..aber ne wesentlich gutartigere und wesentlich weniger schädliche Droge. Natürlich ist es schon anstrengender sich aufzuraffen und zu laufen oder irgend einen andere Sport zu machen, anstatt einfach zu saufen....da muss man sich halt enscheiden: für sich oder gegen sich mit Alkoholismus und etwas für sich tun indem man bereit ist Leistung zu bringen...in Therapien mitzuarbeiten, sein Leben umzukrempeln, Verantwortung für sich selber zu übernehmen etc. Zu Hause zu sein, ewig krank zu sein hat ja auch seine Bequemlichkeit..oft funktionalisieren Kranke ihre Krankheit...aber letztlich mit der negativen Konsequenz immer krank und abhängig zu bleiben. Aus diesem Kreislauf muss man dann erstmal rauskommen. Dazu nochmals Verweis auf meinen RAt zur stationären Therapie, dann teilstationär, dann ambulant mit betreutem Wohnen etc...damit könntest du das Ruder nochmals zu deinen Gunsten rumreißen.
Viel Erfolg!
Tyra