Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Mobbing im Quereinstieg

Milena226

Neues Mitglied
Ich bin Quereinsteigerin an einer Schule und werde seit Monaten systematisch von der Schulleitung und einigen Kollegen gemobbt.
Aus dem Gespräch mit der Schulleitung im November bin ich weinend rausgelaufen. Eigentlich wollte ich da schon alles hinschmeißen, hatte mich aber wieder aufgerappelt.
Das Mobbing, als ich mit meinem Zweitfach an meine Stammschule wechseln wollte und dann dauerhaft 2 Kolleginnen im Unterricht sitzen hatte.
Anfangs sagte man mir, man würde sich nicht verdrängen lassen und ich würde schon merken, was ich davon habe, denn die 2 Kolleginnen hatten Angst, dass ich mit Abschluss besser qualifiziert bin als sie und sie aus dem Fachbereich verdränge, den sie sich aufgebaut haben (Was nie meine Absicht war).
Mittlerweile ist die Drohung auch eingetreten und die Schüler und Eltern werden systematisch von den 2 Kolleginnen gegen mich aufgebracht.
Es werden Listen gegen mich geschrieben, die nun auch beim mir nicht wohl gesonnen Schulleiter angekommen sind.
Man kann hier eine klare Steigerung erkennen. Zunächst wurden die Schüler gegen mich aufgehetzt, dann ging es an die Eltern und jetzt ist soweit intrigiert worden, dass sich diese angestachelt von den 2 Kolleginnen an die Schulleitung und eventuell auch ans Schulamt wenden.

Der Schulleiter hat mich am letzten Tag vor den freien Tagen zum Gesprächstermin eingeladen, der nächste Woche stattfinden würde.
O-Ton: Es gibt Anmerkungen von Kollegen und Beschwerden von Schülern und Eltern gegen sie.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich mir ein nochmaliges Gespräch wie das im November nicht antue.
Seitdem kann ich nicht mehr schlafen, habe jede Nacht Alpträume von der Schule, meine Augenlider zucken dauerhaft und ich habe in regelmäßigen Abständen Herzrasen.
Nicht falsch verstehen: Ich bin unglaublich gerne Lehrerin, aber nicht mehr an dieser Schule.
Schon letzte Woche war ich bei meinem Neurologen, der mich auch wegen einer anderen Erkrankung behandelt und der mir versprochen hat, dass er mich aufgrund posttraumatischer Belastungsreaktion bis aufs weitere krankschreibt. Auch weil meine andere Erkrankung sich zu einer Dekompensation zuspitzt.
Ich hadere nun mit mir, ob das der richtige Weg ist, sehe mich aktuell aber auch nicht in der gesundheitlichen Lage das Gespräch mit dem Schulleiter zu führen, ohne nicht komplett kaputt zu gehen.
Mir ist klar, dass man das Problem damit nur vertagt, aber es gibt mir Zeit mich zu sortieren und mir Hilfen zu holen.

Ich bin natürlich nicht untätig gewesen und habe letzte Woche bereits verschiedene Anlaufstellen kontaktiert.
Mein Arzt hatte mich erst einmal krankgeschrieben.

Ich weiß, dass ich mit der Krankschreibung vermutlich alles noch schlimmer mache, besonders weil ich wegen meiner anderen Erkrankung bereits zuvor gefehlt habe, aber ich bin völlig neben mir.
Ist es legitim sich krankschreiben zu lassen?

Mir ist klar, dass ich keine perfekte Lehrkraft bin. Ich mache Fehler und muss noch an meinem Unterricht arbeiten, aber die Kolleginnen sitzen in meinem Unterricht. Wenn ich so viel Mist erzählen würde, wäre es der erste Schritt, dass man mit mir spricht und nicht die Schüler aufhetzt Listen gegen mich zu schreiben.
 
A

Anzeige

Re: Mobbing im Quereinstieg
Teil 2

Die Situation hat sich leider nicht zu meinem Vorteil entwickelt.

Ich hatte am letzten Tag vor meiner Krankschreibung ein Gespräch mit dem Personalrat meiner Schule.
Der hatte zwar Verständnis, zog sich ziemlich schnell raus und gab meinen Fall an eine Kollegin weiter, die Teil des Problems ist und auch Personalrätin ist.
Da war für mich klar, dass es mit diesem Gespräch, dem ich eh skeptisch gegenüber war nicht führen würde und ich bin in die Krankschreibung gegangen.

Nach langem hin und her mit meiner psychologischen Beraterin und dem Arzt empfahl man mir den Personalrat bei der Schulbehörde zu kontaktieren.
Dieses Gespräch war auch sehr gewinnbringend. Zumindest für mich und den Augenblick. Man war entsetzt, wie ich behandelt werde. Ich ging ziemlich gestärkt dort raus und hatte das Gefühl, dass man mir zuhört und mich verstehen möchte.
Die dortige Personalrätin entschloss sich dann in Absprache mit mir den Schulpsychologen zu kontaktieren, um abzustimmen welche Wege sinnvoll waren.
Die empfahl dann das Gespräch mit der oberen Stelle.

Leider erlebte ich dort einen ziemlichen Reinfall und Gaslighting pur.
Man sagte mir wortwörtlich, dass ich zu empfindlich sei, dass Ellenbogenmentalität normal wäre und wollte mir einreden, dass die besagten Mails nicht schlimm wären und es das Mobbing quasi nicht geben würde.
,,Ich habe während der Lehrerausbildung auch gelitten. Das ist normal."
Ich hatte vorab das Gefühl, dass schon Absprachen mit meiner Schulleitung gelaufen waren. Jedenfalls verteidigte der Mensch auf Biegen und Brechen die Leitung und wusste sehr genau über die Situation Bescheod.

Die Personalrätin griff mehrere Male ein und bekam fast Schnappatmung, weil auch sie merkte, dass mir hier erneut Unrecht widerfährt.
Man einigte sich darauf, dass der Vorgesetzte mit meiner Schulleitung einen Termin vereinbaren würde, bei dem dann der oberere Chef, die Schulleitung, meine Mentorin, meine Fachleiterin etc und ich dabei wären und das man noch einmal ins Gespräch kommt.
Ob ich die Schule wechseln könnte würde er nicht entscheiden können und verwies an das Seminar. Das verweist wieder an die Schulbehörde.

Ganz ehrlich? Aber ich bin maximal enttäuscht aus diesem Gespräch gegangen und für mich steht fest, dass ich dort lieber heute als morgen weg möchte.
Eigentlich würde ich am liebsten direkt die Kündigung einreichen, weil ich nicht denke, dass sich da noch etwas wandeln würde.
Es geht dort nicht weiter und eine andere Schule will man mir scheinbar auch nicht organisieren.
Was denken die, was durch dieses Gespräch passiert? Die Schulleitung wird noch aufgebrachter sein und das Mobbing wird sich verstärken.
Ich hatte mir wirklich erhofft, dass man sich kümmert, dass ich an eine andere Schule komme.

Problem ist, dass ich bei Eigenkündigung einen heftigen Anteil der Ausbildungsgebühren zurückzahlen muss und das habe ich nicht.
Ich bin also nicht nur psychisch fertig. Nein, als Geschenk neben der psychischen Zerstörung würde ich dort mit 15 000 Euro Schulden rausgehen.
Ich habe erst kürzlich eine Rechtschutzversicherung abgeschlossen und ob die im Prinzip zurückliegende Fälle deckelt, das ist auch noch nicht klar. Noch habe ich 3 Monate Sperrzeit.

Ich schaue aktuell nach Schulen in angrenzenden Bundesländern, aber habe keine Lösung und hänge ziemlich in der Luft.
Auch geht es mir damit zunehmend schlechter.
Meine psychologische Beraterin sagte mir klipp und klar, dass sie mir dringend empfiehlt dort nicht mehr weiterzumachen, weil ich dort keine Zukunft habe und sich die Situation weiter zuspitzen würde. Wie schlimm soll es denn noch werden? Demnächst werden die Eltern aufgehetzt, um gegen mich Petitionen zu schreiben.
 
Ist es legitim sich krankschreiben zu lassen?

Das ist halt immer so ne Sache.
Menschlich gesehen völlig verständlich, dass du da physisch erstmal nur raus willst aus der ganzen Situation. Aber jede Krankschreibung endet auch irgendwann. Und dann?
In deiner Abwesenheit werden die Leute auch nicht untätig die Füße stillgehalten haben, sondern neue Gemeinheiten ausgehäckt haben...


Was ich nicht so richtig verstanden habe.
Da sitzen in deinem Unterricht, 2 Kolleginnen mit im Raum?
Kannst du das mal näher erläutern, was es damit auf sich hat?


Meine psychologische Beraterin sagte mir klipp und klar, dass sie mir dringend empfiehlt dort nicht mehr weiterzumachen, weil ich dort keine Zukunft habe und sich die Situation weiter zuspitzen würde.

Hast du denn irgendeine berufliche Alternative?


Was konkret wirft man dir eigentlich vor, was du nun so schlimmes getan haben sollst?
 
Hallo Milena,
außer dem Punkt, dass ich und auch andere dir sehr wahrscheinlich zustimmen werden, diese Schule so früh wie irgend möglich zu verlassen, wird man dir hier konkret wohl nicht wirklich helfen können. Da du dich um fachliche Anlaufstellen ja schon gekümmert hast, bleibt da wohl nur Daumen drücken, dass du einer anderen Schule zugewiesen wirst. Ich wünsche dir in jedem Fall viel Kraft, dass du die Zeit durchstehst und sich die Dinge zu einem Besseren für dich wenden.
Bei dem was man so mitbekommt, fehlen doch an jeder Ecke Lehrkräfte, sollte doch wohl möglich sein, dich an einer anderen Schulen unterzubringen. 🤔
 
Wer entscheidet es, dass du die 15.000,- € zurück zahlen musst?
Kann dir die Personrätin ein Schriftstück/Protokoll über das Gespräch fertigen?
Mit diesen Nachweisen kannst du vielleicht die Rückzahlung vermeiden?
Ja, ich würde mich für 1-2 Wochen krank melden und in dieser Zeit mich bei anderen Schulen bewerben.
 
Ich finde nicht, dass die Krankschreibung nur menschlich nachvollziehbar ist, sondern ihr nicht wegzudiskutierende echte medizinische Gründe zugrunde liegen. Du schilderst Symptome, die durch eine mentale Belastungssituation zustande gekommen sind und weiterhin bestehen. Es geht dir nicht gut, da die beiden Kolleginnen ihren Zerstörungsfeldzug führen und der Schulleiter tut anscheinend nichts, damit das aufhört.

Einen echten Tipp, der dich weiterbringt, habe ich leider auch nicht. Wenn die Personalrätin auf deiner Seite ist, könntest du von ihr aber vielleicht eine Stellungnahme erhalten, wie sie die Situation bewertet. Wer weiß, wofür dir die nochmal nützt.

In diesem Forum wirst du vermutlich eher moralische Unterstützung erhalten und ja, ich würde mir den Kampf, den die beiden Frauen offenbar sehr systematisch, fies und leider erfolgreich gegen dich führen, auch nicht geben wollen. Allerdings wäre auch ich nicht bereit, 15.000 Euro zu zahlen, nur weil andere es nicht schaffen, akzeptable Arbeitsbedingungen wiederherzustellen..
Anfangs sagte man mir, man würde sich nicht verdrängen lassen und ich würde schon merken, was ich davon habe, denn die 2 Kolleginnen hatten Angst, dass ich mit Abschluss besser qualifiziert bin als sie und sie aus dem Fachbereich verdränge, den sie sich aufgebaut haben
Kennt der Schulleiter diesen O-Ton? Diese Kampfansage wäre für mich der Maßstab allen Handelns, denn den Worten folgten ja tatsächlich diskreditierende Taten. In Gesprächen, so denn noch welche stattfänden, würde ich daher auch genau das in den Fokus setzen und nicht anfangen, deine vielleicht noch nicht ganz optimale Arbeitsleistung zu rechtfertigen. Das ist ein Nebenschauplatz; hier völlig irrelevant. Alleine würde ich ohnehin nicht mehr in Personalgespräche gehen, sondern mir immer eine Person mitnehmen, die mir wohlgesonnen ist und die von außen auf die Diskussion schaut, interveniert, wenn du in die Ecke gedrängt wirst.

Ich möchte dir aber auch noch vorschlagen, deinen Fall mal an anderer Stelle zu posten. Kennst du "https://www.lehrerforen.de"? Es gibt zwar auch hier vereinzelt Lehrkräfte; ich würde trotzdem vermuten, dass du dort eher und vor allem eine vielschichtigere Einschätzung bekommst. Womöglich sogar von Personen, die sich bereits einem ähnlich gearteten Sachverhalt gegenübergestellt sahen.

Ich wünsch dir Kraft und Durchhaltevermögen. Lass dich nicht unterkriegen, aber auch nicht kaputtmachen. Und lass dich weiter krankschreiben, wenn sich die Umstände nicht bessern. Niemandem ist damit gedient, wenn du in eine Depression rutschst; dann hast du etwas richtig Sattes. Sei daher vorher gut zu dir und nimm in Anspruch, was das Recht möglich macht. Dein Dienstherr muss sicherstellen, dass deine Arbeitsbedingungen handhabbar sind - er hat hier eine Fürsorgeverpflichtung und seine beiden Grazien offenbar nicht im Griff.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lass dich dauerhaft krankschreiben.
Dann wirst du vielleicht gekündigt.

Mit Sicherheit würde ich nicht mehr in diese Schule zurück gehen.
Dir wird dort keine Chance mehr gegeben.
Mobbing macht krank.

Bewerbe dich in anderen Schulen oder in anderen Bereichen für ähnliche Berufe...
 
Anfangs sagte man mir, man würde sich nicht verdrängen lassen und ich würde schon merken, was ich davon habe, denn die 2 Kolleginnen hatten Angst, dass ich mit Abschluss besser qualifiziert bin als sie
Wie um Himmels Willen solltest du als Quereinsteigerin besser qualifiziert sein als zwei voll ausgebildete Lehrkräfte?
Kann es sein, dass du Probleme mit der Faktenlage hast?
Und vielleicht nicht so gut bist, wie du hoffst?
Bei der angespannten Lage an unseren Schulen mobbt kein SL eine Lehrkraft raus.
Im Gegenteil, auch mäßig Begnadete werden gehalten.
Geh an eine Privatschule.
Da hast du bessere Karten.
 
Wir wissen nicht was tatsächlich vorgefallen ist und was dir die Schule vorwirft.

In Schulen und in zahlreichen anderen Berufen wird sehr viel gemobbt.

Man braucht ein dickes Fell, Durchsetzungskraft, Selbstbewusstsein, stabile Nerven und Verbündete.
 
Zuletzt bearbeitet:

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
M Mobbing auf Arbeit Beruf 12
R Mobbing? Beruf 4
D Übergreifendes Mobbing Beruf 5

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben