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Mir geht es sehr schlecht, bin ich noch normal?

L

Lyvan

Gast
Hallo,

ich denke ich bin krank, und es macht mir Angst. Die Sache ist kompliziert, deshalb wird dieser Forenbeitrag auch etwas länger. Habe auch keine Ahnung wie ich das überhaupt erklär.

In letzter Zeit hat sich meine Ansicht über die Welt, ich will nicht sagen „verändert“, vielmehr deutlich verschärft. Meine Gedankenwelt ist mittlerweile so merkwürdig, es ist praktisch unmöglich geworden überhaupt,- auch nur ein bisschen Nähe zu anderen Menschen aufzubauen.
Die Ironie ist, ich brauche unbedingt Nähe. Sehr viel davon.

Meine Jugend war gemischt. Ich hatte Freunde die mir näher standen, aber diesen „besten“ Freund gab es nicht wirklich. Auch was Freundinnen angeht… es gab und gibt Frauen mit denen ich mich unterhalten konnte, aber wirklich Nähe gab es nie. Also auch keine „beste“ Freundin. Und beziehungstechnisch lief sowieso nichts.
Ich bin mittlerweile 23 Jahre alt und habe zu keinem Menschen meiner Vergangenheit noch größeren Kontakt. Ehrlichgesagt, gar keinen Kontakt.

Ich weiß nicht woran es liegt, aber so wie ich meine Vergangenheit rückblickend wahrnehme, war ich nicht unbeliebt. Wurde zwar mal gemobbt, aber denke dass ist eher nebensächlich. Es ist vielmehr so, dass ich immer wieder vergessen werde. Wenn ich da bin, hat in der Regel keiner ein Problem mit mir, aber, wenn ich weg bin, stört es offenbar auch niemanden. Es macht keinen Unterschied ob ich existiere oder nicht.
Würde ich heute sterben, würden es die meisten erst Monate oder gar Jahre nach meinem Ableben bemerken.
Ich habe vergessen wer ich bin, bzw. wusste ich es überhaupt jemals?

Die Vergangenheit war erst bunt, dann allmählich grau. Die Gegenwart ist beinahe schwarz und die Zukunft ist die absolute Dunkelheit.

Das neue Jahr steht vor der Tür. Ich habe mein Studium abgebrochen. Die Alternative war Ausbildung oder Direkteinstieg. Ich habe tatsächlich so viel Glück gehabt, einen, ich denke gut bezahlten Job mit privatem Firmenwagen zu ergattern. Beginn – nächstes Jahr. Es ist Silvester und trotzdem gibt es für mich keinen Grund zu feiern, weil ich schon sehr lange Angst habe, vor allem.

Es fällt mir sehr schwer, zu anderen Menschen Nähe aufzubauen. Ich glaube, die meisten merken nicht wirklich wie schlimm das alles für mich ist. Falls sie es überhaupt auch nur ansatzweise wahrnehmen.
Ich bin jemand, der theoretisch gesehen, mit JEDEM zurechtkommt. Zumindest trifft das auf die Leute zu, die ich die letzten 2-4 Jahre getroffen habe.
Meine Toleranzschwelle wurde über die Zeit auch noch viel - sehr viel - größer.


Meine Gedankenwelt:

Mein Elternhaus ist traditionell und christlich religiös. Vor allem Väterlicherseits (sehr katholisch). Das ist ein großes Problem für mich.
Ich bin bi und Religiös gesehen Polytheistisch (ich hoffe das ist der richtige Begriff) veranlagt, ich bin mir da noch nicht sicher.
Politisch gesehen bin ich überall. Ich könnte weit Links aber auch weit Rechts sein. Das hängt von der Situation ab. Zukunftstechnisch denke ich mir da, die irrwitzigsten Sachen aus.

Angenommen Deutschland wird vollkommen durchislamisiert, die Abendlandkultur wie wir sie kennen, stirbt vollständig aus. Ich hätte kein Problem damit, könnte sogar Vorteile daraus ziehen.
Selbiges gilt für eine Rechte Entwicklung. Aber in jedem Fall habe ich Angst. Alles was ich möchte ist mit jedem in Harmonie und Frieden zu leben und ich habe Angst davor, mich entscheiden zu müssen. Wer weiß schon wie sich das mit Deutschland die nächsten Jahrzehnte entwickelt. Weltlich gesehen könnte es ja, generell gesehen, sowieso sehr sehr düster werden.


Tolerant zu sein, bedeutet für mich ein hohes Maß an Empathie. Ich versuche mich nicht nur in die Person gegenüber hineinzuversetzen. Ich versuche auch die Gedanken von Politikern und mächtigen Menschen nachzuvollziehen. Dabei schließe ich niemanden aus. Ich möchte ergründen, was Gandhi gedacht haben könnte, und was Hitler gedacht haben könnte – je nach Situation. (nur um mal zwei sich gegenüberstehende Beispiele zu nennen)
Mir geht es bei der ganzen Art wie ich so bin nicht darum, was gut oder böse ist, sondern vielmehr darum wie Menschen funktionieren. Ich komme mir manchmal so vor als wäre ich gar nicht Teil dieser Menschheit.

Wenn ich in den Spiegel blicke, frag ich mich manchmal „Existiere ich wirklich? Wenn ja - Warum dieser Körper, dieses Geschlecht, dieser Ort und dieser Zeitpunkt?“

Und ich weiß nicht ob das vom „bi“ sein kommt, aber ich möchte manchmal beides sein - männlich und weiblich gleichzeitig, bzw., ich kann mich nicht entscheiden. Biologisch gesehen bin ich definitiv männlich, aber im nächsten Leben wäre ich rein zur Abwechslung gern mal weiblich, und vielleicht auch gar kein Mensch.

Es klingt evtl. arrogant, aber ich versuche die Welt manchmal so zu betrachten, wie sie ein Gott betrachten würde. Das heißt nicht, das ich gerne einer wäre. Es ist einfach nur Interessant zu wissen wie ein bzw. mehrere Götter über die Welt nachdenken könnten.
Ich habe manchmal panische Angst. Angefangen hat es während meiner Abi-Zeit. Ich hatte regelrechte Panikattacken. Und das schlimmste war, ich wusste nicht mal wovor ich eigentlich Angst hatte. Ich weiß es immer noch nicht. (bzgl. der Attacken)

Aber eine meiner größten Ängste, ist ein Durchschnittsleben, mit einem Durchschnitts Job. Bitte versteht mich nicht falsch, es geht nicht darum „mehr“ zu wollen, sondern darum, dass ich viel mehr erreichen müsste, um in Sicherheit leben zu können.
Ich weiß wie schlecht es chinesischen Wanderarbeitern geht, wieviel Leid auf der Welt insgesamt passiert. Ein Großteil der Menschheit lebt nur um zu arbeiten oder Kriege zu durchleben.
Das macht mich traurig und ich habe Angst, dass mir dasselbe passiert.


Warren Buffett ist denke ich ein mächtiger Mensch. Er sagte mal: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen"


Aber selbst wenn man diese ganzen Weltlichen und Politischen Probleme außer Acht lassen würde, hätte ich immer noch Angst davor, für den Rest meines Lebens allein und einsam zu sein.

Es war vorher so,- mein Charakter lässt das was ich mir wünsche nicht zu. Es macht aus rein logischer Sicht keinen Sinn weiter zu machen. Selbst wenn ich finanziell gesehen ein wirklich entspanntes Leben führen könnte, wäre ich Einsam.
Was soll ich in weiteren 20 Jahren schon erwarten, außer mich selbst?

Ich finde der Wert eines Menschen ergibt sich aus der Summe der Wertschätzungen anderer, die diesem Menschen entgegengebracht werden. Mich hat nie jemand wirklich Wertgeschätzt, sonst wäre doch jemand hängen geblieben, oder? Und auch wenn ich ein ruhiger Mensch bin, habe ich versucht auf andere zuzugehen.
Ich bin offenbar vollkommen Wertlos.

Der einzige Grund, warum ich mich noch nicht umgebracht habe, ist, weil ich sehen möchte wie es weitergeht. Geschichtlich gesehen. Die Frage ist nur wie lange hält diese Neugier noch an?


Eigentlich müsste ich viel mehr schreiben. Aber zurzeit fällt mir nicht mehr ein.
Meine Frage ist aber. Bin ich eigentlich noch normal oder psychisch krank?
Ich konnte bisher nicht so gut Vergleiche ziehen. Hatte oft Angst zu viel über mich zu verraten.




 
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Gehirnwäsche

Mitglied
"Es war vorher so,- mein Charakter lässt das was ich mir wünsche nicht zu. Es macht aus rein logischer Sicht keinen Sinn weiter zu machen. Selbst wenn ich finanziell gesehen ein wirklich entspanntes Leben führen könnte, wäre ich Einsam.
Was soll ich in weiteren 20 Jahren schon erwarten, außer mich selbst?

Ich finde der Wert eines Menschen ergibt sich aus der Summe der Wertschätzungen anderer, die diesem Menschen entgegengebracht werden. Mich hat nie jemand wirklich Wertgeschätzt, sonst wäre doch jemand hängen geblieben, oder? Und auch wenn ich ein ruhiger Mensch bin, habe ich versucht auf andere zuzugehen.
Ich bin offenbar vollkommen Wertlos.

Der einzige Grund, warum ich mich noch nicht umgebracht habe, ist, weil ich sehen möchte wie es weitergeht. Geschichtlich gesehen. Die Frage ist nur wie lange hält diese Neugier noch an?"

Du solltest darueber nachdenken, was du wirklich vom Leben willst. Hast du Ziele? Du denkst sehr viel nach, auch sehr viel ueber andere Menschen. Du solltest dich als erstes um dein eigenes Leben kuemmern, darueber nachdenken, was du vom Leben erwartest.
Sich umzubringen ist nie eine Loesung. Wir muessen etwas tun, wir duerfen keine Wunder erwarten.
Der Wert eines Menschen ergibt sich nicht daraus wie andere ihn wertschaetzen, sondern wie er sich selbst wertschaetzt. Oder ist ein Mensch, der sein ganzes lebenlang gemobbt wurde wertlos? Nein.
Vielleicht konntest du mit Menschen keine tiefere Beziehung aufbauen, habt ihr ueber persoenlichere Dinge geredet? Wart ihr fuereinander da in schlechten Situationen? Manchmal muss man auch einfach selbst etwas tun, anstatt von anderen zu erwarten, dass sie sich melden.
 
G

Gast

Gast
Du bist jemand, aber nicht der interessante ist für andre.
Schreibst ja selbst, könnte so oder so sein mit allem.
Davon gibt es genug, die nicht wissen wer sie sind , sich eben alles offenhalten.
Du bist nicht authentisch, beliebig austauschbar mit jemand andren, der auch nicht weiß wo er hingehört.
Hast dadurch wohl auch keine eigene Meinung zu nix.
Wie ein Buch, das langweilig ist, man liest ein paar Seiten, legt es dann weg oder bringt es in die, Bücherkiste.
Leider neigen wir Menschen dazu, uns schöner zu sehen als wir sind.
Wer sich verstellt, gilt als unehrlich; wer sich anpaßt als Opportunist; wer für alles offen ist, kann nicht mehr ganz dicht sein.
Mache dir selbst zuerst klar, was du sein möchtest; und dann tue, was du zu tun hast.
Wer nach dem Authentischen sucht, der muß ebenso bereit sein, Menschen mit Ecken und Kanten zu erleben, zu ertragen und mit ihnen zu leben.
Derjenige muß bereit sein, andere Meinungen, anderes Denken und Handeln zu wertschätzen und darin - trotz aller Reibung - eine Bereicherung zu sehen, oder womöglich sogar gerade deswegen.
Natürlichkeit ist eine wichtige Voraussetzung um ehrliche zu sein, ,macht aber auch angreifbar und verletzlich.
 
L

Lyvan

Gast
Hallo Gehirnwäsche,

„Vielleicht konntest du mit Menschen keine tiefere Beziehung aufbauen, habt ihr über persönlichere Dinge geredet? Wart ihr füreinander da in schlechten Situationen? Manchmal muss man auch einfach selbst etwas tun, anstatt von anderen zu erwarten, dass sie sich melden.“
Es ist schwierig. Es gab da eine prägende Situation. Zunächst gab es da ein Mädchen, das in mich verliebt war. Auch ich war in sie verliebt. Ich konnte nur keine Beziehung aufbauen, weil ich schon damals nicht verstanden habe, warum sie auf mich stand. Sie war perfekt und überall beliebt. Wenn sie mit mir zusammen gewesen wäre hätte das evtl. ihrem Image geschadet. Das wusste sie vlt. nicht aber ich habe sie denke ich vorbeugend zu beschützen versucht, weil ich eben naja gemobbt wurde. Also ich war alles andere als „perfekt“ in dieser Situation.

In meinem Dorf lebte während meiner Kindheit ein Junge mit dem ich praktisch groß geworden bin. Manchmal war er gewöhnungsbedürftig, ich habe früh bemerkt das er mich nicht ganz ernst nimmt. Aber mit der Zeit war es ok. Wir kamen gut miteinander klar. Er ist später mit seiner Mutter umgezogen, aber sein Vater blieb in unserem Dorf. Als ich älter war, kam er auch immer öfters zu seinem Vater zu Besuch, also in unserem Dorf. Wenn ihm langweilig war kam er mich besuchen. Es hat sich auch tatsächlich etwas Größeres daraus entwickelt. Letztendlich hat es sich aber auch immer etwas falsch angefühlt. Zumindest am Anfang, weil ich gespürt habe, dass er zwar Dinge mit mir unternehmen wollte, aber nur, weil ich eben da war. Hätte er die Wahl gehabt, hätte er evtl. mit einem anderen Dinge unternommen.

Letztendlich kam es so, das eben besagtes Mädchen bei mir auch zu Besuch kam, nachdem die „Beziehung“ (falls man das so nennen kann) bereits abgeschlossen war. Denn ich war ja weiterhin mit ihr befreundet.

Dieser „Dorffreund“ und Sie verliebten sich. Ich weiß nicht mehr ob das Anfangs ein Problem für mich war, aber am Ende waren wir eine Art Triumvirat. Ich weiß nicht wie das bei anderen Jugendlichen so abgeht. Aber ich war sogar dabei während beide Sex miteinander hatten. Wenn sie Beziehungsprobleme hatten, war ich der Streitschlichter, zumindest habe ich es versucht. Beide sagten mir, sie wären mir sehr dankbar. Und beide haben mich einfach vergessen. Bzw. mit Ihr hatte ich danach noch Kontakt, aber sie scheint auch nicht wirklich mehr interessiert zu sein. Ich meine jetzt rein Freundschaftlich.

Die ganze Sache ist aber auch nur ein kleiner Abschnitt meines Lebens, den ich so als konkretes Beispiel gut zeigen kann. Dieses Muster, für einen bestimmten Zweck gebraucht zu werden, aber danach weggeworfen zu werden, wiederholt sich.

Manchmal muss man auch einfach selbst etwas tun, anstatt von anderen zu erwarten, dass sie sich melden
Ja, das ist ein Problem bei mir. Es kostet mich sehr viel Überwindung. Ich denke das ist evtl. auch ein bisschen dem Mobbing geschuldet. Nach der Grundschule hatte ich bis zum Abi fünf mal die Schule gewechselt. Ich wurde nicht immer gemobbt, aber wie es sich anfühlt "angekommen" zu sein, wusste ich erst sehr spät. Im schlimmsten Jahr, gab es eine Person die, das muss man dazu sagen, mich fast schon krankhaft niedermachen wollte. Auch so mancher Lehrer hat sich teilweise sadistisch verhalten.
Meine Eltern wissen glaube ich immer noch nicht das ich gemobbt wurde, denke ich. Sie sahen nur schlechte Schulleistungen. Mir war sehr wichtig, dass das ein Geheimnis bleibt.
Ich versuche auf sanfte Art auf Menschen zuzugehen, in der Hoffnung ich mach nichts bei ihnen kaputt und sie nicht bei mir. Aber ich brauche sehr lange.

Was Vertrauen angeht, da denke ich fehlt mir schon aufgrund des Elternhauses eine Art Urvertrauen. Mein Vater lebt in seiner eigenen Welt. Die klassische Vaterfigur gab es eigentlich nie, auch wenn er immer da war.
Auch die Familien meiner Eltern sind mir trotz mehrerer Treffen sehr fremd. Mütterlicherseits aber weniger als Väterlicherseits.

„Du solltest darüber nachdenken, was du wirklich vom Leben willst. Hast du Ziele? Du denkst sehr viel nach, auch sehr viel über andere Menschen. Du solltest dich als erstes um dein eigenes Leben kümmern, darüber nachdenken, was du vom Leben erwartest.“
Ziele sind tatsächlich ein Problem. Ich weiß nicht was ich werden will. Theoretisch käme alles in Frage. Einfach alles. Finanziell gesehen ist es Informatik was ich machen werde. Das ist nicht schlimm, es liegt mir auch. Aber manchmal frage ich mich, ob ich nicht auch Wissenschaftler, Politiker oder z.B. einfach nur Gärtner werden sollte. Ich bleibe erstmal im Bereich Informatik. Würde ich einen anderen vollkommen neuen Weg einschlagen hätte ich Angst, dass etwas schiefgeht. Ich weiß nicht was ich vom Leben erwarten kann.

Was ich mir bisher wirklich gefehlt hat, ist einfach nur ein Mensch (oder mehrere) der mich genauso intensiv mag wie ich ihn.
 
G

Gast

Gast
Du bist "bi". Na und? Ich bin transsexuell, na und! Du bist eine Laune der Natur, also nimm dich an wie du bist. Lass die religiösen Bevormundungen außen vor, sie hindern nur daran, klar zu denken. Wenn deine Familie ein Problem mit deiner Bi-Sexualität hat, ist es erst mal deren Problem und nicht deins. Wenn sie es nicht akzeptieren können, dann akzeptiere es einfach.

Du definierst dein Leben mit beruflichem Erfolg und Geld verdienen. Ist das alles? Das Leben bietet viel mehr als das! Viel wichtiger ist doch deine emotionale Seite. Die Probleme mit Nähe und Distanz, mit Ängsten, mit Mobbing mit abgebrochenem Studium deuten genau darauf hin. Bei mir war das genauso. Auf der Suche nach mir selbst hatte ich auch Irrwege von politisch links bis rechts. Mir haben Verhaltenstherapien geholfen und Achtsamkeitsübungen.

Wenn es dir schlecht geht, mach es so: Ich ging über die Straße und Euro´s hatte ich keine, da sah ich einen Mann ohne Beine. Es gibt immer Menschen, denen es noch schlechter geht, also geht es dir doch besser. Na und Bi-Sexualität hat doch nichts damit zu tun, dass man nicht normal ist.

lG Gast
 
G

Gast

Gast
Das neue Jahr steht vor der Tür. Ich habe mein Studium abgebrochen. Die Alternative war Ausbildung oder Direkteinstieg. Ich habe tatsächlich so viel Glück gehabt, einen, ich denke gut bezahlten Job mit privatem Firmenwagen zu ergattern. Beginn – nächstes Jahr.

---------zitat-----------

wie geht das... abgebrochenes studium, keine ausbildung und direkt ein gutbezahlter job mit firmenwagen???
 

Gehirnwäsche

Mitglied
Weswegen wurdest du gemobbt? Hast du dagegen etwas gesagt, wenn du gemobbt wurdest?
Ist natuerlich klar, wenn man mit zwei Menschen befreundet ist, die miteinander zusammen sind, dass es dann so wird. (leider)
Hast du Interessen, damit du vielleicht neue Leute kennenlernen kannst?
 
L

Lyvan

Gast
Gehirnwäsche schrieb:
Weswegen wurdest du gemobbt? Hast du dagegen etwas gesagt, wenn du gemobbt wurdest?
Ist natuerlich klar, wenn man mit zwei Menschen befreundet ist, die miteinander zusammen sind, dass es dann so wird. (leider)
Ich weiß nicht wirklich, warum ich gemobbt wurde. Nur einer hat einmal gesagt, als ich gefragt habe, dass es ihm Spaß macht und er mich als Versager ansieht.
Das merkwürdige war sowieso, dass es immer einige aus der Klasse gab, mit denen ich relativ gut klar kam. Diese haben meine Gegenwart auch immer neutral geduldet. Genauso haben sie aber auch die Gegenwart meiner Aggressoren geduldet.
Eine Ausnahme jedoch ist das letzte mal als ich gemobbt wurde. Wie ich gehört habe, wurde er (nachdem ich schon die Schule gewechselt habe) mehr und mehr gehasst. Nicht zuletzt auch weil er Rassist war und insgesamt eine sehr sadistisch gehässige Ader.

Gehirnwäsche schrieb:
Hast du Interessen, damit du vielleicht neue Leute kennenlernen kannst?
Klavier spielen. Weitere Interessen wären vlt. Sprachen. Ich war sehr gut in Deutsch und Englisch und hatte mir überlegt dieses Jahr einen Kurs in Chinesisch zu belegen. Ob ich das wirklich durchziehe, weiß ich noch nicht. Auf der anderen Seite... was soll ich sonst mit meiner Freizeit machen?

Bin vor einem Jahr durchs Studium umgezogen. Im Studium selbst habe ich auch einige wenige kennen gelernt. Aber durch die vielen Menschen, die an Unis so unterwegs sind, bin ich natürlich so gut wie Unsichtbar. Ich weiß nicht wie ich das ändern kann. Partys mag ich leider nicht. Ich hab es probiert, ich kann einfach nicht so "abgehn" wie andere. Das hat sich immer falsch angefühlt.


Bei meinem Ferienjob, der nach dem Studium zum Übergangsjob wurde, herrschte ein gutes Arbeitsklima. Mit den anderen Ferienarbeitern verstand ich mich eigentlich gut. Wirklich Kommunikation konnte ich aber erst mit Ersatzarbeitern aus einem anderen Land führen. Ironischerweise verstand ich mich mit diesen am besten, obwohl wir gezwungen waren Englisch zu sprechen. Dadurch, dass sie aus einem Land mit weitaus schlechteren Lebensstandards kamen, gab es natürlich auch Themen, die etwas tiefgreifender waren.
Freundschaft hätte sich daraus entwickelt. Irgendwie mochten die mich. Wir haben auch am Ende zusammen ein Abschiedsfoto gemacht... Ersatzarbeit wird eben nur saisonal benötigt.

-

Ich wollte auch schon ins Fitnessstudio oder einfach mal im Stadtbad schwimmen gehen. Für beides müsste ich aber erst stark zunehmen, da ich sehr dünn bin. Es ist sehr unangenehm wenn andere zu mir schauen.
Essen ist generell ein Problem. Ich bin nicht Magersüchtig, ich empfinde es nur als sehr lästig. Vegetarier bin ich auch nicht, trotzdem wächst die Abneigung gegen Fleisch, was die Gewichtzunahme evtl. noch etwas schwieriger macht.
Es gibt da auch noch Auffälligkeiten, nicht nur in Bezug aufs Essen... meine Mutter erwähnte einmal, dass ich mich in gewissen Dingen neurotisch verhalte.

ein Gast schrieb:
wie geht das... abgebrochenes Studium, keine Ausbildung und direkt ein gutbezahlter Job mit Firmenwagen???
Ich hatte eine schulische Ausbildung. Das ist zwar nicht wirklich viel oder gut, aber du hast recht... ich hatte sehr viel Glück. "Gutbezahlt" ist relativ. Für mich ist es gut und ich weiß nicht, was sich andere darunter vorstellen.
Zahlen kann ich hier aber leider auch keine nennen.

ein Gast schrieb:
1
Du bist "bi". Na und? Ich bin transsexuell, na und! Du bist eine Laune der Natur, also nimm dich an wie du bist. Lass die religiösen Bevormundungen außen vor, sie hindern nur daran, klar zu denken. Wenn deine Familie ein Problem mit deiner Bi-Sexualität hat, ist es erst mal deren Problem und nicht deins. Wenn sie es nicht akzeptieren können, dann akzeptiere es einfach.

Meine Familie Väterlicher- und bald auch Mütterlicherseits ist mir bald egal. Ich hatte bisher aber nicht vor, Zuviel zu verraten, weil ich ohnehin den Kontakt meide. Vor allem die Familie Väterlicherseits, weckt in mir den Wunsch woanders geboren zu werden. Ich bin dort total fehl am Platz. Ich empfinde einfach eine tiefe Abneigung gegenüber diesen Leuten, auch vollkommen abgesehen von der Sexualität. Ich hoffe einfach, mich komplett von dieser Seite trennen zu können.

2
Du definierst dein Leben mit beruflichem Erfolg und Geld verdienen. Ist das alles? Das Leben bietet viel mehr als das! Viel wichtiger ist doch deine emotionale Seite. Die Probleme mit Nähe und Distanz, mit Ängsten, mit Mobbing mit abgebrochenem Studium deuten genau darauf hin. Bei mir war das genauso. Auf der Suche nach mir selbst hatte ich auch Irrwege von politisch links bis rechts. Mir haben Verhaltenstherapien geholfen und Achtsamkeitsübungen.
Das ist ja der Punkt. Freundschaftlich gesehen, suche ich nach sehr intensiven Bindungen. Was mich sehr glücklich machen würde, wäre eine Seelenverwandtschaft.
Ich denke, ich bin in der Hinsicht etwas falsch verstanden worden. Es war nie meine Absicht Erfolg oder Geld zu haben, zumindest nicht wirklich. Das alles ist wertlos für mich, aber wenn es weitergeht wie bisher, ist es das einzige was noch bleibt. Keine Rosige Aussicht.

Das mit den Verhaltenstherapien und Achtsamkeitsübungen würde ich gerne näher erfahren. :)
Wenn es dir schlecht geht, mach es so: Ich ging über die Straße und Euro´s hatte ich keine, da sah ich einen Mann ohne Beine. Es gibt immer Menschen, denen es noch schlechter geht, also geht es dir doch besser.
Ja, aber was ich schon bei den oben erwähnten Ersatzarbeitern bemerkt habe, ist, dass man sich unter Umständen sogar schlechter fühlt. Denn man weiß, eigentlich sollte es mir selbst nicht erlaubt sein "unzufrieden" zu sein.
Habe auch länger überlegt, ob ich überhaupt etwas in einem Forum schreiben soll.
Was fällt mir eigentlich ein, zu jammern, wenn es anderen so schlecht geht.

Ich dachte ich könnte mich selbst in den Griff bekommen, aber es geht einfach nicht. Seit Jahren geht es nur bergab. Vollkommen egal wie gut oder schlecht meine finanzielle Situation war oder wird und Geld war auch ein großes Problem in meiner Familie, ist es immer noch. Zurzeit fühlt es sich noch recht sicher an, aber das kann sich sehr schnell ändern.

Ich habe aber letztendlich doch geschrieben und erhoffe mir natürlich irgendeine Form von Besserung in der Hinsicht. Manchmal bereue ich es auch gepostet zu haben. Denke mir manchmal, dass mich irgendjemand wiedererkennt, falls er durch Zufall meinen Beitrag findet. Das wäre mein absolutes Ende.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Alice_

Mitglied
Hi,
Mir geht es sehr ähnlich wie dir, wirklich. Ich würde gerne darüber schreiben, aber lieber nicht öffentlich.

Der Sinn des Lebens ist doch glücklich sein (für mich, bei anderen weiss ich es ja nicht).
Viele sagen, Glück kommt vom Innern, man habe es bereits in sich drin. Man müsse es einfach entdecken. Herausfinden, wie man mit sich selbst glücklich ist. Kann man das lernen? Keine Ahnung.
Jedenfalls bedeutet es, im Leben das zu tun, was man tun will. Sozusagen sich selbst glücklich machen, unabhänig von allem. Die Motivation haben, im Leben das zu erreichen, was man sich vornimmt als Ziel, und seine Träume zu verwirklichen. Es wirklich zu tun. Sich selbst so kreieren, wie man sein will. Vielleicht nicht gerade einfach. Für mich jedenfalls nicht.
Ich sehe so viele unbeschwerte Menschen, die einfach Sie selbst sind, sich lieben, glücklich sind. Wenn ich herausfinde, wie man so werden kann, teile ich es dir mit.

Alice_
 

Gehirnwäsche

Mitglied
"Klavier spielen. Weitere Interessen wären vlt. Sprachen. Ich war sehr gut in Deutsch und Englisch und hatte mir überlegt dieses Jahr einen Kurs in Chinesisch zu belegen. Ob ich das wirklich durchziehe, weiß ich noch nicht. Auf der anderen Seite... was soll ich sonst mit meiner Freizeit machen?"

Klavier spielen ist doch was gutes. Ja, um etwas durchziehen zu koennen, musst du erst damit anfangen...

"Bin vor einem Jahr durchs Studium umgezogen. Im Studium selbst habe ich auch einige wenige kennen gelernt. Aber durch die vielen Menschen, die an Unis so unterwegs sind, bin ich natürlich so gut wie Unsichtbar. Ich weiß nicht wie ich das ändern kann. Partys mag ich leider nicht. Ich hab es probiert, ich kann einfach nicht so "abgehn" wie andere. Das hat sich immer falsch angefühlt."

Wieso findest du dich unsichtbar? Redest du wenig? Ich finde nicht, dass man dann gleich unsichtbar ist. Manchmal sind solche Menschen noch sichtbarer fuer die die genau so wenig reden. Nicht jeder muss Partys moegen. Jeder hat andere Interessen.

"Freundschaft hätte sich daraus entwickelt. Irgendwie mochten die mich. Wir haben auch am Ende zusammen ein Abschiedsfoto gemacht... Ersatzarbeit wird eben nur saisonal benötigt."
Sind sie danach wieder zurueck in ihre Laender?

"Ich wollte auch schon ins Fitnessstudio oder einfach mal im Stadtbad schwimmen gehen. Für beides müsste ich aber erst stark zunehmen, da ich sehr dünn bin. Es ist sehr unangenehm wenn andere zu mir schauen."

Um mit etwas vertraut zu werden,musst du dich immer wieder der Angst stellen,damit du siehst, dass es da eigentlich gar nichts gibt wovor du Angst haben muesstest. Menschen gucken sich oft gegenseitig an, oft ist es ja auch nicht absichtlich. Man kann ja nicht die ganze Zeit auf den Boden oder auf die Decke schauen.. Du solltest eher die Menschen weniger ansehen,dann merkst du auch nicht, ob dich jemand anguckt oder nicht.

"Essen ist generell ein Problem. Ich bin nicht Magersüchtig, ich empfinde es nur als sehr lästig. Vegetarier bin ich auch nicht, trotzdem wächst die Abneigung gegen Fleisch, was die Gewichtzunahme evtl. noch etwas schwieriger macht."
Bist du normalgewichtig? Es gibt ja auch diese Pulver.. Nur hab ich davon keine Ahnung. Ich weiß auch nicht, ob das so gesund ist.
 

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